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1. Überblick

Krampfadern (Varizen) betreffen fast jeden: Bei vielen Menschen verändern sich im Laufe ihres Lebens manche Venen – sie erweitern sich leicht oder können knotenförmig sein und sich zu einem Venenleiden entwickeln. Überwiegend entstehen die bläulich schimmernden Krampfadern in den Beinen.

Die häufigste Ursache von Krampfadern ist eine angeborene Schwäche des Bindegewebes, die zu einer Funktionsstörung der Venenklappen führt (sog. primäres Krampfaderleiden): Funktionieren die Venenklappen nicht richtig, kann sich gerade nach längerem Stehen oder Sitzen (z.B. im Büro) Blut vor allem in den Beinen stauen. Die Folge: Im Laufe der Zeit entwickeln sich die Venen zu Varizen.

Begünstigend auf die Entwicklung von Krampfadern wirken sich die Schwangerschaft, Bewegungsmangel, Übergewicht und «Stehberufe» aus.

Seltener sind erworbene Abflussbehinderungen des Bluts in tiefere Venen für Krampfadern verantwortlich (sog. sekundäres Krampfaderleiden). So kann zum Beispiel ein Blutgerinnsel (Thrombose) oder ein Tumor das Blut beim Abfliessen behindern und Krampfadern verursachen.

Als erstes Anzeichen für sich entwickelnde Krampfadern erscheinen häufig kleine, bläulich gefärbte Besenreiser unter der Haut. Da sie auf eine Venenschwäche hinweisen können, ist es ratsam, sie ärztlich abklären zu lassen. Ein fortgeschrittenes Krampfaderleiden bezeichnet man als Varikose. In dem Stadium verursachen die Varizen verschiedene Symptome:

  • Die Beine fühlen sich schwer an, sind oftmals geschwollen und können jucken;
  • der nächtliche Schlaf kann durch Wadenkrämpfe gestört sein.
  • Auch die Haut kann sich zunehmend verfärben.


Je nachdem, wie fortgeschritten die Krampfadern sind, bieten sich zur Behandlung verschiedene Massnahmen an:

  • Um die mit den Krampfadern einhergehenden Beschwerden zu lindern, sind folgende Mittel geeignet:
     
    • Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsverbände
      Sie drücken die Venen zusammen und fördern den Abfluss des Bluts.
       
    • Venenmittel
      Sie können dabei helfen, die Gefässwände zu stabilisieren, die Durchblutung zu verbessern und Entzündungen zu lindern.
       
  • Um Thrombose, Venenentzündungen oder andere mögliche Komplikationen von Varizen zu verhindern, ist es ratsam, weit fortgeschrittene Krampfadern entfernen zu lassen: 
     
    • Kleine Krampfadern (z.B. Besenreiser) kann man veröden lassen.
       
    • Grössere Krampfadern kann der Arzt durch eine OP entfernen (man kann z.B. Krampfadern ziehen lassen).

Jeder kann aber auch selbst etwas gegen Krampfadern tun: Wer sich regelmässig bewegt und Übergewicht vermeidet, fördert den Abfluss in den Venen und verhindert, dass das Venenleiden weiter fortschreitet. Ausserdem kann man so neuen Krampfadern vorbeugen. Ebenfalls sehr hilfreich gegen Varizen sind kalte Wassergüsse: Sie beschleunigen den Blutfluss in den Venen und regen den ganzen Kreislauf an.

2. Definition

Krampfadern, auch Varizen (lat. varix = Knoten) genannt, sind stellenweise knotenförmig erweiterte und oft geschlängelte Venen. Bilden sich viele Krampfadern, bezeichnen Mediziner dies als:

  • Krampfaderleiden,
  • Venenleiden bzw.
  • Varikose.


In Krampfadern fliesst das Blut langsamer als in gesunden Venen, was zu einem Rückstau in den Venen führt. Venen sind Blutgefässe, die Blut aus den Organen und dem Gewebe zurück zum Herzen transportieren. Im Körper finden sich unterschiedliche Venen:

 

  • oberflächliche Venen liegen direkt unter der Haut
  • tiefe Venen liegen in der Muskulatur
  • Verbindungsvenen verbinden oberflächliche und tiefe Venen; in ihnen fliesst Blut aus den oberflächlichen in die tiefen Venen ab

Meist ist eine Krampfader gut zu erkennen, weil sie überwiegend oberflächlich unter der Haut liegt und bläulich schimmert. In den meisten Fällen entwickeln sich die Hautvenen der Beine zu Varizen. Je nachdem, welche Beinvenen krankhaft erweitert sind, unterscheidet man bei Krampfadern in den Beinen verschiedene Formen – die wichtigsten sind:

  • Stammvarizen
  • Seitenastvarizen
  • Besenreiser und retikuläre Varizen


Krampfadern können aber auch in anderen Körperregionen entstehen – beispielsweise im Zusammenhang mit einem fortgeschrittenen Leberversagen: Hierbei erweitern sich die Venen unter der Speiseröhrenschleimhaut, sodass Varizen in der Speiseröhre entstehen (sog. Ösophagusvarizen).

