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Histaminintoleranz

(Histamin­unverträglichkeit)
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1. Überblick

Manchen Menschen geht nach dem Genuss von Rotwein oder Weizenbier sofort die Nase zu oder sie beginnt zu laufen. Andere bekommen nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel plötzlich Hautrötungen, Juckreiz oder Magen-Darm-Beschwerden. Mögliche Ursache ist eine Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose). Wie sich diese beim Einzelnen äussert, kann ganz unterschiedlich sein.

Bei einer Histaminintoleranz kommt es nach dem Verzehr histaminhaltiger Nahrungsmittel zu scheinbar allergischen Beschwerden – aus diesem Grund zählt diese Erkrankung auch zu den sogenannten Pseudoallergien. Typische Symptome einer Histaminunverträglichkeit sind


nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel. Betroffene vermuten anfangs meist eine Lebensmittelallergie hinter ihren Beschwerden.

Normalerweise baut der Körper Histamin aus der Nahrung im Dünndarm mithilfe von Enzymen rasch ab. Die meisten Menschen haben deshalb in der Regel keine Probleme durch histaminhaltige Nahrung. Manchmal scheint dieser Abbau jedoch nicht richtig zu funktionieren und führt in der Folge zu einer Histaminunverträglichkeit.

Verantwortlich für den Abbau von Histamin im Dünndarm ist vor allem das Enzym DAO (Diaminoxidase). Einige Experten vermuten, dass die Beschwerden entstehen, weil die Betroffenen entweder nicht genug DAO produzieren oder das Enzym bei ihnen weniger aktiv ist. Dadurch könnte sich mehr Histamin bei ihnen ansammeln und zu Beschwerden führen. Aber auch bestimmte Medikamente, akute Darminfekte oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können eine Histaminunverträglichkeit fördern.

Um eine Histaminintoleranz festzustellen, müssen zuerst andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden, wie etwa eine Nahrungsmittelallergie oder eine entzündliche Darmerkrankung.

Kommen keine anderen Ursachen infrage, kann vor allem eine Ernährungsumstellung zu weiteren Erkenntnissen führen. Hierbei ernährt sich der Betroffene zuerst ein paar Tage nur mit histaminarmen Nahrungsmitteln (z.B. mit der sog. Kartoffel-Reis-Diät). Liegt tatsächlich eine Histaminunverträglichkeit vor, sollten sich die Beschwerden währenddessen bessern. Indem man nach und nach wieder Speisen zulässt, kann man anschliessend austesten, welche histaminhaltigen Nahrungsmittel der Betroffene verträgt, ohne dass Symptome auftreten.

Histamin zählt zu den sogenannten biogenen Aminen und entsteht als Abbauprodukt aus der Aminosäure Histidin. Auch Bakterien bauen die Aminosäure Histidin zu Histamin ab. Deshalb enthalten besonders jene Nahrungsmittel viel Histamin, bei denen Bakterien in der Verarbeitung oder Reifung eine Rolle spielen – so zum Beispiel bei Wein, Bier oder Käse. Reifer Käse enthält entsprechend mehr Histamin als junger Käse und wird bei Histaminintoleranz normalerweise auch schlechter vertragen.

Über viele Details der Histaminintoleranz herrscht immer noch Unklarheit, da es an aussagekräftigen Studien fehlt.

2. Definition

Von einer Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) spricht man, wenn über die Nahrung aufgenommenes Histamin zu gesundheitlichen Beschwerden führt. Im Grunde bezeichnet die Histaminintoleranz jedoch ganz allgemein ein Missverhältnis zwischen anfallendem Histamin und dessen Abbau.

Da die Beschwerden denen einer Allergie ähneln, jedoch keine Allergie vorliegt, zählt man die Histaminintoleranz auch zu den Pseudoallergien («Scheinallergien»).

Was ist Histamin?

Histamin zählt zu den Gewebehormonen und ist ein Botenstoff (Mediator), der bei vielen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle spielt, insbesondere bei Entzündungsreaktionen. Der Körper bildet Histamin natürlicherweise aus der Aminosäure Histidin. Chemisch gesehen zählt Histamin zu den sogenannten biogenen Aminen.

Im Körper hat Histamin zahlreiche Wirkungen, es ...

  • ... erweitert die peripheren Blutgefässe (Gefässe in Armen und Beinen).
  • ... verengt die zentralen Blutgefässe (Gefässe, die zu Herz und Hirn führen).
  • ... verengt die Atemwege.
  • ... bewirkt ein Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur.
  • ... bewirkt ein Zusammenziehen der Darmmuskulatur.
  • ... ist im Gehirn u.a. an der Regulation von Körpertemperatur, Schlaf-Wach-Rhythmen und Ausschüttung mancher Hormone beteiligt.

