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Osteoporose

(Knochenschwund)
von Onmeda-Ärzteteam

1.  Überblick

Osteoporose (Knochenschwund) ist die häufigste Knochenerkrankung. Dabei kann jeder selbst etwas dagegen tun: Mit einer gesunden Ernährung, viel Bewegung und dem Vermeiden von Risikofaktoren (wie Rauchen und hoher Alkoholkonsum) können Sie einer Osteoporose wirkungsvoll vorbeugen.

Bis etwa zum 40. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen zu. Danach baut der Körper natürlicherweise jährlich etwa ein halbes bis ein Prozent wieder ab. Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse über das natürliche Mass hinaus ab, so dass die Betroffenen viel mehr Knochenmasse verlieren als ein gesunder Mensch. Dieser Knochenschwund wirkt sich nachteilig auf Knochenstruktur und Knochenfunktion aus:

Das Skelett verliert durch Osteoporose an Stabilität und das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Eine Osteoporose kann verschiedene Ursachen haben. In etwa fünf Prozent der Fälle ist sie die direkte Folge einer Erkrankung oder einer langfristigen Einnahme bestimmter Medikamente (sog. sekundäre Osteoporose). Die meisten Menschen (95%) entwickeln jedoch eine primäre Form von Knochenschwund, bei der keine Erkrankungen oder Medikamente als Auslöser infrage kommen. Hierzu zählen:

  • der Knochenschwund bei Frauen nach Einsetzen der Wechseljahre (bzw. postmenopausale Osteoporose) und
  • die Altersosteoporose, die etwa ab dem 70. Lebensjahr bei beiden Geschlechtern auftritt.

Zu Beginn macht sich eine Osteoporose kaum durch Symptome bemerkbar. Schreitet der Knochenschwund fort, treten Knochenbrüche scheinbar ohne erkennbare Ursache auf: Diese sogenannten Spontanfrakturen verursachen Schmerzen.

Den bei Osteoporose häufigen Wirbelbruch halten die Betroffenen wegen der schlagartig einsetzenden Rückenschmerzen häufig für einen Hexenschuss oder Ischias-Schmerz. Langfristig führen solche Wirbelkörperbrüche zu:

  • einem Grössenverlust von mehreren Zentimetern,
  • der Ausbildung eines Rundrückens,
  • einer verstärkten Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn.


Bei der gegen Osteoporose eingesetzten Therapie spielt die richtige Ernährung eine wichtige Rolle. Dabei gilt es vor allem,

  • Untergewicht zu vermeiden, da sich dies begünstigend auf Knochenschwund auswirkt, und
  • den Körper mit ausreichend Calcium und Vitamin D zu versorgen.


Ausserdem kann bei Osteoporose eine Behandlung durch bestimmte Medikamente und Sport (v.a. Krafttraining, aber auch Walking, Nordic Walking, Tai-Chi oder Gymnastik) helfen: Beides beeinflusst den Knochenstoffwechsel positiv und verhindert somit, dass der Knochenschwund fortschreitet.

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine chronische Erkrankung, in deren Verlauf die Knochenmasse allmählich abnimmt. Diese Abnahme geht über das natürliche Mass für Alter und Geschlecht hinaus. Das Skelett ist zunehmend instabil und porös und das Risiko für Knochenbrüche erhöht sich. Wenn es infolge der osteoporotischen Skelettveränderungen schon zu einem oder mehreren Knochenbrüchen gekommen ist, bezeichnen Mediziner dies als manifeste Osteoporose.

Osteoporose kann das gesamte Skelett oder nur einzelne Knochen betreffen.

Im gesunden menschlichen Skelett findet ein Leben lang ein ständiger Knochenabbau und -aufbau statt. Dabei baut sich bis ins mittlere Erwachsenenalter mehr Knochenmasse auf als ab: Etwa bis zum 40. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen ständig zu (zum einen durch das Wachstum in der Jugend, zum anderen durch eine Steigerung der Knochendichte), bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist.

Etwa ab dem 40. Lebensjahr überwiegt jedoch der Knochenabbau: Der Körper baut dann jährlich etwa ein halbes bis ein Prozent der Knochenmasse wieder ab. Bei Osteoporose ist der Knochenstoffwechsel gestört, sodass sich der natürliche Knochenschwund verstärkt und ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau entsteht:

Menschen mit Osteoporose verlieren viel mehr Knochenmasse als ein gesunder Mensch.