Formen

Zu den drei wichtigsten Formen von Krampfadern (Varizen) in den Beinen gehören die sogenannten Stammvarizen: Sie liegen an der Oberfläche der Beine. Dort verlaufen zwei Hauptvenen, auch Stammvenen genannt:

  • die grosse Rosenvene (Vena saphena magna)
  • die kleine Rosenvene (Vena saphena parva)

Die Stammvenen gehören zum oberflächlichen Venensystem. Sind beide zu Krampfadern erweitert, bezeichnet man dies als Stammvarikose. Bei einem Venenleiden kann aber auch nur eine Vene betroffen sein. Die Stammvarizen bilden sich an der Innenseite der Ober- bzw. Unterschenkel und stellen mit etwa 85 Prozent die häufigste Form von Krampfadern dar.

Meist entstehen Stammvarizen durch eine Funktionsstörung der letzten Venenklappen, die die oberflächlichen Venen mit den tiefer liegenden Venen verbinden. Diese Venenklappen liegen im Bereich der Leistenbeuge und der Kniekehle.

 

Seitenastvarizen

Eine weitere Form von Krampfadern in den Beinen, die sogenannten Seitenastvarizen, entwickeln sich aus kleineren Venen, die von den Stammvenen astförmig abgehen (sog. Seitenäste). Erweitern sich diese Seitenäste krankhaft, spricht man von einer Seitenastvarikose. Vor allem aus den Seitenästen der grossen Rosenvene entstehen häufig Varizen. In vielen Fällen treten Seitenastvarizen zusammen mit Stammvarizen auf. Seitenastvarizen liegen ebenfalls an der Innenseite der Ober- und Unterschenkel.

Besenreiser und retikuläre Varizen

Zu den häufigen Krampfadern in den Beinen gehören ausserdem Besenreiser und retikuläre Varizen. Diese Formen betreffen kleine Venen in der Haut, die einen Durchmesser von weniger als einen Millimeter haben.

Retikuläre Varizen sind netzförmig angeordnet (lat. reticularis = netzförmig). Die als Besenreiser bezeichneten Krampfadern sind häufig verästelt und blau-rötlich. Besenreiser und retikuläre Varizen bilden sich vor allem an der Außenseite der Ober- und Unterschenkel und an der Innenseite des Knies.

Häufigkeit

Krampfadern (Varizen) weisen eine grosse Häufigkeit auf: Bei den meisten Menschen verändern sich die Venen (sog. variköse Veränderungen) in unterschiedlicher Ausprägung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Varizen sind aber überwiegend ungefährliche Veränderungen. Die Betroffenen haben nur gelegentlich leichte Beschwerden. Nur bei jedem Sechsten ist es nötig, die Krampfadern ärztlich zu behandeln.

Historisches

Das Wort «Krampf», das Bestandteil des Begriffs Krampfadern ist, leitet sich vom althochdeutschen krimphan ab, was so viel wie krümmen, sich krampfhaft zusammenziehen bedeutet. Seit dem 16. Jahrhundert findet der Begriff Krampfader (auch Krummader) im deutschen Sprachraum Verwendung. Zu seiner Entstehung gibt es unterschiedliche Erklärungen: So besteht zum einen die Vermutung, dass sich das Wort auf den geschlängelten Verlauf der Varizen bezieht. Zum anderen ist ein Zusammenhang mit den nächtlich auftretenden Wadenkrämpfen möglich, die bei einigen Betroffenen vorkommen.

3. Ursachen

Für Krampfadern (Varizen) kommen verschiedene Ursachen infrage. Dabei unterscheidet man, ob eine Krampfader primär (d.h. die ursprüngliche Erkrankung) ist oder sekundär (d.h. infolge einer anderen Erkrankung) entsteht:

Primäre Krampfadern

Meistens (zu etwa 95%) entstehen Krampfadern (Varizen) aus nicht völlig geklärten Ursachen (d.h. idiopathisch) – dann bezeichnet man sie als primäre Krampfadern. Sie können sich aus folgenden Venen bilden:
 

  • aus Venen unter der Haut, auch oberflächliche Venen genannt
  • aus Venen, welche die oberflächlichen und tiefer liegenden Venen verbinden (sog. Verbindungsvenen)

Primäre Krampfadern haben ihre Ursachen in einer Schwäche des Bindegewebes, die angeboren sein kann oder sich erst mit der Zeit entwickelt. Als Folge dieser Bindegewebsschwäche schliessen die in den Venen liegenden Klappen nicht mehr angemessen.

Venenklappen üben beim Rücktransport des Bluts zum Herzen eine wichtige Funktion aus: Während das Herz das Blut mit hohem Druck durch die Arterien pumpt, strömt das Blut in den Venen unter niedrigem Druck gegen die Schwerkraft zum Herzen zurück. Die Venenklappen sorgen als eine Art Ventil dafür, dass das Blut in den Venen trotz des niedrigen Blutdrucks in die richtige Richtung fliesst. Sie funktionieren wie Segel: Strömt das Blut in Richtung Herz, liegen sie eng an der Wand der Vene an. Steht das Blut still oder droht es zurückzufliessen, blähen sich die Klappen auf und legen sich aneinander, sodass die Vene verschlossen ist. Die Venenklappen verhindern so, dass das Blut aufgrund der Schwerkraft wieder zurückfliesst. Darum sind sie für primäre Krampfadern als Ursachen von zentraler Bedeutung:

Bei einer gestörten Venenklappenfunktion (z.B. infolge einer Schwäche des Gewebes der Venen oder der Klappen) kehrt sich die Strömungsrichtung um. Die Folge: Blut staut sich in den Blutgefässen und die Venen dehnen sich aus. Diese Venenerweiterung führt zu einem Dominoeffekt, der letztendlich für primäre Krampfadern verantwortlich ist:

  • Weitere Klappen verlieren ihre volle Funktionstüchtigkeit und sind undicht.
  • Die in den erweiterten Venen erhöhte Blutmenge sorgt dafür, dass der Druck in den Venen weiter ansteigt.
     
