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Veröffentlicht am 28.09.2020

1. Überblick

Typisch für Ischias sind Schmerzen im unteren Rücken, die ins Bein ausstrahlen. Sie können ganz plötzlich auftreten – zum Beispiel, wenn man Schweres hebt.

Man bückt sich – und plötzlich tut der Rücken im unteren Bereich weh. Wenn diese Schmerzen bis ins Bein ausstrahlen, handelt es sich wahrscheinlich um einen Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie).

Der Ischiasschmerz ist ein Nervenschmerz (Neuralgie), der durch eine Schädigung des Ischiasnervs (Nervus ischiadicus) bedingt ist. Ischiasschmerzen entstehen vor allem dadurch, dass der Ischiasnerv im Bereich zwischen dem vierten Lendenwirbel (L4 = Lumbalwirbel vier) und dem zweiten Kreuzbeinwirbel (S2 = Sakralwirbel zwei) der Wirbelsäule eingeklemmt ist. Eine mögliche Ursache für Ischias ist beispielsweise ein Bandscheibenvorfall.

Die für Ischias typischen Symptome (die bis ins Bein ziehenden Schmerzen) verstärken sich durch Husten oder Pressen. Ausserdem kann eine Ischialgie von Gefühlsstörungen und Lähmungen begleitet sein. Zur Ischias-Behandlung kommen zunächst unter anderem schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie langfristig krankengymnastische Übungen zum Einsatz, um zu versuchen, die Schmerzen zu lindern. Unter Umständen ist auch eine Operation notwendig. Doch nicht immer ist ärztliche Hilfe bei Ischiasschmerzen nötig: Sogar heftige Schmerzen können nach ein paar Tagen bis Wochen von selbst nachlassen.

Langfristig ist es bei Rückenproblemen wie dem Ischias empfehlenswert, sich ausreichend und regelmässig zu bewegen und die Rückenmuskulatur zu stärken. Dies ist auch als vorbeugende Massnahme empfehlenswert. Daneben ist es ratsam, auf eine rückenfreundliche Lebensweise zu achten, um Ischiasschmerzen zu vermeiden. Dazu gehört zum Beispiel:

  • nichts Schweres (z.B. einen Kasten Wasser) aus dem Rücken heraus zu heben, sondern aus den Knien, und
  • eine falsche Haltung und falsches Sitzen zu vermeiden, da dies auf Dauer die Bandscheiben verschleissen und zu Ischias führen kann.
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2. Definition von Ischias

Der Begriff Ischias ist die Kurzform für Ischiasschmerzen oder Ischialgie und bezeichnet einen Nervenschmerz (= Neuralgie), der durch den Ischiasnerv (= Nervus ischiadicus) bedingt ist.

Ischiasschmerzen treten im Versorgungsgebiet des Ischiasnervs auf: Seinen Ursprung hat der Ischiasnerv im Rückenmark im Bereich zwischen dem vierten Lendenwirbel (L4 = Lumbalwirbel vier) und dem zweiten Kreuzbeinwirbel (S2 = Sakralwirbel zwei) der Wirbelsäule. Von dort zieht der Nerv ins Bein. Demnach äussert sich Ischias durch Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, die bis ins Bein ausstrahlen.

Anders als beim Ischias bleiben die Schmerzen beim Hexenschuss (Lumbago) auf den Rücken begrenzt. Wenn ein Hexenschuss und Ischiasschmerzen gemeinsam auftreten, liegt eine sogenannte Lumboischialgie vor.

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3. Ursachen von Ischias

Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie) kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • muskuläre Verspannungen,
  • Blockierungen der Wirbelkörper oder
  • eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) beziehungsweise
  • einen Bandscheibenvorfall (Prolaps).

Dabei haben die für Ischias typischen Schmerzen ihre Ursachen oft darin, dass der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) eingeklemmt ist – beziehungsweise seine Nervenwurzeln im Rückenmark in Höhe des vierten Lendenwirbels (L4 = Lumbalwirbel vier) und des zweiten Kreuzbeinwirbels (S2 = Sakralwirbel zwei) der Wirbelsäule. Wenn das passiert, können die Ischiasschmerzen ganz plötzlich auftreten.

Die häufigsten Ursachen von Ischias sind verschleissbedingte Veränderungen der beiden unteren Bandscheiben der Lendenwirbelsäule (zwischen L4 und L5 sowie L5 und S1). Die Bandscheiben liegen wie Stossdämpfer zwischen den Wirbelkörpern in der Wirbelsäule. Wirkt ein erhöhter Druck auf sie (etwa beim Bücken), kann sich die Bandscheibe oder Bandscheibenmaterial vorwölben und Schmerzen auslösen. Diese Bandscheibenvorwölbung ist eine Vorstufe des Bandscheibenvorfalls. Der Bandscheibenvorfall in Höhe der Wurzel des Ischiasnervs verursacht neben den für die Ischialgie typischen Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich auch im Bein Schmerzen und möglicherweise Gefühlsstörungen sowie Lähmungen.

