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Kindlicher Knick-Senkfuss

(Knick-Senkfuß, kindlicher)
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1. Überblick

Ein kindlicher Knick-Senkfuss ist eine Fussfehlstellung, die bei Kindern (mehr oder weniger ausgeprägt) sehr häufig vorkommt. Meistens sind kindliche Knick-Senkfüsse harmlos und verschwinden von selbst wieder, noch bevor die Kinder in die Schule kommen.

Bei einem Knick-Senkfuss ist die X-Stellung der Ferse verstärkt (= Knickfuss) und das innere Fussgewölbe abgeflacht (= Senkfuss), so dass der Fuss stärker am Boden aufliegt als ein gesunder Fuss. Meist entwickelt sich ein kindlicher Knick-Senkfuss beim Kleinkind nach Gehbeginn und stellt eine normale Entwicklungsstufe dar (daher auch physiologischer Knick-Senkfuss genannt). Ursache hierfür ist, dass die Kinder wegen eines (noch) mangelhaft funktionierenden Halteapparats der Füsse in gewisser Weise gezwungen sind, ihre Füsse beim Laufen etwas einwärts zu drehen. Unbewusst versuchen sie dieser Einwärtsdrehung entgegenzuwirken, wodurch sich die Ferse schräg stellt und das Fussgewölbe absinkt. Zu den Risikofaktoren für diese Fussverformung zählen zum Beispiel: Übergewicht (Adipositas), starke X-Beine oder O-Beine, eine Muskelschwäche sowie instabile Sehnen und Bänder.

Ein kindlicher Knick-Senkfuss bereitet nur selten Schmerzen, auch der normale Gang ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Deshalb und da der bis zu einem gewissen Grad normale Knick-Senkfuss meist von alleine verschwindet, ist eine Behandlung meistens überflüssig. Wichtig ist es (nicht nur bei bestehenden Knick-Senkfüssen, sondern auch, um ihnen vorzubeugen) vor allem, dass die Kinder viel barfuss laufen. Nur wenn der Knick-Senkfuss Laufprobleme bereitet, sind weitere Behandlungsmassnahmen ratsam: Gegen den Knick-Senkfuss helfen zum Beispiel Einlagen für die Schuhe, krankengymnastische Übungen, Muskeltraining oder entsprechend angepasstes Schuhwerk. Nur wenn alle nicht-operativen Massnahmen auch nach Jahren keinen Erfolg zeigen und ein kindlicher Knick-Senkfuss deutliche Beschwerden bereitet, kommt eine Operation infrage.

2. Definition

Der Begriff kindlicher Knick-Senkfuss oder kindlicher Knick-Plattfuss bezeichnet per Definition eine häufige, meist harmlose Fussfehlstellung bei Kindern, die durch anatomische Unterschiede des kindlichen Körpers im Vergleich zu Erwachsenen bedingt ist. Kennzeichnend für den Knickfuss ist eine Knickstellung des Fusses, bei der die Ferse am Knöchel nach aussen abgeknickt erscheint (X-Stellung der Ferse). Beim Senkfuss ist das innere Fussgewölbe abgeflacht. Damit ähnelt der kindliche Knick-Senkfuss in seinem Erscheinungsbild dem Plattfuss des Erwachsenen.

Kindliche Knick-Senkfüsse kommen bei den meisten Kindern vor und entstehen aufgrund des noch nicht vollständig entwickelten Skeletts im Rahmen der normalen Entwicklung (daher auch physiologischer Knick-Senkfuss genannt). Häufig fällt die Fussverformung erst bei Gehbeginn auf, wobei der normale Gang jedoch in der Regel nicht beeinträchtigt ist. In der Regel bildet sich ein kindlicher Knick-Senkfuss ohne Behandlung von alleine zurück. Nur ausgeprägte Formen, die den Fuss in der Bewegung einschränken, oder bleibende Knick-Senkfüsse nach dem siebten Lebensjahr sind krankhaft und erfordern eine Behandlung.

