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Meniskusriss

(Meniskusschaden)
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1. Überblick

Ein Meniskusriss (Meniskusschaden) ist ein Schaden der halbmond- und keilförmigen Knorpelscheibe im Kniegelenk, dem Meniskus. In jedem Knie befinden sich jeweils ein Innen- und ein Aussenmeniskus. Männer sind doppelt so häufig von einem Meniskusschaden betroffen wie Frauen.

Ein Meniskusriss kann durch Verletzungen oder durch Gelenkverschleiss entstehen. Auch angeborene Fehlformen der Knorpelscheiben (z.B. Scheibenmeniskus) können Ursache für einen Meniskusriss sein.

Einen Hinweis auf einen Meniskusschaden wie einen Meniskusriss erhält der Arzt durch die Beschwerden und die Vorgeschichte des Betroffenen, etwa vorherige Unfälle oder Gelenkerkrankungen wie eine Arthritis. Zusätzliche Untersuchungen, die die Diagnose bei einem Meniskusriss unterstützen, sind zum Beispiel eine Magnetresonanztomographie (MRT), eine Röntgenuntersuchung oder eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie).

Als Therapie ist bei einem Meniskusschaden eine konservative Behandlung ohne Operation und eine operative Behandlung möglich. Meistens ist eine Operation notwendig. Zu den operativen Therapiemöglichkeiten zählen die Meniskusteilentfernung und die Meniskusnaht, die beide mittels Gelenkspiegelung durchgeführt werden können. Eine offene Operation ist bei einem Meniskusschaden in der Regel nur noch dann nötig, wenn weitere Verletzungen an den Knochen oder Bändern vorliegen. Bei einer Meniskus-Operation ist es wichtig, dass möglichst viel Knorpelgewebe erhalten bleibt, damit der Meniskus seine Funktion als Puffer zwischen Oberschenkelknochen und den Unterschenkelknochen weiterhin möglichst gut erfüllen kann. Muss der Meniskus komplett entfernt werden, steigt das Risiko für einen vorzeitigen Gelenkverschleiss.

Einem Meniskusschaden wie dem Meniskusriss können Sie vorbeugen, indem Sie Knieverletzungen vermeiden. Bei Sportarten mit höherem Verletzungsrisiko sollten Sie darauf achten, sich ausreichend aufzuwärmen. Tragen Sie ausserdem entsprechende Protektoren (z.B. Knieschoner). Bevorzugen Sie gelenkschonenden Sport wie Schwimmen oder Velofahren. Regelmässige Gymnastik hält das Gelenk beweglich und kann dadurch ebenfalls einem Meniskusschaden vorbeugen.

2. Definition

Ein Meniskusriss (Mensikusschaden) ist ein Schaden in den Knorpelscheiben des Kniegelenks (Menisken). Zu einem Meniskusriss kommt es entweder als Folge einer Gewalteinwirkung (z.B. Unfall), durch den Verschleiss des Knorpelgewebes oder durch eine Kombination von beidem. Man teilt die Risse nach ihrer Lokalisation (vorderes, mittleres, hinteres Meniskusdrittel) oder ihrer Form (senkrecht, waagrecht, quer, korbhenkelartig, lappenförmig) ein.

Der Meniskus

Als Meniskus (Mehrzahl: Menisken) bezeichnet man die halbmond- und keilförmigen Knorpelscheiben im Kniegelenk. In jedem Knie befinden sich jeweils ein Innen- und ein Aussenmeniskus. Sie liegen zwischen dem Kopf des Schienbeins (Tibia) und den kufenförmigen Enden des Oberschenkelknochens (Femur). Die Menisken sorgen für ein reibungsloses Zusammenspiel im Kniegelenk, so dass die Gelenkflächen des Oberschenkelknochens und des Schienbeins trotz ihrer unterschiedlichen Form aufeinander passen. Zusammen mit dem Knorpel auf den Gelenkflächen gleichen die Menisken die unterschiedlich gestalteten Oberflächen aus. Dabei nehmen die Menisken etwa ein Drittel der Gewichtsbelastung auf und verteilen sie gleichmässig auf das Kniegelenk. Sie haben die Funktionen eines Lastverteilers, Bremsklotzes, Stossdämpfers und Stabilisators.