  • Dr erhöhte Druck presst Flüssigkeit aus den Venen in das umliegende Gewebe (sog. Gewebewasser) – auf diese Weise entstehen Ödeme (griech. oideo = schwellen): Die Betroffenen haben geschwollene Füsse und später auch geschwollene Unterschenkel.


Langfristig führt der Rückstau des Bluts in den oberflächlichen Venen dazu, dass sich die Venenwand zunehmend ausdehnt – es entstehen primäre Krampfadern. Als Ursachen spielen zudem bestimmte Verhaltensweisen und Lebensumstände eine Rolle, welche die Entstehung von Varizen begünstigen – zum Beispiel:

 

  • Bewegungsmangel
    Nur wer sich bewegt, aktiviert die Muskelpumpe.
     
  • Ständiges Stehen bzw. Herunterhängen der Beine
    Dies wirkt aufgrund der Schwerkraft dem Blutfluss in Richtung Herz entgegen; oft besteht dieses Problem beispielsweise im Berufsalltag.
     
  • Eng anliegende Kleidung
    Sind die Beine (z.B. durch einen engen Sockenbund) abschnürt , ist der venöse Blutstrom behindert.
     
  • Schwangerschaft
    Schwangere haben – vermutlich durch hormonelle Umstellungen des Organismus – ein erhöhtes Risiko für Krampfadern.

 

Sekundäre Krampfadern

Seltener (in etwa 5% der Fälle) haben Krampfadern (Varizen) ihre Ursachen in einer erworbenen Erkrankung. Dann bezeichnet man sie als sekundäre Krampfadern: In dem Fall sind die betroffenen Venen meist deswegen knotenförmig erweitert, weil das Blut nicht richtig von oberflächlichen in tiefere Venen (sog. tiefes Venensystem) abfliessen kann.

Als Ursache für sekundäre Krampfadern kommt beispielsweise ein Blutgerinnsel (Thrombose) infrage, das die tiefe Hauptvene des Beins verschliesst, oder ein Tumor, der Venen im Bauchbereich einengt. Als Ausgleich leitet der Körper das Blut über andere Venen zum Herzen zurück. Der Blutfluss in diesen Venen erhöht sich und die Venen dehnen sich aus. Die Venenklappen können nicht mehr vollständig schliessen, das Blut staut sich – und es entstehen sekundäre Varizen.

4. Symptome

Die für Krampfadern (Varizen) typischen Symptome sind bläuliche, knotig verdickte Venen, die durch die Haut zu sehen sind. Oft entwickeln sich diese ersten Anzeichen für Krampfadern bereits in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter.

Für viele Betroffene stellen Krampfadern wegen der äusserlich sichtbaren Symptome ein kosmetisches Problem dar. Gesundheitlich sind die Varizen jedoch überwiegend ungefährlich und verursachen meistens nur gelegentlich leichte Beschwerden. Dennoch ist es ratsam, frühzeitig zum Arzt zu gehen und die Krampfadern gegebenenfalls zu behandeln: Wer sie ignoriert, riskiert später mögliche Komplikationen wie Thrombose oder entzündete Venen.

Bilden sich viele Krampfadern (sog. Krampfaderleiden bzw. Varikose) und schreitet die Venenerkrankung fort, kommen weitere Symptome hinzu:

 

  • Dann tritt in der Regel ein Schweregefühl in den Beinen ein, das die Betroffenen sowohl im Stehen als auch im Sitzen spüren.
     
  • Während des Tages können die Beine vor allem im Knöchelbereich anschwellen.
     
  • In manchem Fällen entsteht im Bereich über den Varizen ein Juckreiz und ein Druckgefühl.
     
  • Ausserdem können nächtliche Wadenkrämpfe den Schlaf stören. (Der Zusammenhang zwischen Krampfadern und nächtlichen Wadenkrämpfen ist allerdings bis heute nicht abschliessend geklärt.)

Unter bestimmten Umständen können sich die mit den Krampfadern verbundenen Symptome verschlimmern: So wirkt sich typischerweise langes Stehen oder Sitzen verstärkend auf das Venenleiden aus. Die Symptome nehmen auch zum Abend hin sowie unter Hitzeeinwirkung zu, weshalb Varizen vor allem in den Sommermonaten sehr stören können. Bei Frauen mit Krampfadern können die Beschwerden ausserdem vor der Monatsblutung zunehmen.

5. Diagnose

Bei Krampfadern (Varizen) erfolgt zur Diagnose zunächst eine körperliche Untersuchung, um die oberflächlich verlaufenden Venen zu begutachten. Ausserdem fragt der Arzt nach, wie stark die Beschwerden sind und ob weitere Familienmitglieder Krampfadern haben (sog. Anamnese). Die anschliessenden diagnostischen Massnahmen zielen darauf ab, das gesamte Ausmass der Venenveränderungen zu erkennen: Nur so ist es möglich, eine geeignete Therapie einzuleiten.