3. Ursachen

Ein kindlicher Knick-Senkfuss hat seine Ursachen meist im Körperbau und in der normalen Entwicklung von Kindern – stellt also beim Kleinkind eine normale Entwicklungsstufe dar (daher auch physiologischer Knick-Senkfuss genannt) und ist bei der Mehrzahl aller Kinder nach Gehbeginn zu beobachten. Grund hierfür sind anatomische Unterschiede im Halteapparat der Füsse, die Kinder im Vergleich zu Erwachsenen aufweisen: Dadurch sind die Kinder in gewisser Weise dazu gezwungen, ihre Füsse beim Laufen etwas einwärts zu drehen. Unbewusst versuchen sie dieser Einwärtsdrehung entgegenzuwirken, wodurch sich die Ferse schräg stellt (Knickfuss) und das Fussgewölbe absenkt (Senkfuss). Dadurch kommt es neben der Fussfehlstellung bei den Kindern auch zu einer verstärkten X-Stellung der Beine (Genua valga).

Ein kindlicher Knick-Senkfuss kann aber auch andere, nicht entwicklungsbedingte Ursachen beziehungsweise verstärkende Faktoren haben, zum Beispiel:

  • instabile Sehnen und Bänder
  • Muskelschwäche
  • Übergewicht (Adipositas)
  • starke X-Beine (Genua valga) oder O-Beine (Genua vara)
  • Lähmungen, besonders wenn der hintere Schienbeinmuskel (Musculus tibialis posterior) betroffen ist
  • Knochenerkrankungen

4. Symptome

Ein kindlicher Knick-Senkfuss ist durch Symptome einer Fussfehlstellung gekennzeichnet, die schon äusserlich zu sehen ist:

  • Die Ferse erscheint am Knöchel nach aussen abgeknickt, so dass sie eine verstärkte X-Stellung zeigt (Knickfuss), und
  • das innere Fussgewölbe ist abgeflacht, sodass der Fuss stärker am Boden aufliegt als ein gesunder Fuss (Senkfuss).

Neben dieser Fussfehlstellung können bei den betroffenen Kindern auch verstärkte X-Beine auftreten, die zwischen zwei und fünf Jahren normal und für kindliche Knick-Senkfüsse mitverantwortlich sind. Typischerweise treten die Symptome bei den Kindern erst nach Beginn des Laufenlernens auf. Ein kindlicher Knick-Senkfuss verschwindet auch meist von selbst wieder, noch bevor die betroffenen Kinder das Schulalter erreichen.

Schmerzhafte Symptome oder andere Beschwerden bereitet ein kindlicher Knick-Senkfuss selten. Auch der normale Gang ist durch die Fussverformung in der Regel nicht beeinträchtigt. Bei starken Schmerzen am Fuss ist es ratsam, andere Fehlstellungen auszuschliessen. Vor allem ist auf einen angeborenen Plattfuss sowie auf eine Verschmelzung einzelner Fussknochenanteile (Synostosen) zu achten.

5. Diagnose

Ein kindlicher Knick-Senkfuss ist schon anhand seines Erscheinungsbilds relativ eindeutig zu erkennen: Die Diagnose gelingt durch eine einfache Untersuchung des Fusses, wobei der Arzt das innere Fussgewölbe begutachtet, das bei einem Knick-Senkfuss abgeflacht beziehungsweise vollständig aufgehoben ist (Senkfuss). Ausserdem liegt eine verstärkte X-Stellung der Fersen vor (Knickfuss).

Um festzustellen, ob ein kindlicher Knick-Senkfuss physiologisch ist und sich demnach als normale Entwicklungsstufe beim Kleinkind gebildet hat oder ob die Fussverformung krankhaft ist, erfolgen zur weiteren Diagnose verschiedene Funktionstests:

  • Zehenspitzenstand: Beim Zehenspitzenstand richtet sich im Normalfall das Fussgewölbe auf.
  • Beweglichkeit der Fussgelenke: Die Fussgelenke sind gewöhnlich ohne Schmerzen beweglich.
  • Podogramm (Fussabdruck): Der Fussabdruck zeigt eine normale kindliche Fusssilhouette.

