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1. Überblick

Morbus Sudeck (CRPS I) ist eine schmerzhafte Erkrankung einer oder mehrerer Gliedmassen, die meist infolge von Verletzungen (wie Knochenbrüchen, Prellungen oder Operationen) entsteht – warum, ist unbekannt. Dabei ist immer mindestens ein Gelenk betroffen.

Morbus Sudeck bedeutet Sudeck-Krankheit. Die Abkürzung CRPS I steht für die englische Bezeichnung Complex Regional Pain Syndrome I (komplexes regionales Schmerzsyndrom I) und weist auf das wichtigste Merkmal von Morbus Sudeck hin: starke Schmerzen in der betroffenen Gliedmasse.

Überwiegend tritt CRPS I an Hand, Unterarm, Fuss oder Unterschenkel auf. Neben den Schmerzen sind in der Anfangsphase von Morbus Sudeck folgende Symptome typisch:

  • Schwellung (Ödem)
  • gerötete Haut
  • überwärmtes Gelenk
  • eingeschränkte Gelenkfunktion
     

Obwohl diese Symptome als klassische Entzündungszeichen gelten, sind die Entzündungswerte im Blut beim Morbus Sudeck nicht erhöht. Weitere mögliche Anzeichen für ein CRPS Typ 1 sind zum Beispiel:

Mit der Zeit versteift sich das Gelenk; Haut, Sehnen und Muskeln schrumpfen. Dies führt im Endstadium von Morbus Sudeck zum Funktionsverlust des betroffenen Körperteils. Daher ist es ratsam, CRPS I frühzeitig zu behandeln. Wenn die Massnahmen gegen Morbus Sudeck angemessen sind (d.h. das Syndrom nicht verstärken), ist mit einem günstigen Verlauf zu rechnen: In dem Fall gelingt es zu etwa 85 Prozent, den Morbus Sudeck zu heilen.

Um Morbus Sudeck zu behandeln, sind Medikamente, physikalische Massnahmen und eine Ergotherapie geeignet Bewährt haben sich ausserdem verhaltenstherapeutische Massnahmen, um zum Beispiel dem Schmerzgedächtnis entgegenzuwirken und die Angst vor den Schmerzen zu überwinden. Die Behandlung von CRPS I zielt darauf ab, die Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaße zu verbessern. Solange noch Ruheschmerzen und Schwellungen bestehen, ist es jedoch ratsam, diese vorrangig zu behandeln (durch Schmerzmittel, Hochlagern des Gelenks und Entstauung der Schwellung).

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2. Definition

Morbus Sudeck ist eine schmerzhafte Nervenkrankheit, die man per Definition als komplexes regionales Schmerzsyndrom (engl.: Complex Regional Pain Syndrome, CRPS) vom Typ I bezeichnet. CRPS I betrifft eine oder mehrere Gliedmassen und tritt meist nach äußeren Einwirkungen auf (z.B. nach Verletzungen, Knochenbrüchen oder Operationen).

Vom CRPS II (auch Kausalgie genannt) unterscheidet sich der Morbus Sudeck wie folgt:

  • Beim CRPS II (Kausalgie) sind deutlich Nerven verletzt,
  • beim CRPS I (Morbus Sudeck) ist keine Nervenverletzung festzustellen.
     

Im Endstadium von Morbus Sudeck kommt es durch versteifte Gelenke sowie durch geschrumpfte Haut, Sehnen und Muskeln zum Funktionsverlust des betroffenen Körperteils. Es ist immer mindestens ein Gelenk von CRPS I betroffen, vorwiegend an Hand oder Fuss.

Benannt ist Morbus Sudeck nach dem Hamburger Chirurgen Paul Sudeck (1866 bis 1945), der die Erkrankung um 1900 beschrieb. Sudeck nannte die Erkrankung eine entgleiste Heilentzündung und beschrieb die Ähnlichkeit zwischen den Symptomen einer Entzündung und dem Sudeck-Syndrom. Weitere Bezeichnungen für das CRPS I lauten:

  • Sudeck-Dystrophie (bzw. sudecksche Dystrophie)
  • Sudeck-Krankheit (bzw. sudecksche Krankheit)
  • Algodystrophie
  • Sympathische Reflexdystrophie (engl.: Reflex Sympathetic Dystrophy, RSD)
  • Schulter-Hand-Syndrom

