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1. Überblick

Der Begriff «Hirntumor» ist eine Sammelbezeichnung für sowohl gutartige als auch bösartige Geschwulste im Schädel, die direkt aus dem Gewebe des Gehirns oder der Hirnhäute entstehen.

Hirntumoren machen beim Erwachsenen nur einen sehr geringen Teil aller Krebserkrankungen aus. Sie zählen damit zu den eher seltenen Erkrankungen. Im Kindesalter treten Hirntumoren im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen allerdings häufiger auf.

Man kann Hirntumoren nach unterschiedlichen Eigenschaften einteilen, zum Beispiel nach ihrem Wachstum: Ein gutartiger Gehirntumor wächst nur langsam und bleibt dabei meist von benachbartem, gesunden Hirngewebe gut abgrenzbar. Ein bösartiger Gehirntumor nimmt dagegen schnell an Grösse zu und wächst dabei zerstörerisch in das umgebende Gewebe hinein (sog. infiltratives Wachstum). Auch die jeweilige Zellart, aus der sich die Geschwulst entwickelt hat, ist ein Unterscheidungsmerkmal der Hirntumoren. Ein primärer Hirntumor entsteht aus Zellen des Gehirns oder aus den Hirnhäuten (sog. Meningen), die das Gehirn umhüllen. Im Gegensatz dazu entstehen Hirnmetastasen aus Krebszellen, die ein Tumor anderer Organe (z.B. Lungenkrebs oder Brustkrebs) ins Gehirn gestreut hat. Hirnmetastasen zählen deshalb nicht zu den primären Hirntumoren.

Die Symptome bei einem Gehirntumor sind vielfältig und hängen von der betroffenen Hirnregion ab. Die häufigsten Beschwerden bei einem Hirntumor sind Kopfschmerzen, Krampfanfälle (epileptische Anfälle) und Wesensveränderungen.

Bei der Diagnose eines Hirntumors spielen die sogenannten bildgebenden Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) eine entscheidende Rolle.

Bei einem Hirntumor ist für die Therapie die Zusammenarbeit mehrerer medizinischer Fachrichtungen notwendig und besteht – wenn möglich – aus Operation, Bestrahlung (Strahlentherapie) und seltener auch Chemotherapie. Die Prognose hängt vom Wachstumsverhalten der Tumorzellen ab. Auch die Lage des Tumors im Schädel beeinflusst die Prognose: Eine Operation ist bei einem sehr schwer zugänglichen Gehirntumor manchmal kaum möglich oder mit erhöhtem Risiko verbunden.

Bei langsamem Tumorwachstum können nicht betroffene Hirnareale die Funktionen der geschädigten Hirnregion übernehmen. Dies ist zwar nur in begrenztem Umfang möglich, es erklärt jedoch, warum manchmal sehr grosse Gehirntumoren (z.B. Meningeome) lange Zeit keine Beschwerden verursachen.

2. Definition

Ein Hirntumor kann eine gutartige aber auch eine bösartige Geschwulst im Schädel sein, die sich aus dem Gewebe des Gehirns oder der angrenzenden Hirnhäute (sog. Meningen) entwickelt hat. Ein solcher Gehirntumor wird auch hirneigener oder primärer Hirntumor genannt.

Daneben kommen im Gehirn auch Hirnmetastasen vor. Das sind Tochtergeschwulste von Krebsarten, deren ursprünglicher Herd ausserhalb des Gehirns liegt und die daher auch kein Nervengewebe enthalten. Ein Tumor – zum Beispiel ein Brust- oder Lungenkrebs – kann Krebszellen über den Blutkreislauf, über die Lymphgefässe oder über das Nervenwasser (auch Hirnwasser oder Liquor genannt) ins Gehirn streuen. Dort siedeln sich die Zellen an und bilden eine Tochtergeschwulst, die Hirnmetastase. In besonderen Fällen kann auch ein primärer Hirntumor Metastasen innerhalb des Gehirns oder im Rückenmark bilden.

Gehirntumoren unterscheiden sich untereinander bezüglich verschiedener Merkmale und lassen sich entsprechend einteilen.

Einteilung von Hirntumoren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Hirntumoren einzuteilen. Eine Möglichkeit berücksichtigt dabei die Gewebeart. Neben Mischtumoren aus verschiedenen Gewebtypen gibt es Tumoren aus Nervenzellen (Neurinome) oder den Zellen der Hirnhäute (Meningeome). Ausserdem können Gehirntumoren beispielsweise aus Fettgewebe, Immunzellen (Lymphozyten), Keimzellen oder sogenannten Gliazellen entstehen. Gliazellen bilden das Stützgerüst im Gehirn und Rückenmark. Bildet sich daraus ein Hirntumor, verwendet der Mediziner für diese Geschwulst den Fachausdruck Gliom. Zu den Gliomen zählen Hirntumoren wie das Astrozytom oder das Glioblastom. Sie gehören neben dem Meningeom zu den häufigen Gehirntumoren. Seltener kommen Oligodendrogliome, Ependymome, Medulloblastome und Lymphome vor. Alle übrigen Hirntumorarten sind äusserst selten.

