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1. Überblick

Ein Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) entsteht, wenn hohe Temperaturen über längere Zeit auf den Körper wirken und dieser nicht in der Lage ist, sich ausreichend durch Schweissproduktion abzukühlen. In der Folge kommt es zu einer gestörten Wärmeregulation, die Körpertemperatur steigt.

Wer bei warmer, feuchter Witterung Sport treibt oder hart arbeitet, riskiert, dass sein Körper überhitzt. Warme, luftundurchlässige Kleidung verstärkt diesen Effekt. Ab einem gewissen Punkt kann der Körper die Schweissproduktion nicht mehr angemessen steuern – es entsteht keine Verdunstungskälte mehr. Somit fällt ein wichtiger Teil der menschlichen «Klimaanlage» aus. Es kommt zum lebensbedrohlichen Wärmestau, dem sogenannten Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom). Für einen Hitzschlag typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und eventuell Bewusstlosigkeit sowie eine hochrote, heisse und trockene Haut.

Erleidet eine Person einen Hitzschlag, sollten Anwesende den Rettungsdienst verständigen und den Betroffenen an einem ruhigen, schattigen Ort flach, aber mit erhöhtem Oberkörper lagern. Einengende Kleidung sollte gelockert werden. Wichtigstes Ziel der Hitzschlag-Therapie ist es, die Körpertemperatur zu senken. Hierzu eignen sich feuchte Tücher, das Zufächeln von Luft und weitere Massnahmen, die der Arzt einleitet, zum Beispiel gekühlte Infusionen.

Eine Person mit Hitzschlag sollten Sie nie allein lassen, da sie ihr Bewusstsein verlieren kann. Ersthelfer sollten daher stets prüfen, ob der Betroffene ansprechbar ist oder auf Berührungen reagiert, ob er atmet und ob sein Herz schlägt. Bewusstlose Personen, die atmen, können Sie in stabiler Seitenlage lagern. Atmet die Person nicht, beginnen Sie mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung, bis das Rettungsteam eintrifft und Sie ablöst.

2. Definition

Ein Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) ist die Folge einer gestörten Wärmeregulation des Körpers. Er ereignet sich vor allem im Sommer bei feucht-heissem Wetter, wenn der Körper nicht in der Lage ist, ausreichend Wärme abzugeben beziehungsweise sich durch Verdunstung (Schwitzen) zu kühlen.

Medizinisch zählt der Hitzschlag zu den sogenannten Hitzeschäden. Er geht mit einer Körpertemperatur von über 40 Grad Celsius einher und kann lebensbedrohliche Ausmasse annehmen.

3. Ursachen

Für einen Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) kommen als Ursachen meist Wetter und körperliche Anstrengung infrage. Er entsteht vor allem bei schwül-warmem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Wenn über längere Zeit hohe Temperaturen auf den Körper wirken und man sich eventuell in dieser Situation zudem noch körperlich stark anstrengt (z.B. beim Sport oder bei Bauarbeiten), überhitzt der Körper.

Zu warme, dem Wetter nicht angepasste Kleidung begünstigt, dass ein Hitzschlag entsteht. Doch schon allein eine über längere Zeit bestehende hohe Temperatur kann ausreichen, um die Temperatureinstellung des Körpers aus dem Lot zu bringen.

Wenn die körpereigene Temperaturregelung versagt, vermindert sich die Schweissproduktion. Der sonst abgegebene Schweiss kann den Körper nicht mehr durch Verdunstung kühlen, sodass ein Wärmestau entsteht. Dadurch erhöht sich die Körpertemperatur stetig, bis der Betroffene ab Fieber in Höhe von etwa 41 bis 42 Grad Celsius bewusstlos wird.

4. Symptome

Für einen Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Der Betroffene ist erkennbar hilfsbedürftig, fühlt sich benommen und kann sich möglicherweise nur taumelnd vorwärts bewegen.

