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Nierenbeckenentzündung

(Pyelonephritis)
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1. Überblick

Bei der Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist das Nierenbecken, ein Teil der Niere, akut oder chronisch entzündet. Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre wesentlich häufiger betroffen als Männer.

Meistens hat eine Nierenbeckenentzündung ihre Ursachen in einer aufsteigenden Infektion: Wenn Erreger über die Harnröhre in die Blase gelangen, können sie von dort über den Harnleiter ins Nierenbecken wandern und eine Entzündung auslösen. Dies geschieht zum Beispiel schnell bei Harnabflussstörungen: Wenn der Urin nicht richtig abfliessen kann (z.B. durch einen Harnstein), können die Erreger leichter aufsteigen. Meist handelt es sich hierbei um Bakterien: Vor allem das (Darm-)Bakterium Escherichia coli ist oft an einer Pyelonephritis beteiligt.

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Die Nierenbeckenentzündung ist eine der häufigsten Erkrankungen der Niere. Im Gegensatz zur Nierenrindenentzündung (Glomerulonephritis) ist typischerweise das Bindegewebe der Niere entzündet.
Quelle: Thinkstock Collection

Eine Nierenbeckenentzündung kann unterschiedlich verlaufen und entsprechend verschiedene Symptome auslösen. Klassische Anzeichen für eine unkomplizierte akute Pyelonephritis sind:

Die chronische Pyelonephritis verläuft schubweise, kann aber lange Zeit ohne Symptome bleiben. Nach einiger Zeit ist jedoch bei einer chronischen Nierenbeckenentzündung die Nierenfunktion beeinträchtigt, was im Extremfall bis hin zur Niereninsuffizienz reichen kann. Zu den möglichen Beschwerden gehören:

  • Abgeschlagenheit
  • Rückenschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Gewichtsabnahme
  • Blutarmut (Anämie)
  • Bluthochdruck

Um die Diagnose einer Nierenbeckenentzündung zu stellen, sind eine körperliche Untersuchung, eine Blut- und eine Urinuntersuchung nötig. Zusätzlich kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) und Röntgenuntersuchungen zum Einsatz. Um den Erreger der Pyelonephritis zu identifizieren und die geeignete Therapie festzulegen, legt der Arzt aus einer Urinprobe eine Urinkultur an.

Gegen eine Nierenbeckenentzündung erfolgt in der Regel eine mindestens siebentägige Antibiotika-Behandlung. Besteht dann immer noch Fieber, ist es ratsam, die Behandlung zu verlängern. Daneben ist es zur Pyelonephritis-Therapie empfehlenswert, Bettruhe einzuhalten und möglichst viel zu trinken, um die Erreger auszuschwemmen. Gegen die allgemeinen Beschwerden helfen fiebersenkende und entzündungshemmende Mittel.

2. Definition

Die Nierenbeckenentzündung oder Pyelonephritis (griech.: nephros = Niere, pýelos = Becken) ist eine Nierenerkrankung, bei der das Nierenbecken in dem Bereich, der nah am Harnleiter liegt, akut oder chronisch entzündet ist. In der Regel ist nur eine Niere betroffen.

In vielen Fällen ist eine Nierenbeckenentzündung die Folge einer aufsteigenden Infektion: Wenn Erreger über die Harnröhre in die Blase gelangen, können sie von dort über den Harnleiter, der den Urin vom Nierenbecken zur Harnblase transportiert, ins Nierenbecken wandern. Häufige Erreger von Nierenbeckenentzündungen sind Bakterien.

Im Gegensatz zur Nierenrindenentzündung (Glomerulonephritis) ist bei einer Nierenbeckenentzündung typischerweise das Bindegewebe der Niere betroffen. Dabei können sich besonders bei chronischen Formen in zunehmendem Masse auch auf weitere Organsysteme auswirken.

Häufigkeit

Die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Niere. Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre etwa doppelt so häufig von einer Nierenbeckenentzündung betroffen wie Männer. Die kürzere Harnröhre begünstigt, dass Bakterien in die Blase und von dort aufsteigend über die Harnleiter in das Nierenbecken gelangen. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit der Nierenbeckenentzündungen bei Männern jedoch zu. Ursache ist meist eine vergrösserte Prostata, die den Harnabfluss behindert: Nach dem Wasserlassen verbleibt eine gewisse Menge Urin in der Blase – dieser sogenannte Restharn bietet Keimen gute Wachstumsmöglichkeiten und kann Ursprung einer Infektion sein.

