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1. Überblick

Gerade während der Sommerzeit verleidet sie vielen Betroffenen den Aufenthalt im Freien: die Insektengiftallergie. Bienengift (von Honigbienen) und Wespengift (von bestimmten Faltenwespen) sind die häufigsten Auslöser für allergische Reaktionen auf Insektenstiche.

In der Regel löst der erste Wespenstich oder Bienenstich keine allergische Reaktion aus. Aber: Bei jedem Stich ist Vorsicht geboten, da es unbemerkt schon der zweite beziehungsweise mehrfache sein und so eine bislang unerkannte Insektengiftallergie bestehen könnte.

Eine Insektengiftallergie wie die Bienenallergie oder Wespenallergie kann verschiedene Symptome auslösen. Ihr Spektrum reicht

  • von einer einfachen oder gesteigerten örtlichen Reaktion, bei der die Einstichstelle mehr oder weniger starker geschwollen und gerötet ist und brennt.
  • über eine generalisierte beziehungsweise systemische Reaktion, deren Symptome (wie Juckreiz, Hitzegefühl, Quaddelbildung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herz-Kreislauf-Beschwerden, allergisch entzündete Nasenschleimhaut und Augenbindehaut) nicht nur die Einstichstelle betreffen.
  • bis hin zu einem anaphylaktischen Schock, der oft mit einem Kribbeln oder Brennen von Zunge und/oder Rachenraum beginnt und dann von einer systemischen Reaktion über stärkere Allgemeinsymptome (wie Herzrasen, Blutdruckabfall, Atemnot, Erbrechen, spontaner Urin- und Stuhlabgang) bis zur Bewusstlosigkeit führt.

Da ein anaphylaktischer Schock ein lebensbedrohlicher Zustand ist, kann bei einem Insektenstich für Menschen mit einer Bienenallergie, Wespenallergie oder anderen Insektengiftallergie die richtige Soforthilfe lebensrettend sein. Diese bietet ein Notfallset (mit einem Antihistaminikum, Kortison und Adrenalin), das Bienen- oder Wespengiftallergiker am besten stets mit sich führen, damit sie es im Bedarfsfall gemäss ärztlicher Anweisung anwenden können. Zur langfristigen Behandlung der Insektengiftallergie ist ausserdem eine spezifische Immuntherapie – auch Hyposensibilisierung genannt – geeignet. Sie führt bei einer Allergie gegen Insektengift zu rund 90 Prozent zum Erfolg.

Damit es gar nicht erst zu allergischen Reaktionen kommt, sind (nicht nur bei bestehender Insektengiftallergie) einige allgemeine Verhaltensregeln empfehlenswert, um Insektenstiche zu vermeiden: Wenn sich Insekten in der Nähe befinden, ist es ratsam, sich so ruhig wie möglich zu verhalten. Wildes Um-sich-Schlagen macht Wespen, Bienen, Hornissen oder Hummeln nur aggressiv, sie fühlen sich bedroht und stechen unter Umständen zu. Ausserdem ist es vor allem für Insektengiftallergiker ratsam, im Freien auf den Verzehr von Fleisch und Süssigkeiten zu verzichten.

2. Definition

Eine Insektengiftallergie ist eine allergische Reaktion auf Insektengift. Zwar können zahlreiche Insekten durch einen Stich allergische Reaktionen auslösen, es sind jedoch typischerweise Bienen (Honigbienen) und Wespen (bestimmte Arten von Faltenwespen), auf deren Stiche Menschen allergisch reagieren. Selten führen auch andere Hautflügler – wie Hummeln, Hornissen oder Ameisen – zu allergischen Stichreaktionen. Und nur einzelne Menschen sind allergisch gegen Mückenstiche oder Bremsenstiche.

Während die meisten Allergien – wie zum Beispiel gegen Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben – nur auftreten, wenn bei den Betroffenen eine erblich bedingte Bereitschaft (Atopie) vorliegt, kann sich eine Insektengiftallergie ohne diese Vorbedingung entwickeln. Da die Insekten ihr Gift direkt unter die Haut spritzen, umgeht das Gift das in der Haut gelegene Immunsystem – die der Allergie zugrunde liegende Sensibilisierung erfolgt auf direktem Weg.

