1. Home
  2. Gesundheit
  3. Krankheit
  4. Meningitis (Hirnhautentzündung)

Von
Veröffentlicht am 23.09.2020

1. Überblick

Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteifigkeit sind typische Symptome einer Meningitis. Eine solche kann innerhalb von wenigen Stunden lebensgefährlich werden.

Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute. Die häufigste Ursache einer Hirnhautentzündung ist eine Infektion durch Viren oder Bakterien. Aber auch Pilze können eine Meningitis auslösen.

Daneben gibt es andere, seltenere Ursachen wie Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Die bakterielle Meningitis grenzt sich deutlich von der durch Viren hervorgerufenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ab.

Bei der bakteriellen Meningitis verbreitet sich der Erreger oft über das Blut im Körper – in den meisten Fällen von einem Infektionsherd im Nasen-Rachen-Raum ausgehend. In der Folge kann die Infektion an verschiedenen Organen Entzündungen hervorrufen, so auch an den Häuten des Gehirns und des Rückenmarks (den sogenannten Meningen).

Bei einer Meningitis kommt es in der Regel zu Symptomen wie:

 

Die häufigsten Auslöser der bakteriellen Hirnhautentzündung sind Meningokokken (Neisseria meningitidis) und Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae). Auch die Bakterienart Haemophilus influenzae kann vor allem bei Kindern eine Meningitis auslösen. Hirnhautentzündungen durch Haemophilus influenzae sind jedoch durch gezielte Impfprogramme in vielen Ländern deutlich zurückgegangen.

Die bakterielle Meningitis stellt einen medizinischen Notfall dar, der schnellst möglich eine Behandlung erfordert. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Heilungsaussichten bei der Mehrheit der Erkrankten gut. Bei bis zu 50 Prozent der Fälle kann es zu Komplikationen kommen, die zu Folgeschäden wie geistiger Einschränkung, Lähmungen der Hirnnerven oder Hörproblemen führen.

Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.

Anzeige

2. Definition von Meningitis

Bei einer Meningitis kommt es zu einer Entzündung der Hirnhäute. Die Erkrankung stellt immer eine Notfallsituation dar, da eine frühe Therapie für den Verlauf der Erkrankung entscheidend sein kann. Die «klassische» Hirnhautentzündung ist eine akute bakterielle Infektion, die typischerweise im Kleinkind- bis Jugendalter auftritt. Vor allem drei Bakterienarten können zu einer Meningitis führen:

 

  • Meningokokken (Neisseria meningitidis)
  • Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae)
  • Haemophilus influenzae
Ein Arzt verabreicht eine Impfung gegen Meningitis.

Gegen eine Hirnhautentzündung (Meningitis) kann man am besten mit Impfungen gegen die verschiedenen Erreger vorbeugen.

Quelle: Getty Images

Häufigkeit

Die Haemophilus-Meningitis tritt seit Einführung der Schutzimpfung gegen Haemophilus influenzae nur noch selten auf – davor war der Erreger der häufigste Auslöser für eitrige Hirnhautentzündungen bei Kindern. Bei den Meningokokken verursachen in Europa vor allem die Serogruppen B und C Erkrankungen.

Manche Menschen tragen Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum, ohne irgendwelche Symptome zu bekommen. Sie können den Erreger jedoch auf andere Menschen übertragen und dadurch Erkrankungen verursachen.

Anzeige

Rechtliches

Die durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung ist meldepflichtig.

3. Ursachen von Meningitis

Eine Meningitis wird insbesondere durch Viren und Bakterien hervorgerufen, aber auch durch andere Erreger wie zum Beispiel Pilze. Weitere mögliche, aber seltene Ursachen einer Hirnhautentzündung sind zum Beispiel Krebs- und Autoimmunerkrankungen.

Die häufigste Ursache der bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung) ist eine Infektion mit

 

  • Meningokokken (Neisseria meningitidis), oder
  • Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae)

Diese Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Niesen, Husten oder Küssen von Mensch zu Mensch übertragen. Sie verursachen meist eine unkomplizierte und harmlose Entzündung der oberen Atemwege. 