Bildgebende Verfahren

Bei Verdacht auf Krampfadern sind für die Diagnose vor allem bildgebende Verfahren wichtig. Standardmässig kommt bei Varizen die Duplexuntersuchung zum Einsatz – eine Kombination aus Ultraschall (Sonographie) und sogenannter Doppler-Untersuchung. Mithilfe der Duplexuntersuchung kann man die krankhaften Venen farblich darstellen. Eine zusätzliche Sonde liefert Informationen über die Fliessgeschwindigkeit des Bluts durch die Venen.

In bestimmten Fällen ist die sogenannte Phlebographie eine hilfreiche Methode, um Krampfadern zu diagnostizieren: Dieses bildgebende Verfahren ist eine Röntgenuntersuchung der Beinvenen, bei der man ein jodhaltiges Kontrastmittel in eine Vene gespritzt bekommt. Das Kontrastmittel dient dazu, die Venen und eventuelle krankhafte Veränderungen auf dem Röntgenbild sichtbar zu machen.

Weitere Verfahren

Neben der bildgebenden Diagnostik stehen bei Krampfadern zur Diagnose weitere Verfahren zur Verfügung. Zu ihnen gehören der Trendelenburg-Test, der Pratt-Test und der Perthes-Test: Diese diagnostischen Tests können Hinweise dazu liefern, ob die Funktion der Venenklappen gestört ist und ob tiefer gelegene Varizen vorliegen. Sie kommen heutzutage allerdings nur noch selten zum Einsatz – die bildgebenden Verfahren haben sie ersetzt.

Trendelenburg-Test

Bei Krampfadern kann der Arzt mit dem Trendelenburg-Test die Funktion bestimmter Venenklappen überprüfen. Dabei liegt man mit nackten Beinen auf dem Rücken und streckt das zu untersuchende Bein senkrecht nach oben. Der Arzt streicht das Blut aus und legt anschliessend einen schmalen Druckverband um den Oberschenkel.

Danach steht man auf. Der Arzt beobachtet nun, wie schnell sich die oberflächlichen Venen mit Blut füllen. Anhand seiner Beobachtungen kann er ableiten, ob die Funktion der Venenklappen in den oberflächlichen oder den Verbindungsvenen gestört ist. Verbindungsvenen (sog. Perforansvenen) sind eine Art Brücke zwischen den oberflächlichen und den tiefer liegenden Venen.

Pratt-Test

Um bei Krampfadern herauszufinden, ob die Funktion der Venenklappen in den Verbindungsvenen gestört ist, eignet sich der Pratt-Test. Auch bei diesem Test liegt man zunächst auf dem Rücken und hält das betroffene Bein hoch, damit das Blut in den Venen abfliessen kann. Der Arzt streicht das Blut aus und legt anschliessend einen dehnbaren Verband vom Fuss bis zur Leiste an.

Nach kurzer Zeit steht man auf. Der Arzt wickelt nun den Verband von der Leiste an ab. Gleichzeitig legt er eine zweite Bandage von der Leiste beginnend an, sodass zwischen den beiden Binden ständig ein Streifen Haut von fünf bis zehn Zentimetern Breite frei bleibt. Er beobachtet anschliessend die Venenfüllung an jeweils genau dieser freien Stelle.

Perthes-Test

Ob bei Krampfadern eine Störung des Blutabflusses im tiefen Venensystem besteht, kann der Perthes-Test zeigen: Hierbei bekommt man einen schmalen Verband um den Oberschenkel gewickelt. Während man umhergeht, beobachtet der Arzt die Füllung der oberflächlichen Venen.

6. Therapie

Bei Krampfadern (Varizen) kann eine möglichst frühzeitige Therapie eventuelle spätere Schäden vermeiden. Wenn grössere Blutmengen die Venen jahrelang belasten, kann dies zu Komplikationen führen – zum Beispiel zu einer Venenentzündung.

Gegen Varizen stehen zur Behandlung verschiedenen Massnahmen zur Verfügung. Zum einen besteht die Möglichkeit, die mit den Krampfadern einhergehenden Symptome zu behandeln – hierbei können:

  • Sie selbst durch allgemeine Massnahmen Ihre Beschwerden lindern, aber auch Krampfadern vorbeugen,
  • medizinische Massnahmen wie Venenmittel oder Kompressionsstrümpfe gegen Ihre Krampfadern helfen.

Zum anderen kann die Therapie darin bestehen, dass Sie Ihre Krampfadern entfernen lassen:

  • Kleine Krampfadern (z.B. Besenreiser) können Sie veröden lassen,
  • grössere Krampfadern können Sie operieren lassen (durch Stripping oder Krossektomie)
  • oder Sie lassen die Krampfadern durch Lasern oder mithilfe von elektromagnetischen Wellen von innen versiegeln (sog. endovenöse Verfahren).

Was Sie selbst tun können

Bei Krampfadern hilft neben der ärztlichen Therapie vieles, was Sie selbst tun können. Zwar können Sie durch allgemeine Massnahmen nicht erreichen, dass bereits bestehende Varizen verschwinden. Die Eigenmassnahmen tragen aber dazu bei, die mit den Krampfadern verbundenen Beschwerden (wie z.B. schwere Beine) deutlich zu lindern.

