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Veröffentlicht am 26.02.2020

1. Überblick

Lungenentzündungen treten vor allem in den kalten Jahreszeiten vermehrt auf. Besonders gefährdet davon sind Kinder und ältere Menschen.

Keine andere Infektionskrankheit ist so häufig wie die Lungenentzündung (Pneumonie): Vor allem in der kalten Jahreszeit tritt sie verstärkt auf. Das Risiko für eine Lungenentzündung ist besonders bei einem geschwächten Immunsystem, bei alten Menschen und bei Kleinkinder hoch. Bei jungen und gesunden Menschen ist das Immunsystem in der Regel stark genug, um sich gegen die Erreger zu wehren.

Eine Lungenentzündung entsteht meistens durch Bakterien. Dabei sind die sogenannten Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) besonders häufig vertreten: Diese Bakterien sind für die Hälfte aller Pneumoniefälle verantwortlich. Seltener sind Viren oder Pilze die Auslöser einer Lungenentzündung. Die Erreger der Pneumonie dringen in die Lunge vor und führen im dortigen Gewebe zu einer Entzündung. Ihre Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektionen über Niesen, Sprechen oder Husten.

Ausserdem können Lungenentzündungen auch ausgelöst werden durch chemische oder physikalische Einflüsse, zum Beispiel giftige Gase, Medikamente oder verschluckte Gegenstände, die das Lungengewebe angreifen. Eine solche Lungenentzündung, die nicht durch Keime ausgelöst wird, nennt man Pneumonitis.

Gegen eine Lungenentzündung kommen in den meisten Fällen spezielle Medikamente zum Einsatz: Sie enthalten Wirkstoffe, die sich gezielt gegen die auslösenden Erreger richten – bei einer bakteriellen Lungenentzündung sind beispielsweise Antibiotika wirksam.

Bei jungen und gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung in der Regel ohne Folgen aus. Bei einem geschwächten Immunsystem sind Komplikationen möglich, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Schwierig zu behandeln sind Lungenentzündungen, die durch eine Ansteckung mit Spitalerregern während eines stationären Aufenthalts entstehen (sog. nosokomiale Infektion). Der Grund: Die Erreger sind oft widerstandsfähiger gegen derzeitige Medikamente.

Mittlerweile sind Impfstoffe gegen die häufigsten Auslöser der Lungenentzündung – die Pneumokokken – verfügbar. Eine Impfung gegen Pneumokokken ist besonders bei Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr, bei Menschen, die älter als 60 Jahre sind, sowie bei einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche (z.B. HIV-Infektion) und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ratsam.

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Ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Die Frage, ob eine Lungenentzündung ansteckend ist, lässt sich nicht generell beantworten. Prinzipiell sind die Erreger (in den meisten Fällen Bakterien) der Lungenentzündung ansteckend und können durch die Luft von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Dennoch: Wer sich mit Erregern einer Lungenentzündung infiziert, erkrankt nicht zwangsläufig an einer Pneumonie. Tatsächlich sind manche Erreger wie zum Beispiel Pneumokokken sogar bei vielen Menschen ganz normaler Bestandteil der Schleimhaut der oberen Atemwege – trotzdem bleiben sie kerngesund. Denn in der Regel kann das Immunsystem die Erreger erfolgreich in Schach halten.

Bei jungen und gesunden Menschen kommt es deshalb nur selten zu einem Ausbruch der Lungenentzündung, auch wenn sie die Erreger durch die Luft eingeatmet haben. Eine Lungenentzündung ist also vor allem dann ansteckend, wenn das Immunsystem geschwächt ist – etwa durch Erkrankungen. Ebenso haben ältere Menschen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, da der Körper im Alter weniger Abwehrzellen und Antikörper herstellt, während kleine Kinder leichter an einer Lungenentzündung erkranken, weil sich bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet hat.

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2. Definition von Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Entzündung des Lungengewebes. In der Regel lösen Bakterien die Erkrankung aus – seltener Viren oder Pilze.