Häufigkeit

Ein Meniskusriss (Meniskusschaden) betrifft mit besonderer Häufigkeit das hintere Drittel des Innenmeniskus – hier entsteht fast die Hälfte der Risse. Der Aussenmeniskus ist wesentlich seltener betroffen, da er beweglicher ist als der Innenmeniskus, der fest mit dem Innenband verwachsen ist.

Ein Meniskusriss, bei dem gleichzeitig die stabilisierenden Bänder im Kniegelenk verletzt sind, zeigt sich meist als Riss des inneren Meniskusrands. Besonders häufig treten diese bei jüngeren, aktiven Personen auf. Ursache sind überwiegend Sport und Unfälle. Ein Meniskusriss ohne eine gleichzeitige Verletzung der Bänder tritt eher im höheren Alter auf. Häufig sind diese Meniskusrisse schwerwiegender, weil zusätzlich ein altersbedingter Verschleiss des Meniskus vorliegt.

Männer sind doppelt so häufig von einem Meniskusriss oder Meniskusschaden betroffen wie Frauen. Das liegt möglicherweise daran, dass Männer häufiger Sportarten wie Fussball betreiben und Berufe ausüben, bei denen besonders häufig Meniskusverletzungen auftreten, zum Beispiel Fliesenleger oder Gärtner.

3. Ursachen

Bei einem Meniskusriss (Meniskusschaden) sind die Ursachen häufig Verletzungen oder Schädigungen, die aufgrund von Verschleiss entstehen. Auch angeborene Fehlformen der Knorpelscheiben (z.B. Scheibenmeniskus) zählen bei einem Meniskusriss zu den Ursachen.

Akute Meniskusverletzungen entstehen vor allem bei Sportarten, bei denen es oft zu plötzlichen Drehbewegungen mit abrupten Bewegungsstopps kommt – dazu gehören zum Beispiel Tennis, Fussball oder Skilaufen. Durch die Kombination von Druckbelastung und Drehbewegung entstehen Scherkräfte im Gelenk. Diese führen oft zu einer Kombination aus Meniskusriss und Bänderriss. Auch regelmässige sportliche Bewegungen wie beim Joggen belasten über Jahre hinweg das Knorpelgewebe und können so zu einem Meniskusschaden führen.

Für einen Meniskusriss kann es auch andere Ursachen geben. Da Knorpelgewebe im Gegensatz zu anderen Gewebearten nur indirekt über die Gelenkflüssigkeit ernährt wird, besitzt Knorpel nur eine eingeschränkte Fähigkeit zur Erneuerung (Regeneration). Mit zunehmendem Alter wird der Meniskus deshalb spröde und verliert an Widerstandskraft. Im Lauf der Jahre bilden sich feinste Spalten (Fissuren) und schon bei mässiger Belastung können diese Spalten zu einem Meniskusriss führen. Schon in jungen Jahren können derartige Verschleisserscheinungen und Meniskusrisse auftreten, beispielsweise wenn der Meniskus durch lang andauernden knienden Tätigkeiten stark beansprucht ist.

Auch Beinfehlstellungen können einen Meniskusschaden hervorrufen oder begünstigen. Bei Personen mit sogenannten O-Beinen ist meistens der Innenmeniskus betroffen und bei X-Beinen ist die Belastung des Aussenmeniskus höher.

4. Symptome

Bei einem unfallbedingten Meniskusriss (Meniskusschaden) sind akute Schmerzen und eine Schwellung des Kniegelenks die typischen Symptome. Ist der Meniskusriss durch Verschleiss entstanden, gehören zu den Symptomen zunehmende Schmerzen im Kniegelenk, die vor allem bei Belastung auftreten, sowie das Gefühl von Instabilität. Häufig wirken die gerissenen Anteile der Menisken wie Fremdkörper im Gelenk. Geraten sie zwischen die Gelenkflächen, können sie zu schmerzhaften Bewegungs- und Belastungseinschränkungen führen. Teilweise sind bei einem Meniskusschaden schnappende und knacksende Geräusche zu hören. In einigen Fällen ist das Gelenk sogar komplett blockiert.

Da verletzte Menisken wie bei einem Meniskusriss ihre Funktion als Puffer nicht mehr erfüllen können, wird der Gelenkknorpel stärker belastet. Wird dieser in der Folge beschädigt und werden dabei Stoffe freigesetzte, die den Knorpel abbauen, entzündet sich das Gelenk und es kommt zu einem meist sehr schmerzhaften, Gelenkerguss. Das Knie schwillt an und ist eventuell auch überwärmt.

