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Von Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Überblick

Keuchhusten (Pertussis) ist eine akute bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege. Ausgelöst wird Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella pertussis. Keuchhusten ist längst keine reine Kinderkrankheit mehr: Zunehmend erkranken Jugendliche und Erwachsene. Zwar sind mittlerweile etwa 90 Prozent der schulpflichtigen Kinder geimpft. Wer jedoch nicht rechtzeitig an eine Auffrischimpfung denkt, ist nicht mehr ausreichend geschützt.

Keuchhusten wird als Tröpfcheninfektion übertragen, so zum Beispiel durch Niesen oder Husten. Wer an Keuchhusten erkrankt ist, leidet zunächst an Symptomen, die einer Erkältung ähneln: Schnupfen, Niesen, Heiserkeit und leichter Husten gehören zum Krankheitsbild. Nach etwa ein bis zwei Wochen treten die für Pertussis charakteristischen Hustenanfälle auf. Die Erkrankung klingt erst nach mehreren Wochen langsam ab. Im Herbst und Winter erkranken etwas mehr Menschen an Keuchhusten als im Frühjahr und Sommer.

Nach Beginn der Keuchhusten-Therapie mit Antibiotika dauert es etwa fünf Tage, bis der Erkrankte nicht mehr ansteckend ist.

Mithilfe einer Impfung kann man sich effektiv gegen Keuchhusten schützen. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, dass sich Jugendliche im Alter zwischen 11 und 15 Jahren im Rahmen der Diphtherie- und Tetanus-Impfung auch gegen Keuch- husten impfen lassen sollen. Sie sind nach den jüngeren Kindern am häufigsten von Keuchhusten betroffen. Weiter wird Schwangeren, deren letzte Keuchhusten-Impfung mehr als 5 Jahre zurückliegt, empfohlen, sich impfen zu lassen. Ausserdem wird für Säuglinge, die bereits vor dem Alter von 5 Monaten eine Betreuungseinrichtung (Krippe, Tages- mutter, Spielgruppe usw.) besuchen, eine frühere Impfung empfohlen. Die bisherigen Impfempfehlungen gelten nach wie vor: je eine Impfdosis im Alter von 2, 4 und 6 Monaten, zwischen 15 und 24 Monaten und zwischen 4 und 7 Jahren. Seit 2012 wird auch Erwachsenen zwischen 25 und 29 Jahren eine Auffrisch-Impfung empfohlen sowie allen Personen, die regelmässig Kontakt zu Säuglingen unter 6 Monaten haben und deren letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt. Jugendliche und Erwachsene sollten rechtzeitig an eine Impfauffrischung denken, denn der Pertussis-Impfschutz hält nur etwa 4 bis 12 Jahre lang an. Nach einer natürlichen Erkrankung ist man für etwa 4 bis 20 Jahre lang immun.

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2. Definition

Keuchhusten (Pertussis) ist eine akute bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, die durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen wird. Er geht mit charakteristischen, bei jüngeren Säuglingen manchmal lebensbedrohlichen Hustenanfällen einher und ist hoch ansteckend.

Häufigkeit

In den letzten Jahren erkranken in den Industrienationen wieder mehr Menschen an Keuchhusten, insbesondere Jugendliche und Erwachsene. Zwar sind mittlerweile etwa 90 Prozent der schulpflichtigen Kinder gegen Pertussis geimpft, an eine Auffrischimpfung denken jedoch nur wenige Personen. Somit spielen Erwachsene als potenzielle Überträger von Keuchhusten eine immer grössere Rolle.

Eine Auffrischimpfung für Pertussis wird im Alter zwischen 9 und 17 Jahren empfohlen, jedoch nehmen viele Menschen diese nicht wahr. Da die Immunität nach einer Erkrankung oder nach einer Impfung nur über mehrere Jahre hinweg gegeben ist, können sich Erwachsene erneut infizieren.

3. Ursachen

Erreger

Die Ursache von Keuchhusten (Pertussis) ist eine Infektion mit dem Bakterium Bordetella pertussis. Dieses vermehrt sich auf den Schleimhäuten der menschlichen Atemwege und setzt unter anderem ein spezifisches Gift frei: das Pertussis-Toxin (PT). Es löst die Krankheitssymptome aus. Das Gift zerstört die Schleimhäute, schädigt umliegendes Gewebe und schwächt die Abwehrkräfte.