Ausserdem können chemische und physikalische Reize, wie zum Beispiel giftige Gase oder verschluckte Gegenstände, das Lungengewebe angreifen und zu einer Lungenentzündung führen. In diesen Fällen sprechen Mediziner von einer Pneumonitis.

In der Lunge findet der lebenswichtige Gasaustausch statt: Der Sauerstoff gelangt aus der Atemluft ins Blut, und Abfallprodukte des Stoffwechsels, beispielsweise Kohlendioxid, gehen aus dem Blut in die Atemluft über, so dass die Betroffenen sie abatmen. Beeinträchtigt eine Erkrankung wie die Lungenentzündung die Atmung, kann dies zu einer lebensbedrohlichen Situation führen, denn: Der Körper ist dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und kann gleichzeitig nicht mehr genügend Kohlendioxid abatmen.

Häufigkeit

Schätzungen zufolge haben fünf Prozent aller im Spital behandelten Menschen eine Lungenentzündung. Ungefähr fünf bis sechs Prozent aller Betroffenen haben wiederum ihre Erkrankung erst im Spital erworben (sog. nosokomiale Infektion).

Die durch Bakterien oder Viren verursachte Pneumonie tritt besonders in der kalten Jahreszeit mit verstärkter Häufigkeit auf. Zu den häufigsten Auslösern der Lungenentzündung zählen vor allem sogenannte Pneumokokken: Diese Bakterien sind für gut die Hälfte aller Pneumonien verantwortlich. Das Risiko für eine Lungenentzündung ist besonders bei einem geschwächten Immunsystem, bei alten Menschen und bei Kleinkinder hoch.

Weltweit ist die Lungenentzündung die mit grösster Häufigkeit registrierte Infektionskrankheit. Insgesamt sterben auf der Welt jedes Jahr drei bis vier Millionen Menschen an einer Lungenentzündung. In Westeuropa ist die Pneumonie unter allen Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache.

Nach dem Ort der Entzündung (Lokalisation)

Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) kann die Einteilung nach dem Ort der Entzündung (sog. Lokalisation) erfolgen. In Abhängigkeit davon, welche Teile des Lungengewebes betroffen sind, unterscheiden Mediziner zwischen zwei Formen der Lungenentzündung:

  • Interstitielle Pneumonie: Bei dieser Form der Lungenentzündung ist das Gewebe entzündet, das die Lungenbläschen (Alveolen) umgibt.
  • Alveoläre Pneumonie: Hierbei sind die Lungenbläschen (Alveolen) selbst von der Entzündung betroffen.
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Pneumokokken befallen Lungenbläschen.

Pneumokokken-Bakterien befallen die Lungenbläschen und führen zu einer Lungenentzündung.

Quelle: Getty Images

Nach der Ausdehnung

Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) ist auch eine Einteilung nach der Ausdehnung möglich. Je nachdem, auf welche Teile der Lunge sich die Entzündung ausbreitet, unterscheidet man:

  • Lobäre Pneumonie: Ein ganzer Lungenlappen ist betroffen.
  • Lobuläre Pneumonie: Die Lungenentzündung breitet sich innerhalb eines Lungenläppchens aus. In diesem Fall gibt es einen oder mehrere Entzündungsherde, weshalb man diese Form als Herdpneumonie bezeichnet.
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Nach dem Auslöser

Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) kann die Einteilung auch anhand der Symptome und nach dem Auslöser in typische und atypische Lungenentzündungen erfolgen:

Für die typische Lungenentzündung (typische Pneumonie) sind in der Regel Bakterien als Auslöser verantwortlich. Erstes Anzeichen für die Lungenentzündung ist häufig ein Schüttelfrost, der bis zu einer Stunde andauern kann. Darauf folgen die Symptome Fieber und Husten – die Betroffenen husten dabei einen anfangs rostbraunen, später meist gelb-grünlichen Auswurf ab. In vielen Fällen geht diesem Geschehen ein Infekt des oberen Hals- oder Rachenbereichs voraus. Die typische Pneumonie tritt vorwiegend in der kalten Jahreszeit auf und die Betroffenen fühlen sich häufig sehr krank.