Häufigkeit

Die Insektengiftallergie ist sehr verbreitet – mit grösster Häufigkeit tritt sie in Form einer Wespengiftallergie und/oder Bienengiftallergie auf: Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung sind leicht allergisch gegen Insektengift und reagieren mit örtlichen Reaktionen wie Hautreizungen auf Insektenstiche. Bei etwa 1 bis 5 Prozent der Bevölkerung treten stärkere allergische Reaktionen des Körpers auf.

3. Ursachen

Einer Insektengiftallergie liegen als Ursachen bestimmte Fremdstoffe (sog. Antigene) zugrunde, die über einen Insektenstich mit dem Gift in den Blutkreislauf gelangen: Dringen Fremdstoffe in den Körper ein, wehrt sich dieser gegen die Eindringlinge, indem er Antikörper bildet. Diese Antikörper sind nachfolgend in der Lage, die Antigene zu erkennen, mit ihnen eine Bindung einzugehen – das heisst, Antigen-Antikörper-Komplexe zu bilden – und die Antigene auf diese Weise unschädlich zu machen.

Lösen diese Fremdstoffe – wie bei der Insektengiftallergie – eine allergische Reaktion aus, bezeichnet man sie als Allergene. Bei Bienen verursachen beispielsweise die Allergene Phospholipase A, Mellitin und Hyaluronidase eine Bienenallergie, bei Wespen lösen ebenfalls Hyaluronidase und zusätzlich zur Phospholipase A die wespenspezifische Phospholipase B die Wespenallergie aus. Dass Menschen mit einer Insektengiftallergie oft gleichzeitig auf Bienenstiche und auf Wespenstiche allergisch reagieren, hat seine Ursachen darin, dass Bienengift und Wespengift teilweise die gleichen Allergene enthalten.

Bei einer Insektengiftallergie führen die an sich harmlosen Allergene aus dem Gift dazu, dass der Körper eine übersteigerte Immunreaktion zeigt und übermässig IgE-Antikörper bildet. Bei einem erneuten Insektenstich erkennen die IgE-Antikörper die Allergene sofort – unabhängig von der Menge des Gifts. Der Organismus ist somit sensibilisiert. Die IgE-Antikörper bilden mit den Allergenen Antigen-Antikörper-Komplexe und bewirken, dass der Körper Histamin und andere Signalsubstanzen freisetzt. Diese Stoffe verteilen sich schnell im gesamten Körper. Dabei haben die allergischen Entzündungssymptome wie Schwellung und Rötung an der Einstichstelle ihre Ursachen vor allem im Histamin. Innerhalb weniger Sekunden bis zu 30 Minuten zeigen sich die Symptome einer Insektengiftallergie.

4. Symptome

Bei einer Insektengiftallergie wie der Bienenallergie oder Wespenallergie treten unterschiedliche Symptome auf, die von einer örtlichen Reaktion bis hin zum seltenen lebensbedrohlichen Zustand (allergischer bzw. anaphylaktischer Schock) reichen.

Die örtliche Reaktion

Meist löst eine Insektengiftallergie örtlich begrenzte Symptome auf: Typisch sind eine Schwellung, Rötung und ein Brennen der Einstichstelle. Verantwortlich für diese örtliche Reaktion auf einen Insektenstich oder Insektenbiss ist die toxische Wirkung des Gifts. Manchmal kann es infolge der Allergie auch zu unspezifischen Anzeichen (wie Herzklopfen, Schweissausbrüche oder Schwächegefühl) kommen, die meist auf eine psycho-vegetative Reaktion hinweisen. Eine örtliche Reaktion bei einer Allergie gegen Insektengift erfordert nicht unbedingt eine ärztliche Behandlung, weil es sich um eine normale Abwehrreaktion des Körpers handelt.

Die gesteigerte örtliche Reaktion

Die bei einer Insektengiftallergie örtlich begrenzten Symptome können auch stärker ausfallen. Für diese gesteigerte örtliche Reaktion sind vermutlich nicht nur IgE-Antikörper verantwortlich. Die Schwellung kann dann einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern und mehr erreichen, sollte aber nach spätestens 24 Stunden wieder abgeklungen sein.