Bei Osteoporose unterscheidet man zwischen zwei Formen:

  • Primäre Osteoporose: 95 Prozent aller Menschen mit Knochenschwund sind von der primären Form betroffen. Sie lässt sich nach dem Zeitpunkt ihres Beginns unterteilen in
    • die postmenopausale Osteoporose, die nach dem Beginn der Wechseljahre (Klimakterium) auftritt (sog. Typ-1-Osteoporose oder postklimakterische Osteoporose) und
    • die Altersosteoporose, die etwa ab dem 70. Lebensjahr entsteht (sog. Typ-2-Osteoporose).
  • Sekundäre Osteoporose: Die sekundäre Form der Osteoporose tritt unabhängig vom Alter auf. Sie entwickelt sich hauptsächlich
    • als Folge von Erkrankungen, bei denen der Stoffwechsel bzw. der Hormonhaushalt gestört sind (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus, rheumatische Erkrankungen) oder
    • als Folge einer langfristigen Medikamenteneinnahme (z.B. Kortisonpräparate) oder
    • als Folge von übermässigem Alkohol- und Nikotinkonsum.

Häufigkeit

Osteoporose (Knochenschwund) ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. Bei Frauen weist die Osteoporose eine deutlich grössere Häufigkeit auf als bei Männern. In der Schweiz sind etwa 30 Prozent aller Frauen nach den Wechseljahren von Knochenschwund betroffen.

Osteoporose (Knochenschwund) hat ihre Ursachen in einem gestörten Knochenstoffwechsel, so dass sich der etwa ab dem 40. Lebensjahr einsetzende natürliche Knochenabbau verstärkt.

Etwa bis zum 40. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen – zum einen durch das Wachstum in der Jugend, zum anderen durch eine Steigerung der Knochendichte – ständig zu, bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist. Danach baut der Körper jährlich etwa ein halbes bis ein Prozent wieder ab. Bei Osteoporose ist der natürliche Knochenabbau verstärkt, so dass die Betroffenen viel mehr Knochenmasse verlieren als ein gesunder Mensch. Je nach Ursachen hierfür unterscheidet man zwei Formen von Knochenschwund:

  • Sekundäre Osteoporose
    Diese Form von Knochenschwund macht etwa 5 Prozent aller Fälle aus. Ihre Auslöser sind hauptsächlich
    • Erkrankungen, bei denen der Stoffwechsel bzw. der Hormonhaushalt gestört sind (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus, rheumatische Erkrankungen) oder
    • eine langfristige Medikamenteneinnahme (z.B. Kortisonpräparate) oder
    • übermässiger Alkohol- und Nikotinkonsum.
  • Primäre Osteoporose
    Diese Form von Knochenschwund macht etwa 95 Prozent aller Fälle aus und tritt ohne erkennbare direkte Ursachen auf; je nach Zeitpunkt ihres Beginns bezeichnet man sie
    • als postmenopausale Osteoporose, die nach Beginn der Wechseljahre (Klimakterium) auftritt (sog. Typ-1-Osteoporose oder postklimakterische Osteoporose), oder
    • als Altersosteoporose, die etwa ab dem 70. Lebensjahr entsteht (sog. Typ-2-Osteoporose).

Postmenopausale Osteoporose

Die primäre Osteoporose (Knochenschwund) hat ihre Ursachen oft in altersbedingten hormonellen Umstellungen des weiblichen Körpers: Viele Frauen nach der Menopause – einer Phase der Wechseljahre (Klimakterium) – sind von Knochenschwund betroffen (sog. postmenopausale Osteoporose), weil die weiblichen Sexualhormone bei der Entstehung von Osteoporose eine wichtige Rolle spielen.