Bestimmte Zellen im Körper bilden Histamin und speichern es. Als Reaktion auf einen spezifischen Auslöser setzen sie das gespeicherte Histamin schlagartig frei. Zellen, die Histamin speichern, sind beispielsweise:

  • Mastzellen
  • basophile Granulozyten (Form der weißen Blutkörperchen)
  • Thrombozyten (Blutplättchen)
  • manche Nervenzellen

Vor allem das in den Mastzellen gespeicherte Histamin spielt eine wichtige Rolle bei «echten» Allergien wie Heuschnupfen, also bei sogenannten IgE-vermittelten allergischen Reaktionen: Als Reaktion auf bestimmte Allergene setzen die Mastzellen schlagartig Histamin frei und es kommt zu akuten allergischen Beschwerden wie zum Beispiel einer laufenden Nase, Augenbrennen, Atemproblemen oder Hautausschlag.

Aber auch IgE-unabhängige Reaktionen können laut manchen Experten zu einer Freisetzung von Histamin aus Körperzellen führen. Auslöser sollen zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente sein, die als sogenannte Histaminliberatoren («Histaminfreisetzer») wirken.

Histamin kommt natürlicherweise in vielen Nahrungsmitteln vor. In grossen Mengen entsteht es in diesen jedoch erst, wenn Bakterien ins Spiel kommen, die Histidin zu Histamin abbauen. Deshalb ist Histamin häufig in solchen Lebensmitteln enthalten, bei denen Bakterien für Gärungs- oder Reifeprozesse sorgen, wie etwa in

  • Käse,
  • Wein,
  • Bier
  • oder Sojasosse.

Histamin ist auch die Ursache für Fischvergiftungen nach dem Verzehr von verdorbenem Fisch. Frischer Fisch enthält normalerweise kein Histamin. Erst wenn er länger lagert, bewirken Bakterien einen Anstieg des Histamingehalts. So kommt es, dass verdorbener Fisch extrem viel Histamin enthält und zu einer Histaminvergiftung führen kann.

Histaminabbau im Körper

Der Körper besitzt zwei Enzyme, die Histamin abbauen können:

  • DAO (Diaminoxidase) und
  • HNMT (Histamin-N-Methyltransferase)

DAO (Diaminoxidase)

Die DAO (Diaminoxidase) ist ein sogenanntes sekretorisches Protein, ein Enzym, das von Zellen nach aussen abgegeben wird. Zellen der Dünndarmschleimhaut (die Enterozyten) bilden zum Beispiel ständig DAO und geben diese ins Darminnere ab. Aber auch andere Zellen bilden DAO, etwa in Leber und Nieren.

Die DAO baut auch andere biogene Amine ab – vor allem jedoch Histamin, das sich ausserhalb von Zellen befindet. Um funktionieren zu können, benötigt die DAO zudem zwei Co-Faktoren, nämlich Vitamin B6 und 6-Hydroxydopa.

Mit der Nahrung verzehrtes Histamin wird normalerweise im Dünndarm rasch von der DAO abgebaut und bereitet gesunden Menschen daher in der Regel keine Probleme.

Bei schwangeren Frauen ist die DAO-Aktivität im Blut bis zu 300-fach erhöht und kann Histamin besonders rasch abbauen. Das dient letztlich dem Schutz des ungeborenen Kindes, denn mit dem Blutfluss passiert die DAO auch die Plazenta – und schützt so die Gebärmutter vor plötzlichen Histamin-Anstiegen, die Muskelkontraktionen und dadurch Wehen auslösen könnten. Während der Schwangerschaft treten deshalb bei den betroffenen Frauen normalerweise auch keine Beschwerden durch Histamin auf (wie z.B. Heuschnupfen, Histaminintoleranz).

Bei manchen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wiederum scheint die DAO weniger aktiv zu sein (z.B. bei Morbus Crohn).

HNMT (Histamin-N-Methyltransferase)

Die HNMT (Histamin-N-Methyltransferase) ist ein sogenanntes zytosolisches Protein. Das Enzym baut vor allem körpereigenes Histamin ab, das sich im Inneren von Zellen befindet.

Auch Bakterien der körpereigenen Darmflora im Dickdarm produzieren zum Teil Histamin. Dieses wird jedoch ebenfalls von der DAO im Darm abgebaut. Falls Darmzellen Histamin aufnehmen, tritt dieses ins Blut über und gelangt mit dem Blutstrom zur Leber. Hier sorgt vor allem die HNMT für den weiteren Abbau.

3. Ursachen

Bei einer Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) kommt es zu Beschwerden durch histaminhaltige Nahrungsmittel beziehungsweise durch Störungen beim Histamin-Abbau, die zur Folge haben, dass sich zu viel Histamin im Körper ansammelt.