Die systemische (generalisierte) Reaktion

Eine Insektengiftallergie äussert sich bei 0,8 bis 5 Prozent der Bevölkerung auch durch Symptome, die nicht auf die unmittelbare Umgebung der Einstichstelle beschränkt sind. Typische Anzeichen für eine solche systemische (generalisierte) Reaktion auf sind Juckreiz, Hitzegefühl, Rötung und Quaddelbildung. Daneben treten bei einer Insektenallergie wie der Bienen- oder Wespenallergie auch schwerwiegende Symptome auf: Atemnot, Übelkeit, Kopfschmerzen, starker Schwindel, Herz-Kreislauf-Beschwerden und/oder eine Rhinokonjunktivitis (allergische Entzündung der Nasenschleimhaut und der Augenbindehaut). Falls eine systemische Reaktion auftritt, ist es ratsam, die Ursache abzuklären.

Anaphylaktischer Schock

Ein allergischer Schock infolge einer Bienenallergie, Wespenallergie oder anderen Insektengiftallergie ist durch lebensbedrohliche Symptome gekennzeichnet: Dieser auch als anaphylaktischer Schock bezeichnete Zustand ist die stärkste Reaktion bei einer Insektengiftallergie – die sogenannte Typ-I-Sofortreaktion. In diesem Fall verbreitet sich das Gift im gesamten Organismus. Wenn ein solcher anaphylaktischer Schock infolge einer Insektenallergie (meist Bienengiftallergie oder Wespengiftallergie) auftritt, ist es wichtig, die Betroffenen sofort ins Spital zu bringen beziehungsweise notärztlich zu versorgen.

Ein von einer Insektengiftallergie ausgelöster anaphylaktischer Schock zeigt sich durch vielfältige Symptome: Oft kribbelt oder brennt zunächst die Zunge und/oder der Rachenraum. Dann gehen die Symptome über

  • zu den klassischen Anzeichen einer systemischen Reaktion, wie
  • bis hin zu stärkeren Allgemeinreaktionen, wie
    • Krämpfe,
    • Herzrasen,
    • Blutdruckabfall,
    • starke Schwäche,
    • Angstzustände,
    • verengte Luftwege mit Atemnot,
    • Übelkeit, Erbrechen,
    • spontaner Urin- und Stuhlabgang,
  • und schliesslich zur Bewusstlosigkeit.

Je schneller eine Insektengiftallergie diese Symptome zeigt, desto schwerwiegender verlaufen ein anaphylaktischer Schock und die mit ihm einhergehenden Komplikationen.

5. Diagnose

Wenn sich nach einem Insektenstich Anzeichen einer Insektengiftallergie entwickeln, erfolgt die Diagnose in der Regel über eine sogenannte Schweregrad-Einteilung. Damit kann der Arzt in den meisten Fällen feststellen, ob tatsächlich eine Insektengiftallergie vorliegt.

Um den Schweregrad der Insektengiftallergie zu bestimmen, sind ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und ein Hauttest hilfreich: der sogenannte Prick-Test. Dabei bringt der Tester Insektengift auf den Unterarm der Betroffenen auf. Dieser Allergietest bringt ausserdem Aufschluss darüber, welches Insektengift genau die Allergie auslöst. Bei manchen Menschen löst ausschliesslich ein Wespenstich oder ein Bienenstich eine Allergie aus. Neben der verbreiteten Bienenallergie oder Wespenallergie sind aber auch Allergien gegen Hornissen- oder Hummelgift oder sogenannte Mischformen möglich. Der Test erfolgt am besten unter Aufsicht, denn bei einer bestehenden Insektenallergie kann er in sehr seltenen Fällen ähnlich starke und somit gefährliche Symptome hervorrufen wie ein tatsächlicher Insektenstich. (Es ist jedoch ratsam, einen solchen Allergietest erst zwei bis drei Wochen nach einem Insektenstich einzusetzen, wenn vorab eine Behandlung der Symptome einer Insektengiftallergie stattfand.)

Reichen Befragungen und Prick-Test zur Diagnose der Insektengiftallergie nicht aus, kann ein sogenannter RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test) zum Einsatz kommen. Bei diesem Testverfahren untersucht man das Blut des möglichen Allergikers in einem Labor auf insektengiftspezifische Antikörper.

