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1.  Überblick

Die Nickelallergie zählt zu den häufigsten Allergien der westlichen Welt: In der Schweiz reagiert bis zu zehn Prozent der Bevölkerung überempfindlich auf Nickel.

Die Nickelallergie ist erblich bedingt: Wer entsprechend veranlagt ist, reagiert besonders empfindlich und entwickelt eher eine Allergie gegen Nickel als andere. Als Auslöser für die Nickelallergie kommen viele verschiedene nickelhaltige Gegenstände und Substanzen infrage. Auch zahlreiche Lebensmittel enthalten Nickel und können dazu führen, dass die Allergie zutage tritt. Mögliche Ursachen für die allergische Reaktion sind zum Beispiel:

  • Schmuck (z.B. Ohrringe)
  • Uhren
  • Gürtel (nickelhaltige Nieten oder Gürtelschnallen)
  • Brillen und Zahnprothesen
  • Knöpfe (z.B. Metallknöpfe an Jeanshosen)
  • Essbesteck
  • Reissverschlüsse
  • Münzgeld
  • Haarpflege- und Waschmittel
  • Erdbeeren
  • Hülsenfrüchte
  • Kakao
  • Nüsse
  • Lebensmittel aus Konservendosen

Die Nickelallergie ist eine sogenannte Kontaktallergie, denn: Der direkte Kontakt mit Nickel löst bei Menschen mit entsprechender Allergie ein allergisches Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) auf der Haut aus. Es treten Hautausschlag, Juckreiz und Rötungen der Haut auf. Typischerweise zeigen sich diese Nickelallergie-Symptome nur an der Stelle, die mit dem Nickel in Berührung gekommen ist.

Eine Nickelallergie ist mit einem Allergietest diagnostizierbar. Die Behandlung besteht vor allem darin, nickelhaltige Gegenstände zu meiden (Achtung: Auch Zigaretten enthalten Nickel!) und Ekzeme mit Salben oder Cremes zu behandeln. In der Regel klingen die Symptome der Nickelallergie dann innerhalb weniger Tage ab.

Wenn sich der Auslöser der Nickelallergie innerhalb des Körpers befindet, (weil z.B. eine Prothese, ein Implantat oder Zahnersatz Nickel enthält) ist es notwendig, das nickelhaltige Material zu entfernen und durch nickelfreies Material zu ersetzen.

Wer im Allgemeinen zu den empfindlicheren Menschen gehört oder schon überempfindlich auf Nickel reagiert, kann Folgendes tun, um einer Nickelallergie vorzubeugen:

  • Kontakt mit nickelhaltigen Materialien vermeiden (dies bedeutet auch: auf Piercings verzichten!)
  • keinen Beruf wählen, in dem häufiger Kontakt mit Nickel unumgänglich ist (z.B. Coiffeur, Juwelier, Uhrmacher, Kassierer, Zahnarzthelfer)
  • individuelle Schutzmassnahmen ergreifen (z.B. Schutzhandschuhe, Hautschutzschaum, Hautschutzsalben)

Eine Nickelallergie ist eine allergische Reaktion auf Nickel. Sie tritt nach dem Hautkontakt mit einem nickelhaltigen Gegenstand beziehungsweise einer nickelhaltigen Substanz auf. Daher zählt die Allergie gegen Nickel zu den sogenannten Kontaktallergien.

Bei einer Kontaktallergie (allergisches Kontaktekzem, Kontaktdermatitis) führt der direkte Kontakt der Haut mit einem bestimmten Stoff (im Fall der Nickelallergie: Nickel) zu einer Entzündungsreaktion. Typischerweise bleibt diese allergische Reaktion genau auf die Hautstellen begrenzt, die mit dem allergieauslösenden Stoff (= Allergen) direkt in Berührung kamen. Da die Symptome verzögert auftreten (sie machen sich frühestens 12 Stunden nach Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff bemerkbar), gehören Kontaktallergien wie die Nickelallergie zu den Allergien vom Typ IV (Spättyp). Die Allergie vom Spättyp nimmt eine Sonderstellung unter den Allergien ein, da hier keine Antikörper, sondern bestimmte weisse Blutkörperchen (T-Zellen) für die allergische Reaktion verantwortlich sind.