Die atypische Lungenentzündung (atypische Pneumonie) ist seltener. Auslöser sind überwiegend Viren und/oder seltene Bakterienarten wie zum Beispiel Mykoplasmen oder Chlamydien. Die Erkrankung beginnt meist schleichender als eine typische bakterielle Lungenentzündung – erst nach mehreren Tagen ist sie voll ausgeprägt. Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sind dabei die wichtigsten Symptome, Schüttelfrost kommt selten vor. Der Husten ist lang anhaltend und quälend (trockener Reizhusten) – die Betroffenen produzieren dabei meist keinen Auswurf (Sputum). Allgemein fühlen sich die meisten Betroffenen weniger krank als bei der typischen Pneumonie.

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Nach dem Ort der Ansteckung

Ausserdem ist bei der Lungenentzündung (Pneumonie) eine Einteilung nach dem Ort der Ansteckung mit den Erregern möglich:

  • Erfolgt die Ansteckung mit der Lungenentzündung in einem Spital, liegt eine sogenannte nosokomiale Pneumonie vor.
  • Die nicht-nosokomiale Pneumonie beziehungsweise ambulant erworbene Lungenentzündung ist die Folge einer Infektion ausserhalb eines Spitals.

Diese Einteilung nach dem Ort der Ansteckung ist vor allem für die Behandlung der Lungenentzündung von Bedeutung, denn: Erreger in Spitälern sind oftmals widerstandsfähig (resistent) gegen Medikamente, zum Beispiel gegen bestimmte Antibiotika.

3. Ursachen von Lungenentzündung

Einer Lungenentzündung (Pneumonie) liegen als Ursachen vorwiegend Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten zugrunde. Die meisten Lungenentzündungen sind auf eine Infektion mit Bakterien zurückzuführen – vor allem mit sogenannten Pneumokokken: Sie sind für die Hälfte aller Pneumonien verantwortlich.

Erreger

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die verschiedenen Formen der Lungenentzündung (Pneumonie) und die als Ursachen zugrunde liegenden Erreger:

  Bakterien Viren Pilze
Typische Pneumonie Streptokokken (S. pneumoniae)
Haemophilus influenzae
   
Atypische Pneumonie Mykoplasmen (M. pneumoniae)
Chlamydien (C. psittaci, C. pneumoniae)
Legionellen (L. pneumophila)
Rickettsien (Coxiella burnetii)
   
Im Spital erworbene Pneumonie Staphylokokken (S. aureus)
Enterobakterien (E. coli, Klebsiellen)
Pseudomonas aeruginosa
   
Pneumonie bei Abwehr- geschwächten Staphylokokken (S. aureus)
Mykobakterien
Cytomegalie-Virus (CMV) Pneumocystis carinii
Candida
Aspergillus

Viren und Pilze gehören zu den Krankheitserregern, die besonders bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr Lungenentzündungen auslösen können. Die Immunabwehr kann zum Beispiel nach Organtransplantationen oder durch Erkrankungen des Immunsystems (z.B. HIV-Infektion) beeinträchtigt sein.

Übertragung

Für eine Lungenentzündung (Pneumonie) kommen als Ursachen verschiedene Wege der Übertragung infrage. Ein Übertragungsweg führt über die Atemwege: Dabei gelangen die Erreger aus dem eigenen Nasen-Rachenraum oder durch sogenannte Tröpfcheninfektion über Husten oder Niesen in die Lunge. Eine weitere Möglichkeit zur Übertragung besteht darin, dass die Erreger der Lungenentzündung den Weg von anderen Organen über den Blutstrom in die Lunge finden – dies ist allerdings selten.