Bei den meisten Menschen wird Histamin aus der Nahrung rasch im Dünndarm abgebaut und bereitet keine Probleme. Bei etwa einem Prozent der Bevölkerung scheint dies jedoch nicht richtig zu funktionieren, so dass Beschwerden in Form einer Histaminunverträglichkeit auftreten können. Bisherigen Erkenntnissen zufolge ist eine Histaminintoleranz nur in wenigen Fällen angeboren, sondern wird meistens im Laufe des Lebens erworben.

Normalerweise sorgen zwei Enzyme für den Abbau von Histamin: die DAO und die HNMT. Vor allem die DAO (Diaminoxidase) ist für den Abbau von Histamin aus Nahrungsmitteln im Dünndarm wichtig. Die HNMT (Histamin-N-Methytransferase) dagegen baut insbesondere das in Zellen befindliche Histamin ab.

Es gibt verschiedene Theorien zu den Ursachen einer Histaminintoleranz:

  • Enzymmenge: Der Körper produziert nicht genug vom histaminabbauenden Enzym DAO, das heißt es liegt an DAO-Mangel vor.
  • Enzymaktivität:
    • Der Körper produziert zwar ausreichen DAO, diese ist jedoch inaktiv oder nur teilweise aktiv, etwa als Folge einer Erkrankung (z.B. Nahrungsmittelallergie, Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).
    • Es existieren Faktoren, welche das histaminabbauende Enzym DAO hemmen bzw. dessen Aktivität für sich beanspruchen, wie z.B. biogene Amine, Alkohol (bzw. dessen Abbauprodukt Acetaldehyd) oder bestimmte Medikamente.

Manche Experten vermuten zudem, dass ein mangelnder Abbau von Histamin durch die DAO auch die Aktivität der HNMT beeinträchtigt.

Histamin in Lebensmitteln

Histamin kommt in vielen Lebensmitteln von Natur aus vor. In der Regel bereitet Histamin keine Probleme und wird im Darm von Enzymen abgebaut. Bei einer Histaminintoleranz können solche Lebensmittel jedoch Beschwerden auslösen.

Der Histamin-Gehalt in Lebensmitteln ist nicht immer gleich: Die Menge an Histamin kann sich zum Beispiel als Folge von Reifungsprozessen, Lagerung oder Verarbeitung verändern. Aus diesem Grund können die Histamin-Mengen in ein und derselben Lebensmittelsorte variieren. Die Histamin-Mengen in Emmentaler-Käse beispielsweise liegen abhängig vom Reifegrad bei circa 0,1 bis teilweise über 2000 Milligramm Histamin pro Kilogramm. Wie viel Histamin in einer einzelnen Mahlzeit vorkommt, lässt sich daher kaum exakt bestimmen.

Zu den histaminreichen Lebensmitteln zählen zum Beispiel:

  • Alkohol, v.a. Rotwein
  • reifer Käse
  • Wurst, v.a. Salami
  • länger gelagerter Fisch
  • Nüsse
  • Tomatenketchup
  • Sauerkraut
  • Sojasosse

Bestimmte Lebensmittel, die selbst zwar kein Histamin enthalten, können unter Umständen bewirken, dass körpereigenes Histamin aus Zellen ausgeschüttet wird. Dies soll zum Beispiel für Erdbeeren oder Schokolade der Fall sein. Solche Lebensmittel bezeichnet man als Histaminliberatoren (wörtlich etwa «Histaminfreisetzer»).

Die Existenz solcher Histaminliberatoren konnte jedoch bislang nur im Labor in Versuchen mit Zellkulturen nachgewiesen werden. Ob es sich tatsächlich auch beim Menschen so verhält und welche Auswirkungen diese tatsächlich im Rahmen einer Histaminintoleranz haben, ist nicht durch Studien belegt.

Medikamente

Bestimmte Wirkstoffe sollen eine Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) ungünstig beeinflussen. Sie führen möglicherweise zu einem Histamin-Anstieg im Körper, indem sie

  • entweder das für den Histaminabbau notwendige Enzym DAO (Diaminoxidase) behindern
  • oder bewirken, dass in Körperzellen gespeichertes Histamin freigesetzt wird und dadurch zu Histaminliberatoren werden.

Die Studienlage hierzu ist jedoch widersprüchlich.