Ewa ab dem 50. Lebensjahr stellt der weibliche Körper Östrogene (Sexualhormone der Frau) nicht mehr her. Dadurch ergibt sich ein natürlicher Östrogenmangel, der die Ursache für die postmenopausale Osteoporose ist. Der Östrogenmangel führt über mehrere Mechanismen zu einem gesteigerten Knochenstoffwechsel, bei dem die Knochenmasse stetig abnimmt: Die Knochen setzen Kalzium frei, wodurch die Kalziumwerte im Blut geringfügig ansteigen. Dadurch vermindern sich gleichzeitig jene Hormone, die für das Kalziumgleichgewicht verantwortlich sind. Da nun mehr Kalzium im Blut ist, verringert sich die Kalziumaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt, während die Nieren vermehrt Kalzium ausscheiden.

Der Zusammenhang zwischen Östrogenen und dem Knochenstoffwechsel zeigt sich nicht nur bei der Entstehung der postmenopausalen Osteoporose – er ist besonders auch während Schwangerschaft und Stillperiode erkennbar. Während der Stillzeit führt eine Mutter ihrem Säugling täglich etwa 500 Milliliter Milch zu, was einer Menge von etwa 500 Milligramm Kalzium entspricht. Bei etwa zehn Stillperioden entspräche dies der Gesamtkalziummenge des mütterlichen Skeletts. Der hohe Kalziumverlust durch das Stillen gleicht sich jedoch dadurch aus, dass der schwangere Körper vermehrt Östrogene bildet.

Obwohl ein Zusammenhang zwischen Östrogenen und Osteoporose besteht, entwickeln nicht alle Frauen in den Wechseljahren eine postmenopausale Osteoporose. Neben der erblich bedingten Veranlagung macht man folgende Ursachen dafür verantwortlich:

  • ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D
  • regelmässige körperliche Bewegung

Altersosteoporose

Tritt die primäre Osteoporose (Knochenschwund) im höheren Lebensalter – etwa ab dem 70. Lebensjahr – auf, handelt es sich um die sogenannte Altersosteoporose (auch senile Osteoporose genannt). Da die Ursachen hierfür bei Mann und Frau vorliegen können, führt die Altersosteoporose bei beiden Geschlechtern verstärkt zu Knochenbrüchen.

Eine der Ursachen der Altersosteoporose ist der sinkende Testosteronspiegel, der sich bei Männern schleichend mit dem Alter entwickelt. Das Geschlechtshormon Testosteron spielt im Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle. Als weitere Auslöser dieser Form von Osteoporose gelten vor allem eine schlechte Versorgung mit Kalzium und Vitamin D sowie Bewegungsmangel.

Risikofaktoren

Es gibt viele Faktoren, die das Risiko für eine Osteoporose (Knochenschwund) erhöhen: Ist der Aufbau von Knochenmasse in den ersten vier Lebensjahrzehnten vermindert, begünstigt dies, dass später (z.B. aus altersbedingten Ursachen) eine Osteoporose entsteht. Zu den Risikofaktoren zählen zum Beispiel:

  • Untergewicht (Body-Mass-Index unter 20)
  • Rauchen
  • die Einnahme bestimmter Medikamente, die die Knochen schädigen, wie z.B.:
    • Mittel gegen Depressionen (sog. Antidepressiva)
    • Mittel gegen Epilepsie (sog. Antiepileptika)
    • Kortison (Glukokortikoide)
  • ein höheres Lebensalter
  • Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer
  • Kalzium- und Vitamin-D-Mangel
  • Erkrankungen wie z.B.:
  • Östrogenmangel bei Mädchen und jungen Frauen, beispielsweise bei verzögerter Pubertät
  • zu wenig körperliche Aktivität
  • erbliche Faktoren

Eine Osteoporose (Knochenschwund) zeigt kaum Symptome, solange die Knochenmasse lediglich ein wenig vermindert ist. Im weiteren Verlauf macht sich die Osteoporose allerdings durch Knochenbrüche bemerkbar, die scheinbar ohne erkennbare Ursache auftreten (sog. Spontanfraktur).