5. Diagnose

Um bei einem Meniskusriss (Meniskusschaden) die Diagnose zu stellen, sind neben der Beschreibung der akuten Beschwerden auch Informationen zu dauerhaften Belastungen und früheren Unfällen hilfreich. Durch gezielte Handgriffe und spezielle Tests kann der Arzt einen Meniskusriss und mögliche Begleitschäden des Kniegelenks schnell erkennen und die Diagnose sichern.

Bei einem Gelenkerguss im Knie können eine Gelenkpunktion und die Untersuchung der hierbei gewonnenen Flüssigkeit weitere Hinweise liefern. Durch eine zusätzliche Röntgenuntersuchung kann der Arzt knöcherne Verletzungen ausschliessen und Verschleissschäden sichtbar machen. Ist nach diesen Untersuchungen weiterhin unklar, ob ein Meniskusriss oder Meniskusschaden vorliegt, sind eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie) relativ zuverlässige Methoden, um eine eindeutige Diagnose zu stellen.

6. Therapie

Bei einem Meniskusriss (Meniskusschaden) ist das Ziel der Therapie, die Schmerzen zu lindern oder vollständig zu beseitigen. Ausserdem soll die Behandlung die Beweglichkeit und Funktion des Kniegelenks wiederherstellen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Vorgehensweisen, die beim Meniskusriss als Therapie infrage kommen – die konservative Behandlung ohne Operation und die operative Behandlung. Kleinere und stabile Meniskusrisse können konservativ (z.B. mit Bewegungstherapie und Medikamenten) behandelt werden, bei der Mehrzahl der Meniskusschäden ist jedoch eine Operation notwendig. Wegen der wichtigen Funktion als Stütze und Puffer versucht man bei einem Meniskusschaden, möglichst grosse Anteile des Meniskus zu erhalten.

Konservative Therapie

Behandelt der Arzt einen Patienten mit Meniskusriss konservativ, gehört zur Therapie als erstes die Aufklärung über den natürlichen Verlauf der Erkrankung. Dabei erklärt der Arzt auch, wie gelenkschonendes Verhalten im Alltag den Verlauf beeinflusst (z.B. Vermeidung einer tiefen Hocke und Sportarten mit raschem Richtungswechsel). Durch regelmässige Physiotherapie können die Betroffenen eine schwache Muskulatur stärken – vor allem die Oberschenkelmuskulatur spielt eine wichtige Rolle. Eine Elektrotherapie kann diese Behandlung unterstützen. Gleichzeitig sollten sie das Kniegelenk mithilfe von Unterarmgehstützen teilweise beziehungsweise komplett entlasten. Liegt gleichzeitig zum Meniskusriss eine Gelenkentzündung vor, hilft das Kühlen des Gelenks gegen Schmerzen.

Bei einem Meniskusschaden wie einem Meniskusriss richtet sich die medikamentöse Therapie gegen Schmerzen und Entzündungen. Dazu bieten sich zum Beispiel Entzündungshemmer ohne Kortison (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) an. In Einzelfällen werden bei starken Beschwerden örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) und entzündungshemmende Wirkstoffe (z.B. Kortison) direkt in das Kniegelenk gespritzt.

Operative Therapie: Meniskus-OP

Während Chirurgen oder Orthopäden einen Meniskusriss früher offen operieren mussten, kann heute die Mehrzahl der Fälle mittels einer Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie) unter Teil- oder Vollnarkose behandelt werden. Die Meniskus-OP ist sowohl ambulant möglich, in bestimmten Fällen ist bei einem Meniskusschaden aber auch eine stationäre Aufnahme im Spital notwendig. Der Spitalaufenthalt dauert selten länger als eine Woche. Eine offene Meniskus-OP ist in der Regel nur noch nötig, wenn zusätzlich zum Meniskusriss auch Knochen oder Bänder verletzt sind.

Es gibt zwei Formen der Meniskus-OP: die am häufigsten durchgeführte Meniskusteilentfernung und die Meniskusnaht.

Bei der Meniskusteilentfernung entfernt der Chirurg alle zerstörten und beweglichen Meniskusanteile. Ist das Kniegelenk instabil oder bei einer Beinachsenfehlstellung kann der Operateur auch künstliche Bänder einsetzen oder den Knochen chirurgisch korrigieren (Osteotomie). Da vor allem bei jüngeren Betroffenen nach fast vollständiger Entfernung des Meniskus ein frühzeitiger Gelenkverschleiss droht, kann in Einzelfällen ein Meniskusteilimplantat aus Kollagen eingesetzt werden.