Medikamente mit einem der folgenden Wirkstoffe blockieren das Enzym DAO oder gelten als Histaminliberatoren:

  • Acetylcystein (ACC)
  • Ambroxol
  • Prilocain
  • Metamizol
  • Verapamil
  • Metronidazol
  • Metoclopramid
  • Dobutamin
  • Propafenon
  • Cimetidin
  • Cyclophosphamid
  • Amitryptilin

Fazit: Inwiefern sich dieser Effekt beim einzelnen Betroffenen im Rahmen einer Histaminintoleranz bemerkbar macht, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Begleitumstände

Bestimmte Begleitumstände können eine Empfindlichkeit gegenüber Histamin und dadurch eine bestehende Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) fördern, so zum Beispiel:

  • histaminreiche Lebensmittel
  • Zusammenstellung der Mahlzeiten
  • Abstände zwischen den Mahlzeiten
  • Stress

Ausserdem gibt es Faktoren, die Einfluss auf die Durchlässigkeit der Darmwand haben und dadurch auch auf die Histamin-Empfindlichkeit, wie etwa:

  • Medikamente mit bestimmten Wirkstoffen (z.B. nichtsteroidale Antiphlogistika wie Acetylsalicylsäure)
  • Alkoholgenuss zu den Mahlzeiten
  • entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn)
  • Hormone, z.B. prämenstruelle Phase / Menstruation (bei Frauen)
  • eventuell: individuelle Zusammensetzung der Darmflora

4. Symptome

Eine Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) kann sich durch ganz verschiedene Symptome äußern. Typischerweise berichten Betroffene von:

  • anfallsartigen, plötzlichen Hautrötungen (sog. Flush)
  • Juckreiz.

Daneben kann sich eine Histaminintoleranz unter anderem auch durch folgende Symptome bemerkbar machen:

Eher selten kommt es bei Betroffenen zu Beschwerden wie:

Um im Zusammenhang mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit wie der Histaminintoleranz zu stehen, müssen diese Symptome innerhalb von vier Stunden nach der Nahrungsaufnahme auftreten.

5. Diagnose

Die Beschwerden einer Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) sind relativ allgemein und können viele andere Ursachen haben. Um die Diagnose Histaminintoleranz zu sichern, versucht der Arzt deswegen in der Regel andere mögliche Erkrankungen als Ursache zu berücksichtigen und diese auszuschliessen, wie zum Beispiel:

Treten die Beschwerden des Patienten innerhalb von vier Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf, gilt das als Hinweis darauf, dass die Beschwerden möglicherweise durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wie die Histaminintoleranz ausgelöst werden.

Kommen keine anderen Erkrankungen als Ursache der Beschwerden infrage, gilt es herauszufinden, ob tatsächlich eine Histaminunverträglichkeit beim Betroffenen vorliegt. Hierbei sind vor allem folgende diagnostische Schritte hilfreich:

  • Symptom- und Ernährungstagebuch
  • dreistufige Ernährungsumstellung
  • Provokationstest

Zudem lässt sich der Histaminspiegel im Blut oder die Aktivität der abbauenden Enzyme bestimmen. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Laborwerte fraglich und eine Diagnose allein aufgrund dieser Werte nicht zu empfehlen.

Symptom- und Ernährungstagebuch

Ein Symptom- und Ernährungstagebuch kann für die Diagnosestellung hilfreich sein. Hierin hält der Betroffene über einige Wochen fest, welche Lebensmittel er verzehrt und welche Beschwerden auftreten. Sinnvoll ist auch hier festzuhalten, zu welchen Uhrzeiten die Mahlzeiten eingenommen wurden und wann genau die Beschwerden auftreten. Auch etwaige Begleitumstände können bei der Diagnosestellung helfen und sollten festgehalten werden, so etwa die Einnahme von Medikamenten oder das Auftreten der Periode.

Das Tagebuch gibt Aufschluss darüber, ob Lebensmittel mit hohem Histamingehalt zum Speiseplan gehören oder bestimmte Begleitumstände vorliegen, die die Empfindlichkeit für Histamin erhöhen.

Ernährungsumstellung

Eine Ernährungsumstellung hilft dabei, herauszufinden, ob der Betroffene auf Histamine aus der Nahrung reagiert. Die Ernährungsumstellung dient dabei in der Regel nicht nur der Diagnose einer Histaminintoleranz (Histaminose), sondern auch der Behandlung beziehungsweise Vorbeugung von Symptomen, wenn sich der Verdacht auf eine Histaminunverträglichkeit bestätigt. Denn als Folge der dreistufigen Ernährungsumstellung vertragen Betroffene histaminhaltige Lebensmittel danach häufig besser.