Einen Sonderfall stellen Meningitis-Erkrankungen bei Neugeborenen dar. Hier führen eher andere Erreger zu einer Hirnhautentzündung, vor allem:

 

  • Darmbakterien wie Escherichia coli
  • Streptokokken der Gruppe B (kommen häufig bei Gesunden auf der Haut vor, ohne gesundheitliche Probleme zu verursachen)
  • Listerien (Erreger der Listeriose)

Meningokokken (Neisseria meningitidis)

Meningokokken-Bakterien (Neisseria meningitidis) besiedeln vor allem die Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums, ohne dort zwangsläufig Krankheitssymptome auszulösen. Wenn die Meningokokken zu den Hirnhäuten gelangen, verursachen sie eine Hirnhautentzündung: die Meningokokken-Meningitis. Vor allem die Bakterien-Untergruppen (Serogruppen) B und C führen zu Meningitis.

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae)

Pneumokokken leben auf der Schleimhaut der oberen Atemwege und werden normalerweise von einem intakten Immunsystem gut in Schach gehalten. Breiten sie sich aus, können Pneumokokken neben Hirnhautentzündung eine Reihe anderer Krankheiten auslösen, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine Mittelohrentzündung (Otitis media).

Anzeige

Andere Erreger

Vor allem bei Kindern bis zum 5. Lebensjahr kann das Bakterium Haemophilus influenzae vom Typ B eine Meningitis auslösen. Seit Einführung der Hib-Impfung ist die Zahl der Fälle jedoch deutlich zurückgegangen.

Seltener stecken Listerien hinter der Hirnhautentzündung. Meist handelt es sich dann bei den Patienten um ältere oder immungeschwächte Personen.

Bei neugeborenen Kindern und Säuglingen im ersten Lebensmonat sind meist Darmbakterien wie Escherichia coli, Streptokokken der Gruppe B oder Listerien für die Meningitis verantwortlich.

Personen, die während eines Spitalaufenthalts eine Meningitis bekommen (sog. nosokomiale Infektion), haben sich häufig mit Enterobakterien, der Bakterienart Pseudomonas aeruginosa oder Staphylokokken angesteckt.

Meningitis, die durch Viren ausgelöst wird, verläuft meist milder. Sie entsteht unter anderem durch Erreger wie

Anzeige

Übertragungswege

Meningokokken (Neisseria meningitidis) werden ebenso wie die anderen Erreger der klassischen bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung) häufig durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Übliche Übertragungswege sind zum Beispiel Husten und Niesen oder auch Küssen.

Meist führen die Erreger zu einer unkomplizierten und harmlosen Entzündung der oberen Atemwege. Manche Menschen tragen die Bakterien im Nasen-Rachen-Raum, ohne selbst zu erkranken. Trotzdem sind sie eine Infektionsquelle für andere, bei denen die Keime möglicherweise durch die Schleimhäute in den Körper eindringen und schwere Erkrankungen auslösen können.

Bei einer eitrigen, meist durch Bakterien verursachten Meningitis können die Erreger auf mehreren Wegen zu den Hirnhäuten gelangen:

  • durch Streuung über den Blutweg (hämatogen): Erreger können von einem Entzündungsherd, der sich woanders im Körper befindet, über das Blut zu den Hirnhäuten vordringen. So kann es beispielsweise passieren, dass der Patient zunächst eine Lungenentzündung hat, die gleichen Erreger aber später eine Meningitis auslösen.
  • durch Ausbreitung einer Infektion (fortgeleitete Meningitis): Eine Entzündung in der Nähe der Hirnhäute – zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder eine Nasennebenhöhlenentzündung – kann sich ausdehnen und auf die Hirnhäute übergreifen.
  • durch direkten Kontakt: Meningitis-Erreger können auch durch unfallbedingte Schädelfrakturen oder durch operative Eingriffe an Gehirn und Rückenmark direkt mit den Hirn- und Rückenmarkshäuten in Kontakt kommen.
Anzeige

4. Symptome von Meningitis

Zu Beginn einer Meningitis (Hirnhautentzündung) können allgemeine, grippeähnliche Symptome auftreten. Der eigentliche Beginn ist meist durch hohes Fieber, ein schweres, allgemeines Krankheitsgefühl und zunehmende, unerträgliche Kopfschmerzen gekennzeichnet. Im späteren Verlauf tritt eine ausgeprägte Nackensteifigkeit auf. Weitere mögliche Symptome sind:

 

  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Krampfanfälle
  • Überempfindlichkeit gegenüber Reizen wie Licht
  • Reizbarkeit
  • Verwirrtheit
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma

Haben Meningokokken die Hirnhautentzündung ausgelöst, setzen die Symptome meist wie aus heiterem Himmel mit einem sehr schweren Krankheitsgefühl ein. Bei manchen Patienten entstehen stecknadelkopfgrosse Hauteinblutungen auf der Haut (sog. Petechien).