Hinsichtlich der Prognose eines Hirntumors ist eine weitere Einteilung wichtig – die in gut- und bösartige Hirntumoren.

Einteilung der Hirntumoren nach WHO-Grad

Manche Hirntumoren (z.B. Gliome) haben die Eigenschaft, ihr Wachstumsverhalten im Verlauf der Erkrankung zu verändern. Sie können zunächst als gutartige, langsam wachsende Geschwulste auftreten, im weiteren Verlauf jedoch zum bösartigen Hirntumor entarten. So gibt es beispielsweise innerhalb der Oligodendrogliome sowohl eher gutartige als auch bösartige Tumoren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt Hirntumoren daher in verschiedene Tumorgrade ein:

  • WHO-Grad I (gutartig)
  • WHO-Grad II (noch gutartig)
  • WHO-Grad III (bereits bösartig)
  • WHO-Grad IV (bösartig)

Dabei entspricht der WHO Grad I einem gutartigen, langsam wachsenden Gehirntumor mit günstiger Prognose. Bei einer Geschwulst mit WHO Grad IV handelt es sich dagegen um einen besonders bösartigen und schnell wachsenden Hirntumor mit entsprechend ungünstiger Prognose.

Diese Einteilung spielt auch eine entscheidende Rolle für die Planung der Therapie eines Hirntumors. Bei gutartigen Tumoren reicht oft das vollständige chirurgische Entfernen aus. Der Arzt beobachtet danach den weiteren Verlauf, um ein mögliches Wiederkehren des Tumors (sog. Rezidiv) frühzeitig zu erkennen und entsprechende behandeln zu können. Dagegen ist bei Geschwulsten mit WHO Grad III und IV nach der Operation zusätzlich eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie angebracht.

Gutartige Hirntumoren

Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise:

Hirntumor beim Kind

Ein Hirntumor beim Kind unterscheidet sich deutlich von Tumoren des Erwachsenen. Unter den an Krebs erkrankten Erwachsenen leidet nur ein geringer Teil an einem Gehirntumor, bei Kindern kommen Hirntumoren – verglichen mit anderen Krebserkrankungen – hingegen häufiger vor.

Bösartige Tumorerkrankungen bei Kindern haben dafür oft eine günstigere Prognose als Krebserkrankungen im Erwachsenenalter. Bei den Tumoren des Gehirns oder Rückenmarks im Kindesalter hat sich die Überlebensrate in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich verbessert.

Zu den häufigsten Hirntumoren im Kindesalter zählen:

  • Astrozytome
  • Medulloblastome
  • Ependymome
  • Kraniopharyngeome
  • Hypophysenadenom (Tumor der Hirnanhangdrüse)
  • Intrakranielle ("innerhalb des Schädels liegende") Keimzelltumoren wie das Germinom oder Teratom
  • Sogenannte primitive neuroektodermale Tumoren (PNET)

Bösartige Hirntumoren

In diese Kategorie fallen beispielsweise:

3. Ursachen

Bisher ist noch nicht im Einzelnen geklärt, warum bei manchen Menschen ein Hirntumor entsteht oder welche Ursachen zu der Erkrankung führen. Als Auslöser wird etwa der langjährige berufliche Kontakt mit bestimmten krebserregenden chemischen Substanzen (z.B. Pflanzenschutzmittel) diskutiert. Für den Zusammenhang zwischen einem Gehirntumor und Schädel-Hirn-Verletzungen gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Ebenso wenig ist ein Zusammenhang zwischen der Hirntumor-Entstehung und Elektrosmog, Stress, aussergewöhnlichen seelischen Belastungen, Infektionen oder Impfungen erwiesen.

Allerdings steigt bei der Strahlentherapie des kindlichen Schädels (etwa bei einer akuten Leukämie oder einem bösartigen Augentumor) das Risiko für einen späteren Gehirntumor an. Auch infolge eines genetischen Defekts treten bei der erblichen Neurofibromatose (Morbus Recklinghausen) bestimmte Hirntumoren häufiger auf.