3. Ursachen

Einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) liegen als Ursachen häufig Harnabflussstörungen zugrunde. Ein Grund für den behinderten Abfluss des Urins kann zum Beispiel ein Harnstein sein. Wenn der Urin nicht richtig abfliessen kann, können sogenannte aufsteigende Infektionen die Folge sein: Die Erreger gelangen über die Harnröhre in die Blase und wandern von dort über den Harnleiter in die Nierenbecken und weiter in die Nierenkelche. Da die Nierenbecken den in der Niere gebildeten Urin sammeln, entsteht hier leicht eine Infektion.

In seltenen Fällen kann eine Nierenbeckenentzündung ihre Ursachen in Erregern haben, die über die Blutbahn eindringen.

Eine akute Nierenbeckenentzündung entsteht überwiegend in Phasen, in denen die Immunabwehr des Körpers geschwächt ist. Mögliche Ursachen hierfür sind eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten wie Immunsuppressiva sowie Tumoren. Begünstigend für die chronische Pyelonephritis ist ein Nierenschaden, der durch Schmerzmittelmissbrauch entstanden ist. Auch Menschen mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko für eine chronische Nierenbeckenentzündung.

Erreger

Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) hat ihre Ursachen meistens in Bakterien: Häufigster Erreger ist das (Darm-)Bakterium Escherichia coli. Daneben können auch andere Bakterien wie Staphylokokken, Enterokokken, Proteus oder Klebsiella die Auslöser sein. Wenn die Infektion während eines Spitalaufenthalts entsteht (z.B. durch einen Katheter), sind insgesamt typischerweise viel mehr und teils sehr verschiedene Erreger beteiligt; dann finden sich neben Bakterien häufig auch Pilze.

4. Symptome

Akute Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Ein typisches Anzeichen für die akute Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist ein plötzliches, schweres Krankheitsgefühl. Im Einzelnen löst die akute Pyelonephritis in der Regel folgende Symptome aus:

  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • hohes Fieber
  • eventuell Schüttelfrost
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • dumpfe oder krampfartige Flankenschmerzen (Schmerzen in der seitlichen Bauchregion)
  • Symptome einer Blasenentzündung:
    • Schmerzen beim Wasserlassen
    • verstärkter, häufiger Harndrang

In manchen Fällen kann eine akute Nierenbeckenentzündung jedoch auch schleppend beginnen und untypische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gewichtsverlust auslösen. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie leichte Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen oder Anzeichen für einen unvollständigen Darmverschluss (sog. Subileus) sind bei einer akuten Pyelonephritis möglich. Die Nierenfunktion ist bei der akuten Form der Nierenbeckenentzündung nicht eingeschränkt.

Chronische Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Die chronische Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann lange Zeit ohne Symptome verlaufen. Fieber und andere Anzeichen der akuten Verlaufsform fehlen ganz. Nach einiger Zeit beeinträchtigt die chronische Pyelonephritis jedoch die Nierenfunktion, was im Extremfall bis hin zur Niereninsuffizienz reichen kann. Mögliche Beschwerden treten schubweise auf und sind wenig kennzeichnend: Es kommt zu

Da die Niere unter anderem auch an der Blutbildung beteiligt ist, kann die chronische Nierenbeckenentzündung eine Blutarmut (Anämie) zur Folge haben. Weitere Symptome für eine chronische Pyelonephritis sind ein trüb-rötlich gefärbter Urin und (in ca. 30-50% der Fälle) Bluthochdruck infolge der verminderten Flüssigkeitsausscheidung. Ausserdem kann die Niere bei einer chronischen Entzündung des Nierenbeckens ausscheidungspflichtige Substanzen wie Stoffwechselendprodukte nicht mehr so gut abgeben.

Xanthogranulomatöse Pyelonephritis

Eine chronische Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann in Einzelfällen auch als Sonderform auftreten, die durch besonders schwere Symptome gekennzeichnet ist: als sogenannte xanthogranulomatöse Pyelonephritis. Typischerweise ist das entzündete Nierengewebe gelb gefärbt und kann knötchenförmige Gebilde (Granulome) aufweisen. Es kann zu Blutungen und Gewebezerfall sowie zu Veränderungen kommen, die bei bildgebenden Untersuchungen wie ein Nierentumor aussehen.