Häufigkeit

Morbus Sudeck tritt mit grösster Häufigkeit im Alter zwischen 40 und 50 Jahren auf, aber jüngere (auch Kinder) und ältere Menschen können ebenso ein komplexes regionales Schmerzsyndrom entwickeln. Wie viele Menschen genau vom CRPS I betroffen sind, ist unbekannt; es treten schätzungsweise jährlich 5 bis 6 neue Fälle pro 100'000 Einwohnern auf. Dabei sind Frauen häufiger vertreten als Männer und Raucher häufiger als Nichtraucher. Besonders oft entwickelt sich Morbus Sudeck an Hand, Unterarm, Fuss oder Unterschenkel, wobei die obere Extremität etwa doppelt so oft betroffen ist.

3. Ursachen

Worin der Morbus Sudeck (CRPS I) seine Ursachen hat, ist bisher nicht geklärt. In den meisten Fällen tritt ein komplexes regionales Schmerzsyndrom nach einer – oft geringfügigen – Verletzung oder nach einer Operation auf. Mögliche Auslöser sind:

Wie stark der Morbus Sudeck ausgeprägt ist, steht aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Schwere der auslösenden äusseren Einwirkung. Anders als beim CRPS II ist beim CRPS I auch keine deutliche Nervenverletzung festzustellen. In vielen Fällen war die betroffene Gliedmasse vor dem Auftreten des Morbus Sudeck über längere Zeit ruhig gestellt. Vermutlich entsteht das CRPS I durch eine gestörte Schmerzweiterleitung im zentralen Nervensystem (ZNS, d.h. Gehirn und Rückenmark), die eine überschiessende Reaktion des Sympathikus (eines Teils des nicht vom Willen beeinflussbaren Nervensystems) zur Folge hat.

Womöglich spielen bei Morbus Sudeck auch seelische (psychische) Faktoren als Ursachen eine Rolle: Menschen mit CRPS I zeigen häufig bestimmte psychische Symptome wie Depressionen, Ängste und Gefühlsschwankungen (emotionale Labilität). Ausserdem finden sich im Vorfeld der Erkrankung häufig belastende Ereignisse:

  • Bei Erwachsenen sind dies beispielsweise Todesfälle, Krankheiten sowie finanzielle oder berufliche Schwierigkeiten.
  • Bei Kindern kommen die Trennung von Bezugspersonen, instabile Familienverhältnisse, aber auch alltäglichere Schwierigkeiten wie Probleme in der Schule als Auslöser von Morbus Sudeck infrage.
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4. Symptome

Bei Morbus Sudeck (CRPS I) treten die Symptome immer nach einer – häufig nur geringfügigen – Verletzung, Operation oder Ruhigstellung einer Gliedmasse auf.

Dabei ist mindestens ein Gelenk von Morbus Sudeck betroffen – meist an Hand oder Fuss. In Knie, Schulter oder Hüfte kommt CRPS I seltener vor.

Allerdings sind die mit Morbus Sudeck verbundenen Symptome nicht durch die vorausgegangene Verletzung zu erklären: Typischerweise sind die Störungen beim CRPS I stärker ausgeprägt, als es bei einem normalen Heilungsverlauf zu erwarten wäre.

Anfangs sind die bei Morbus Sudeck auftretenden Symptome wenig kennzeichnend: In seiner akuten Phase verursacht CRPS I klassische Anzeichen einer Entzündung, ohne dass die Entzündungswerte im Blut erhöht sind.

Morbus Sudeck ist also zu Beginn geprägt durch unverhältnismässig starke Schmerzen in der betroffenen Gliedmasse in Verbindung mit:

 

  • entzündungsähnlicher Schwellung (Ödem)
  • Hautrötung
  • Überwärmung des betroffenen Gelenks
  • Funktionseinschränkung des betroffenen Gelenks
     

Dabei ist der anhaltende Schmerz das wichtigste Symptom von Morbus Sudeck: Er ist sehr stark, brennend und tief und kann sich durch Belastung, Bewegung und in vielen Fällen bereits durch geringste Berührung verstärken. Manche akuten Anzeichen von CRPS I verändern sich jedoch im weiteren Verlauf: So ist die anfangs gerötete und überwärmte Haut später (im chronischen Stadium) weisslich-blass oder blau verfärbt und fühlt sich kälter an.

