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  4. Läuferknie (Iliotibiales Bandsyndrom, ITBS)

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1. Überblick

Vor allem Langstrecken- und Marathonläufer kennen es: das Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS), das sich durch starke Knieschmerzen an der Aussenseite des Knies äussert. Aber auch Nicht-Sportler können betroffen sein.

Das Läuferknie ist die Folge einer Fehl- und Überbelastung: Die typischen Schmerzen im Knie entstehen dadurch, dass der Tractus iliotibialis – eine Sehnenplatte, die an der Aussenseite des Oberschenkels zum Schienbein verläuft – über die Knochen scheuert, die das Kniegelenk bilden (daher bezeichnet man das Läuferknie auch als Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom oder kurz Tractussyndrom). Das hierdurch strapazierte Gewebe entzündet sich und es tritt ein stechender Schmerz an der Aussenseite des Knies auf – zunächst nur beim Bergabgehen oder Joggen und nachfolgend auch beim Gehen.

Zu den möglichen Ursachen für ein Läuferknie gehören:

  • klassische Läuferfehler: unzureichendes Aufwärmen vor dem Laufen, unzureichendes Dehnen, zu schnelles Steigern des Trainings, zu harter Untergrund, falsches Schuhwerk
  • Fehlstellungen (z.B. O-Beine)

Beim Läuferknie zielt die Behandlung zunächst darauf ab, die akuten Schmerzen zu lindern: Es hilft, das betroffene Knie zu kühlen und entzündungshemmende Medikamente einzunehmen. Um das Läuferknie zu stabilisieren, eignet sich eine Bandage. Ausserdem gilt für jeden, der ein iliotibiales Bandsyndrom hat: auf jeden Fall das Knie schonen und eine Zeit lang nicht belasten.

Wenn die vom Läuferknie verursachten Knieschmerzen durch die Therapie abgeklungen sind, ist wieder ein leichtes Training möglich. Aber auch hier gilt es, das Knie nicht übermässig oder falsch zu belasten, denn: Wie ein iliotibiales Bandsyndrom verläuft, hängt in hohem Mass vom Verhalten der Betroffenen ab. Nur wer sein Bein konsequent schont, kann damit rechnen, dass die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen nachlassen. Bei einem unzureichend behandelten Läuferknie, das nicht richtig heilen kann, können sich dauerhafte Beschwerden entwickeln.

Vor allem bei sportlichen Aktivitäten sind die Kniegelenke erheblichen Belastungen ausgesetzt. Um einem Läuferknie vorzubeugen, ist es daher wichtig, sich vor dem Sport aufzuwärmen und Dehnübungen auszuführen. Dabei ist besonders darauf zu achten, die Aussenseite des Beins zu dehnen. Auch gute Laufschuhe zu tragen und eine unangemessene sportliche Belastung zu vermeiden kann helfen, ein iliotibiales Bandsyndrom zu verhindern.

2. Definition

Das Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) ist eine durch starke Schmerzen im Knie gekennzeichnete Folge falscher und übermässiger Belastung: Typischerweise treten die Knieschmerzen aussen am Knie beziehungsweise unter der Kniescheibe auf.

Weitere Bezeichnungen für das Läuferknie sind:

  • Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom
  • Tractussyndrom

Das Kniegelenk ist eins der grössten und vor allem kompliziertesten Gelenke des menschlichen Körpers. Es bildet die bewegliche Verbindung zwischen dem Ober- und Unterschenkel und muss grossen Belastungen standhalten. Dies ist nur möglich, wenn alle am Gelenk beteiligten Strukturen wie Knochen, Knorpel, Bänder, Kapsel, Menisken und die Muskulatur reibungslos zusammenspielen. Ist dieses Zusammenspiel gestört, kann ein Läuferknie entstehen. Langstreckenläufer, Marathonläufer und Radsportler sind besonders häufig vom Läuferknie betroffen. Aber auch andere Sportler, wie Handball- und Basketball-Spieler oder Bergwanderer, sowie Nicht-Sportler (z.B. Menschen mit O-Beinen) können ein iliotibiales Bandsyndrom entwickeln.