Nach einem durch Osteoporose bedingten Knochenbruch können Schmerzen auftreten, die eine weitere Bewegung mitunter unmöglich machen. Sind lange Röhrenknochen betroffen, wie etwa beim Oberschenkelhalsbruch, können die Betroffenen auf dem Bein nicht mehr laufen. Am häufigsten brechen bei Knochenschwund jedoch die Wirbelkörper. Ein solcher Wirbelbruch bei Osteoporose ist zwar ebenfalls mit starken Schmerzen verbunden – die Betroffenen glauben hier jedoch wegen der typischen Symptome (in Form von schlagartig einsetzenden Rückenschmerzen) häufig, einen Hexenschuss oder Ischias-Schmerz zu haben. Die langfristigen Folgen von Osteoporose bei Wirbelkörperbrüchen sind:

  • ein Grössenverlust von mehreren Zentimetern,
  • die Ausbildung eines Rundrückens,
  • eine verstärkte Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn.

Diese für Osteoporose typischen Veränderungen können so weit voranschreiten, dass die untersten Rippen in direkten Kontakt mit dem Beckenkamm kommen. Dies löst weitere Schmerzen aus.

Um die durch Osteoporose verursachten Beschwerden zu lindern, bewegen sich viele Betroffene weniger und nehmen nach und nach eine Schonhaltung an, die weitere Symptome in Form von schmerzhaften Muskelverspannungen verursacht. Häufig sind Menschen mit fortgeschrittenem Knochenschwund auf Hilfe angewiesen, was die Lebensqualität erheblich einschränken kann.

Bei einer Osteoporose (Knochenschwund) steht am Anfang der Diagnose ein Gespräch zur Vorgeschichte der Erkrankung (Anamnese). Hierbei stellt der Arzt Fragen zu Vorerkrankungen oder etwaigen Stürzen: So möchte er etwa wissen, inwiefern Schmerzen auftreten, wie intensiv diese sind und ob bestimmte Risikofaktoren für eine Osteoporose vorliegen (z.B. Fälle in der Familie, Einnahme bestimmter Medikamente).

Es folgt eine körperliche Untersuchung: Anhand verschiedener Tests kann der Arzt prüfen, wie beweglich man ist. Er ermittelt beispielsweise, wie viel Zeit man benötigt, um bestimmte Bewegungen auszuführen. Wenn sich dabei ein Verdacht auf Osteoporose ergibt, kommen zur Diagnose weitere Verfahren zum Einsatz.

Eine wichtige Rolle bei der Osteoporose-Diagnose spielt die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie). Von Bedeutung ist hier vor allem die sogenannte DXA-Osteodensitometrie (Dual-X-Ray-Absorptiometrie), welche die Dichte der Knochenmineralien misst. Bei Knochenschwund ist die Dichte vermindert. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur einige Minuten. Eine sogenannte quantitative Ultraschallmessung kann ebenfalls zum Einsatz kommen, liefert jedoch nicht so genaue Ergebnisse wie die DXA. Auch eine Computertomographie kann dabei helfen, eine Osteoporose zu diagnostizieren.

Im Röntgenbild sehen von Osteoporose betroffene Knochen im Vergleich zu gesunden Knochen durchlässiger (transparenter) aus. Veränderungen der Knochenstruktur als Frühzeichen einer Osteoporose sind jedoch nur selten im Röntgenbild nachweisbar. Da sich eine Entkalkung des Knochens im Röntgenbild erst zeigt, wenn die Knochenmasse bereits um mindestens 30 Prozent abgenommen hat, ist eine frühe Diagnose damit nicht möglich. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Knochenschwund im Röntgenbild dagegen nicht zu übersehen. An der Wirbelsäule können beispielsweise Grund- und Deckplattenbrüche der Wirbelkörper sowie sogenannte Keil-, Fisch- oder Plattenwirbelbildungen ganzer Wirbelkörper sichtbar sein.

Mithilfe einer Knochenbiopsie kann der Arzt im Zweifelsfall die Osteoporose-Diagnose sichern. Dabei entnimmt er eine Knochenprobe. Die Knochenbiopsie kommt jedoch nur selten zum Einsatz, so zum Beispiel bei Verdacht auf einen Tumor. Die Blutwerte sind bei einer bestehenden Osteoporose in der Regel unauffällig. Damit lassen sich jedoch andere Erkrankungen ausschliessen und der Arzt kann feststellen, ob Erkrankungen vorliegen, die zu Knochenschwund führen können.