Nickel ist ein silberweiss glänzendes Element (chemisches Zeichen Ni), das zu den ferromagnetischen Schwermetallen gehört. Es ist Teil vieler Metalllegierungen und findet sich demnach in vielen Gegenständen, aber auch in zahlreichen Nahrungsmitteln. Nickel ist wasserlöslich und setzt sich daher auch bei Schweissbildung frei, sodass die Nickelallergie häufig im Sommer auftritt.

Häufigkeit

Die Nickelallergie zählt in der westlichen Welt zu den Allergien mit grösster Häufigkeit: Bis zu zehn Prozent der Frauen und Kinder und etwa ein Prozent der Männer reagieren auf den Hautkontakt mit Nickel allergisch-entzündlich und entwickeln ein Kontaktekzem.

Laut Bedarfsgegenständeverordnung Gegenstände, die länger mit der Haut in Berührung kommen (z.B. Schmuck), einen Grenzwert von einem halben Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter und Woche nicht überschreiten. Dadurch ist die Häufigkeit der Nickelallergie in der Schweiz gesunken. Insgesamt hat sich in den letzten Jahren die Anzahl Betroffener kaum verändert. Bei jungen Frauen (unter 18 Jahren) ist jedoch ein Anstieg der Nickelallergien feststellbar. Dies ist möglicherweise auf die in dieser Bevölkerungsgruppe häufigen Piercings zurückzuführen.

Einer Nickelallergie liegen erbliche Ursachen zugrunde: Menschen mit entsprechender Veranlagung sind besonders empfindlich und entwickeln eher eine Überempfindlichkeit auf Nickel als andere. Der Auslöser für die allergische Reaktion ist dann bei einer Nickelallergie der Kontakt mit einem nickelhaltigen Gegenstand oder einem besonders nickelhaltigen Lebensmittel. Unter anderem können folgende Gegenstände und Substanzen Nickel enthalten und so eine Allergie auslösen:

  • Schmuck (z.B. Ohrringe)
  • Uhren
  • Gürtel (nickelhaltige Nieten oder Gürtelschnallen)
  • Brillengestelle und Zahnprothesen
  • Knöpfe (z.B. Metallknöpfe an Jeanshosen)
  • Essbesteck
  • Reissverschlüsse
  • Münzgeld
  • Haarpflege- und Waschmittel

Beispiele für Nahrungsmittel, die aufgrund ihres besonders hohen Nickelgehalts eine Nickelallergie auslösen können, sind:

  • Erdbeeren
  • Hülsenfrüchte
  • Kakao
  • Nüsse
  • Lebensmittel aus Konservendosen

Das Immunsystem erkennt den allergieauslösenden Stoff (das Allergen: in diesem Fall Nickel) und reagiert auf eine Weise, die letztendlich zur Entstehung eines Kontaktekzems führt. Wie bei jeder Kontaktallergie (Kontaktdermatitis) sind bestimmte weisse Blutkörperchen (T-Zellen) des Immunsystems für die allergische Reaktion auf Nickel verantwortlich. Während bei manchen Menschen schon geringste Nickelkonzentrationen als Ursachen dafür ausreichen, dass sich die Nickelallergie zeigt, ist bei anderen die Toleranzgrenze höher.

Eine Nickelallergie äussert sich in erster Linie durch Symptome auf der Haut: Nach Kontakt mit nickelhaltigem Material entwickelt sich innerhalb von Stunden eine Entzündung auf den obersten Hautschichten und es entsteht ein Ekzem (Nickeldermatitis).

Die für eine Nickelallergie kennzeichnenden Ekzeme sind mit Hautausschlag, Juckreiz und Hautrötungen verbunden. Typischerweise bleiben diese Symptome bei einer Nickelallergie auf die Stelle beschränkt, die mit Nickel in Berührung gekommen ist.

Äusserst empfindliche Menschen entwickeln auch beim Verzehr besonders nickelhaltiger Speisen allergische Reaktionen, welche die vorhandenen Nickelallergie-Symptome verstärken können.

Bei einer Nickelallergie erfolgt die erste Diagnose anhand der Hautsymptome und der Vorgeschichte der Betroffenen: Wenn Menschen nach Kontakt mit nickelhaltigen Materialien Hautausschläge entwickeln, legt dies den Verdacht auf eine Allergie gegen Nickel nahe.