In der Regel verfügt die Lunge über Abwehrmechanismen, die das Eindringen von Fremdstoffen oder Erregern verhindern: Auf der Oberfläche der Luftröhre (Trachea) und den grossen Bronchien befinden sich kleine Härchen (sog. Zilien). Die Zilien bewegen sich kontinuierlich und befördern auf diese Weise Schleim aus der Lunge in Richtung Mundraum. Sie verhindern dadurch, dass grössere Staubteilchen in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen und sich dort ablagern. Mit dem Einatmen ist daher nur die Übertragung kleinster Teilchen mit einer Grösse von 0,3 bis 5 Mikrometer in die Lungenbläschen möglich – dort sorgt im Normalfall das Immunsystem für ihre Zerstörung. Eine Störung dieses Abwehrsystems kann bei der Entstehung einer Lungenentzündung eine grosse Rolle spielen.

Mögliche Ursachen für ein gestörtes Abwehrsystem sind Erkrankungen der Lunge, beispielsweise Asthma oder eine chronische Bronchitis: Sie können die Abwehr schwächen, indem sie den Abtransport zum Beispiel von Staubteilchen über die Schleimhäute zum Mund einschränken. Die Folge: Grössere Fremdkörper haben die Möglichkeit, bis in die Lungenbläschen zu gelangen, sich dort einzulagern und das Gewebe anzugreifen – dies kann zu einer Lungenentzündung führen. Ist das Immunsystem der Betroffenen zudem noch geschwächt, wie es beispielsweise bei einer Grippe der Fall ist, kann sich die Entzündung in der Lunge weiter ausbreiten. Auch durch Rauchen ist die Funktion der Zilien rasch beeinträchtigt.

Risikofaktoren

Neben den für eine Lungenentzündung (Pneumonie) als Ursachen zugrunde liegenden Erregern spielen auch verschiedene Risikofaktoren bei der Entstehung der Erkrankung eine wichtige Rolle. Menschen mit einem schwachen Immunsystem haben ein höheres Risiko, eine Lungenentzündung zu bekommen, denn ihr Körper kann Krankheitserreger wie Bakterien und Viren weniger gut abwehren. Zu diesen Personengruppen zählen besonders Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Menschen. Zu den möglichen Ursachen für eine Schwächung des Immunsystems gehören zum Beispiel:

Bei Menschen mit einem oder mehreren dieser Risikofaktoren können ungewöhnliche Erreger eine Lungenentzündung auslösen. Diese atypischen Ursachen sind:

  • Pilze, z.B. Pneumocystis jirovecii
  • Viren, z.B. RS-, Adeno-, Influenza-, Zytomegalie- und Herpesviren
  • atypische Mykobakterien

Ausserdem können andere Grunderkrankungen beziehungsweise Risikofaktoren eine Lungenentzündung (Pneumonie) wahrscheinlicher machen. Zum Beispiel:

  • Lungentumoren (Bronchialkarzinom)
  • Fremdkörper, die in die Atemwege gelangen: Ein Fremdkörper kann einen der zuführenden Bronchialäste verschliessen. Die Folge: Die Lungenbläschen sind nicht mehr belüftet und bieten Bakterien ideale Bedingungen.
  • Sekretstau: Bei bettlägerigen Menschen kommt es oft zu einem Sekretstau in den unteren Abschnitten der Lunge. Die Bereiche sind dadurch schlecht belüftet und durchblutet, Keime können sich leicht ansiedeln.
  • Pumpschwäche des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz): Dies ist die Ursache für einen Rückstau des Bluts in der Lunge. Der Blutdruck in den kleinen Gefässen der Lunge steigt an und schädigt sie. In der Folge entsteht eine sogenannte Stauungspneumonie.
  • Lungenembolie: Ein Blutpfropf (Thrombose), der sich an einer Stelle des Blutsystems (z.B. in den Beinvenen) gebildet hat, löst sich von dort. Nachfolgend spült der Blutstrom ihn in die Lunge, wo er die Durchblutung stört und so das Risiko einer Lungenentzündung erhöht.
  • Infektionen der Atemwege: Während einer Grippe beispielsweise sind die Lungenwege bereits vorgeschädigt. In diesen Fällen können Pneumonien leicht als Zweitinfektionen (Sekundärinfektionen) auftreten.
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4. Symptome von Lungenentzündung