Eine wichtige Massnahme gegen Krampfadern lautet: für ausreichend körperliche Bewegung sorgen! Wenn Sie sich regelmässig bewegen, unterstützen Sie den Abfluss des Bluts in den Venen, die direkt unter der Haut liegen (sog. oberflächliche Venen). Vor allem Sportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen eignen sich bei Varizen, da sie die sogenannte Muskelpumpe besonders gut anregen: Denn mit dem Wechsel zwischen An- und Entspannung besonders der Wadenmuskulatur pumpen Sie das Blut in Ihren Venen zurück zu ihrem Herzen.

Immer wieder mal die Füsse hochlegen ist nicht nur gut zur Entspannung: Das regelmässige Hochlagern der Beine entstaut auch Ihre Venen und sorgt für einen guten Abfluss Ihres Bluts. Durch Wassergüsse können Sie Ihre Durchblutung steigern und ebenfalls die Venen entstauen. Bei leichten Krampfadern sind vor allem kalte Knie- oder Schenkelgüsse zu empfehlen: Das kostet nur wenige Sekunden, sodass Sie sie leicht in die Körperhygiene eingliedern können (z.B. beim morgendlichen Duschen), und regt sowohl die Durchblutung im Bein als auch den Kreislauf allgemein an.

Venenmittel

Bei Krampfadern (Varizen) stehen zur Therapie verschiedene Venenmittel in Kapsel- oder Tablettenform auf pflanzlicher Basis zur Verfügung. Diese Mittel helfen gegen geschwollene und schwere Beine, die infolge von Krampfadern entstehen.

Venenmittel steigern die Durchblutung und sorgen dafür, dass die Gefässwände weniger durchlässig sind. Ein Beispiel hierfür ist der aus dem japanischen Schnurbaum gewonnene Wirkstoff Troxerutin. Venenmittel mit Rosskastanienextrakten (Aescin), Rutosiden oder rotem Weinlaub (Flavonoid) erzielen eine ähnliche Wirkung.

Nehmen Sie diese Medikamente aber möglichst über einen längeren Zeitraum (mindestens mehrere Monate) ein, um die mit den Krampfadern verbundenen Beschwerden erfolgreich zu behandeln. Denn wenn Sie die Behandlung zu früh beenden, können die Beschwerden schnell zurückkehren.

Venensalben erhalten Sie in Ihrer Apotheke in unterschiedlichen Ausführungen. Diese Venenmittel enthalten meist Wirkstoffe wie Aescin, Tannin oder Heparin. Auch ätherische Öle, die man zum Beispiel aus Rosmarin, Latschenkiefer, Salbei oder Arnikablüten gewinnt, sind in Kombinationspräparaten zur Behandlung von Krampfadern erhältlich.

Venenmittel alleine reichen zur Therapie von Varizen aber nicht aus, da sie nur die Beschwerden lindern. Zusätzlich ist daher gegen Krampfadern eine Behandlung ratsam, die darauf abzielt, den venösen Blutfluss aus den erweiterten oberflächlichen Blutgefässen in die tiefen Gefässe umzuleiten: Dies gelingt, indem Sie die Krampfadern entfernen lassen oder (z.B. mit Kompressionsstrümpfen) zusammendrücken.

Verödung (Sklerosierung)

Wenn Sie Krampfadern (Varizen) entfernen lassen möchten, bietet sich zur Therapie eine Verödung (Sklerosierung) der betroffenen Venen an: Meistens kann man so vor allem retikuläre und Seitenastvarizen sowie Besenreiser erfolgreich entfernen. Weniger empfehlenswert ist es, grössere Krampfadern (sog. Stammkrampfadern) zu veröden: Sie kehren nach der Verödung häufig wieder. Bei grossen Krampfadern ist eine OP zur Behandlung besser geeignet.

Um Ihre Krampfadern zu veröden, spritzt der Arzt eine spezielle Flüssigkeit oder einen Schaum in die entsprechende Vene: Beides schädigt die Innenwand der Krampfadern – sie verkleben und entwickeln sich im Laufe der Zeit zu einem bindegewebsartigen Strang. Nach der Verödung der Krampfadern ist es wichtig, dass Sie sich viel bewegen, um den Blutstrom in den verbliebenen Venen anzuregen.

Operation

Bei Krampfadern (Varizen) der grossen Venen (sog. Stammvenen) kann die Therapie aus einer Operation bestehen. Es stehen zwei OP-Methoden zur Verfügung, um grosse Krampfadern zu entfernen:

Stripping
Zum einen können Sie die Krampfadern ziehen lassen: Beim sogenannten Stripping (= Ziehen) zieht der Operateur mit einer Sonde die Varizen aus dem Bein heraus. Nach dem Ziehen einer grossen Krampfader kann er zusätzlich kleinere Seitenäste veröden. Im Anschluss an die Operation ist es ratsam, eine Zeit lang Kompressionsstrümpfe (bzw. Stützstrümpfe) zu tragen.