Säuglinge

Säuglinge zeigen bei einer Meningitis (Hirnhautentzündung) etwas andere Symptome als Erwachsene. Sie leiden unter Fieber, das manchmal gepaart mit kalten Händen und Füssen auftritt, und Appetitlosigkeit. Auch Durchfall und Erbrechen können auftreten. Hinzu kommt oft ein hochtoniges, schrilles Weinen oder Jammern und ein Unwillen gegenüber Berührungen. Die kleinen Erkrankten nehmen einen teilnahmslosen Ausdruck an, reagieren nicht auf Reize und sind schwer zu wecken. Ein weiteres Symptom ist die rapide Verschlechterung des Zustands. Die bei älteren Kindern und Erwachsenen auftretende Nackensteifigkeit ist bei Babys oft nicht ausgeprägt und darüber hinaus auch nur sehr schwer festzustellen. Die Fontanelle (Knochenlücke am kindlichen Schädel, die von weichem Bindegewebe überdeckt ist) kann sich bei Meningitis leicht nach aussen wölben oder verhärten, während sie bei gesunden Kindern eher nach innen gewölbt ist. Spätestens wenn dieses Symptom auftritt, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Häufig sind die Symptome bei Säuglingen recht allgemein, darüber hinaus treten sie meist nicht alle auf. Suchen Sie deshalb schon bei ersten Anzeichen und dem vagen Verdacht einer Meningitis ärztliche Hilfe.

Senioren

Bei Senioren verschleiern häufig Begleiterkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder Demenz eine Meningitis und erschweren es der Ärztin, sie zu erkennen. Auch die Nackensteifigkeit fehlt oft. Oft wird eine Hirnhautentzündung als Schlaganfall oder fieberhafter Verwirrtheitszustand fehlinterpretiert.

Anzeige

Meningokokken-Sepsis

Bei etwa einem Drittel aller Meningokokken-Infektionen kommt es zu einer Blutvergiftung, einer sogenannten Meningokokken-Sepsis. Von diesen Fällen entwickeln 10 bis 15 Prozent eine schwere Form des septischen Schocks, das sogenannte Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom. Hierbei kommt es zu einer lebensgefährlichen Störung der Blutgerinnung sowie zu Einblutungen in die Nebennieren. Charakteristisch sind kleine, stecknadelkopfartige rote oder braune Flecken (sog. septischer Hautausschlag), die sich oft schon im Frühstadium zeigen. Diese Flecken können sich rasch zu grösseren dunkelroten Flecken (ähnlich einem Bluterguss bzw. blauen Fleck) und Blutbläschen unter der Haut entwickeln.

5. Diagnose von Meningitis

Symptome wie ein starkes Krankheitsgefühl, heftige Kopfschmerzen und Fieber sind erste Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine Meningitis (Hirnhautentzündung) handeln könnte. In einer körperlichen Untersuchung wird der Arzt prüfen, ob weitere Anzeichen einer Meningitis vorliegen.

Um bei Meningitis eine Diagnose zu stellen, untersucht der Arzt den Betroffenen. Hierbei hebt er den Kopf des Erkrankten in liegender Position leicht an. Tritt dabei ein schmerzbedingter Widerstand auf, spricht man von Nackensteifigkeit (Meningismus) – ein typisches Zeichen einer Meningitis. Zieht der Erkrankte dabei die Beine an, das heisst beugt er reflexiv die ausgestreckten Beine im Hüft- und Kniegelenk, ist das sogenannte Brudzinski-Zeichen positiv – ein weiterer Hinweis auf Meningitis. Hebt der Arzt das gestreckte Bein des liegenden Patienten an und beugt dieser daraufhin das Knie, ist das sogenannte Kernig-Zeichen positiv – auch das spricht für eine Meningitis. Ein weiterer Hinweis ist das Lasègue-Zeichen: Der Patient liegt auf dem Rücken, während der Arzt das gestreckte Bein nach oben hebt. Treten in einem Winkel von bis zu 45 Grad starke Schmerzen in Rücken und Bein auf, kann das an einer bakteriellen Meningitis liegen. Fehlen diese Anzeichen, schliesst das eine Meningitis nicht aus. Vielmehr helfen die Tests dabei, einen Verdacht zu erhärten.