Um die Diagnose der Nickelallergie zu sichern, kommt ein Allergietest zum Einsatz. Bei diesem sogenannten Epikutantest klebt der Arzt mit einer Testsubstanz beträufelte Pflaster auf Rücken oder Oberarme. In der Regel testet er dabei gleichzeitig mehrere Allergene. Zeigt die Haut eine Reaktion auf die nickelhaltige Substanz, liegt eine Nickelallergie vor.

Bei einer Nickelallergie besteht die Therapie vor allem darin, den Kontakt zum allergieauslösenden Stoff (= Allergen) weitgehend zu meiden. Da auch Zigaretten Nickel enthalten, ist es ratsam, möglichst nicht zu rauchen. In besonders schweren Fällen von Nickelallergie kann es hilfreich sein, die Ernährung umzustellen. Das heisst: Streichen Sie Lebensmittel mit einem hohen Nickelgehalt, wie zum Beispiel Kakao, Soja, Hefe, Muscheln oder Hülsenfrüchte nach Möglichkeit von Ihrem Ernährungsplan. Die nickelarme Diät ist jedoch umstritten. Zeigt der Verzicht auf besonders nickelhaltige Nahrungsmittel nach ein bis zwei Monaten keine Wirkung, können Sie die Diät daher ruhig wieder abbrechen.

Gegen die von der Nickelallergie verursachten Kontaktekzeme hilft Ihnen eine Behandlung durch entzündungshemmende Wirkstoffe: Geeignet sind zum Beispiel Glukokortikoide (z.B. Hydrokortison) oder Antihistaminika in Form von Salben oder Cremes. Diese symptomatische Therapie mindert den Juckreiz und bewirkt, dass das Ekzem schneller abheilt. In der Regel klingen Ihre Ekzeme innerhalb einiger Tage wieder ab, wenn Sie nicht erneut mit Nickel in Kontakt kommen.

Eine Nickelallergie nimmt in der Regel einen günstigen Verlauf: Durch Nickel verursachte Kontaktekzeme sprechen meist gut auf die Therapie an und klingen schnell ab. Wenn die Betroffenen das Allergen meiden, bilden sich die Symptome der Nickelallergie unter dieser Behandlung meist rasch wieder zurück.

In seltenen Fällen entwickelt sich infolge der Nickelallergie ein chronisches Ekzem, das eine fortlaufende Behandlung erfordert – entweder in Form spezieller Hautpflegepräparate oder einer UV-Therapie.

Komplikationen

Eine Nickelallergie kann in ihrem Verlauf unter Umständen mit Komplikationen verbunden sein. Dies ist der Fall, wenn sich der Auslöser der Nickelallergie innerhalb des Körpers befindet: Prothesen, Implantate oder Zahnersatz können Nickel enthalten und allergische Reaktionen hervorrufen. Das schädigende, nickelhaltige Material ist in diesem Fall umgehend zu entfernen und durch anderes, nickelfreies Material zu ersetzen.

Wenn Sie überempfindlich auf Nickel reagieren, können Sie den Symptomen einer Nickelallergie vorbeugen, indem Sie beispielsweise:

  • Kontakt mit nickelhaltigen Materialien vermeiden
  • Berufe vermeiden, in denen ein häufiger Kontakt mit Nickel unumgänglich ist (wie z.B. Coiffeur, Juwelier, Uhrmacher, Kassierer, Zahnarzthelfer, Bauberufe)
  • individuelle Schutzmassnahmen ergreifen: Schutzhandschuhe, Hautschutzschaum oder Hautschutzsalben

Diese vorbeugenden Massnahmen gelten auch für den Fall, dass bei Ihnen zwar noch keine Nickelallergie vorliegt, Sie aber im Allgemeinen zu den empfindlicheren Menschen zählen.

Eine spezielle Massnahme zum Vorbeugen einer Nickelallergie besteht darin, auf Piercings zu verzichten. Dies gilt in besonderem Mass für Jugendliche: Beim Piercen besteht ein besonders hohes Risiko, eine Überempfindlichkeit auf Nickel zu entwickeln. Gerade bei jungen Menschen steigt durch das Tragen von Piercings die Wahrscheinlichkeit, dass später eine Nickelallergie besteht, welche die Lebensqualität stark einschränken kann.