Verschleiss im Bereich der Wirbelsäule ist nicht der einzige Risikofaktor für Bandscheibenvorfälle und damit für Ischias. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, Sport mit hoher Gewichtsbelastung und Berufe mit einseitiger körperlicher Belastung.

Neben Bandscheibenvorfällen können auch andere Veränderungen oder Störungen im Bereich der Wirbelsäule dazu führen, dass ein eingeklemmter Ischiasnerv Schmerzen bereitet:

  • arthrotische Veränderungen der Wirbelbogengelenke (Spondylarthrose)
  • Instabilität der Wirbelsäule (Wirbelgleiten bzw. Spondylolisthesis)
  • Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)

Eine eher seltene Ursache für Ischiasschmerzen ist das Piriformis-Syndrom. Dann wird der Ischiasnerv durch den Piriformis-Muskel eingeklemmt, der unterhalb der Gesässmuskeln liegt.

Selten können auch Nervenentzündungen und andere entzündliche Prozesse hinter Ischiasschmerzen stecken: So kann es zum Beispiel bei einer Gürtelrose passieren, dass sich der Ischiasnerv entzündet und Schmerzen verursacht.

Viele Schwangere kennen Ischiasschmerzen: Gerade zum Ende der Schwangerschaft kann das Ungeborene so gegen den Ischiasnerv drücken, dass Schmerzen entstehen. Das bedeutet aber nicht, dass Ischias in der Schwangerschaft immer harmlos ist: Es können auch schwerwiegende Gründe – wie ein Bandscheibenvorfall – dahinterstecken. Darum ist es auch bei einer Ischialgie in der Schwangerschaft wichtig, die Ursache abklären zu lassen.

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4. Symptome von Ischias

Die für Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie) typischen Symptome sind Rückenschmerzen im unteren Rücken (in Höhe der Lendenwirbelsäule), die bis ins Bein ausstrahlen. Der vom Gesäss über die Rückseite des Oberschenkels bis zur Kniekehle, manchmal sogar bis zum Fuss ausstrahlende Ischiasschmerz verstärkt sich durch Husten oder Pressen, wenn man das Bein ausstreckt und gleichzeitig den Körper ab der Hüfte nach vorn beugt, oder wenn man auf dem Rücken liegt und versucht, das gestreckte Bein anzuheben.

Ist die Ischialgie durch einen Bandscheibenvorfall bedingt, bei dem der Ischiasnerv eingeklemmt ist, treten die Symptome meist plötzlich und sehr heftig auf; ausserdem sind die für Ischias typischen Schmerzen dann ziehend oder reissend.

Die ins Bein ausstrahlenden Ischiasschmerzen sind nicht immer das einzige Anzeichen für einen geschädigten Ischiasnerv: Oft kommt es auch zu Muskelverspannungen oder Einschränkungen der Beweglichkeit. Zusätzlich können bei Ischias neurologische Symptome wie Gefühlsstörungen (Taubheitsgefühl, Kribbeln, sog. Ameisenlaufen) oder Lähmungen auftreten. Bei einer schweren Ischialgie kann es darüber hinaus zu Blasen- oder Darmschwäche (Inkontinenz) kommen.

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5. Diagnose von Ischias

Bei Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie) gelingt die Diagnose meist rasch anhand der typischen Beschwerden: Ein eingeklemmter oder auf andere Weise geschädigter Ischiasnerv verursacht Rückenschmerzen im unteren Bereich des Rückens, die ins Bein ausstrahlen.

Neben der körperlichen Untersuchung sind für die Ischias-Diagnose Angaben dazu wichtig, wann und bei welchem Ereignis (z.B. beim Heben eines schweren Gegenstands) die Rückenschmerzen aufgetreten sind, wo genau sich die Schmerzen befinden, ob sie ins Gesäss oder ins Bein ausstrahlen, ob Darm- oder Blasenschwäche (Inkontinenz) vorliegen und ob Rückenprobleme, eine Ischialgie oder ein Bandscheibenvorfall bereits früher einmal aufgetreten sind. Bei der Untersuchung überprüft die Ärztin unter anderem das Gefühlsempfinden (Sensibilität), die Bewegungsfähigkeit (Motorik) und die Reflexe.

