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Veröffentlicht am 10. Juni 2021 - 11:11 Uhr

1. Überblick

Hinter vielen Durchfallerkrankungen steckt das Norovirus. Vor allem kleine Kinder und ältere Menschen erkranken häufig an einer Infektion mit Noroviren.

Das Norovirus ist weltweit verbreitet. Infizierte Menschen scheiden die Viren über den Stuhl aus – die Ansteckung erfolgt dann auf «fäkal-oralem Weg». Das heisst: Die Erreger gelangen aus dem Stuhl über den Mund in den Körper eines anderen Menschen, etwa durch Schmierinfektionen infolge einer mangelnden Händehygiene nach dem Toilettengang. Das Virus kann auch durch Erbrochenes verbreitet werden.

Wie lang es nach der Ansteckung dauert, bis sich Anzeichen einer Erkrankung entwickeln, ist unterschiedlich: Das Norovirus hat eine Inkubationszeit von wenigen Stunden bis Tagen. Typischerweise kommt es bei einer Norovirus-Infektion zu folgenden Symptomen:

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Meist sind die Symptome zwar heftig, aber von kurzer Dauer und klingen nach ein bis zwei Tagen wieder ab. Eine gezielt gegen Noroviren wirksame Behandlung steht nicht zur Verfügung. Die Therapie besteht vor allem darin,

  • den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und
  • verlorengegangene Energie zu ersetzen.
  • Zudem ist es ratsam, sich körperlich zu schonen.

Cola und Salzstangen sind als Hausmittel bei Durchfallerkrankungen nicht zu empfehlen – und für Kinder ohnehin nicht geeignet.

In der Regel können Erwachsene den mit der Norovirus-Infektion einhergehenden Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken ausgleichen. Kinder und ältere Menschen reagieren jedoch empfindlicher auf Flüssigkeitsverluste – für sie ist eine Infektion mit Noroviren daher oft schwerwiegender.

In schweren Fällen erfordert eine Norovirus-Infektion eine Behandlung im Spital. Dort erhalten die Betroffenen die erforderliche Flüssigkeit sowie Nährstoffe und Elektrolyte über eine Vene als Infusion.

Eine durchgemachte Norovirus-Infektion macht nur vorübergehend immun gegen eine erneute Infektion. Eine Schutzimpfung gegen Noroviren gibt es bislang nicht.

Wer einer Norovirus-Infektion vorbeugen will, sollte vor allem auf eine gründliche Händehygiene achten. Das kann das Erkrankungsrisiko deutlich senken. Nach dem Toilettengang, aber auch vor dem Zubereiten von Speisen sowie vor dem Essen sollte man sich die Hände waschen.

Ein Mann übergibt sich in die WC-Schüssel. Daneben steht ein Glas Wasser.

Bei einer Norovirus-Infektion kommt es zu Erbrechen und Durchfall. Wichtig ist es deshalb, viel zu trinken.

Quelle: Getty Images
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2. Definition von Norovirus

Das Norovirus ist ein hochansteckender Krankheitserreger, der beim Menschen Brechdurchfall auslösen kann. Das Norovirus steckt häufig hinter plötzlich auftretenden Durchfallerkrankungen. Man geht davon aus, dass Noroviren bei Kindern für fast jede dritte nicht-bakteriell verursachte Durchfallerkrankung verantwortlich sind, bei Erwachsenen für etwa jede zweite.

Noroviren wurden erstmals im Jahr 1972 nachgewiesen und gehören zur Familie der Caliciviridae. Die Bezeichnung dieser Virusfamilie leitet sich vom lateinischen Wort Calix (= Becher, Kelch) ab und bezieht sich auf die Oberflächenstruktur der Viren. Zu den Caliciviridae gehören vier Gruppen: Zwei davon – die Noroviren und die Sapoviren – können beim Menschen zu Erkrankungen führen, die beiden anderen bei Tieren.