Die xanthogranulomatöse Pyelonephritis verursacht allgemeine Symptome, die eher für eine akute als für eine chronische Nierenbeckenentzündung typisch sind. Dazu gehören:

5. Diagnose

Bei Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) befragt der Arzt zunächst die Betroffenen zu ihrer Krankheitsgeschichte (sog. Anamnese): Für die Diagnose sind vor allem Informationen über Infektionen in der Kindheit oder während einer Schwangerschaft von grosser Bedeutung, da ein akuter Schub häufig die Folge einer chronischen Infektion ist. Anschliessend erfolgen mehrere Laboruntersuchungen. Hierzu sind eine Urin- und eine Blutprobe nötig:

  • Urinuntersuchung: Um festzustellen, ob das Nierenbecken entzündet ist, lässt der Arzt den Urin auf Bakterien, Eiter sowie weisse und rote Blutkörperchen untersuchen. Sind neben dem Bindegewebe auch die funktionellen Anteile der Niere (Glomerula) betroffen, befinden sich Eiweisse im Urin. Durch Anlegen einer Urinkultur ist es möglich, die Erreger genau zu identifizieren und ein wirksames Medikament zu bestimmen.
  • Blutuntersuchung: Darüber hinaus kann es zur Pyelonephritis-Diagnose hilfreich sein, das Blut auf Bakterien hin zu untersuchen. Da die chronische Nierenbeckenentzündung häufig die Nierenfunktion beeinträchtigt, finden sich im Blut mitunter erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte.

Zur weiterführenden Diagnose einer Nierenbeckenentzündung kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:

  • Ultraschalluntersuchung: Bei einer Pyelonephritis kann der Arzt mithilfe der Sonographie von Nieren und Harnblase feststellen, ob der Urin von den Nieren in die Blase abfliessen kann oder ob eine/beide Nieren gestaut sind. Ausserdem kann er prüfen, ob nach dem Wasserlassen Harn in der Blase verbleibt (sog. Restharn), denn: Für eine Nierenbeckenentzündung sind sehr oft Abflussstörungen verantwortlich – ebenso wie bei einigen Formen der Harninkontinenz.
  • Röntgenuntersuchung: Im Röntgenbild sind bei einer Infektion über den Blutweg häufig mehrere kleinere, runde Verdichtungen erkennbar.

Um die Ursache für eine kindliche chronische Nierenbeckenentzündung festzustellen, kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel zur Diagnose zum Einsatz kommen: Bei dieser sogenannten Miktionszystourographie erhält das Kind das Kontrastmittel direkt in die Harnblase. Dadurch ist es möglich, die Lage der Blase und ihr Füllungsvermögen zu bestimmen und zu erkennen, ob das Kind die Blase vollständig entleeren kann und ob die Harnröhre an irgendeiner Stelle verengt ist.

6. Therapie

Da die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) sehr häufig durch Bakterien entsteht, besteht die Therapie in der Regel aus Antibiotika, die mindestens sieben Tage lang einzunehmen sind. Dabei kann zunächst ein Breitband-Antibiotikum zum Einsatz kommen, an dessen Stelle Sie später (sobald der genaue Erreger bestimmt ist) gezielter wirkende Mittel erhalten. (Um den Erreger der Nierenbeckenentzündung zu identifizieren und das passende Medikament zu bestimmen, legt der Arzt schon bei der Diagnose aus einer Urinprobe eine Urinkultur an.) Haben Sie nach siebentägiger Antibiotika-Einnahme immer noch Fieber, ist es ratsam, die Behandlung fortzusetzen.

Während der Antibiotika-Therapie halten Sie am besten Bettruhe ein. Ausserdem ist es bei einer Nierenbeckenentzündung wichtig, nach Möglichkeit viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, da dies die Ausschwemmung von Erreger begünstigt. Gegen die allgemeinen Beschwerden der Pyelonephritis helfen Ihnen fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente.

Ein paar Wochen nach Ende der antibiotischen Pyelonephritis-Therapie ist eine weitere Urinkultur zu Kontrollzwecken ratsam. Wenn neben der Nierenbeckenentzündung auch eine Harnabflussstörung vorliegt, ist es für eine erfolgreiche Behandlung notwendig, die Ursache für den gestörten Harnabfluss (z.B. Harnsteine) zu finden und möglichst zu beseitigen.

Bei der chronischen Form der Nierenbeckenentzündung ist es notwendig, jeden infektiösen Schub mit Antibiotika zu behandeln. Bei mehrfacher erfolgloser Antibiotika-Therapie in Form von Tabletten ist es ratsam, die Pyelonephritis stationär in einem Spital behandeln zu lassen, wo Sie die Antibiotika über eine Infusion erhalten. Bei Kindern zielt die Behandlung der chronischen Nierenbeckenentzündung vor allen Dingen darauf ab, den Harnrückfluss zu behandeln – anschliessend erhalten sie über einen längeren Zeitraum Antibiotika.