Die bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) auftretenden Symptome sind abhängig vom Auslöser der Erkrankung:

Bakterielle Lungenentzündung

Typischerweise sind Bakterien für eine Lungenentzündung (Pneumonie) verantwortlich. Die bakterielle Lungenentzündung tritt meist während des Herbsts oder Winters auf. Erste Symptome sind oft Schüttelfrost gefolgt von Fieber und Husten. Die Betroffenen fühlen sich häufig sehr krank. Sie husten einen Auswurf ab, der anfangs rostbraun, später meist gelb-grünlich gefärbt ist. In vielen Fällen geht einer bakteriellen Lungenentzündung ein Infekt des oberen Hals- oder Rachenbereichs voraus.

Lösen Pneumokokken (sog. Streptococcus pneumoniae) eine bakterielle Lungenentzündung aus, ist ein häufiges Anzeichen hierfür ein steiler Fieberanstieg – nicht selten bis zu 40 Grad Celsius. Weitere häufige Symptome einer Lungenentzündung durch Pneumokokken sind eine schwere, oberflächliche und schnelle Atmung sowie Schmerzen beim Einatmen: Das Einatmen schmerzt, weil oft gleichzeitig das Lungenfell entzündet ist (sog. Pleuritis).

Die Atemnot führt häufig zu einem Beben der Nasenflügel während der Atmung (sog. atemsynchrones Nasenflügeln). Dieses Symptom der Lungenentzündung ist vor allem bei kleinen Kindern ein wichtiger Hinweis auf die Erkrankung. Gelegentlich kann es zu einem Sauerstoffmangel in bestimmten Körperbereichen kommen – vor allem in Lippen, Zunge oder Gliedmassen (v.a. Finger, Zehen, Nase). Die Haut der betroffenen Stellen verfärbt sich in der Regel bläulich-violett (sog. Zyanose).

Virale Lungenentzündung

Seltener lösen Viren eine Lungenentzündung (Pneumonie) aus. Eine solche virale Lungenentzündung beginnt schleichender als eine bakterielle Pneumonie. Die Gesamtheit der typischen Symptome zeigt sich meist erst nach mehreren Tagen. Dabei stehen Kopfschmerzen und Gliederschmerzen im Vordergrund, Schüttelfrost kommt selten vor. Der Husten hält lange an ist und für die Betroffenen quälend. Meist bildet sich kein Auswurf – falls doch, ist er eher klar und geruchlos.

Die Körpertemperatur steigt oftmals nur langsam und dabei selten über 38,5 Grad Celsius. Eine virale Pneumonie verursacht wesentlich seltener akute Atemnot, ausserdem kommt es nur in wenigen Fällen zu Schmerzen bei der Einatmung. Allgemein fühlen sich die Betroffenen weniger krank als bei einer durch Bakterien ausgelösten Lungenentzündung.

5. Diagnose von Lungenentzündung

Die bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) vorliegenden Beschwerden liefern erste Hinweise auf die richtige Diagnose. Bei der körperlichen Untersuchung hört der Arzt vor allem Lunge und Herz ab, denn bestimmte Geräusche können auf eine Lungenentzündung hinweisen.

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung kommen zur weiteren Diagnose folgende Untersuchungsmethoden zum Einsatz:

Röntgenuntersuchung: Liegen Hinweise auf eine Lungenentzündung vor, röntgt der Arzt die Lunge. Auf dem Röntgenbild sind mögliche Entzündungszeichen als «Verschattungen», also Weissfärbungen, zu sehen, die auf Entstehungsort und mögliche Ursachen der Pneumonie hindeuten können. Das Röntgen der Lunge ist die aussagekräftigste aller Untersuchungen, wenn der Verdacht auf eine Lungenentzündung vorliegt.