Eine Röntgenuntersuchung kommt zur Diagnose nur dann zum Einsatz, wenn ein kindlicher Knick-Senkfuss steif oder sehr stark ausgeprägt und mit Beschwerden verbunden ist, um andere Ursachen für die Fehlstellung auszuschliessen.

Grundsätzlich macht es ein kindlicher Knick-Senkfuss notwendig, bei der Diagnose die Besonderheiten des wachsenden Skeletts zu berücksichtigen. In Zweifelsfällen oder bei einem schwereren Knick-Senkfuss sind Verlaufskontrollen in regelmässigen Abständen empfehlenswert.

6. Therapie

Ein kindlicher Knick-Senkfuss erfordert meist keine Therapie. In den meisten Fällen verschwindet die Fussfehlstellung bei den Kindern ohne Behandlung von alleine (spontan), wenn sich das Fussgewölbe mit der Reifung des Skeletts beziehungsweise des Körpers aufrichtet. Ausserdem birgt auch ein leicht abgeflachtes Fussgewölbe im Erwachsenenalter keine Probleme oder Risiken. Um kindliche Knick-Senkfüsse zu behandeln (und auch, um sie zu verhindern), ist es am wichtigsten, dass die Kinder viel barfuss laufen! Auch spielerische Fussgymnastik, wie Greifübungen mit den Zehen und Zehenspitzenstand, sind beim Knick-Senkfuss hilfreich.

Macht ein kindlicher Knick-Senkfuss wegen Fussschmerzen oder zunehmender Fehlstellung doch eine Behandlung notwendig, steht hierbei die konservative Therapie durch orthopädische Einlagen für die Schuhe sowie durch krankengymnastische Übungen (Physiotherapie) an vorderster Stelle. Bei übergewichtigen (adipösen) Kindern mit Knick-Senkfüssen sind ausserdem eine Ernährungsberatung und eine Diät empfehlenswert.

Nur wenn die jahrelange konservative Therapie erfolglos bleibt und ein kindlicher Knick-Senkfuss deutliche Beschwerden – wie belastungsabhängige starke Schmerzen am Fuss und somit Laufprobleme – bereitet, ist eine Operation ratsam. Zur operativen Behandlung von Knick-Senkfüssen stehen zwei Operationsarten zur Auswahl: Die Weichteil-Operation und die knöcherne Operation. Erstere verbessert den Zug der Muskeln, die das Fussgewölbe heben, Zweitere kommt bei schwerem Knick-Senkfuss in Verbindung mit neurologischen Grunderkrankungen infrage.

7. Verlauf

Ein kindlicher Knick-Senkfuss zeigt gewöhnlich auch ohne Behandlung einen guten Verlauf mit günstiger Prognose: In der Regel bereiten kindliche Knick-Senkfüsse keine Schmerzen und es kommt meist zu einer Spontankorrektur der Fussfehlstellung, bevor die betroffenen Kinder das Schulalter erreichen.

Ein schwerer kindlicher Knick-Senkfuss kann allerdings einen langjährigen Verlauf nehmen. Dann ist es erforderlich, dass die Kinder bis zu drei Jahre lang orthopädische Einlagen tragen.

8. Vorbeugen

Ein kindlicher Knick-Senkfuss lässt sich kaum verhindern: Sie können dieser Fussfehlstellung nur bedingt vorbeugen, da sie bei Kindern während der Fussentwicklung anatomisch bedingt auftritt. Wenn Sie dafür sorgen, dass Ihre Kinder viel barfuss laufen – besonders auf Naturboden – sowie bequeme, nicht zu enge Schuhe tragen, können Sie jedoch die natürliche Ausreifung des Skeletts im Kindesalter unterstützen.