Häufigkeit

Das Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) ist bei Läufern das mit grösster Häufigkeit auftretende Problem: Jeder 4. ist davon betroffen, wobei Frauen mit rund 28 Prozent etwas öfter vertreten sind als Männer mit 24 Prozent.

3. Ursachen

Einem Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) liegen als Ursachen falsche und übermässige Belastungen des Kniegelenks zugrunde. Diese Belastungen führen im Knie beziehungsweise an der Aussenseite des Knies zu Schmerzen. Auslöser dieser Beschwerden ist der sogenannte Tractus iliotibialis, eine Sehnenplatte, die vom Becken kommend an der Aussenseite des Oberschenkels zum Schienbeinkopf verläuft. Entsprechend bezeichnet man das Läuferknie auch als Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom oder kurz als Tractussyndrom.

Führt das Knie Beuge- und Streckbewegungen aus, gleitet der Tractus iliotibialis normalerweise am äusseren Kniegelenkspalt vorbei. Bei Menschen mit einem Läuferknie ist er jedoch meist verkürzt und scheuert deshalb über die Knochen, die das Kniegelenk bilden – besonders über die des Oberschenkels. Dies verursacht eine Entzündung der strapazierten Gewebe – und es entsteht ein stechender Schmerz im Knie.

Ursachen für ein Läuferknie beziehungsweise die zugrunde liegende Verkürzung des Sehnenapparats können zum Beispiel sein:

  • klassische Läuferfehler: unzureichendes Aufwärmen vor dem Laufen, unzureichendes Dehnen, zu schnelles Steigern des Trainings, zu harter Untergrund, falsches Schuhwerk
  • O-Beine
  • angeborene Fehlstellungen

4. Symptome

Die für ein Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) typischen Symptome sind stechende Schmerzen im Knie, genauer: an der Aussenseite des Kniegelenks beziehungsweise unterhalb der Kniescheibe.

Die vom Läuferknie verursachten Knieschmerzen bestehen zunächst vorwiegend beim Bergabgehen. Mit der Zeit treten die Symptome jedoch schon beim normalen Laufen beziehungsweise Gehen auf. Später macht sich ein iliotibiales Bandsyndrom auch beim Treppensteigen, beim Sitzen mit gewinkelten Beinen und sogar bei Berührung der Kniescheibe durch stechende Knieschmerzen bemerkbar.

Neben diesen Schmerzen können als weitere Symptome für ein iliotibiales Bandsyndrom eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Knie oder ein Gelenkerguss auftreten. Das Knie kann anschwellen und sich warm anfühlen. Wenn Menschen mit einem Läuferknie das betroffene Bein bewegen, ist ausserdem häufig ein Knirschen im Knie zu hören.

5. Diagnose

Beim Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) kann die Diagnose recht schnell erfolgen, wenn die typischen Knieschmerzen an der Aussenseite und unterhalb des Kniegelenks nach Belastungen wie zum Beispiel Sport oder bei Menschen mit O-Beinen auftreten.

Allerdings können hinter den auf ein Läuferknie hindeutenden Beschwerden auch andere Erkrankungen oder Verletzungen stecken (z.B. Arthrose oder Meniskusschäden). Um bei Verdacht auf ein iliotibiales Bandsyndrom andere Ursachen auszuschliessen, kommen daher zur Diagnose häufig Röntgenuntersuchungen und gegebenenfalls eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Knies zum Einsatz.