Neben den Schmerzen und anderen klassischen Entzündungszeichen kann Morbus Sudeck anfangs und später viele weitere Symptome hervorrufen. Mögliche zusätzliche Anzeichen für CRPS I sind zum Beispiel:

  • Sensibilitätsstörungen
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Bewegungseinschränkung
  • Koordinationsstörungen
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Lähmungserscheinungen
  • Gewebeschwund (Atrophie) von Haut und Muskeln
  • vermehrtes Schwitzen
  • verändertes Nagel- und Haarwachstum

Im Endstadium von Morbus Sudeck führt der fortgeschrittene Gewebeschwund (d.h. versteifte Gelenke sowie geschrumpfte Haut, Sehnen und Muskeln) zum Funktionsverlust des betroffenen Körperteils.

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5. Diagnose

Beim Morbus Sudeck (CRPS I) basiert die Diagnose in erster Linie auf der körperlichen Untersuchung und der Krankengeschichte (sog. Anamnese): Erste Hinweise auf ein komplexes regionales Schmerzsyndrom vom Typ 1 ergeben sich, wenn Entzündungszeichen im Bereich des betroffenen Gelenks – also

  • Schmerzen,
  • Schwellung (Ödem),
  • gerötete Haut,
  • Überwärmung sowie
  • Funktionseinschränkung des betroffenen Gelenks
     

– vorliegen, obwohl bei der Blutuntersuchung keine Entzündungswerte im Blut zu finden sind. Wenn den Beschwerden zum Beispiel eine Verletzung, Operation oder Ruhigstellung der Gliedmaße vorausging, erhärtet dies den Verdacht auf Morbus Sudeck. Um CRPS I zu diagnostizieren, können zudem folgende Tests hilfreich sein:

  • Thermographie: Die Messung der Wärmeabgabe von der Körperoberfläche zeigt, ob die für Morbus Sudeck typische abnorme Veränderung der Wärmeabgabe vorliegt.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) können Knochenentkalkungen (Osteoporose) zeigen, aber auch andere Schmerzursachen ausschliessen.
  • Drei-Phasen-Szintigraphie: Diese nuklearmedizinische Untersuchung auf eine erhöhte Durchblutung ist ein wichtiges Mittel, um Morbus Sudeck frühzeitig zu diagnostizieren.

Stadieneinteilung

Bei Morbus Sudeck (CRPS I) stellt der Arzt im Rahmen der Diagnose auch fest, welches Stadium die Erkrankung erreicht hat. Die Stadieneinteilung erfolgt anhand der vorliegenden Symptome. Man unterscheidet drei CRPS-Stadien, wobei nicht in jedem Fall alle aufgeführten Symptome auftreten: Einige können sich im Lauf der Zeit auch zurückbilden. Die Stadien I und II treten innerhalb eines Jahres auf. Morbus Sudeck kann ausheilen, bevor er Stadium III erreicht.

In Stadium I von Morbus Sudeck sind folgende Symptome möglich:

  • starke Schmerzen
  • erhöhte Empfindlichkeit der Haut
  • begrenzte Schwellung (Ödem)
  • Muskelkrämpfe
  • zunächst warme, rote und trockene Haut
  • zunehmendes Schwitzen
     

In Stadium II kann Morbus Sudeck die folgenden Veränderungen verursachen:

  • stärkere und verteiltere Schmerzen
  • zur Ausbreitung neigende, fester werdende Schwellung
  • Haar- und Nagelveränderungen
  • fleckige Knochenentkalkung (Osteoporose)
  • beginnender Muskelschwund
  • steife Gelenke mit eingeschränkter Beweglichkeit

Stadium III von Morbus Sudeck ist wie folgt gekennzeichnet:

  • Funktionsunfähigkeit der betroffenen Gliedmaßen durch fortgeschrittenen Schwund von Muskeln, Haut und Sehnen
  • Schmerz, der abgeschwächt sein, aber auch die ganze Gliedmasse betreffen kann

6. Therapie

Bei Morbus Sudeck (CRPS I) ist die Therapie überwiegend auf die Symptome ausgerichtet. Wirksam gegen Morbus Sudeck ist eine Kombination aus Ergotherapie, Medikamenten, physikalischen und auch psychotherapeutischen Massnahmen – mit folgenden Zielen:

  • die Schmerzen unter Kontrolle zu halten und
  • die Beweglichkeit der betroffenen Extremität zu verbessern.
     