Insbesondere bei Verdacht auf eine bakterielle Meningitis ist rasches Handeln erforderlich. Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser. Auch wenn die Diagnose noch nicht eindeutig feststeht, wird der Arzt seinen Patienten umgehend ins Spital einweisen und eine Therapie veranlassen, wenn er vermutet, dass eine bakterielle Hirnhautentzündung vorliegt.

Um den genauen Erreger zu bestimmen, sollten frühzeitig Blut und/oder Nervenwasser untersucht werden:

  • Bei der Lumbalpunktion entnimmt der Arzt eine kleine Menge Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmark. Das Aussehen der Flüssigkeit gibt dem Arzt erste Hinweise darauf, ob Bakterien oder Viren für die Meningitis verantwortlich sein könnten. Ist das Nervenwasser trüb, ist dies beispielsweise ein Anzeichen dafür, dass Bakterien im Spiel sind. Im Labor wird das Nervenwasser genauer untersucht. Dabei wird der genaue Erreger bestimmt und ermittelt, in welcher Menge er vorhanden ist.
  • Im Blut lassen sich unter anderem Entzündungszeichen nachweisen und Rückschlüsse auf den Erreger ziehen.

Handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Meningitis, wird der Arzt nach dem ursprünglichen Infektionsherd suchen, denn häufig breiten sich die Bakterien von einer anderen Körperstelle aus. Bildgebende Verfahren wie zum Beispiel die Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) helfen dem Arzt dabei, die mögliche Infektionsquelle auszumachen und mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.

Glas-Test bei Meningokokken-Meningitis

Beim sogenannten Glas-Test drückt man ein sauberes Trinkglas mit der Seite auf eine Stelle mit Hautausschlag. Bleibt der Hautausschlag trotz des Drucks sichtbar, ist das ein Hinweis auf Meningitis. Verschwindet der Ausschlag während des Drucks, ist die Ursache des Ausschlags vermutlich keine Meningitis.

Verschwinden die Flecken durch den Druck nicht, ist umgehend eine Klinik oder ein Arzt aufzusuchen. Bei dunkler Haut sollte man den Glas-Test auf helleren Hautflächen machen, wie zum Beispiel auf der Handinnenfläche oder der Fusssohle.

6. Therapie von Meningitis

Bei einer Meningitis (Hirnhautentzündung) muss die Therapie sofort und ohne Verzögerung einsetzen, da die Erkrankung unbehandelt innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich wird. Bei Verdacht auf eine bakterielle Meningitis muss der behandelnde Arzt deshalb so rasch wie möglich Antibiotika (z.B. den Wirkstoff Penicillin G, Cefotaxim oder Ceftriaxon plus Ampicillin) verabreichen. Sobald das Ergebnis der Blutuntersuchung vorliegt, kann der Arzt das für den Erreger am besten wirkende Antibiotikum wählen und die Therapie anpassen. Abhängig davon, welcher Erreger die Meningitis verursacht hat und wie der Verlauf der Erkrankung ist, werden die Medikamente 7 bis 14 Tage verabreicht.

Breiten sich im Rahmen der Erkrankung Bakterien über den Blutkreislauf im Körper aus, kann es zu einer Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) oder einem Schockzustand kommen. In solch einem lebensbedrohlichen Fall ist eine intensivmedizinische Behandlung im Spital notwendig. So lässt sich das Risiko für schwere Komplikationen und Folgeschäden am effektivsten verringern. Um für solche Fälle gewappnet zu sein und schnell eingreifen zu können, weist der Arzt einen Patienten mit Meningitis in der Regel immer ins Spital ein.

Verursachen nachweislich Meningokokken die Meningitis, behandeln Mediziner enge Kontaktpersonen eines Erkrankten oft ebenfalls mit Antibiotika. Dies soll verhindern, dass sich die Erreger weiter ausbreiten und eine Epidemie entsteht.