Bei Osteoporose (Knochenschwund) ist die Therapie abhängig vom Verlauf der Erkrankung. Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, den Knochenstoffwechsel zu beeinflussen und Schmerzen zu lindern. Sind infolge der Osteoporose bereits Knochenbrüche aufgetreten, ist deren Versorgung notwendig. Unbehandelt schreitet der Knochenschwund weiter voran, so dass die Knochen zunehmend brüchiger sind. Daher ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit der Osteoporose-Therapie zu beginnen. Dabei kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage:

Ernährung

Bei Osteoporose (Knochenschwund) spielt zur Therapie die richtige Ernährung eine wichtige Rolle: Dabei gilt es vor allem,

  • Untergewicht (Body-Mass-Index unter 20) zu vermeiden, da dies sich begünstigend auf Osteoporose auswirkt, und
  • den Körper mit ausreichend Kalzium und Vitamin D zu versorgen.

Über eine kalziumreiche Ernährung können Sie das Risiko für einen Knochenbruch durch Osteoporose senken. Kalzium ist unter anderem wichtig für den Aufbau und die Stabilität der Knochen. Nehmen Sie bei Osteoporose am besten täglich etwa 1'000 bis maximal 1'500 Milligramm Kalzium mit der Nahrung auf. Diesen Wert können Sie erreichen, indem Sie kalziumreiche Nahrungsmittel wie Käse, Milch oder andere Milchprodukte zu sich nehmen. Auch in Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl ist viel Kalzium enthalten, ebenso in Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. In Absprache mit dem Arzt können Sie zur Osteoporose-Behandlung zusätzlich auf Kalziumpräparate zurückgreifen.

Achten Sie bei Knochenschwund ausserdem auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D. Vitamin D trägt dazu bei, Kalzium in die Knochen einzulagern. Der Körper bildet das Vitamin zu 90 Prozent selbst, sobald er Sonnenlicht ausgesetzt ist. Lebensmittel enthalten dagegen eher wenig Vitamin D, weshalb Sie nur über die Ernährung bei Osteoporose nicht für eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr sorgen können. Im Rahmen einer Osteoporose-Therapie empfiehlt der Arzt häufig Vitamin-D-haltige Präparate.

Achtung: Kalzium- oder Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel sind grundsätzlich nur nach ärztlicher Rücksprache zu verwenden, da zum Beispiel Menschen mit Nierensteinen keine Kalziumpräparate einnehmen dürfen.

Medikamente

Sind bei Osteoporose (Knochenschwund) zur Therapie Medikamente notwendig, eignen sich Wirkstoffe aus der Gruppe der Bisphosphonate (z.B. Alendronat oder Risedronat). Bisphosphonate ähneln chemisch jenen körpereigenen Stoffen, die die innere Knochenstruktur bilden. Sie verringern bei Osteoporose das Risiko für Knochenbrüche und sorgen dafür, dass die Knochendichte zunimmt. Will man speziell das Risiko für Wirbelkörperbrüche mindern, kann es sinnvoll sein, das Antiöstrogen Raloxifen über längere Zeit einzunehmen.

Wirkstoffe wie Calcitonin sowie eine Hormontherapie mit Östrogenen gelten als Ausweichmöglichkeiten, falls andere Behandlungen der Osteoporose nicht erfolgreich sind oder bei Ihnen nicht infrage kommen (z.B. weil Sie die entsprechenden Medikamente nicht vertragen). Calcitonin, ein körpereigenes Hormon, bremst den Knochenabbau. Calcitonin lindert bei einem Grossteil der Menschen mit Osteoporose die Schmerzen, kann allerdings zu starken Nebenwirkungen führen. Fluoride können ebenfalls gegen Knochenschwund zum Einsatz kommen; allerdings ist bisher nicht klar, wie wirksam Fluoride wirklich sind.

Hormonersatztherapie mit Östrogenen

Hat die Knochenmasse einmal begonnen, sich zu verringern, ist der Abbau durch eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen nicht mehr zu beeinflussen. In der Regel bekommen Sie bei Osteoporose (Knochenschwund) nur dann Hormone zur Therapie, wenn Sie auch ausgeprägte Wechseljahrsbeschwerden haben. Der Grund: Nach den Wechseljahren sind im Allgemeinen die Risiken einer Hormonersatztherapie mit Östrogenen höher als deren Nutzen. Daher ist die Östrogen-Therapie nur bei Frauen mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche vertretbar, die keine andere Osteoporose-Behandlung vertragen.