Häufigkeit

Grundsätzlich kann das Norovirus in jedem Alter zur Erkrankung führen. Allerdings ist es besonders häufig bei Kindern unter 5 Jahren und älteren Menschen über 70 Jahren für akuten Brechdurchfall verantwortlich. Aus diesem Grund häufen sich insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen, aber auch in Krankenhäusern oder Alters- und Pflegeheimen immer wieder Norovirus-Fälle.

Durchfallerkrankungen durch das Norovirus können das ganze Jahr über auftreten. Die Norovirus-Infektion tritt jedoch mit saisonaler Häufung in den Monaten Oktober bis März auf; sie erreicht im Winter ihren Häufigkeitsgipfel.

In der Schweiz erkranken gemäss Bundesamt für Gesundheit pro Jahr schätzungsweise 400'000 Menschen an einer Norovirus-Infektion.

Meldepflicht

Jedes gehäufte Auftreten von Erkrankungsfällen mit vermuteter Beteiligung des Norovirus ist dem zuständigen Kantonsarzt und dem Bundesamt für Gesundheit zu melden. Einzelne Erkrankungen sind hingegen nicht meldepflichtig.

3. Ursachen von Norovirus

Erreger

Die Norovirus-Infektion gehört zu den häufigen Ursachen für plötzliche Durchfallerkrankungen. Der Erreger ist hochansteckend und vor allem bei Kindern oft für akuten Brechdurchfall verantwortlich.

Ansteckung

Noroviren werden von Mensch zu Mensch übertragen. Zur Ansteckung kommt es beim Norovirus überwiegend auf «fäkal-oralem Weg»: Das heisst, eine infizierte Person scheidet Noroviren über den Stuhl aus, ein anderer Mensch nimmt sie über den Mund auf. Es genügen bereits 10 bis 100 Noroviren, um eine Erkrankung auszulösen.

Aber auch das Erbrochene enthält Noroviren und kann zur Ansteckung anderer Personen führen. Beim schwallartigen Erbrechen gelangen winzige virushaltige Tröpfchen in die Luft, die andere infizieren können, wenn sie in den Mundraum gelangen (sog. Tröpfcheninfektion).

Ausserdem kann das Norovirus durch eine sog. Schmierinfektion zur Ansteckung führen, indem es von infizierten Menschen beziehungsweise deren Ausscheidungen (z.B. bei ungenügender Händehygiene nach dem Toilettengang)

  • auf Nahrungsmittel (v.a. Fisch und Meeresfrüchte)
  • oder in Getränke (verunreinigtes Wasser) gelangt.
  • Ebenso kommen fäkal verunreinigte Gegenstände und Oberflächen für eine Norovirus-Infektion als Ursache infrage. Noroviren können dort mehrere Tage lang überleben.

Eine durchgemachte Norovirus-Infektion schützt Betroffene nur teilweise und vorübergehend vor weiteren Infektionen mit dem Erreger. Betroffene sind nur gegen den ursächlichen Erregerstamm immun. Wie lange dieser Schutz genau anhält, ist unklar. Noroviren verändern sich jedoch ständig, sodass man sich im Prinzip bald wieder mit einer neuen Erregervariante infizieren könnte.

Solange akute Krankheitssymptome auftreten, gelten Betroffen mit Norovirus-Infektion als hochansteckend. Aber auch in den 48 Stunden nachdem die Symptome abgeklungen sind, ist die Gefahr einer Ansteckung relativ gross. Aus diesem Grund sollte man nach dem Abklingen Symptome am besten noch zwei weitere Tage zu Hause bleiben beziehungsweise von anderen Menschen Abstand halten. Manche Betroffene scheiden nach einer überstandenen Infektion sogar noch etwa ein bis zwei Wochen lang Noroviren aus, in Einzelfällen auch länger. Deshalb ist es selbst nach Abklingen der Beschwerden wichtig, noch einige Zeit auf eine verstärkte Hygiene und insbesondere auf das Händewaschen nach dem Toilettengang zu achten.