Anzeige

7. Verlauf von Meningitis

Prognose

Eine Meningitis kann unbehandelt innert weniger Stunden lebensbedrohliche Ausmasse annehmen – insbesondere, wenn es sich um eine bakterielle Hirnhautentzündung handelt. Es ist deshalb sehr wichtig, bereits bei einem Verdacht auf Meningitis (Hirnhautentzündung) so rasch wie möglich eine Therapie einzuleiten. So lässt sich das Risiko schwerer oder tödlicher Verläufe einer bakteriellen Meningitis deutlich verringern.

Die Prognose der Hirnhautentzündung ist dabei von mehreren Faktoren abhängig. Dazu zählen sowohl die Art der Erreger, als auch die individuelle Situation des Erkrankten (wie Lebensalter, allgemeiner Gesundheits- oder Ernährungszustand). Liegen keine erschwerten Bedingungen vor, sind die Heilungsaussichten bei sofortiger Therapie in der Regel gut. Nur in wenigen Fällen nimmt eine Meningitis hier einen tödlichen Verlauf. Kommt es im Rahmen der Meningitis zu Komplikationen, steigt jedoch das Risiko eines sehr ernsten Verlaufs.

An einer Meningitis, die durch Meningokokken verursacht wird, stirbt statistisch gesehen 1 von 100 Erkrankten. Kommen Komplikationen wie eine Meningokokken-Sepsis hinzu, steigt das Risiko deutlich an. Bei einer Pneumokokken-Meningitis oder einer Meningitis durch Listerien ist die Sterblichkeitsrate ebenfalls deutlich höher.

 

 

Komplikationen

In etwa der Hälfte der Fälle bei Erwachsenen kann es im Verlauf einer Meningitis (Hirnhautentzündung) zu Komplikationen kommen:

 

  • Hirnödem: Eine Schwellung des Gehirns mit steigendem Hirndruck
  • Gefässverschluss der Venen im Gehirn durch Blutgerinnsel (Sinusvenenthrombose)
  • Hydrozephalus: Eine krankhafte Erweiterung der mit Flüssigkeit gefüllten Räume im Gehirn
  • Hörprobleme durch Schäden am Innenohr
  • Lähmungen der Hirnnerven
  • Hirnabszess: Eiteransammlung in einer entzündlich entstandenen Höhle im Gehirn
  • Krampfanfälle
  • geistige Einschränkungen
  • Blutvergiftung (Sepsis): Vermehren sich die Meningitis-Erreger im Blut, besteht das Risiko einer Blutvergiftung (Sepsis). Dabei vergiften Giftstoffe (Toxine) und Abfallstoffe der Erreger das Blut. Die Sepsis ist in der Regel lebensbedrohlicher als die Hirnhautentzündung selbst, da die Bakterientoxine über die Blutbahn weitere Gewebe und Organe im Körper erreichen und schädigen können – schlimmstenfalls führt dies zu einem Schockzustand (sog. septischer Schock). Bei diesem kommt es zu einer lebensgefährlichen Störung der Blutgerinnung und zu Einblutungen in die Nebenniere.
    Charakteristisch für die Meningokokken-Sepsis sind fleckige Hauteinblutungen (Petechien): Kleine, stecknadelkopfartige, rote oder braune Flecken (sog. septischer Hautausschlag) zeigen sich dabei oft schon im Frühstadium. Diese Flecken können sich rasch zu grösseren dunkelroten Flecken (ähnlich einem Bluterguss bzw. blauem Fleck) und Blutbläschen unter der Haut entwickeln.

8. Vorbeugen gegen Meningitis

Einer bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung) können Sie mit verschiedenen Schutzimpfungen vorbeugen. Wichtige Impfungen sind:

  • die Meningokokken-Impfung
  • die Pneumokokken-Impfung
  • die Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ B

Auch gegen einige virale Formen der Meningitis kann man sich impfen lassen. So zählt die Impfung gegen das Mumpsvirus in Kombination mit der Masern- und Rötelnimpfung zu den Standardimpfungen. Um der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vorzubeugen, wird Personen, die in FSME-Risikogebieten unterwegs sind, eine FSME-Impfung empfohlen.

Mit einer Impfung können Sie nicht nur einer bakteriellen Meningitis bei sich selbst vorbeugen. Die Impfung möglichst vieler Menschen schützt auch Ungeimpfte: Wer sich impfen lässt, verhindert, unbemerkt Träger des Erregers zu sein und diesen an andere weiterzugeben.

Anzeige