Die Ernährungsumstellung erfolgt dabei meist in drei Phasen:

  • Phase 1: Histamin vermeiden, z.B. mit einer Kartoffel-Reis-Diät
  • Phase 2: Nahrungsmittel austesten und wieder zum Speiseplan hinzufügen
  • Phase 3: langfristige Ernährungsumstellung

Liegt beim Betroffenen tatsächlich eine ernährungsbedingte Histaminintoleranz vor, müssten sich die Beschwerden während Phase 1 verringern. In Phase 2 werden nach und nach neue Lebensmittel zum Speiseplan hinzugefügt. Hier ist von Interesse, ob nun erneut Beschwerden auftreten oder möglicherweise nur bei bestimmten Begleitumständen (z.B. Stress, Medikamente, hormonelle Veränderungen). Möglicherweise verträgt der Betroffene auch histaminhaltige Lebensmittel, aber eben nur bis zu einer bestimmten Toleranzschwelle, die sich nun ermitteln lässt.

In Phase 3 sind bereits viele Informationen zur Ernährung des Betroffenen zusammengetragen worden. Sofern tatsächlich eine Histaminintoleranz vorliegt, kann die Ernährung nun langfristig so umgestellt werden, dass sie alle wichtigen Nährstoffe enthält und gleichzeitig möglichst wenig Histamin darin vorkommt.

Provokationstest

 Mit einem Provokationstest lässt sich herausfinden, welche Mengen an Histamin der Betroffene verträgt, ohne dass Beschwerden auftreten. Um die individuelle Histamin-Toleranz eingrenzen zu können, erhält der Patient in regelmäßigen Abständen Histamin (genauer: Histamindihydrochlorid) in allmählich steigenden Konzentrationen.

Ein Histamin-Provokationstest darf nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um eventuelle Reaktionen des Patienten auf das Histamin schnell behandeln zu können. Während des Provokationstests kann es zum Beispiel kurzfristig zu Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufproblemen kommen. Gegen diese Symptome helfen Antihistaminika.

Der Provokationstest sollte erst im Anschluss an eine Umstellung auf eine histaminarme Ernährung erfolgen.

Laborwerte

Theoretisch lassen sich die Aktivität der histaminabbauenden Enzyme sowie der Histaminspiegel beim Betroffenen feststellen. Eine Diagnose der Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) allein anhand dieser Laborwerte ist dennoch relativ schwierig, da unklar ist, welche objektive Aussagekraft diese haben. Eine seriöse Aussage für die Diagnose lassen sie im Grunde nicht zu.

Laborwerte lassen sich zum Beispiel bestimmen:

  • aus dem Blut
  • aus dem Urin
  • aus der Dünndarmschleimhaut

Blut

Im Blut lässt sich die Aktivität des Enzyms DAO (Diaminoxidase) bestimmen. Der Wert aus dem Blut gilt jedoch als nicht aussagekräftig: Die Enzymaktivität aus dem Blut lässt nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf die Aktivität der Enzyme in der Darmschleimhaut zu – und diese ist für den Histaminabbau aus Nahrungsmitteln ausschlaggebend.

Auch die Histamin-Konzentration im Blut lässt sich bestimmen. Bei einer Histaminintoleranz wären theoretisch erhöhte Histamin-Werte bei Betroffenen zu erwarten, da der Abbau von Histamin gestört ist. Vermutlich lässt aber auch die Histamin-Konzentration im Blut kaum Rückschlüsse auf eine Erkrankung zu: So treten zum Beispiel bei Patienten mit erhöhten Histamin-Werten nicht zwangsläufig auch Beschwerden auf.

Urin

Im Urin lässt sich die Aktivität des Enzyms HNMT (Histamin-N-Methyltransferase) indirekt über die Konzentration von Methylhistamin feststellen. Methylhistamin ist ein Abbauprodukt von Histamin. Allerdings lässt der Wert im Urin keine genaue Aussage über den Abbau von Histamin aus der Nahrung zu, da der Methylhistamin-Wert auch vom Eiweißanteil der Nahrung beeinflusst wird. Aus diesem Grund steigt der Methylhistamin-Wert nicht nur bei histaminreicher Nahrung an, sondern auch bei histaminarmer, aber eiweißreicher Nahrung. Die Werte aus dem Urin gelten daher in Bezug auf eine Histaminintoleranz ebenfalls als nicht aussagekräftig.

Dünndarmschleimhaut

In der Dünndarmschleimhaut ist die Messung der DAO- und falls erforderlich auch der HNMT-Aktivität möglich. Die Enzymaktivität in der Dünndarmschleimhaut gilt bislang als am aussagekräftigsten in Bezug auf eine Diagnose, da hier auch das Histamin abgebaut wird, das mit der Nahrung in den Darm gelangt.

Ob die gemessene Aktivität jedoch tatsächlich Rückschlüsse auf den Abbau von Histamin aus der Nahrung zulässt, ist noch nicht ausreichend geklärt. Hierüber sind sich Experten bislang noch uneinig, denn es gibt Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen.