Laboruntersuchungen: Sie dienen bei Verdacht auf eine Lungenentzündung dazu, im Blut und Speichel Krankheitserreger wie zum Beispiel Bakterien, Viren oder Pilze nachzuweisen.

Blutbild: Es kann zur Diagnose einer Lungenentzündung beitragen, indem es darauf hinweist, ob eine Entzündung im Körper vorliegt. Ausserdem lassen sich anhand bestimmter Blutwerte Rückschlüsse auf die Art der Erreger ziehen: Lösen beispielsweise Bakterien eine Lungenentzündung aus, ist in der Regel der CRP-Wert und die Anzahl der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) auffällig erhöht – wohingegen bei Viren die Konzentration der Leukozyten nicht ansteigt, sondern eventuell sogar etwas abfällt.

Um abschätzen zu können, ab wann eine Lungenentzündung einer intensiven Behandlung im Krankenhaus bedarf, nutzen Ärzte den sogenannten CRB-65-Score. Dabei handelt es sich um eine Punktesystem, mit dem der Arzt das Risiko für einen lebensbedrohlichen Verlauf der Erkrankung einschätzen kann. Berücksichtigt werden dabei, ob beim Betroffenen durch die Erkrankung eine Verwirrtheit (Confusion) neu aufgetreten ist, sowie die Atemfrequenz (Respiratory Rate), der Blutdruck (Blood Pressure) und das Alter (65 Jahre oder älter).

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6. Therapie von Lungenentzündung

Was Sie selbst tun können

Wenn Sie eine Lungenentzündung (Pneumonie) haben, gibt es einiges, was Sie selbst zur Therapie tun können: So ist es empfehlenswert, sich möglichst zu schonen und im Bett auszuruhen. Ausserdem ist es wichtig, ausreichend zu trinken – am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder Kräutertees. Es muss dabei nicht mehr als normalerweise getrunken werden – also etwa zwei Liter pro Tag.

Zudem können Ihnen bei einer Lungenentzündung spezielle Atemübungen helfen, das Ein- und Ausatmen zu erleichtern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Er kann Ihnen Atemübungen zeigen, die sie selbst zur Therapie regelmässig durchführen können.

Was der Arzt tun kann – Therapie durch Medikamente

Neben den selbst ergriffenen Massnahmen ist bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) für eine erfolgreiche Therapie einiges nötig, was nur der Arzt tun kann. Manchmal muss die betroffene Person auch im Krankenhaus behandelt werden. In der Regel lassen sich die Beschwerden einer Lungenentzündung durch verschreibungspflichtige Medikamente beseitigen. Je nachdem, welcher Krankheitserreger für die Entzündung verantwortlich ist, setzt der Arzt folgende Arzneimittel ein:

  • Antibiotika bei einer bakteriellen Pneumonie
  • Antipilzmittel bei einer durch Pilze ausgelösten Lungenentzündung
  • Medikamente gegen Parasiten

Sind Viren für die Lungenentzündung verantwortlich, lässt sich der Verlauf der Erkrankung durch Medikamente in der Regel nicht beeinflussen. Die Therapie zielt in dem Fall darauf ab, Komplikationen zu vermeiden und die Symptome zu lindern.

Die meisten Lungenentzündungen entstehen durch Bakterien. Darunter lässt sich die typische Pneumokokken-Pneumonie meist mit dem Wirkstoff Penicillin gut behandeln. Ist eine Lungenentzündung auf andere bakterielle Auslöser wie Mykoplasmen, Legionellen oder Chlamydien (sog. atypische Pneumonie) zurückzuführen, kommen zur Therapie meist Makrolid-Antibiotika oder Cephalosporine zum Einsatz. Wenn sich die Lungenentzündung während eines Krankenhausaufenthalts entwickelt (nosokomiale Pneumonie), werden meist zwei bis drei unterschiedliche Wirkstoffe zur Behandlung kombiniert, da die Erreger in stationären Einrichtungen häufiger resistent sind.