4. Symptome

Ein Hirntumor kann vielfältige Symptome verursachen, häufig sind diese Symptome uncharakteristisch. Das heisst, dass diese Anzeichen auch bei anderen Erkrankungen auftreten und oft eine harmlose Ursache haben. Typische Hirntumor-Symptome sind:

  • in der Häufigkeit zunehmende Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • wiederkehrende Übelkeit mit Erbrechen
  • allmähliche Wesensveränderungen
  • zunehmende Vergesslichkeit
  • Lähmungserscheinungen
  • epileptische Anfälle (sog. Krampfanfälle)

Der knöcherne Schädel setzt der Ausdehnung eines Gehirntumors enge Grenzen: Wächst eine Geschwulst im Gehirn sehr rasch (z.B. Hirnmetastasen), so treten Beschwerden schon frühzeitig auf.

Symptome wie Lähmungen, Sehstörungen, Sprachstörungen und Koordinations- oder Gangstörungen können indirekte Hinweise darauf geben, wo sich der Hirntumor genau befindet. Die Symptome sind je nach Ausprägung typisch für den Ausfall einer ganz bestimmten Hirnregion: Ist zum Beispiel bei einem Hirntumor-Patienten der linke Arm gelähmt, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass sich der Gehirntumor in der rechten Hirnhälfte befindet. Auch aus Krampfanfällen lässt sich gegebenenfalls auf den Ort des Hirntumors schliessen.

Vor allem Persönlichkeitsstörungen werden oft nur von den Angehörigen bemerkt. Bei einem langsam wachsenden Hirntumor können Symptome auch fehlen oder sehr spät auftreten.

Kopfschmerzen

Das häufigste und erste Symptom bei einem Hirntumor ist in der Regel der Kopfschmerz. Bei Tumor-Kopfschmerzen gibt es jedoch einige Besonderheiten: Das durchblutete Gewebe um den Hirntumor herum ist angeschwollen (Ödem). In der Nacht befindet sich, bedingt durch die liegende Position, ein höheres Blutvolumen im Kopf als am Tag: Eine Hirnschwellung nimmt deshalb im Lauf der Nacht zu. Der Druck im Gehirn führt typischerweise zu nächtlichen Kopfschmerzen, die sich am Tag wieder bessern. Oft begleiten Übelkeit und Erbrechen diese Kopfschmerzen. Durch einen Hirntumor bedingte Kopfschmerzen werden zudem innerhalb kürzester Zeit stärker. Normale Kopfschmerztabletten sind dann nicht mehr wirksam.

Krampfanfälle

Etwa jeder vierte Mensch mit einem Hirntumor leidet unter Krampfanfällen (epileptische Anfälle). Dies sind unkontrollierte, krankhafte Entladungen einzelner Nervenzellen, die auf die Nachbarzellen überspringen und letztlich zu Muskelkrämpfen führen. Man unterscheidet zwischen sogenannten fokalen und generalisierten Krampfanfällen.

Bei fokalen Anfällen beschränken sich die Nervenentladungen auf einen bestimmten Hirnbezirk. Je nach Region sind die Symptome unterschiedlich. Der Betroffene kann Zuckungen einer Körperhälfte, eines Arms oder eines Beins haben, er kann plötzlich einschlafen, sehr komplexe Bewegungen ausführen oder mitten im Gespräch sekundenlang stocken. Diese Handlungen geschehen unbewusst und werden anschliessend nicht mehr erinnert (Amnesie). Gelegentlich kündigt sich ein Anfall vorher an, etwa durch Geschmacks- oder Geruchshalluzinationen.

Generalisierte Nervenentladungen breiten sich über weite Hirnbereiche aus. Sie können beispielsweise durch Zuckungen der Gliedmassen oder eine plötzliche geistige Abwesenheit eingeleitet werden. Die Zuckungen hören meist spontan nach wenigen Minuten auf. Es kann aber auch zu einer Ausbreitung des Krampfs im Gehirn kommen: Der Betroffene wird bewusstlos, stürzt auf den Boden, beisst sich auf die Zunge und nässt ein. Häufig hat er dabei Schaum vor dem Mund. Dieser Zustand der Bewusstlosigkeit kann durch Verletzungen beim Sturz oder durch Verschlucken von Erbrochenem lebensbedrohlich werden. Anders als bei den fokalen Anfällen lässt sich beim generalisierten Anfall nicht auf die Lage eines Hirntumors im Gehirn schliessen.