6. Therapie

Hat sich der Verdacht auf eine Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) beim Betroffenen bestätigt, gilt es, die richtige Therapie zu finden. Der wichtigste Therapieschritt ist in der Regel eine Umstellung der Ernährung und der Verzicht auf histaminhaltige Nahrungsmittel.

In manchen Situationen kann es für den Betroffenen jedoch schwierig sein, eine histaminarme Diät einzuhalten, etwa auf Reisen. In solchen Fällen können Medikamente (sog. Antihistaminika) helfen, Beschwerden durch hohe Histaminspiegel zu verringern.

Besteht beim Betroffenen ein nachweislicher Vitamin-B6-Mangel, also ein Mangel eines Co-Faktors des Histamin-abbauenden Enzyms DAO (Diaminoxidase), kann ein Ausgleich (z.B. in Form von Nahrungsergänzungsmitteln) in Einzelfällen hilfreich sein.

Falls der Betroffene Medikamente einnimmt, die zur Histaminintoleranz beitragen, sollten diese in Absprache mit dem Arzt gegen passendere Präparate ausgetauscht werden (sofern möglich).

Das Enzym Diaminoxidase erhält man auch in Form von Kapseln rezeptfrei in der Apotheke. Kurze Zeit vor der Mahlzeit eingenommen sollen sie Betroffenen den beschwerdefreien Verzehr von histaminhaltigen Mahlzeiten ermöglichen. Über die Wirksamkeit oder mögliche Nebenwirkungen liegen bislang jedoch keine aussagekräftigen Studien vor, sodass eine Einnahme im Moment eher kritisch zu sehen ist.

Ernährungsumstellung

Eine Ernährungsumstellung kann nicht nur bei der Diagnose helfen, sondern auch der Therapie dienen beziehungsweise Symptomen einer Histaminintoleranz vorbeugen. Denn als Folge der dreistufigen Ernährungsumstellung vertragen Betroffene histaminhaltige Lebensmittel im Anschluss häufig besser. Die Ernährungsumstellung erfolgt meist in drei Phasen.

Phase 1: Histamin vermeiden

Phase 1 der Ernährungsumstellung dauert etwa 10 bis 14 Tage. In dieser Zeit soll sich der Patient histaminarm ernähren, aber auch biogene Amine meiden. Gleichzeitig sollen Lebensmittel so gewählt werden, dass eine Nährstoffversorgung gewährleistet ist. Die Zusammensetzung der Mahlzeiten lässt sich sinnvoll variieren. Experten sprechen hier von einer leichten Vollkost, also einer Ernährung, die dem Körper alle notwendigen Nährstoffe zuführt, aber Lebensmittel außen vor lässt, die der Betroffene nicht verträgt. Die Beschwerden müssten sich im Laufe von Phase 1 verringern.

Phase 2: Nahrungsmittel austesten

Phase 2 läuft etwas länger als Phase 1, nämlich bis zu sechs Wochen lang. In dieser Zeit werden einige Nahrungsmittel, die in Phase 1 weggefallen waren, bewusst wieder auf den Speiseplan genommen und die Reaktionen darauf beobachtet. Hierbei ist von Interesse, ob nun erneut Beschwerden auftreten oder möglicherweise nur bei bestimmten Begleitumständen (wie Stress, hormonellen Veränderungen, Medikamenten). Möglicherweise verträgt der Betroffene auch histaminhaltige Lebensmittel, aber eben nur bis zu einer bestimmten Toleranzschwelle, die sich nun ermitteln lässt.

Phase 3: langfristige Ernährung

Während Phase 1 und Phase 2 konnten Erkenntnisse dazu gesammelt werden, ...

  • ... ob der Betroffene auf Histamin aus der Nahrung mit Beschwerden reagiert.
  • ... auf welche Lebensmittel er besonders stark reagiert.
  • ... welche histaminhaltigen Lebensmittel möglicherweise in geringen Mengen doch verträglich sind.
  • ... welche Begleitumstände die Histaminintoleranz möglicherweise fördern.

In Phase 3 kann die Ernährung des Betroffenen langfristig so umgestellt werden, dass alle wichtigen Nährstoffe darin vorkommen.

Richtig durchgeführt und mit professioneller Beratung ist auch mit Histaminintoleranz eine abwechslungsreiche Ernährung möglich, die die Lebensqualität des Betroffenen nicht einschränkt.