Oft ist es bei einer Pneumonie allerdings notwendig, eine Therapie zu beginnen, bevor der Erreger bekannt ist – dies soll mögliche Komplikationen vermeiden. In diesem Fall erhalten Sie zunächst ein sogenanntes Breitband-Antibiotikum, das gegen viele mögliche Keime wirkt. Sobald der Erreger der Lungenentzündung feststeht, stellt der Arzt die Behandlung in der Regel auf ein spezifisches Medikament um.

In einigen Fällen kann es bei einer Lungenentzündung zu schwerer Atemnot kommen, die zur Therapie eine Sauerstoffgabe erforderlich macht. Bei einem akuten Lungenversagen kann eine Beatmung notwendig sein.

7. Verlauf von Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) kann nach einer akuten Phase abklingen oder im weiteren Verlauf in eine dauerhafte (chronische) Lungenentzündung übergehen.

Prognose

Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) hängt der Verlauf von verschiedenen Faktoren ab: Die für die Lungenentzündung verantwortlichen Erreger, die Abwehrkräfte der Betroffenen und die Therapie können die Prognose beeinflussen. Bei jungen und gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung in der Regel ohne Komplikationen nach etwas sechs Wochen aus. Ein höheres Lebensalter sowie gesundheitliche Einschränkungen, beispielsweise an Herz oder Lungen, können den Verlauf der Infektion erschweren und die Dauer verlängern.

Wer sich im Verlauf eines Spitalaufenthalts mit einer Lungenentzündung ansteckt (sog. nosokomiale Pneumonie), muss grundsätzlich mit einer schlechteren Prognose rechnen. Denn zum einen ist der Patient in der Regel durch den eigentlichen Grund des Spitalaufenthalts bereits geschwächt. Zum anderen sind die Spitalkeime mitunter widerstandsfähig gegen die derzeit verfügbaren Medikamente.

Komplikationen in der Lunge

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) kann in ihrem Verlauf zu folgenden Komplikationen in der Lunge führen:

  • Sauerstoffmangel: Die Lungenentzündung kann das Atmen derart behindern, dass die Betroffenen nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxid abatmen können – ein schwerer Sauerstoffmangel ist möglich (sog. respiratorische Insuffizienz).
  • Blutvergiftung: Die für die Lungenentzündung verantwortlichen Bakterien können sich über das Blut im ganzen Körper verteilen und zu einem Versagen verschiedener Organe (z.B. Herz, Nieren) führen. Eine solche Blutvergiftung (Sepsis) ist ein lebensbedrohlicher Zustand.
  • Pleuraerguss: Eine schwere Lungenentzündung kann dazu führen, dass sich Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustkorb ansammelt (sog. Pleuraerguss). Wenn der Pleuraerguss die Atmung der Betroffenen sehr stark behindert, kann ein Arzt die Flüssigkeit mithilfe einer Nadel herausziehen (sog. Pleurapunktion).
  • Pleuraempyem: Eine mögliche Komplikation der Lungenentzündung ist auch, dass sich im sogenannten Pleuraspalt Eiter ansammelt (sog. Pleuraempyem). Der Pleuraspalt ist der Raum zwischen dem Lungenfell, das die Lungen überzieht, und dem Rippenfell. Verklebungen zwischen den Lungenfell und dem Rippenfell können die Folge sein. In der Lunge kann sich ausserdem eine abgegrenzte Eiterhöhle bilden (sog. Lungenabzess).
  • Bronchiektasen: Verläuft eine Lungenentzündung langwierig (chronisch), können sich die Bronchien mit der Zeit erweitern (sog. Bronchiektasen) – unter Umständen treten dann weitere Komplikationen auf: So kann es beispielsweise zu Blutungen in der Lunge oder zu wiederholt auftretenden Entzündungen kommen. Das Problem häufiger Entzündungen besteht darin, dass sie zu einer Vernarbung des Lungengewebes führen (sog. Lungenfibrose). Ist das Lungengewebe vernarbt, kann es sich schlechter ausdehnen und das Atmen ist eingeschränkt. Die Vernarbung der Lunge bleibt ein Leben lang bestehen.