6. Therapie

Bei einer Insektengiftallergie umfasst die Therapie sowohl Sofortmassnahmen zur Behandlung der allergischen Reaktionen auf einen Insektenstich als auch Langzeitmassnahmen (in Form einer Hyposensibilisierung), um die Wirkung der auslösenden Allergene abzuschwächen. Ausserdem ist es für alle Insektengiftallergiker wichtig, sich eingehend darüber zu informieren, wie sie Insektenstiche vermeiden können.

Notfallset

Wenn Sie eine Insektengiftallergie wie die Bienen- oder Wespenallergie haben, ist es wichtig, dass Sie jederzeit in der Lage sind, bei einem Insektenstich eine schnelle Therapie einzuleiten. Statten Sie sich daher mit einem Notfallset aus. Dieses Set für die erste Hilfe nach einem Wespenstich oder Bienenstich enthält unter anderem:

  • ein schnell wirksames (flüssiges) Antihistaminikum (ein Mittel gegen das für die Entzündungssymptome verantwortliche Histamin), sowie
  • die Wirkstoffe Kortison und Adrenalin in Form von Sprays und Fertigspritzen.

Sie können die im Notfallset enthaltenen Mittel zur sofortigen Therapie der Insektengiftallergie selbst und vor allem schnell anwenden. Wichtig dabei ist: Lernen Sie den Umgang mit dem Notfallset lieber im Vorfeld, damit Sie es im Fall eines Stichs richtig und schnell einsetzen können.

Gestochen – was tun?

Wenn eine Biene, Wespe, Hummel oder Hornisse Sie gestochen hat, gilt: Erst einmal Ruhe bewahren! Die meisten Menschen haben keine Insektengiftallergie und brauchen demnach keine besondere Therapie. Dennoch ist ein Wespenstich oder Bienenstich ernst zu nehmen: Solche Insektenstiche können bei einer Allergie gegen Insektengift ohne schnelle und geeignete Behandlung schwerwiegende Folgen haben. Was Sie in jedem Fall nach einem Insektenstich tun können, ist:

  • Ziehen Sie unbedingt den Stachel vorsichtig, eventuell mit einer Pinzette, aus der Haut. Beim Entfernen des Stachels ist darauf zu achten, die möglicherweise noch anhängende Giftdrüse nicht zu zerquetschen, da sonst noch mehr Gift in die Blutbahn gelangt.
  • Kühlen Sie die Stichstelle mit Eis, kaltem Wasser oder kühlenden, abschwellenden Salben.
  • Umschläge mit verdünntem Essigwasser oder das Auflegen von Zwiebelscheiben lindern den Juckreiz.

Hyposensibilisierung

Bei einer Insektengiftallergie kommt zur langfristigen Therapie eine Hyposensibilisierung infrage. Diese Allergiebehandlung ist für Sie dann sinnvoll, wenn sich die Anzeichen der Allergie gegen Insektengift (wie Wespengift oder Bienengift) bei Ihnen nicht nur auf die unmittelbare Umgebung der Einstichstelle beschränken (systemische Stichreaktion) und Haut- und/oder Bluttest positiv ausfielen. Die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, hat das Ziel, die Wirkung bestimmter Allergene in Ihrem Körper herabzusetzen.

Zur Hyposensibilisierung bekommen Sie das Insektengift, das Ihre Insektengiftallergie auslöst, unter die Haut (subkutan) des Oberarms gespritzt. Im Idealfall entwickeln Sie durch diese Therapie eine Immunität gegen das Insektengift. Die Dosis des verabreichten Gifts steigt dabei je nach Therapieschema schnell oder langsam. Anfangs bekommen Sie die Spritzen zum Beispiel alle vier Wochen, später alle sechs Wochen.

Die Therapie der Insektengiftallergie durch Hyposensibilisierung ist zeitaufwendig, aber hochwirksam: Bei der Standardbehandlung beträgt die Wirksamkeit bis zu 95 Prozent, mit einer erhöhten Dosis ist ein fast 100-prozentiger Erfolg gesichert. Vor allem bei Kindern führt die Hyposensibilisierung zu einem lang anhaltenden Schutz vor allergischen Reaktionen auf Insektengifte. Empfehlenswert ist eine Therapiedauer von etwa drei bis fünf Jahren, zuweilen lebenslang. Wenn Sie bereits hyposensibilisiert sind, suchen Sie nach einem erneuten Insektenstich lieber einen Arzt auf.