6. Therapie

Beim Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) zielt die Therapie zunächst darauf ab, Ihre akuten Schmerzen zu lindern: Als Sofortmassnahme können Sie das betroffene Knie kühlen (z.B. mit einem Eisbeutel). Um den Knieschmerz, die Entzündung und die Schwellung zu lindern, kommen Medikamente wie Analgetika (Schmerzmittel) und Antiphlogistika (entzündungshemmende Mittel) zum Einsatz. Wenn das Läuferknie besonders starke Beschwerden verursacht, kann der Arzt Ihnen zur Behandlung auch Anästhetika (Betäubungsmittel) spritzen.

Um das Läuferknie zu stabilisieren, eignet sich eine Bandage. Im weiteren Verlauf der Therapie ist es wichtig, dass Sie das schmerzende Knie unbedingt schonen und eine Zeit lang nicht erneut belasten. Eine Laufpause von zwei bis drei Monaten ist bei einem Läuferknie sinnvoll.

Wenn die für ein Läuferknie typischen Knieschmerzen durch die Behandlung abgeklungen sind, können Sie ein leichtes Training wiederaufnehmen. Dabei ist es wichtig, die Läuferknie nicht übermässig oder falsch zu belasten. Das Training kann mit vorsichtigen krankengymnastischen Übungen beginnen, um anschliessend mit Geräteübungen langsam die Muskulatur wieder aufzubauen. Alle Übungen erfolgen am besten unter fachlicher Anleitung. In vielen Fällen ist es im Rahmen der Therapie sinnvoll, das Körpergewicht zu reduzieren, um erneuten Beschwerden durch ein iliotibiales Bandsyndrom vorzubeugen.

Linderung versprechen bei einem Läuferknie auch spezielle Massagen, welche die schmerzbedingt verkürzte Muskulatur an der Aussenseite des Beins lockern und dehnen. Bei wiederkehrenden, chronischen Knieschmerzen kann eine Behandlung mit örtlichen Wärmeanwendungen wohltuend sein.

7. Verlauf

Prognose

Bei einem Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) hängen Verlauf und Prognose in hohem Mass vom Verhalten der Betroffenen ab: Wer sein Bein konsequent schont, kann in der Regel damit rechnen, dass die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen nachlassen. Dabei ist es wichtig, auch anschliessend das Knie auf keinen Fall übermässig oder falsch zu belasten. Nur wer sich nicht an die Vorsichtsmassnahmen hält, läuft Gefahr, dass der Knieschaden chronisch verläuft.

Komplikationen

Ein Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) kann es im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein. Dies gilt besonders bei unzureichender Schonung des Knies: Dann können im Kniegelenk irreparable Knorpelschäden entstehen, die dauerhafte und ständig wiederkehrende Beschwerden verursachen. Ein unbehandeltes Läuferknie, das nicht richtig heilen kann, kann zu chronischen Beschwerden führen.

8. Vorbeugen

Es gibt verschiedene Massnahmen, mit denen Sie einem Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) vorbeugen können. Die wichtigsten Massnahmen bestehen darin, sich vor dem Sport aufzuwärmen und Dehnübungen durchzuführen. Dabei ist es besonders wichtig, die Aussenseite des Beins zu dehnen, beispielsweise durch Überkreuzen der Beine im Stehen und Vornüberbeugen.

Grundsätzlich ist es beim Sport wichtig, dass Sie Ihren Laufstil dahingehend überprüfen, ob Sie möglicherweise falsch laufen und Ihre Gelenke dabei fehlbelasten. Eine Übungsstunde bei einem erfahrenen Trainer kann zur Vermeidung von Fehlbelastungsfolgen wie dem Läuferknie hilfreich sein. Wichtig sind ausserdem gute Laufschuhe. Etwaige Fehlstellungen der Füsse können Sie durch geeignete Schuhe und Einlagen ausgleichen. Achten Sie darauf, Ihren Körper bei sportlichen Aktivitäten grundsätzlich nicht zu überfordern, denn nicht nur die Gelenke leiden darunter.

Um Knieschmerzen beziehungsweise einem Läuferknie vorzubeugen, bieten sich alternativ andere Ausdauersportarten an wie Velofahren, Rudern oder Schwimmen.