Beim Hitzschlag zeigt auch die Haut Symptome: Sie ist am gesamten Körper auffällig hochrot bis blaurot und fühlt sich heiss und vor allem trocken an. Dies ist ein wichtiger Unterschied zum Sonnenstich, bei dem nur die Haut am Kopf betroffen ist. Wiederum anders verhält sich die Haut bei einer Hitzeerschöpfung: In diesem Fall ist sie blass, kühl und feucht.

Die Körpertemperatur steigt beim Hitzschlag auf Werte über 40 Grad Celsius. Der Puls erhöht sich, der Blutdruck ist anfangs normal und fällt später ab. Unter Umständen verliert der Betroffene das Bewusstsein.

5. Diagnose

Einen Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) als Diagnose zu vermuten, liegt bei bestimmten Begebenheiten nahe: Klagt eine Person über typische Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Benommenheit bei gleichzeitig schwül-warmem Wetter, ist es wahrscheinlich, dass sie einen Hitzschlag hat.

Die Haut im Gesicht und an anderen Körperstellen ist meist stark gerötet und fühlt sich heiss und trocken an.

6. Therapie

Bei einem Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) hat die Therapie zum Ziel, die erhöhte Körpertemperatur wieder zu senken. Wenn Sie eine Person mit Anzeichen eines Hitzschlags auffinden, beruhigen Sie sie und verständigen Sie umgehend einen Notarzt.

  • Bringen Sie den Betroffenen möglichst an einem kühlen, schattigen Ort.
  • Lagern Sie ihn dort flach, aber mit erhöhtem Oberkörper.
  • Der Betroffene sollte möglichst ruhen. Ebenfalls hilfreich ist es, seine Kleidung ein wenig zu öffnen.
  • Anschliessend sollte der gesamte Körper gekühlt werden: Fächeln Sie der Person Luft zu, nachdem Sie den Körper zum Beispiel mit feuchten Tüchern bedeckt oder mit Wasser beträufelt haben.

Es ist wichtig, von einem Hitzschlag Betroffene ständig zu beobachten und Bewusstseinszustand, Atmung und Puls zu kontrollieren. Bewusstlose Personen, die atmen, können Sie in stabiler Seitenlage lagern. Wenn die Person nicht atmet, beginnen Sie mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung (Herzdruckmassage und Atemspende), bis das Rettungsteam eintrifft und übernimmt.

7. Verlauf

Wer eine Person mit den Anzeichen eines Hitzschlags (Hyperthermiesyndrom) auffindet, sollte möglichst schnell handeln. Der Zustand des Betroffenen kann sich rasch verschlechtern, Probleme mit dem Kreislauf können im weiteren Verlauf auftreten. Eine solche Situation ist mitunter lebensbedrohlich.

Ersthelfer müssen umgehend den Rettungsdienst verständigen und der Person helfen. Die geeignete Massnahme richtet sich nach dem Zustand des Betroffenen und kann darin bestehen, den Betroffenen in Schocklage zu bringen, ihn in stabiler Seitenlage zu lagern oder – im Falle eines Herz- oder Atemstillstands – eine Herzdruckmassage und Atemspende vorzunehmen.

Keinesfalls darf eine Person mit Verdacht auf einen Hitzschlag allein gelassen werden!

8. Vorbeugen

Sie können einem Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) vorbeugen, indem Sie eine Überhitzung Ihres Körpers vermeiden und sich möglichst nicht zu hohen Temperaturen aussetzen.

Bei warmem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit sollten Sie auf angemessene Kleidung achten. Verzichten Sie von vornherein auf grosse körperliche Anstrengung bei Hitze.

Wenn Sie folgende Tipps beherzigen, können Sie einem Hitzschlag vorbeugen:

  • Meiden Sie die direkte, intensive Sonne – halten Sie sich im Schatten auf.
  • Tragen Sie im Sommer den Temperaturen angemessene, luftige Kleidung.
  • Treiben Sie bei hohen Temperaturen keinen Sport, schonen Sie sich.
  • Trinken Sie ausreichend Mineralwasser, ungesüssten Tee oder Fruchtsaftschorle, um ihren Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.