Komplikationen ausserhalb der Lunge

Wenn die Erreger der Lungenentzündung (Pneumonie) sich im weiteren Verlauf im Körper verteilen, kann es auch zu Komplikationen ausserhalb der Lunge kommen. Zu den möglichen Infektionen in anderen Organen gehören zum Beispiel:

Ausserdem können sich im Verlauf einer langwierigen Lungenentzündung infolge zu langer Bettruhe Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden, die mit dem Blutstrom ins Gehirn oder in die Lunge gelangen und dort plötzlich die Blutgefässe verschliessen (sog. Embolie). Dieser Komplikation beugt man bei bettlägerigen Patienten im Krankenhaus und auch zu Hause mit blutverdünnenden Medikamenten vor. Bei sonst gesunden Menschen lässt sich solchen Vorfällen meist mit wenig belastenden Übungen oder Bewegungen entgegenwirken – Medikamente sind dazu nur selten nötig.

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8. Vorbeugen gegen Lungenentzündung

Es gibt einige Massnahme, mit denen Sie einer Lungenentzündung (Pneumonie) vorbeugen können. So ist es beispielsweise ratsam, möglichst einen direkten Körperkontakt mit Menschen zu vermeiden, die akut von einer Lungenentzündung betroffen sind. Dadurch verhindern Sie, dass die Krankheitserreger über die Atemluft in Ihren Körper gelangen. Raucher können das Erkrankungsrisiko zudem mit einer Raucherentwöhnung positiv beeinflussen. Daneben kommt vorbeugend eine Impfung gegen einen häufigen Erreger der Lungenentzündung infrage:

Pneumokokken-Impfung

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) entsteht meist durch Bakterien – vor allem durch sogenannte Pneumokokken. Zum Vorbeugen von Pneumokokken-Infektionen steht eine Pneumokokken-Impfung zur Verfügung.

Pneumokokken nisten sich gerne in die Atemwege ein und können zu einer Lungenentzündung führen. Aber auch für andere Erkrankungen wie zum Beispiel Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Mittelohrentzündungen können Pneumokokken verantwortlich sein. Besonders anfällig sind Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Aus diesem Grund ist zum Vorbeugen einer Pneumokokken-Infektion eine Pneumokokken-Impfung für folgende Personen empfehlenswert:

  • Babys ab dem 2. Lebensmonat
  • Alle Menschen, die älter als 60 Jahre sind
  • Alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene, sofern diese ein erhöhtes Risiko für eine Pneumokokken-Infektion haben. Hierzu gehören:
    • Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche (z.B. nach Knochenmarktransplantation, HIV-Infektion, Funktionsstörungen der Milz, Sichelzellenanämie, Tumorerkrankungen oder durch bestimmte Medikamente)
    • Menschen mit einer chronischen Erkrankung (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krankheiten der Atmungsorgane, Diabetes, neurologische Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen)
    • anatomische Besonderheiten (zum Beispiel Liquorfistel) oder einem Cochlea-Gehörsimplantat

Bei Kleinkindern bis zum 24. Lebensmonat ist die Wirkung einer Pneumokokken-Impfung allgemein anerkannt. Ältere Kinder und Erwachsene impft man mit einem anderen Impfstoff: Der sogenannte Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff (PPV) schützt vor 40 bis 70 Prozent der durch Pneumokokken ausgelösten Erkrankungen. Allerdings deuten Studien darauf hin, dass eine Pneumokokken-Impfung mit diesem Impfstoff einer Lungenentzündung nicht vorbeugen kann.

Falls Sie zu den Menschen gehören, die ein erhöhtes Risiko für eine Pneumokokken-Infektion oder Lungenentzündung haben, dann sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber, ob für Sie eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll ist. Er kann Sie individuell beraten und Nutzen und Risiken mit Ihnen zusammen abwägen.

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