Inkubationszeit

Wie lange es dauert, bis ein mit dem Norovirus infizierter Mensch Krankheitssymptome entwickelt, ist unterschiedlich: Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt etwa 6 bis 50 Stunden.

Warum erkrankt man vor allem im Winter?

Warum sich Norovirus-Infektionen gerade im Winter häufen, ist noch nicht vollends geklärt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass Noroviren in der trockenen, kalten Winterluft stabiler sind.

Im Winter gibt es zudem weniger Sonnenlicht und damit auch weniger UV-Strahlung, welche das Norovirus inaktiv machen kann. Dadurch kann das Norovirus im Winter häufiger übertragen werden und häufiger zu Infektionen führen.

Wer eine Norovirus-Infektion durchgemacht hat, ist außerdem kurzzeitig immun gegen eine erneute Infektion mit demselben Virusstamm. Je mehr Menschen durch eine Infektion immun sind, desto weniger nicht-immune Menschen stecken sich an – das Norovirus kann sich nicht weiter ausbreiten.

Auf diese Weise erreicht die sogenannte Herdenimmunität im Frühjahr ihren Höhepunkt und führt dazu, dass die Infektionshäufigkeit für diesen Virusstamm sinkt. Neue Infektionen sind erst dann möglich, wenn sich das Norovirus genetisch verändert und einen neuer Virusstamm entsteht. Dieser kann dann im nächsten Winter wieder zu neuen Norovirus-Ausbrüchen führen.

4. Symptome von Norovirus

Bei einer Norovirus-Infektion beginnen die Symptome typischerweise plötzlich: Die ersten Anzeichen – starker Durchfall und schwallartiges Erbrechen – treten meist aus völligem Wohlbefinden heraus auf. Noroviren können so innerhalb weniger Stunden einen erheblichen Flüssigkeitsverlust verursachen. Vereinzelt kann es auch nur zu Durchfall oder nur zu Erbrechen kommen (anstatt zu Brechdurchfall).

Daneben kann eine Norovirus-Infektion folgende Symptome auslösen:

Zusätzlich kann die Körpertemperatur leicht erhöht sein; richtiges Fieber ruft das Norovirus jedoch eher selten hervor. Im Allgemeinen klingen die Symptome nach 12 bis 48 Stunden wieder ab. Bei manchen Betroffenen führt eine Norovirus-Infektion auch nur zu schwachen Beschwerden oder ruft gar keine Symptome hervor.

5. Diagnose von Norovirus

Die einzige Möglichkeit, bei einer Norovirus-Infektion eine sichere Diagnose zu stellen, besteht darin, die ursächlichen Viren nachzuweisen. Das ist bisher nur in Speziallaboren möglich. Es stehen drei Methoden zur Verfügung, mit der sich Noroviren im Stuhl nachweisen lassen:

  • Nachweis von Virus-Erbinformationen (RT-PCR)
  • Nachweis von Virus-Eiweissen (ELISA)
  • optischer Nachweis mit dem Elektronenmikroskop
     

Die Anzüchtung von Noroviren in Zellkulturen ist nicht möglich. Die Behandlung würde sich durch einen Erregernachweis jedoch nicht ändern. Diese aufwendigen Nachweismethoden kommen jedoch normalerweise nur dann zum Einsatz,

  • wenn keine andere Ursache für den Durchfall (mit oder ohne Erbrechen) bekannt ist.
  • wenn Symptome wie Durchfall und Erbrechen mehrere Menschen in Kindergärten, Schulen, Altersheimen, Spitälern und ähnlichen Einrichtungen betreffen.

6. Therapie von Norovirus

Ein speziell gegen Noroviren wirksames Medikament gibt es bislang nicht. Antibiotika eignen sich nicht zur Behandlung, da diese Medikamente nur gegen Bakterien wirken. Man versucht daher bei einer Norovirus-Infektion vor allem, die Symptome zu lindern.