Dabei ist es ratsam, die Behandlung  von Morbus Sudeck in folgende Phasen zu gliedern, deren Massnahmen sich vorrangig auf ein Ziel konzentrieren:

  1. Behandlung von Ruheschmerzen und Schwellungen: Wichtigste Massnahmen in dieser Phase sind Schmerzmittel und Entlastung (d.h. Gelenk hoch lagern und Schwellung entstauen). Von schmerzverstärkenden Massnahmen wie Wärmebehandlung ist in dieser Phase abzuraten.
  2. Behandlung der Bewegungsschmerzen: In dieser Phase besteht die Morbus-Sudeck-Behandlung vor allem darin, die Nerven- und Gelenkfunktion schrittweise zu aktivieren. Dabei tritt die Schmerzbehandlung langsam in den Hintergrund.
  3. Behandlung der Bewegungs- und Gefühlsstörungen: Wichtigste Massnahmen in dieser Therapie-Phase sind die Wiederherstellung der Gelenkfunktionen sowie eventuell eine Psychotherapie. Auf Schmerzmittel kann man nun oft weitgehend verzichten.

Nicht-medikamentöse Therapie

Bei Morbus Sudeck (CRPS I) kommt die Therapie nicht ohne Medikamente aus. Dennoch sind nicht-medikamentöse Massnahmen ein wichtiger Teil der Therapie: Sie zielen unter anderem darauf ab, die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zu verbessern oder aufrechtzuerhalten. Für die nicht-medikamentöse CRPS-Therapie bieten sich folgende Massnahmen an:

  • Ruhigstellen der Gliedmasse
  • Lymphdrainagen
  • krankengymnastische Bewegungsübungen
  • Elektrotherapie
  • Wassergymnastik
  • Ergotherapie
  • Quengelschienen

Auch verhaltenstherapeutische Verfahren sind ein wertvoller Bestandteil der nicht-medikamentösen Morbus-Sudeck-Therapie: Die Massnahmen sollen zum Beispiel Veränderungen im Gehirn entgegenwirken, die infolge der Schmerzen entstanden sind (wie dem Schmerzgedächtnis), und Ihnen helfen, die Angst vor den Schmerzen zu überwinden. Bewährt hat sich der frühzeitige Einsatz folgender Methoden:

 

  • Spiegeltherapie und Bewegungslernen (engl.: motor learning): Hierbei spiegeln Sie die nicht-betroffene Extremität so, dass sie optisch an die Stelle der betroffenen Extremität rückt, um eine Illusion von zwei gesunden Extremitäten zu erhalten. Dann können Sie zum Beispiel das Links-rechts-Erkennen üben und sich Bewegungen vorstellen. Es empfiehlt sich, die Übungen über einen Zeitraum von 6 Wochen etwa 10-mal täglich (jeweils 10 Minuten lang) zu wiederholen.
  • Abgestufte Schmerzexposition (engl.: graded exposure): Hier besprechen Sie zunächst Schritt für Schritt angstauslösende Situationen wie schmerzhafte Bewegungen; nach dieser Schulungsphase beginnen Sie langsam mit aktiven Bewegungen, wobei Sie die Schmerzen ignorieren. Es ist ratsam, dieses Verfahren 10 Wochen lang ohne Unterbrechungen anzuwenden.
     

Ob und inwieweit diese Massnahmen gegen Morbus Sudeck helfen, hängt in hohem Mass von Ihnen selbst ab: Die nicht-medikamentöse CRPS-Therapie kann nur dann Erfolge erzielen, wenn Sie aktiv mitmachen!

Medikamentöse Therapie

Typisch für Morbus Sudeck (CRPS I) ist ein über Wochen und Monate bestehender Dauerschmerz, weshalb zur Therapie auch eine wirksame Schmerzbekämpfung durch Medikamente gehört. Medikamente sind bei Morbus Sudeck deshalb wichtig, weil die Dauerschmerzen die Seele (Psyche) belasten – dies birgt das Risiko, dass der Schmerz langwierig (chronisch) verläuft. Die Behandlung hat den Zweck, den Kreislauf zunächst zu unterbrechen.