Krossektomie
Zum anderen können Sie Ihre Krampfadern durch Krossektomie operieren lassen: Hierbei durchtrennt der Operateur eine Stammkrampfader (Vena saphena magna) an der Stelle, an der sie in die tiefe Beinvene (Vena femoralis) mündet. Dies verhindert den Rückstrom des Bluts. Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt. Daher eignet sich die Krossektomie auch für ältere Menschen mit grossen Krampfadern zur Behandlung, bei denen das Risiko einer Vollnarkose zu hoch ist. Nach dieser Operation ist es ebenfalls ratsam, eine Zeit lang Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Endovenöse Verfahren

Seit einiger Zeit stehen gegen Krampfadern zur Therapie auch zwei sogenannte endovenöse Verfahren zur Verfügung. Die Behandlung beruht in beiden Fällen darauf, die Krampfadern durch Hitze von innen zu versiegeln – entweder mithilfe von Laserstrahlen (endovenöse Lasertherapie) oder durch elektromagnetische Wellen (Radiofrequenzablation):
 

  • Endovenöse Lasertherapie
     Um die Krampfadern zu lasern, führt der Arzt zunächst einen dünnen Venenkatheter in die zu behandelnde Vene ein. Meist ist dafür nur ein kleiner Hautschnitt nötig. Der Katheter dient als Leitschiene für den circa zwei bis drei Millimeter starken Venenlaser, der anschliessend in die Vene eingeführt wird. Die Laserbestrahlung erhitzt die Innenwand der Vene so stark (bis zu 700 Grad), dass sie verklebt und sich letztlich verschliesst.
     
  • Radiofrequenzablation
    Auch hier schiebt der Arzt einen Katheter in die zu behandelnde Vene vor. Der Katheter dient als Leitschiene für die elektromagnetischen Wellen, die die Vene von innen erhitzen. Die eingeführten Radiowellen erzeugen Temperaturen von bis zu 90 Grad – dadurch verklebt die Vene und verschliesst sich.


Eine chirurgische Entfernung der Krampfadern ist bei dieser Behandlung nicht nötig. Im Gegensatz zu den klassischen Operationsmethoden können die endovenösen Verfahren ohne Narkose ambulant erfolgen.

Beide endovenöse Verfahren erzielen Ergebnisse, die mit denen einer Operation von Krampfadern vergleichbar sind. Als Nebenwirkungen der Behandlung durch endovenöse Lasertherapie oder Radiofrequenzablation können Schmerzen und blaue Flecken auftreten.

Kompressionstherapie

Bei Krampfadern (Varizen) kann zur Therapie auch die Kompression (= Zusammenpressung) beitragen. Mit der Kompressionstherapie kann man die Krampfadern allerdings nicht entfernen. Die Behandlung besteht darin, die Venen mit einem Verband oder Kompressionstrumpf zusammenzudrücken – das Blut kann so schneller abfliessen.

Die Kompressionstherapie erfolgt bei ausgeprägten Krampfadern als Basistherapie, wenn andere Verfahren (z.B. Verödung von Krampfadern oder OP) aus bestimmten Gründen nicht zur Behandlung der Varizen anwendbar sind.

Kompressionsstrümpfe

Bei ausgeprägten Krampfadern (Varizen) oder starken Ödemen kommen zur Therapie individuell nach Mass angefertigte Kompressionsstrümpfe (auch Stützstrümpfe genannt) zum Einsatz. Der Druck, den die eng anliegenden Kompressionsstrümpfe auf das Bein ausüben,

 

  • verringert die Breite der Blutgefässe und
  • beschleunigt den Abtransport des Bluts in den Venen, die an der Oberfläche liegen.


Die Kompressionsstrümpfe reichen in der Regel über das Kniegelenk bis auf die Oberschenkel. Somit besteht keine Gefahr, dass sie bei körperlicher Bewegung herunterrutschen und einzelne Gefäße (z.B. unter der Kniekehle) abschnüren.

Im Gegenteil: Die Strümpfe verstärken den Effekt der Pumpwirkung der Waden- und Fußmuskeln. Wenn Sie wegen bereits bestehender Krampfadern also Kompressionsstrümpfe tragen, tragen Sie sie am besten auch während des Spaziergangs oder beim Sport. Andernfalls können sich die Krampfadern unter Umständen sogar verschlimmern.

7. Verlauf

Prognose

Krampfadern (Varizen) nehmen meistens einen harmlosen Verlauf. Wer frühzeitig etwas gegen die ersten bläulich schimmernden Adern unternimmt, kann mit einer guten Prognose rechnen und oft ein Krampfaderleiden vermeiden. Unbehandelt neigen Krampfadern im Lauf der Zeit dazu, weiter fortzuschreiten und ab einem gewissen Stadium deutliche Beschwerden auszulösen – etwa schwere Beine.

Aber selbst dann ist die Prognose noch günstig, wenn man die für die Beschwerden verantwortlichen Krampfadern behandelt und beseitigt:

  • Wer grosse, oberflächliche Krampfadern (sog. Stammkrampfadern) operativ entfernen lässt, kann mit guten Erfolgen rechnen: Etwa 95 Prozent der Menschen, die ihre Krampfadern operieren lassen, bleiben in den ersten 5 Jahre nach der Operation beschwerdefrei; nach 10 Jahren sind es immer noch etwa 90 Prozent.
     
  • Auch die bei kleineren Krampfadern geeignete Verödungstherapie hat eine gute Prognose: Nach 5 Jahren sind etwa 90 Prozent der Behandelten weiterhin frei von Varizen, nach 10 Jahren noch 80 Prozent.

Komplikationen

Unbehandelt können Krampfadern (Varizen) im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein:

  • In einem späteren Stadium neigen Krampfadern dazu, sich stark auszudehnen. Aufgrund Ihrer dünnen Wand besteht das Risiko, dass sie platzen und es zu stärkeren Blutungen kommt.
     