Sport und Bewegung

Bei Osteoporose (Knochenschwund) sind zur Therapie auch Sport und Bewegung empfehlenswert, da Sie den Verlauf der Knochenstoffwechselstörung hierdurch positiv beeinflussen können: Körperliches Training spielt eine bedeutende Rolle für den Aufbau und den Erhalt der Knochenmasse und der Knochenqualität. Der Grund: Während Sie sich bewegen, üben Muskelzug und Schwerkraft mechanische Reize auf den Knochen aus – am Knochen erfolgt quasi ein Ziehen und Zerren. Der Knochen reagiert auf die Reize: Der Knochenstoffwechsel wird angeregt und es bilden sich neue Knochenzellen.

Aus diesem Grund haben sportlich aktive Menschen seltener Osteoporose. Aber nicht nur zur Vorbeugung sind Sport und Bewegung wichtig, sondern auch in der Osteoporose-Behandlung können gezielte Bewegungsprogramme zum Erhalt und Aufbau der Knochenmasse beitragen. Als besonders geeignet gelten dabei Krafttraining und sogenannte kombinierte Bewegungsprogramme. Letztere fördern neben Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht auch Ihre Koordination. Krafttraining erweist sich hierbei als besonders wirkungsvoll: Durch das Muskeltraining entstehen grössere Druck- und Zugbelastungen auf den Knochen als zum Beispiel bei einem reinen Ausdauertraining – dies regt den Knochenstoffwechsel stärker an.

Auf eine Osteoporose wirken sich aber auch Sportarten wie Walking, Nordic Walking, Tai-Chi oder Gymnastik sowie Alltagsbewegungen wie Treppensteigen positiv aus. Sie tragen dazu bei, dass Sie sich trotz Knochenschwund sicherer bewegen, somit weniger Angst vor Stürzen haben und in der Folge aktiver sind – was wiederum gut für den Knochenstoffwechsel ist.

Für das allgemeine Wohlbefinden und das Herz-Kreislauf-System ist auch Sport in Form von Schwimmen oder Velofahren günstig. Allerdings fördert diese Art Bewegung weniger den Aufbau und Erhalt der Knochenmasse und ist deshalb speziell zur Osteoporose-Therapie weniger wirksam. So ist zum Beispiel beim Schwimmen die Schwerkraft im Prinzip ausser Kraft gesetzt – dadurch entstehen weniger Zug- und Druckbelastungen auf den Knochen und der Knochenstoffwechsel wird weniger angeregt.

Allgemein gilt: Falls Sie von Osteoporose betroffen sind, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit Ihrem Sportprogramm beginnen – er kann Sie an geschulte Sport- und Physiotherapeuten überweisen. Denn gerade bei Trainingsformen wie dem Krafttraining ist es besonders wichtig, die Übungen korrekt auszuführen und die Muskeln und Knochen nicht zu überlasten. Dies gilt besonders, wenn der Knochenschwund weiter fortgeschritten ist und bereits ein oder mehrere Knochenbrüche aufgetreten sind.

Eine Osteoporose (Knochenschwund) lässt sich in ihrem Verlauf durch geeignete vorbeugende Massnahmen sowie durch eine frühzeitige Behandlung entscheidend positiv beeinflussen. Auf diese Weise ist es möglich, sowohl ihrer Entstehung als auch ihrem Fortschreiten entgegenzuwirken.

Unbehandelt nimm eine Osteoporose einen fortschreitenden Verlauf und kann zu dauerhaften Veränderungen führen:

  • Die Körpergrösse nimmt ab.
  • Es bildet sich ein Rundrücken.
  • Es treten Knochenschmerzen auf.
  • Es kommt vermehrt zu Knochenbrüchen.

Der mit einer fortgeschrittenen Osteoporose verbundene Dauerschmerz und die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Knochenschwund kann im weiteren Verlauf dazu führen, dass die Betroffenen auf fremde Hilfe angewiesen sind – gerade ältere Menschen müssen manchmal aufgrund der Beschwerden in ein Pflegeheim.