Lebensmittelliste

Betroffene mit Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) sollten Lebensmittel mit hohem Histamin-Gehalt meiden oder nur in kleineren Mengen beziehungsweise seltener verzehren. Diese Lebensmittelliste kann dabei helfen, sich einen Überblick über den ungefähren Histamingehalt von Mahlzeiten zu verschaffen:

Histamingehalt Käse

KäsesorteHistamin mg/kg
Emmentaler <10 bis 500 (teilweise bis 2500)
Parmesan <10 bis 580
Bergkäse <10 bis 1200
Cheddar <10 bis 60 (teilweise bis 1300)
Gouda <10 bis 200 (teilweise bis 900)
Edamer <10 bis 150
Raclette <10 bis 150
Tilsiter <10 bis 60
Camembert, Brie <10 bis 300 (teilweise bis 600)
Limburger <10 bis 70
Butterkäse <10

Hinweis: Junger Käse hat nur wenig Histamin und macht oft keine Probleme. Je älter und reifer er ist, desto höher ist jedoch auch der Histamingehalt – und wird von Betroffenen deshalb meist schlechter vertragen.

Keine Probleme bereiten in der Regel Frischmilchprodukte, die nicht lange gelagert werden (z.B. Quark, Hüttenkäse, Frischkäseprodukte) – sie enthalten meist wenig Histamin.

Histamingehalt Fisch

FischsorteHistamin mg/kg
Dosenfisch (Thunfisch, Sardellen, Sardinen, ...) 0 bis 35
geräucherte Makrele 0 bis 300
Matjes, Bismarckhering 0 bis 10
fangfrischer Fisch 0
verdorbener Fisch bis 13.000
Tiefkühlfisch 0 bis 5
panierter Tiefkühlfisch 0 bis 7

Hinweis: Frischer Fisch enthält normalerweise wenig Histamin, genauso wie Dosenfisch und Tiefkühlfisch, wenn er sachgemäss verarbeitet / gelagert wurde. Vereinzelt kann es jedoch zu hohen Histaminwerten kommen. Da Histamin erst durch den Einfluss von Bakterien entsteht sind mögliche Ursaches hierfür zum Beispiel:

  • eine zu lange Verarbeitungsdauer
  • eine unterbrochene Kühlkette

Histamingehalt Fleisch

FleischsorteHistamin mg/kg
Hartwurst (Salami) <10 bis 280
Cervelatwurst <10 bis 100
Mettwurst 1. Woche <1
Mettwurst 2. Woche <1 bis 10
Mettwurst 3. bis 4. Woche <1 bis 80
Westfälischer Schinken 40 bis 270
Bündner Fleisch 6,6
frisches Rindfleisch <2,5
frisches Hühnerfleisch <1
frisches Hackfleisch <1
Hackfleisch 3 bis 4 Tage alt <1 bis 8
rohe Bratwurst, frisch <1
rohe Bratwurst 5 Tage alt 1 bis 6

Hinweis: Frischfleisch bereitet in der Regel keine Probleme, da dieses arm an Histamin ist. Einige Wurst- und Schinkensorten enthalten jedoch mehr Histamin, da hier häufig Mikroorganismen eine Rolle für die Aromabildung und die Haltbarmachung spielen.

Histamingehalt Gemüse

GemüsesorteHistamin mg/kg
Sauerkraut 10 bis 200
Tomatenketchup 22
Spinat 30 bis 60
Auberginen 26
Avocado 23

Hinweis: Allgemein kommt Histamin in pflanzlichen Lebensmitteln nur in geringen Mengen vor. Werden diese allerdings verarbeitet, kann sich das ändern: Vergorene Früchte und Gemüsesorten (wie Sauerkraut) sind generell reicher an Histamin. Ebenso in Essig eingelegtes Gemüse (z.B. Essiggurken).

Histamingehalt Essig

EssigsorteHistamin mg/L
Apfelessig 0,02
Tafelessig 0,5
Rotweinessig 4

Histamingehalt Alkohol

AlkoholHistamin mg/L
Rotwein 0 bis 30
Weisswein 0 bis 1
Sekt / Champagner 0,1 bis 1
Bier, obergärig 0 bis 14
Bier, untergärig 0 bis 17

Hinweis: Je nach Sorte enthält Alkohol mehr oder weniger Histamin. Ob Alkohol auch das Enzym DAO beim Histamin-Abbau behindert, ist nicht eindeutig geklärt. Alkohol erhöht jedoch die Durchlässigkeit der Darmwand, sodass Histamin aus Lebensmitteln und alkoholischen Getränken leichter in die Blutbahn gelangt. Dadurch kann sich mehr Histamin im Körper ansammeln.

Die Lebensmittelliste können Sie sich hier als PDF-Datei runterladen: histaminreiche Lebensmittel (PDF-Datei).

Andere biogene Amine

Neben Histamin gibt es noch andere biogene Amine, so zum Beispiel:

  • Putrescin
  • Serotonin
  • Tyramin
  • Spermin
  • Spermidin
  • Cadaverin

Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an anderen biogenen Aminen können ebenfalls problematisch für Betroffene mit Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) sein und zu Beschwerden führen.