Infektionen mit dem Bakterium Bordetella parapertussis können ebenfalls zu keuchhustenähnlichen Symptomen führen. Die Erkrankung verläuft jedoch in der Regel milder und kürzer als Keuchhusten.

Übertragungsweg

Keuchhusten ist hoch ansteckend: Etwa 80 Prozent der nicht geimpften Menschen, die mit dem Erreger in Kontakt kommen, erkranken. Das den Keuchhusten auslösende Bakterium Bordetella pertussis wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, das heisst durch Husten, Niesen, Küssen und Benutzen desselben Geschirrs.

Inkubationszeit

Nach der Ansteckung dauert es etwa 7 bis 20 Tage, bis die ersten Symptome auftreten (Inkubationszeit). Nach Ende der Inkubationszeit ist die Gefahr, sich anzustecken, am grössten. Sie sinkt nach der sechsten Erkrankungswoche langsam ab.

Wer bereits Keuchhusten hatte, ist anschliessend mehrere Jahre lang gegen die Erkrankung immun. Der Schutz hält jedoch nicht lebenslang an, so dass eine Auffrischimpfung sinnvoll ist.

4. Symptome

Keuchhusten (Pertussis) wird anhand der Symptome in drei Stadien eingeteilt. Insgesamt dauert die Krankheit mehrere Wochen bis Monate.

Erkältungsartiges Stadium (Stadium catarrhale)

Das Stadium catarrhale dauert etwa ein bis zwei Wochen an. Während dieser Zeit zeigen die Erkrankten Beschwerden, die einer Erkältung ähneln, so zum Beispiel:

 

  • Niesen
  • Schnupfen
  • manchmal Heiserkeit
  • leichtes Fieber
  • leichter Husten, der nach und nach in Krampfhusten übergeht
  • manchmal Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Anfallsstadium (Stadium convulsivum)

Das Stadium convulsivum kann drei bis sechs Wochen andauern. Typische Beschwerden dieses Stadiums sind:

 

  • für Keuchhusten typische anfallsartige Hustenanfälle (sog. Stakkatohusten)
  • zäher, glasiger Auswurf
  • Erbrechen des hochgewürgten Auswurfs
  • nächtliche Häufung der Beschwerden
  • selten Fieber

Etwa die Hälfte aller Kinder beginnen am Ende eines Hustenanfalls zu keuchen, weshalb der Begriff Keuchhusten entstanden ist. Das keuchende Geräusch kommt durch das plötzliche Einatmen gegen die geschlossenen Stimmlippen (Glottis) zustande.

Jugendliche und Erwachsene haben oft weniger ausgeprägte Beschwerden als Kinder. Häufig fehlen bei ihnen die typischen Krankheitsmerkmale und der Keuchhusten äussert sich ausschliesslich in lang anhaltendem Husten.

Erholungsstadium (Stadium decrementi)

Das Stadium decrementi ist die letzte Phase der Erkrankung, in welcher die Symptome langsam immer schwächer werden. Dieses Stadium bezeichnet man auch als Rekonvaleszenzstadium (lat. convalescere = kräftig werden, erstarken). Innerhalb von sechs bis zehn Wochen klingen die Beschwerden allmählich ab.

5. Diagnose

Bei Keuchhusten (Pertussis) ergibt sich die Diagnose meist bereits aus den charakteristischen Hustenattacken.

Im Anfangsstadium der Infektion kann der Arzt das Bakterium Bordetella pertussis, welches die Ursache für Keuchhusten ist, durch einen Rachenabstrich nachweisen. Allerdings ist diese Methode nicht immer erfolgreich, da der Erreger sehr empfindlich ist, so dass er im Labor möglicherweise nicht nachgewiesen werden kann.

Im Sekret des Nasen-Rachen-Raums kann der Erreger auch mithilfe einer speziellen Methode erkannt werden: der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Dabei kann die DNA des Erregers vervielfältigt und untersucht werden. Dieses Verfahren ist allerdings sehr aufwändig und mit hohen Kosten verbunden.