Bei der als xanthogranulomatöse Pyelonephritis bezeichneten, seltenen Sonderform der chronischen Nierenbeckenentzündung kommen zur Therapie ebenfalls zunächst Antibiotika zum Einsatz, um die Entzündung einzudämmen. Anschliessend erfolgt eine Operation, bei welcher der Operateur die betroffene Niere (je nach Befall) teilweise oder ganz entfernt (sog. Nephrektomie)

7. Verlauf

Prognose

Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen. Die Verlaufsform hat grossen Einfluss auf die Prognose der Nierenerkrankung:

Die akute Nierenbeckenentzündung zeigt oft einen unkomplizierten Verlauf und heilt unter gezielter und konsequenter Antibiotika-Therapie meist folgenlos aus. Auch wenn sie wiederholt auftritt, ist die Prognose nicht unbedingt ungünstig: Auch dann ist ein Übergang in eine chronische Pyelonephritis selten, selbst wenn begünstigende Faktoren wie Harnabflussstörungen und Harnrückfluss vorliegen.

Die chronische Nierenbeckenentzündung hingegen hat eine ungünstigere Prognose: Sie heilt in der Regel nicht vollständig aus. Im weiteren Verlauf erfordert die chronische Pyelonephritis regelmässige fachärztliche Kontrollen und eine konsequente antibiotische Behandlung der entzündlichen Schübe. Trotz dieses hartnäckigen Verlaufs entwickeln die meisten Betroffenen jedoch kein fortschreitendes Nierenversagen.

Komplikationen

Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann in ihrem Verlauf zu verschiedenen Komplikationen führen: So kann aus einer zunächst einfachen eine eitrige Nierenbeckenentzündung und im Extremfall ein Nierenabszess entstehen. Dabei können die Erreger ins Blut gelangen und eine sogenannte Urosepsis verursachen, also eine von den Harnwegen ausgehende Blutvergiftung (bzw. Sepsis). Darüber hinaus kommt es bei Nierenbeckenentzündungen unter Umständen zu Blut im Urin (Hämaturie).

Eine akute Nierenbeckenentzündung kann vor allem dann mit Komplikationen verbunden sein, wenn die Infektion im Verlauf eines Spitalaufenthalts stattfand (dann ist die Behandlung schwieriger, weil häufig viele verschiedene Erreger beteiligt sind) oder wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen: So ist zum Beispiel bei Diabetes mellitus, einer Harnwegsverengung und während der Schwangerschaft das Risiko erhöht, dass sich aus der akuten eine chronische Pyelonephritis entwickelt. Bei Schwangeren verlaufen Nierenbeckenentzündungen zwar oft unauffällig (50% der Fälle bleiben unerkannt), dennoch kann die Infektion Störungen der Schwangerschaft bis hin zu Fehlgeburt und Frühgeburt auslösen.

Wenn eine chronische Nierenbeckenentzündung die Nierenfunktion beeinträchtigt, kann dies im weiteren Verlauf zu Komplikationen in Form von Bluthochdruck und einer Störung des Elektrolythaushalts führen. Ein fortschreitendes Nierenversagen infolge einer Pyelonephritis entsteht jedoch insgesamt nur bei etwa bei einem von tausend Betroffenen.

8. Vorbeugen

Wenn Sie einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) beziehungsweise Infektionen des Harntrakts vorbeugen möchten, trinken Sie am besten reichlich und regelmässig.

Um zu verhindern, dass eine akute Nierenbeckenentzündung in eine chronische Verlaufsform übergeht, muss eine akute Nierenbeckenentzündung immer vollständig ausheilen. Wenn Sie mehr als drei bis vier Harnwegsinfekte pro Jahr haben, ist eine Langzeitprophylaxe mit Antibiotika empfehlenswert: Hierbei nehmen Sie (zunächst ein halbes Jahr lang) zum Vorbeugen täglich Antibiotika ein – in einer geringeren Dosierung als bei der Behandlung einer bestehenden Entzündung. Wichtig ist, dass die eingesetzten Antibiotika nicht die Darmflora beeinflussen. Anschliessend setzen Sie die Antibiotika ab und prüfen, ob Sie immer noch anfällig für Nierenbeckenentzündungen sind.

Bei manchen Frauen besteht ein Zusammenhang zwischen Geschlechtsverkehr und dem erneuten Auftreten der Nierenbeckenentzündung. Wenn Sie dies bei sich beobachten (wenn Sie also öfters etwa 8 bis 10 Stunden nach dem Sex erneut Anzeichen einer Pyelonephritis bemerken), können Sie zum Vorbeugen anstelle der Langzeitprophylaxe direkt vor oder nach dem Geschlechtsverkehr ein niedrig dosiertes Antibiotikum einnehmen.