Wenn Sie im Rahmen anderer Behandlungen bereits andere Medikamente, wie zum Beispiel Betablocker (auch Augentropfen), ACE-Hemmer oder nicht-steroidale Antirheumatika bekommen, haben Sie ein höheres Risiko, dass sich durch die Hyposensibilisierung ein anaphylaktischer Schock entwickelt. Deshalb ist es ratsam, während der Therapie der Insektengiftallergie – wenn möglich – auf andere Medikamente auszuweichen.

7. Verlauf

Bei einer Insektengiftallergie wie der Wespenallergie oder Bienenallergie hängt der Verlauf von der frühzeitigen Therapie ab: Eine rechtzeitig behandelte allergische Reaktion auf Insektengift klingt sehr schnell ohne weitere Komplikationen ab.

Prognose

Bei einer Insektengiftallergie wirkt sich eine Hyposensibilisierung meist günstig auf Verlauf und Prognose aus: Die Erfolgsrate dieser Therapie liegt in der Regel bei bis zu 95 Prozent. Bei höherer Dosierung sind noch höhere Ergebnisse möglich. Dann ist die allergische Reaktion nach einem Insektenstich (z.B. Wespenstich oder Bienenstich) deutlich abgeschwächt beziehungsweise bleibt ganz aus. Nach Beendigung der Behandlung, die in der Regel drei bis fünf Jahre dauert, sind jährliche Kontrolluntersuchung notwendig, um ein Wiederauftreten (Rezidiv) der Insektengiftallergie rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Anaphylaktischer Schock

Bei einer nicht rechtzeitig erkannten und behandelten Insektengiftallergie kann im Verlauf schwerer allergischer Reaktionen eine lebensbedrohliche Komplikation auftreten: ein anaphylaktischer Schock. Er ist durch Bewusstlosigkeit mit Atemstillstand und Kreislaufversagen gekennzeichnet. In diesem Fall sind sofortige notfallmedizinische Massnahmen erforderlich.

Stiche im Mund- und Rachenraum

Weitere bei der Insektengiftallergie mögliche Komplikationen können durch Stiche im Mund- oder Rachenraum entstehen, wenn dieser anschwillt. In dem Fall ist es ratsam, dass die Betroffenen so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Bis dieser erreicht oder eingetroffen ist, ist es sinnvoll, Eiswürfel zu lutschen und die Einstichstelle von aussen gut zu kühlen.

8. Vorbeugen

Der Entstehung einer Insektengiftallergie können Sie am besten vorbeugen, indem Sie Insektenstiche so gut es geht vermeiden. Es gibt eine Reihe wertvoller Tipps, wie Sie sich vor Stichen schützen können:

  • Gehen Sie im Freien nicht barfuss.
  • Seien Sie besonders bei Tätigkeiten im Garten vorsichtig: Tragen Sie langärmelige Kleidung und eine Kopfbedeckung.
  • Lassen Sie Nahrungsmittel, besonders Süssigkeiten und Fleisch, nicht ohne dichte Verpackung herumliegen.
  • Duschen Sie lieber nach sportlicher Betätigung, da Schweiss Insekten anzieht.
  • Vermeiden Sie Parfum oder stark parfümierte Cremes mit Duft- und Harnstoffen sowie Haarspray, denn auch davon fühlen sich Insekten angezogen.
  • Tragen Sie mehrmals täglich Insektenschutzmittel auf die Haut auf.
  • Verzichten Sie auf bunte Kleidung: Bienen und Wespen verwechseln sie häufig mit Blumen.
  • Lassen Sie Getränke nicht in offenen Gefässen herumstehen – decken Sie sie zumindest ab oder benutzen Sie einen Strohhalm.
  • Trinken Sie Getränke nur aus durchsichtigen Gefässen.
  • Decken Sie Mülltonnen immer dicht ab.
  • Seien Sie beim Pflücken von Obst vorsichtig, denn Fallobst lockt Insekten an.
  • Vor allem gilt: Bleiben Sie in jedem Fall ruhig, wenn sich eine Biene oder Wespe nähert. In den meisten Fällen fliegen sie von alleine weiter.
  • Um für zusätzlichen Schutz zu sorgen, können Sie an Ihren Fenstern Fliegengitter anbringen.