  • Das Blut in den Krampfadern kann im Lauf der Zeit gerinnen und verklumpen. Es bilden sich Blutgerinnsel (Thromben), die die oberflächlichen Venen verstopfen (Thrombose).
     
  • Der Rückstau des Bluts erhöht den Druck in den Krampfadern. Dies kann besonders die Haut an den Unterschenkeln schädigen. Mögliche Folgen sind: dunkle Verfärbungen der Haut, Entzündungen und entzündungsartige Hautveränderungen mit starkem Juckreiz. Ausserdem kann sich Gewebswasser in den Beinen ansammeln (sog. Ödeme). Ödeme treten als starke Schwellungen in Erscheinung.
     
  • Nimmt das Venenleiden einen schweren Verlauf, kann Gewebe absterben und es können sich Geschwüre bilden. Der Grund: Das in Krampfadern angestaute Blut verhindert, dass das Gewebe ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt ist. Dies führt – in Verbindung mit dem hohen Druck – in schweren Fällen dazu, dass Gewebe abstirbt und Beingeschwüre (Ulcera cruris) entstehen, die man auch als offene Beine bezeichnet.
     
  • Krampfadern können Entzündungen in den Venen (Varikophlebitis) auslösen. Breitet sich eine Venenentzündung in tiefer gelegenen Venen aus, können Blutgerinnsel die tiefen Venen verschliessen (sog. tiefe Beinvenen-Thrombose). Reisst der Blutstrom diese Gerinnsel mit, können sie in die Lunge gelangen und dort kleinere und grössere Blutgefässe verstopfen (sog. Lungenembolie).
     
  • Bei Krampfadern der tiefer liegenden Venen kann das grössere Blutvolumen die Wand der Venen dauerhaft belasten. Im weiteren Verlauf verhärtet sich die Venenwand (sog. Phlebosklerose). Die Folge: Die Venen verlieren die Fähigkeit, kleinere Blutgerinnsel aufzulösen, wodurch das Risiko für eine Thrombose in den tieferen Beinvenen steigt. Auch die Venenklappen können verhärten: Sie vernarben, verkleinern sich und verlieren ihre Funktionsfähigkeit – Ödeme und Beingeschwüre können sich entwickeln.

8. Vorbeugen

Krampfadern (Varizen) können Sie vorbeugen! Auch wenn die Ursache meist in einer angeborenen Schwäche des Bindegewebes liegt, müssen Krampfadern nicht zu einem Krampfaderleiden (Varikose) führen. Um zu verhindern, dass Krampfadern entstehen oder sich bestehende Krampfadern verschlimmern, sind viele verschiedene Massnahmen geeignet:

Was Sie im Beruf und Alltag tun können

Möchten Sie Krampfadern frühzeitig vorbeugen, gibt es einiges, was Sie im Beruf und Alltag tun können. Wichtig ist vor allem, dass Sie sich regelmässig bewegen und Übergewicht vermeiden: So sorgen Sie dafür, dass das Blut aus den Venen gut abfliesst. Dies gilt besonders, wenn Sie aus beruflichen Gründen viel sitzen oder stehen: Sorgen Sie dann in Ihrer Freizeit für ausreichend Bewegung. Denn Krampfadern (Varizen) entstehen häufig, wenn körperliche Aktivität zu kurz kommt. Allgemein gilt der Grundsatz: Viel laufen und gehen, wenig sitzen und stehen. Also zum Beispiel lieber die Treppe steigen als den Aufzug benutzen!

Legen Sie ruhig zwischendurch auch mal Ihre Beine hoch oder verwöhnen Sie sich mit einem kalten Fussbad: Auch damit unterstützen Sie Ihr Venensystem und stärken gleichzeitig Ihren Kreislauf. Ausserdem gilt: Lockere Kleidung tragen. Denn einschnürende Kleidungsstücke können Venen an einzelnen Stellen (Kniekehlen, Knöchel) abdrücken. Dadurch behindern sie den Blutfluss und erhöhen das Risiko für Krampfadern.

Treiben Sie Sport

Wenn Sie Krampfadern (Varizen) vorbeugen möchten, gilt vor allem: Treiben Sie Sport! Denn wer regelmässig in die Pedalen seines Velos tritt oder Joggen geht, beugt Venenerweiterungen vor, verhindert ihr Fortschreiten und lindert bereits bestehende Beschwerden.

Vor allem die richtige Art der körperlichen Aktivität kann Krampfadern vorbeugen. Besonders geeignet sind Sportarten wie Walking, Schwimmen oder Inlineskaten. Auch durch lange Spaziergänge, Wandern, Tanzen, Aerobic oder Jazzdance fördern Sie ihre Durchblutung und unternehmen etwas gegen Krampfadern. Der Grund: Bei diesen Bewegungen aktivieren Sie Ihre Waden- und Fussmuskeln und unterstützen so den Abfluss des Bluts in den Beinvenen durch die sogenannte Muskelpumpe.

Fordern Sie Ihre Muskeln möglichst über einen längeren Zeitraum hinweg. Um Krampfadern vorzubeugen, kommt es nicht darauf an, beim Sport Höchstleistungen zu vollbringen – entscheidend ist Regelmässigkeit: Sie müssen die Muskelpumpen immer wieder neu aktivieren, um ihre Wirkung zu entfalten. Regelmässige Bewegung führt darüber hinaus zu einem Trainingseffekt für die Muskulatur. Die Muskeln wachsen und erhöhen damit den Druck auf die Venendurchblutung. Kleinste Veränderungen wirken sich dabei schon positiv aus.