Bei einer leichten Norovirus-Infektion sind zur Behandlung folgende Massnahmen empfehlenswert:

  • viel trinken, um den durch Durchfall und Erbrechen bedingten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen (z.B. Mineralwässer, ungesüsste Kräutertees)
  • ausreichend essen, um die verlorengegangene Energie zu ersetzen
  • Bettruhe bzw. körperliche Schonung

Geht die Norovirus-Infektion mit starkem Erbrechen einher, können zur Therapie – nach ärztlicher Absprache – Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (sog. Antiemetika) zum Einsatz kommen, um die Beschwerden zu bessern.

Für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere und geschwächte Menschen kann eine Durchfallerkrankung wie die Norovirus-Infektion Risiken mit sich bringen. Bei ihnen sollte deshalb eine Ärztin hinzugezogen werden, wenn der Durchfall länger als zwei bis drei Tage anhält – insbesondere wenn zusätzlich weitere Symptome wie Fieber, Kreislaufschwäche und/oder Erbrechen auftreten.

Kinder reagieren empfindlicher als Erwachsene auf die mit Durchfall und Erbrechen einhergehende Dehydration – und zwar umso stärker, je jünger sie sind. Für sehr junge und ältere Menschen ist der Wasserverlust mitunter sogar lebensbedrohlich. Sie benötigen zur Therapie deshalb unter Umständen nicht nur ausreichend Wasser, sondern eine spezielle Elektrolytlösung, um die Verluste auszugleichen.

Elektrolytlösungen (sog. orale Rehydratationslösungen) erhalten Sie freiverkäuflich in der Apotheke, meist als Pulver oder Granulat zum Auflösen in Wasser. Diese Präparate enthalten zum Beispiel eine Mischung aus Natriumchlorid (Kochsalz), Kaliumchlorid oder Natriumcitrat sowie Traubenzucker. Selbsthergestellte Mischungen aus Saft, Salz, Zucker und Wasser sind bei einer Infektion mit dem Norovirus dagegen nicht empfehlen.

Generell sollten Kinder während einer Norovirus-Infektion mehr trinken als sonst. Je nach Alter und vorheriger Kost eignet sich zum Beispiel ungesüsster Kräutertee oder Wasser. Soweit möglich, stillen oder füttern Sie das Kind ausserdem normal – eine spezielle Schon- oder Aufbaukost oder längere Nahrungspausen während der Therapie sind nicht nötig.

Keine Cola-Getränke für Kinder bei Durchfall

Cola-Getränke eignen sich für Kinder nicht als «Hausmittel» gegen Durchfall. Cola-Getränke enthalten sehr viel Zucker, welcher die bei Durchfall ohnehin schon gesteigerte Abgabe von Wasser aus dem Körper ins Darminnere fördert. Zudem verstärkt das in der Cola enthaltene Koffein den Kaliumverlust. Cola-Getränke können daher den Durchfall sowie den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten verstärken.

Cola-Getränke und Salzstangen sind für Erwachsene, die nur leichten Durchfall und Erbrechen haben, als «Hausmittel» zwar nicht unbedingt schädlich – aber auch nicht wirklich zu empfehlen. Salzstangen liefern vor allem Natrium, während der Körper auch Kalium benötig. Wer auf Cola und Salzstangen nicht verzichten will, sollte zusätzlich Bananen essen, da diese viel Kalium enthalten.

Bei ansonsten gesunden Erwachsenen bessern sich die Symptome einer Norovirus-Infektion meist auch ohne spezielle Therapie; Medikamente sind meist nicht nötig. Dennoch ist es auch für Erwachsene wichtig, ausreichend zu trinken. Bei einer schwereren Norovirus-Infektion können Elektrolyt-Präparate aus der Apotheke auch für Erwachsene sinnvoll sein.