Histamin in Lebensmitteln ist meist die Folge bakterieller Einflüsse (z.B. bei Gärungs-, Reifungsprozessen) – das gilt auch für andere biogene Amine. Aus diesem Grund enthalten Lebensmittel mit Histamin häufig auch weitere biogene Amine.

Es gibt aber auch Lebensmittel, die zwar keinerlei Histamin, dafür aber andere biogene Amine enthalten und dadurch bei den Betroffenen Symptome einer Histaminintoleranz auslösen können. Denn sie bewirken anscheinend im Körper ähnliche Reaktionen wie Histamin. Ob manche biogene Amine möglicherweise auch den Abbau von Histamin behindern und in welchem Ausmass, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Einen hohen Gehalt an biogenen Aminen haben beispielsweise:

  • Orangen
  • Bananen
  • Papayas
  • Himbeeren
  • Birnen
  • Tomaten
  • Hülsenfrüchte
  • Weizenkeime
  • Cashewnüsse

Biogene Amine als Histaminliberatoren?

Im Labor konnte gezeigt werden, dass manche biogene Amine in der Lage sind, das in bestimmten Körperzellen gespeicherte Histamin freizusetzen. Sie wirken also als sogenannte Histaminliberatoren. Dies ist zum Beispiel der Fall für Cadaverin, Spermin und Spermidin.

Theoretisch könnte es also im Körper durch solche Nahrungsmittel ebenfalls zu einem Histamin-Anstieg kommen. Ob dies bei Betroffenen tatsächlich zu spürbaren Auswirkungen führt, ist noch nicht ausreichend erforscht.

Als Histaminliberatoren gelten unter anderem folgende Lebensmittel:

  • Erdbeeren
  • Zitrusfrüchte
  • Papaya
  • Tomaten
  • Meeresfrüchte
  • Schokolade
  • Ananas
  • Kiwi
  • Milch
  • Spinat

Auch wenn noch Forschungsbedarf zu diesem Thema besteht, so berichten doch einige Betroffene mit Histaminintoleranz, die zum Beispiel Wein oder Käse erfahrungsgemäß nicht gut vertragen, häufig auch von Problemen durch potenzielle Histaminliberatoren wie Erdbeeren, Zitrusfrüchte oder Schokolade.

Manche Experten vermuten, dass die Beschwerden durch Histaminliberatoren durch eine Art additiven Effekt entstehen: Die Kombination aus histaminreicher Nahrung und Histamin-Freisetzung im Körper durch Histaminliberatoren führt zu einer Dosis an Histamin, die Beschwerden auslöst.

7. Verlauf

Wie genau der Verlauf einer Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) beim Einzelnen aussieht, lässt sich schwer sagen, da viele Faktoren dabei eine Rolle spielen können und auch die Ursachen häufig unterschiedlich sind.

Bei einer Histaminintoleranz lassen die Beschwerden durch eine Ernährungsumstellung meist deutlich nach. Viele Betroffene stellen zudem fest, dass sie nach der Umstellung Speisen mit Histamin wieder besser vertragen, wenn die vorher gemiedenen Nahrungsmittel allmählich wieder der Ernährung hinzugefügt werden.

Unter Umständen können auch Medikamente, die man aus anderen gesundheitlichen Gründen einnimmt, eine Histaminintoleranz verursachen. Das kann passieren, wenn ein Wirkstoff des Medikaments ungünstig mit dem histaminabbauenden Enzym DAO (Diaminoxidase) wechselwirkt.

Wichtig: Setzen Sie in solchen Fällen das Medikament nicht einfach ab, sondern besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob es möglicherweise Alternativen für das Medikament gibt.

Bei akuten Darminfektionen kann es vorübergehend zu einem DAO-Mangel kommen und dadurch auch zu Beschwerden durch Histamin. Diese Form der Histaminunverträglichkeit bessert sich in der Regel nach Abklingen der Infektion.

Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) können zur Entstehung einer Histaminintoleranz beitragen: So können zum Beispiel bei einem akuten Schub Symptome einer Histaminunverträglichkeit auftreten, die später wieder verschwinden.

8. Vorbeugen

Bisher gibt es keine Möglichkeit, wie man der Entstehung einer Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit, Histaminose) vorbeugen könnte. Gut 99 Prozent der Menschen bereitet Histamin aus Nahrungsmitteln jedoch keinerlei Probleme.

Wer bereits an einer Histaminintoleranz leidet, sollte versuchen, Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt zu meiden. Frische Lebensmittel sind bei der Nahrungsauswahl zu bevorzugen, da sich ein hoher Histamingehalt häufig erst durch längere Lagerzeiten bildet.