Beachten Sie aber bei einer bestehenden Erkrankung der Venen, dass sich nicht alle Sportarten günstig auf Krampfadern auswirken. Vor allem wenn Sie beim Sport kurze schnelle Bewegungen ausführen und dann wieder stehen müssen (wie z.B. bei Tennis oder Badminton), fördern Sie den Blutstrom in den Venen nicht dauerhaft: Die verstärkte Aktivität regt den Kreislauf und die Durchblutung an, so dass ein erhöhter Blutfluss entsteht. Bleibt die Pumpwirkung der Wadenmuskeln in den Stehpausen plötzlich aus, versackt das Blut in den vorgeschädigten Venen und dehnt diese weiter aus. Darüber hinaus erhöhen bestimmte Übungen beim Kraftsport den Druck im Bauchraum übermässig (sog. Bauchpresse), was den Strom des Bluts in den Venen zum Herzen zeitweilig behindert.

Sprechen Sie deswegen vorher mit Ihrem Arzt, wenn Sie gerne Sportarten wie Tennis, Badminton oder Krafttraining ausüben möchten. Er kann Sie persönlich beraten und mit Ihnen abklären, welcher Sport für Sie sinnvoll ist – vor allem, wenn Sie schon vereinzelt Krampfadern haben.

 

günstige Sportarten ungünstige Sportarten
Radfahren Tennis
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Venengymnastik

Eine weitere Methode, mit der Sie Krampfadern (Varizen) vorbeugen können, stellt die Venengymnastik dar. Verhindert schlechtes Wetter einen Spaziergang, zum Beispiel während der Mittagspause, können Sie mit gezielten Übungen ihren Blutfluss in den Venen in Gang bringen.

Die folgenden Übungen gegen Krampfadern können Sie problemlos lernen und auch zwischendurch neben Schreibtisch und Bürostuhl ausführen:

 

  • Auf-der-Stelle-Gehen
     
  • Abrollen der Füsse von den Fersen in den Zehenstand und zurück
     
  • abwechselndes Gehen auf den Fersen und dem Fussballen
     
  • Greifen und Hochheben von leichten Gegenständen (z.B. Taschentuch, Stift) mit den Zehen
     
  • Kniebeugen (soweit die Kniegelenke es zulassen)

Auch in der Rückenlage, etwa abends vor dem Schlafen, können Sie mit Übungen Ihre Venen unterstützen, um Venenleiden wie Varizen zu verhindern, zum Beispiel:

  • Velofahrbewegungen mit einem Bein im Wechsel
  • wiederholte leichte Tretbewegungen gegen das Fussende des Betts
  • rhythmisches Beugen und Strecken der Zehen

Eine weitere Übung zum Vorbeugen von Krampfadern besteht darin, die Zehen bei hoch gelagerten Beinen gegen das Fussende zu stemmen, das Gesäss anzuheben und mehrere Sekunden anzuspannen. Dabei ist es wichtig, in kleinen Zügen weiter zu atmen. Wiederholen Sie diese Übung nach einer kurzen Verschnaufpause noch zwei Mal.

Stützstrümpfe

Auch bei schon bestehenden Krampfadern (Varizen) ist Vorbeugen wichtig: Wenn Sie schon ausgeprägte Krampfadern oder starke Ödeme haben, können Sie durch regelmässiges Tragen nach Mass angefertigter Stützstrümpfe (Kompressionsstrümpfe) verhindern, dass das Krampfaderleiden fortschreitet. Der Druck, den die eng anliegenden Stützstrümpfe auf das Bein ausüben,

  • verringert die Breite der Blutgefässe und
  • beschleunigt den Abtransport des Bluts in den Venen, die an der Oberfläche liegen.


Die Stützstrümpfe bekommen Sie vom Arzt verschrieben. Sie verstärken die Pumpwirkung der Waden- und Fussmuskeln. Daher ist es wichtig, dass Sie die Stützstrümpfe auch beim Spazierengehen und beim Sport tragen. Tun Sie dies nicht, riskieren Sie, dass sich Ihre Krampfadern eventuell verschlimmern.

Wassergüsse

Einem Krampfaderleiden können Sie bei schon bestehenden Krampfadern (Varizen) auch durch Wassergüsse vorbeugen: So steigern Sie Ihre Durchblutung und entstauen die Venen. Bei leichten Krampfadern sind vor allem kalte Knie- oder Schenkelgüsse empfehlenswert. Sie dauern nur wenige Sekunden, weshalb Sie sie leicht in Ihre Körperhygiene eingliedern können (z.B. beim morgendlichen Duschen), und regen sowohl die Durchblutung im Bein als auch Ihren Kreislauf allgemein an.

Auch mit dem Wassertreten nach Kneipp können Sie Krampfadern vorbeugen – diese Methode ist allerdings etwas zeitaufwendiger als Wassergüsse. Beim Wassertreten tritt man im Storchenschritt eine Minute lang durch ein Becken, das kniehoch mit 15 bis 20 Grad kaltem Wasser gefüllt ist.

Eine besondere Form des Wassertretens ist das Tautreten, bei dem man morgens barfuss durch taunasse Wiesen läuft.