Mithilfe der Meniskusnaht soll der Meniskus wiederhergestellt und das Knorpelgewebe möglichst vollständig erhalten bleiben. Nach Glättung der Rissränder bringt der Operateur den Meniskus mit einer Naht in seine ursprüngliche Form zurück. Diese Methode eignet sich bevorzugt für jüngere Patienten mit Meniskusriss, deren Meniskus keine wesentliche Abnutzung aufweist.

In vielen Fällen kommen bei einem Meniskusriss beide Therapie-Verfahren (Meniskusteilentfernung und Meniskusnaht) kombiniert zum Einsatz, um möglichst viel gesundes Knorpelgewebe zu erhalten.

7. Verlauf

Komplikationen

Neben dem generellen Risiko, das mit jeder Operation und/oder Narkose verbunden ist, treten bei einem Meniskusriss (Meniskusschaden) Komplikationen im weiteren Verlauf mit geringer Wahrscheinlichkeit auf. Während des Eingriffs kann es in seltenen Fällen zu Knorpel-, Bänder-, Schleimhaut- und Nervenverletzungen kommen. Infektionen kommen zwar selten vor – da sie bei einem Meniskusriss aber mitunter zu schwerwiegenden Komplikationen wie Gelenkversteifung führen können, ist eine entsprechende Behandlung (z.B. mit Antibiotika) wichtig.

Prognose

Bei einem Meniskusriss durch Verletzung ist die Prognose günstig, wenn sich der Riss im gut durchbluteten, basisnahen Teil des Meniskus befindet. Verschleisserscheinungen schreiten ohne Behandlung weiter fort. Wird ein Meniskusschaden nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu Gelenkergüssen, zu weiteren Knorpelschädigungen durch Blockaden und zu einer Arthrose kommen. Die Meniskusrisse vergrössern sich und können dann zu einem Meniskusabriss führen. Nach einer Therapie mit einer Meniskusnaht sind die Heilungschancen gut, es besteht aber immer das Risiko eines erneuten Risses. Nach einer Teilentfernung des Meniskus wird der Gelenkknorpel stärker beansprucht. Dadurch kann das Kniegelenk instabiler werden.

Beim Meniskusriss hängt die Prognose und die Aussicht auf Heilung ausserdem stark von eventuellen Begleitverletzungen wie Bandschäden ab.

Nachsorge

Nachdem ein Meniskusriss chirurgisch versorgt ist, sollten Betroffene im Rahmen der Nachsorge das Kniegelenk langsam an die Belastungen des Alltags heranführen. Je nach Operationsverfahren und Schwere des Meniskusrisses, muss das Kniegelenk einige Zeit nach dem Eingriff durch die Verwendung von Unterarmgehstützen entlastet werden. Eine volle sportliche Belastung sollte bei einer Teilentfernung erst nach zwei bis sechs Wochen, nach einer Meniskusnaht erst nach drei bis fünf Monaten erfolgen.

Physiotherapie trainiert die Muskulatur und verbessert dadurch auch die muskuläre Gelenkführung. Weiterhin helfen Koordinationsübungen oder eine Elektrotherapie nach einem Meniskusriss dabei, die Heilungschancen im Rahmen der Nachsorge zu verbessern.

8. Vorbeugen

Einem Meniskusriss (Meniskusschaden) können Sie vor allem vorbeugen, indem Sie Bewegungen wie die tiefe Hocke und gelenkbelastende Sportarten (Fussball, Handball, Tennis, Skifahren) vermeiden oder sich mindestens gut aufwärmen und geeignete Protektoren tragen. Mit gelenkschonenden Sportarten wie Velofahren, Kraulschwimmen oder gezielter Gymnastik können Sie die Beweglichkeit des Kniegelenks dauerhaft erhalten oder sogar verbessern und dadurch einem Meniskusriss vorbeugen.

Achten Sie bei sitzenden Tätigkeiten wie im Büro darauf, dass Sie Ihre Sitzhaltung häufig ändern. Liegt bereits ein Meniskusschaden vor, ist es empfehlenswert, vorhandenes Übergewicht abzubauen.