Wesensveränderungen

Speziell ein Hirntumor in der Stirnregion kann zu Wesensveränderungen, also Veränderungen der Persönlichkeit, führen. Die Patienten leiden manchmal auch unter Verhaltens- und Antriebsstörungen. Der Betroffene wird seinen Angehörigen fremd – mitunter treten aber bestimmte Charakterzüge des Patienten auch besonders verstärkt hervor. Die Wesensveränderungen verlaufen oft aber auch so schleichend, dass selbst Angehörige des Erkrankten sie nicht bemerken. Zudem können sich diese Veränderungen innerhalb der normalen Variationen des menschlichen Verhaltens bewegen.

Zu den auffälligen Änderungen im Verhalten zählen unter anderem Teilnahmslosigkeit und rasche Erregbarkeit bis hin zur Aggressivität. Allerdings ist es wichtig, zu bedenken, dass solche Wesensveränderungen weit häufiger eine psychische Erkrankung (z.B. Depression oder Schizophrenie) zur Ursache haben als einen Gehirntumor.

5. Diagnose

Bei Verdacht auf einen Hirntumor sind für eine genaue Diagnose neben der Befragung (Anamnese) und gründlichen körperlichen Untersuchung auch weitere spezielle Untersuchungstechniken wichtig: Eine entscheidende Rolle spielen vor allem die sogenannten bildgebenden Methoden:

Dazu zählen unter anderem die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Computertomographie (CT). Diese können ergänzt werden durch weitere Analysen wie:

  • Lumbalpunktion mit Untersuchung des Nervenwassers (auch Hirnwasser, Liquor genannt)
  • Elektroenzephalographie: Messung der Hirnströme, was insbesondere bei Krampfanfällen bedeutend ist
  • Angiographie: Röntgenuntersuchung der Blutgefässe im Gehirn mithilfe von Kontrastmittel

Aber auch die Untersuchung des Augenhintergrunds (Ophtalmoskopie) kann Aufschluss über einen möglichen Hirntumor geben.

6. Therapie

Bei der Hirntumor-Therapie hat die Operation – also die chirurgische Entfernung der Geschwulst – Vorrang. Der Arzt muss allerdings abwägen, ob eine Operation technisch möglich ist und ob der Eingriff für den Patienten ein zu hohes Risiko oder eine zu schwere zusätzliche Belastung darstellt. In Sonderfällen ist anstelle der Operation die kombinierte Behandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie bedeutsam, etwa bei Lymphomen im Gehirn.

Operation

Bei der Operation spielen neben Art und Grad des Hirntumors auch seine Lage und Grösse eine Rolle. Ein Hirntumor – ganz gleich ob gut- oder bösartig – im Bereich des Hirnstamms lässt sich beispielsweise nicht ohne Weiteres operieren, weil hier lebenswichtige Hirnareale wie das sogenannte Atemzentrum liegen. Andererseits kann der Neurochirurg zum Beispiel eine einzelne, oberflächlich gelegene Hirnmetastase vollständig und schonend entfernen. Die Operation ist auch bei Meningeomen, Neurinomen, niedriggradigen Gliomen, Ependymomen oder Hypophysenadenomen (Tumoren der Hirnanhangdrüse) angebracht, sofern diese Hirntumoren nicht ungünstig liegen oder sehr ausgedehnt sind. Nebenwirkungen sind bei Hirnoperationen selten.

Eine radikale Operation ist bei bösartigen, zerstörerisch ins Hirngewebe einwachsenden Hirntumoren nicht möglich. Dies ist unter anderem beim Glioblastom und den meisten Astrozytomen ab WHO-Grad II der Fall. Das Ziel der Operation ist bei diesen Erkrankungen, die Tumormasse zu verkleinern. Das mindert den Hirndruck und verhindert, dass sich Nervenwasser anstaut und gesundes Hirngewebe abdrückt. An die Operation schliessen sich eine Bestrahlung oder Chemotherapie an, um die verbliebenen Tumorreste zu bekämpfen. Eine solche Hirntumor-Therapie zielt meist nicht auf eine vollständige Heilung ab: Schmerzlinderung und Erhaltung der Lebensqualität stehen im Vordergrund.

Strahlentherapie

Ein weiteres, wichtiges Verfahren bei der Hirntumor-Therapie ist die Strahlentherapie (Bestrahlung). Je nach Befund kann sie heilen, die Therapie unterstützen (z.B. bei Astrozytomen) oder die Beschwerden lindern (z.B. bei Hirnmetastasen).

Die vorgesehene Strahlendosis erhält der Patient über einen Zeitraum von einigen Wochen verteilt in mehreren Sitzungen. Bei einer einzigen Behandlung mit der entsprechenden Dosis wäre die Bestrahlung mit zu grossen Nebenwirkungen verbunden. Als häufigste Nebenwirkung verstärkt sich vorübergehend die Schwellung des Hirngewebes, welches den Tumor umgibt (Ödem). Weitere Nebenwirkungen können sein:

  • Begrenzter Haarausfall, der sich nach der Behandlung wieder bessert
  • Leichte lokale Hautreizung im Strahlenfeld
  • Vermehrte Müdigkeit
  • Allgemeine Erschöpfung
  • Leichte Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen

Chronische (lange andauernde) Nebenwirkungen sind selten.