Um einen Ischias erfolgreich behandeln zu können, ist es wichtig, bei der Diagnose seine Ursache herauszufinden. Hierzu kommen meist weitere Untersuchungen zum Einsatz. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn der Verdacht besteht, dass ein Bandscheibenvorfall für die Ischiasschmerzen verantwortlich ist. Zur weiteren Diagnostik sind beispielsweise folgende Untersuchungen geeignet:

  • Röntgenaufnahmen
  • Computer- und Kernspintomographie (CT und MRT)
  • Ultraschalluntersuchungen
  • Blutuntersuchungen
  • Liquorpunktion (Untersuchung der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit)
  • weitere neurologische Untersuchungen
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6. Therapie von Ischias

Bei Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie) zielt die Therapie darauf ab, die Schmerzen schnell zu beseitigen und ihre Ursache zu beheben. Um die Schmerzen schnell zu lindern, können über einen kurzen Zeitraum schmerz- und entzündungshemmende Medikamente zur Anwendung kommen wie:

  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Naproxen
  • Paracetamol

Wenn Sie Schmerzmittel gegen den Ischias nehmen möchten, tun Sie dies lieber nur nach ärztlicher Absprache und nur über einen kurzen Zeitraum. Wenn nichts hilft, können Sie sich auch ein stärkeres Mittel (z.B. Opioide) gegen die Ischiasschmerzen verschreiben lassen.

Neben der akuten Schmerzbehandlung sind – je nachdem, was den Ischias verursacht – zunächst Bettruhe, Schonung und Wärme eine wohltuende Hilfe. Wenn die Beschwerden es zulassen, ist es aber besser, für ausreichende und regelmässige Bewegung zu sorgen. Schon regelmässige Spaziergänge (z.B. an jedem zweiten Tag für 30 bis 60 Minuten) können helfen.

Darüber hinaus sind bei wiederholt auftretenden Ischiasschmerzen und Rückenschmerzen zur Behandlung unter anderem standardisierte Schulungsprogramme (Rückenschule) hilfreich: Hier trainieren Sie Ihre Rückenmuskulatur und lernen, sich im Alltag rückenschonend zu verhalten (dies ist bei allen hartnäckigen Rückenschmerzen sinnvoll). Bewährt haben sich ausserdem Ausdauertraining, Pilates, Tai-Chi und Yoga sowie Übungen, die tiefe Bauch-, Rücken- und Beckenmuskulatur kräftigen und stabilisieren und die Waden-, Hüft- und Oberschenkelmuskulatur dehnen.

Unter Umständen kann ein Ischias zur Behandlung eine Operation notwendig machen, zum Beispiel wenn Sie:

  • starke oder wiederholt Bandscheibenvorfälle haben,
  • zunehmend motorische Störungen aufweisen,
  • ein sogenanntes Kaudasyndrom entwickeln, das mit einer verminderten Sensibilität im Bereich der inneren Oberschenkel, Genitalien und des Afters (sog. Reithosenanästhesie), Kontrollverlust über Harnblase und Enddarm, und beidseitigem Fehlen des Achillessehnenreflexes einhergeht.

Nicht immer ist bei Ischias ärztliche Hilfe nötig: Sogar heftige Ischiasschmerzen können mit der Zeit von selbst nachlassen.

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7. Verlauf von Ischias

Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie) nimmt meist einen günstigen Verlauf: Die Schmerzen können nach ein paar Tagen bis höchstens sechs Wochen von selbst verschwinden. Auch wenn der Ischiasnerv durch einen Bandscheibenvorfall eingeklemmt ist, ist ein solcher Verlauf mit Spontanheilung des Ischias möglich.

Allgemein ist es bei Ischias für den weiteren Verlauf wichtig, die Rückenmuskulatur zu stärken (z.B. durch krankengymnastische Übungen, Rückenschule und Sport) und sich rückenschonend zu verhalten (z.B. nichts Schweres aus dem Rücken heraus heben). Um das zu erreichen, bieten sich krankengymnastische Übungen, Sport und der Besuch einer Rückenschule an.

Eine Frau hält sich den schmerzenden unteren Rücken.

Beim Bücken oder Heben schwerer Gegenstände kann es plötzlich zu Schmerzen im unteren Rücken kommen. Strahlen Sie bis in die Beine aus, handelt es sich wohl um Ischias.

Quelle: Getty Images

8. Vorbeugen gegen Ischias

Wenn Sie einem Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie) vorbeugen möchten, ist eine rückenfreundliche Lebensweise empfehlenswert:

  • Um Bandscheibenprobleme und Rückenschmerzen zu vermeiden, achten Sie am besten darauf, dass Sie zum einen nichts Schweres (z.B. einen Kasten Wasser) aus dem Rücken heraus heben, sondern aus den Knien.
  • Zum anderen ist es wichtig, dass Sie eine falsche Haltung und falsches Sitzen vermeiden, da dies auf Dauer die Bandscheiben verschleissen und zu Ischias führen kann.
  • Zudem können Sie durch regelmässige Bewegung und Sport sowie durch gezielte Rückengymnastik Erkrankungen von Muskulatur und Wirbelsäule vorbeugen, die zu Ischiasschmerzen führen können.

Weil Rauchen das Risiko für Bandscheibenvorfälle und Ischias erhöht, ist es zudem ratsam, aufs Rauchen zu verzichten.

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