Im weiteren Verlauf von Keuchhusten kann man den Erreger auch durch Antikörper im Blut nachweisen. Dies ist jedoch frühestens ab dem Anfallsstadium (Stadium convulsivum) möglich.

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6. Therapie

Bei Keuchhusten (Pertussis) ist eine frühzeitige Therapie mit einem Antibiotikum angezeigt, so zum Beispiel mit den Wirkstoffen Erythromycin und Cotrimoxazol. Je früher der Betroffene das Antibiotikum einnimmt, umso schneller und unkomplizierter ist der Heilungsprozess.

Hat sich eine Person erst einmal mit dem Bakterium Bordetella pertussis infiziert, kann man den Ausbruch der Erkrankung nicht mehr verhindern. Antibiotika lindern die Symptome zwar nicht, sorgen jedoch dafür, dass der Betroffene weniger lange ansteckend ist. Nach Beginn der Therapie dauert es etwa fünf Tage, bis keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

Kranke Säuglinge müssen ins Spital, da sie häufig Schleim nicht selbstständig abhusten können, sodass dieser abgesaugt werden muss.

Zu Hause können einfache Massnahmen die Keuchhusten-Beschwerden lindern:

 

  • ruhige Umgebung
  • Der Erkrankte sollte möglichst viel trinken und häufige kleine Mahlzeiten einnehmen.
  • Da die Hustenanfälle vor allem in der Nacht auftreten, sollte man für kühle und feuchte Raumluft sorgen, so z.B. durch das Aufhängen feuchter Handtücher im Zimmer.

Zudem braucht das Kind viel Zuneigung. Die Eltern sollten es während der Hustenanfälle beruhigen.

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7. Verlauf

Keuchhusten (Pertussis) nimmt einen langen Verlauf über Wochen bis Monate. Bei Säuglingen verläuft ein Keuchhusten häufig besonders schwer. Obwohl die Hustenanfälle bei ihnen weniger stark ausgeprägt sind, kann es zu Atemstillständen (Apnoen) kommen. Ausserdem können gerade es im ersten Lebensjahr gehäuft Komplikationen auftreten, so zum Beispiel:

  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • krankhaften Ausweitungen von Teilen des Bronchialsystems (Bronchieektasen)
  • Entzündung des Gehirns mit Krampfanfällen (zerebrale Krampfanfälle)
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8. Vorbeugen

Keuchhusten (Pertussis) können Sie wirksam nur mit einer Schutzimpfung vorbeugen. Ausserdem sollten Sie Kontakt zu infizierten Personen meiden, um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zu verringern.

Schutzimpfung

Um gegen Keuchhusten geschützt zu sein, ist zunächst eine sogenannte Grundimmunisierung nötig, die aus mehreren Impfdurchgängen besteht.

In der Regel kombiniert der Arzt die Impfung sowie die Auffrischungen mit einer Impfung gegen Tetanus und Diphtherie.

  • 1. - 3. Impfung: Die ersten drei Keuchhustenimpfungen sollten im Alter von 2, 3 und 4 Monaten erfolgen.
  • 4. Impfung: Zur vollständigen Grundimmunisierung wird im Alter von 11 bis 14 Monaten eine weitere Impfung notwendig.
  • 1. Auffrischung im Alter von 5 bis 6 Jahren.
  • 2. Auffrischung im Alter von 9 bis 15 Jahren.

Besondere Empfehlungen gelten vor der Geburt eines Kindes und für Frauen im gebärfähigen Alter: Enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (zum Beispiel Tagesmutter, Grosseltern, Babysitter) eines Neugeborenen und einer Schwangeren sollten 4 Wochen vor Geburt des Kindes eine Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten, sofern sie in den letzten zehn Jahren nicht gegen Pertussis geimpft worden sind. Eine Mutter, die vor der Empfängnis keine Auffrischung erhalten hat, sollte bevorzugt in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes geimpft werden.

Ausserdem sollte Personal im Gesundheitsdienst sowie in Gemeinschaftseinrichtungen eine Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten, wenn in den letzten zehn Jahren keine Impfung gegen Keuchhusten stattgefunden hat.

Wann immer bei Erwachsenen eine Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie ansteht (auch im Verletzungsfall), sollte dies Anlass sein, über eine kombinierte Pertussis-Auffrischung nachzudenken.