Im Gegensatz zur dieser «konventionellen» Strahlentherapie steht auch die Radiochirurgie oder stereotaktische Strahlentherapie zur Verfügung. Bei diesem Vorgehen fixiert der Arzt den Kopf des Patienten mit einem Rahmen. Anhand von Bildaufnahmen (z.B. CT- und MRT-Bilder) errechnet ein Computer die Lage der Geschwulst und richtet Strahlen mit höherer Dosis ausschliesslich auf den Hirntumor. Dadurch stirbt das Krebsgewebe ab.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie bietet nur bei bestimmten Hirntumoren eine erfolgversprechende Behandlung. Ein Beispiel hierfür sind Lymphome des Gehirns. Dabei verabreicht der Arzt die Wirksubstanzen – die Zytostatika – entweder über die Vene (intravenös) ins Blut oder über einen Einstich in den Rückenmarkskanal (Lumbalpunktion) in das Nervenwasser (Liquor).

Bei Hirntumoren im Kindesalter spielt die Chemotherapie eine zunehmend bedeutendere Rolle. Das kindliche Gehirn ist insbesondere bei jungen Kindern sehr empfindlich gegenüber einer Bestrahlung: Neben Funktionsausfällen des Gehirns, Entwicklungsstörungen und einer Intelligenzminderung besteht auch das Risiko, wieder einen Hirntumor zu entwickeln. Deshalb wird versucht, die Strahlendosis gering zu halten oder sogar ganz auf eine Bestrahlung zu verzichten. Eine Kombination aus Chemotherapie in Verbindung mit einer Operation und der Strahlentherapie ist daher eher ratsam. Andere Behandlungsverfahren (z.B. Gentherapie) sind bisher nur experimentell.

7. Verlauf

Bei einem Hirntumor hängt der Verlauf der Erkrankung von der Tumorart und von den zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten ab. Tritt die Krebserkrankung – zum Beispiel nach einer Operation – erneut auf, heisst dieses Wiederkehren in der medizinischen Fachsprache dann Rezidiv. Ein Rezidiv eines Hirntumors hat ungünstige Konsequenzen für die gesamte Prognose. Deshalb ist es wichtig, ein Hirntumor-Rezidiv möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nach Abschluss der Therapie sind daher regelmässige Nachsorge-Untersuchungen nötig.

Komplikationen

Nach einer Hirnoperation gilt zunächst ein Fahrverbot. Über die Dauer des Fahrverbots muss der behandelnde Arzt entscheiden. Eine beeinträchtige Hirnleistungsfähigkeit, Sehstörungen oder epileptische Anfälle können die Fahrtüchtigkeit vorübergehend oder dauerhaft einschränken.

Prognose

Bei einem Hirntumor ist die Prognose – da viele verschiedene Tumoren in diese Gruppe gehören– von Einzelfall zu Einzelfall sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab (z.B. Gewebetyp oder Lage des Hirntumors). Grundsätzlich gilt: Ein gutartiger Hirntumor, der langsam wächst, leicht zu entfernen ist und nicht wiederkehrt, hat eine günstige Prognose.

Die Diagnose von Hirnmetastasen verschlechtert die Prognose einer zugrunde liegenden Tumorerkrankung einer anderen Körperregion. Zu den Tumoren, die häufig Metastasen in das Nervensystem streuen, gehören Brustkrebs, Lungenkrebs, Nierenkrebs und Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom).

Hat ein Krebs bereits ins Gehirn gestreut, so liegen häufig auch an anderer Stelle im Körper Metastasen vor. Deshalb sucht der Arzt im ganzen Körper des Krebspatienten nach diesen Tochtergeschwulsten. Im Gegensatz zu anderen Tumoren bilden Hirntumoren selbst sehr selten Metastasen in anderen Organen.

8. Vorbeugen

Allgemeine Massnahmen, die einem Hirntumor vorbeugen, sind nicht bekannt. Generell empfiehlt es sich, unnötige Strahlung (v.a. bei Kindern) sowie Kontakt mit krebserregenden Chemikalien und Schadstoffen zu vermeiden. Eine gesunde Lebensweise, abwechslungsreiche, fettarme Ernährung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie regelmässige Bewegung unterstützen die Körperabwehr und können das allgemeine Krankheitsrisiko senken.