Für die Morbus-Sudeck-Therapie spielen vor allem folgende Medikamente eine wichtige Rolle:

  • Glukokortikoide: Diese Medikamente wirken entzündlungslindernd und abschwellend und sind daher besonders in den frühen entzündlichen Stadien von Morbus Sudeck geeignet, die durch Rötung, Überwärmung und Schwellung (Ödem) gekennzeichnet sind. Bewährt hat sich zum Beispiel, Prednisolon anfangs hoch dosiert einzusetzen und die Dosis dann langsam herunterzufahren. Als Dauertherapie sind Glukokortikoide jedoch nicht geeignet.
  • Bisphosphonate: Auch diese Mittel (z.B. wie Alendronat, Clodronat, Pamidronat) helfen gegen entzündliche CRPS-Symptome und verbessern so die Schmerzen sowie die Funktion der betroffenen Extremität.
  • Ketamin: Dies ist ein empfohlenes Schmerzmittel gegen (Nerven)schmerzen bei Morbus Sudeck.
  • Gabapentin: Auch dieser Wirkstoff kann gegen (Nerven)schmerzen sowie gegen Sensibilitätsstörungen zum Einsatz kommen.
  • Dimethylsulfoxid-Creme: Hiermit können Sie Schmerzen örtlich behandeln, indem Sie die betroffene Extremität mehrfach (5-mal) täglich eincremen.
     

Je nach Art Ihrer Beschwerden können gegen Morbus Sudeck auch Medikamente mit anderen Wirkstoffen zum Einsatz kommen:

  • Gegen Dauerschmerz in Zusammenhang mit Entzündungen helfen auch nicht-steroidale Antirheumatika .
  • Bei Dauerschmerz ohne Entzündung können Sie synthetische Morphinderivate wie Tramadol bekommen.
  • Gegen Dauerschmerz und Schlafstörungen sind Antidepressiva geeignet.
  • Sehr starke Schmerzen, die auf andere Mittel nicht ansprechen, lassen sich durch Opioide behandeln.
  • Bei Schmerzen, die durch eine Störung des Sympathikus (= ein Teil des nicht vom Willen beeinflussbaren Nervensystems) bedingt sind, können Clonidin-Pflaster helfen, indem sie eine Hemmung des sympathischen Nervensystems bewirken.
  • Gegen Muskelkrämpfe kann der Arzt Ihnen das muskelentspannende Mittel Baclofen in die Flüssigkeit spritzen, die das Rückenmark umspült.
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7. Verlauf

Bei Morbus Sudeck (CRPS I) ist der Verlauf individuell sehr unterschiedlich: Das Syndrom kann in drei Stadien verlaufen, die sich nach den vorherrschenden Symptomen voneinander unterscheiden. Dabei treten allerdings nicht in jedem Fall dieselben Symptome auf. Ausserdem kann ein komplexes regionales Schmerzsyndrom vom Typ I unterschiedlich schnell fortschreiten.

Milde Formen von CRPS I können nach einigen Wochen ausheilen, bevor das letzte Stadium erreicht ist. In vielen Fällen hält der Schmerz aber jahrelang an, manchmal lebenslang. Bei einigen Betroffenen verläuft der Morbus Sudeck schwankend: Dann kommt es zu Phasen der Besserung (Remission), die Wochen bis Jahre anhalten können, und Phasen der Verschlechterung (Exazerbation).

Allgemein gilt beim Morbus Sudeck: Entscheidend für die Prognose ist eine frühzeitige Behandlung – dann beträgt die Heilungschance etwa 85 Prozent. Unbehandelt kann CRPS I chronisch verlaufen.

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8. Vorbeugen

Einem Morbus Sudeck (CRPS I) können Sie nicht vorbeugen, da die körperlichen Ursachen für die Entstehung dieses Krankheitsbilds nicht restlos geklärt sind. Wenn man bei Ihnen ein komplexes regionales Schmerzsyndrom vom Typ I feststellt, ist jedoch eine wirksame und rechtzeitige Schmerztherapie wichtig: So können Sie verhindern, dass die Schmerzen dauerhaft bestehen bleiben.

Da Raucher häufiger von Morbus Sudeck betroffen sind als Nichtraucher, ist es allgemein empfehlenswert, vorbeugend aufs Rauchen zu verzichten.

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