Bei einer schweren Norovirus-Infektion kann unter Umständen eine Therapie im Spital erforderlich sein. Dort erhalten die Betroffenen die benötigte Flüssigkeit sowie Elektrolyte und Nährstoffe über eine Vene als Infusion.

7. Verlauf von Norovirus

Eine Norovirus-Infektion beginnt in der Regel plötzlich und aus völligem Wohlbefinden heraus mit starkem Durchfall und Erbrechen. Innerhalb weniger Stunden kann es so zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust kommen. Meist nimmt die Norovirus-Infektion einen leichten bis mittelschweren Verlauf und bessert sich nach etwa 12 bis 24 Stunden von selbst. Bei schweren Verläufen kann aber auch eine Behandlung im Spital notwendig werden.

Komplikationen

Bei schweren Verläufen kann es durch den teils starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlust zu möglicherweise lebensbedrohlichen Komplikationen kommen, wie zum Beispiel:

8. Vorbeugen gegen Norovirus

Einer Norovirus-Infektion können Sie zwar nicht direkt vorbeugen – Sie können jedoch Massnahmen ergreifen, die das Infektionsrisiko senken. Das lässt sich bereits mit der Einhaltung einfacher Hygieneregeln wie zum Beispiel regelmässigem Händewaschen mit Seife erreichen. Wer sich beim Händewaschen 30 Sekunden lang die Hände einseift, verringert die Keimzahl auf den Händen nachweislich um 90 bis 99 Prozent. Waschen Sie sich die Hände am besten immer

  • nach dem Toilettengang.
  • bevor Sie Speisen zubereiten.
  • vor dem Essen.

Eine Schutzimpfung gegen Noroviren gibt es bislang nicht.

Andere vor Noroviren schützen

Wer eine akute Norovirus-Infektion hat oder kürzlich hatte und mit anderen zusammenlebt, sollte möglichst auf folgende Punkte achten, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden:

  • Benutzen Sie, sofern möglich, währen der akuten Symptome und auch einige Tage danach eine separate Toilette.
  • Reinigen Sie Bad und Oberflächen im Haushalt gründlich und desinfizieren Sie diese dann. Idealerweise mit einem Desinfektionsmittel, dass eine ausgewiesene Wirkung gegen Noroviren hat.
  • Waschen Sie verunreinigte Bettwäsche, Kleidung oder Handtücher bei mindestens 60 Grad Celsius (besser höher, da viele Waschmaschinen die ausgewiesene Temperatur nicht sicher erreichen).
  • Geschirr können Sie wie gewohnt spülen, am besten jedoch in der Spülmaschine.

Schützt Zitronensaft vor einer Infektion?

2015 veröffentlichte eine Forschergruppe einen Bericht, demzufolge Citrat (ein Salz der Zitronensäure), wie man es in Zitronensaft oder manchen Reinigungsmitteln findet, an Noroviren binden kann und dazu führt, dass diese ihre Gestalt ändern.

Weitere Laboruntersuchungen zeigten, dass Citrat genau an jener Stelle bindet, mit der Noroviren sonst an Körperzellen binden. Die Forscher vermuteten deshalb, dass die Viren dadurch weniger infektiös seien. Sie kamen ausserdem zu dem Schluss, dass die Viren durch die veränderte Gestalt leichter für Antikörper zugänglich sein müssten – und dadurch leichter vom Immunsystem abgewehrt werden könnten.

Untersucht wurde der letzte Punkt jedoch nicht. Ebensowenig, ob die durch Citrat veränderten Viren tatsächlich weniger krank machen. Offen bleibt bislang auch die Frage, wie man Citrat denn anwenden müsste, sollte man sich damit schützen wollen.

Ob man sich mit Zitronensaft beziehungsweise Citrat vor einer Norovirusinfektion schützen kann, lässt sich daher bislang im Grunde nicht sagen. Hierfür bräuchte es weitere Studien.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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