Komplikationen

Eine Osteoporose (Knochenschwund) kann im weiteren Verlauf zu Komplikationen wie einem Knochenbruch führen, ohne dass ein Unfall vorangegangen ist:

  • Bei Frauen mit nach den Wechseljahren auftretendem Knochenschwund (sog. postmenopausale Osteoporose) entstehen als Komplikationen oft Wirbelkörperbrüche.
  • Im Verlauf der sogenannten Altersosteoporose, von der beide Geschlechter betroffen sein können, sind Oberschenkelhalsbrüche besonders häufig.

Bei Senioren mit Osteoporose kommt oft erschwerend hinzu, dass sie aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer verlangsamten Reaktionsfähigkeit häufiger stürzen als in jungen Jahren. Diese Stürze kann die wenig trainierte Muskulatur nicht abfangen: Ein solches schutzloses Fallen führt bei Knochenschwund häufig zu Komplikationen in Form von Verletzungen und Knochenbrüchen.

Sie können einer Osteoporose (Knochenschwund) wirksam vorbeugen, indem Sie vor allem auf eine gesunde Ernährung, einen ausgeglichenen Lebensstil und auf ausreichend Bewegung achten. Da eine bestehende Osteoporose schwer zu behandeln ist, ist eine rechtzeitige Osteoporose-Vorbeugung besonders wichtig.

Ernährung und Lebensstil

Wenn der Aufbau von Knochenmasse in den ersten vier Lebensjahrzehnten vermindert ist, begünstigt dies, dass später eine Osteoporose (Knochenschwund) entsteht. Darum sind zum Vorbeugen von Osteoporose die richtige Ernährung und ein gesunder Lebensstil von grosser Bedeutung: Um den natürlichen Knochenaufbau bis zum 40. Lebensjahr zu fördern und einen Knochenabbau so weit wie möglich zu vermindern, ist es wichtig, den Körper ausreichend mit Vitamin D und Kalzium zu versorgen. Zu empfehlen ist eine tägliche Kalziummenge von etwa 1'000 bis höchstens 1'500 Milligramm. Diese können Sie zum einen durch kalziumreiche Lebensmittel wie Milch und Käse, zum anderen nach Absprache mit dem Arzt durch Kalziumpräparate in Form von Nahrungsergänzungsmitteln erreichen. Damit Ihr Körper ausreichend Vitamin D bilden kann, halten Sie sich am besten täglich mindestens 30 Minuten lang im Freien auf, um natürliches Tageslicht abzubekommen. Dafür ist keine luftige Bekleidung notwendig: Es genügt, wenn Gesicht und Hände unbekleidet sind.

Alkohol und Rauchen begünstigen die Entstehung einer Osteoporose. Zur Osteoporose-Vorbeugung ist es deshalb sinnvoll, möglichst auf beides zu verzichten beziehungsweise beides nur in Massen zu geniessen. Ebenso wichtig ist es, dass Sie bei der Ernährung täglich genügend Kalorien zu sich nehmen, wenn Sie zu wenig wiegen: Denn Untergewicht in jungen Jahren erhöht besonders für Frauen später das Risiko für Knochenbrüche infolge von Knochenschwund.

Bewegung

Neben einer ausgewogenen Ernährung und dem Verzicht auf Rauchen und Alkohol können Sie Osteoporose (Knochenschwund) auch durch ausreichende Bewegung vorbeugen, denn: Sport und körperliche Aktivität regt den Körper dazu an, neue Knochenzellen zu bilden – und damit Knochenmasse aufzubauen.

Besonders Krafttraining hat sich als wirkungsvolle Trainingsform zur Osteoporose-Vorbeugung erwiesen. Denn wer zum Beispiel an Fitnessgeräten Gewichte stemmt, der kurbelt besonders den Knochenstoffwechsel und damit die Bildung neuer Knochenzellen an. Zu den weiteren empfehlenswerten Kraftsportarten zählen Klettern, Rudern oder Bergwandern.

Auch Sportspiele wie Tennis, Fussball oder Badminton sind gut für unsere Knochen. Allerdings sind diese Sportarten nicht für jedermann geeignet, weil sie je nach Intensität sehr belastend für den Körper sein können – kleine oder grössere Verletzungen an Muskeln, Gelenken oder Bändern können entstehen. Deswegen ist es besonders für ältere Menschen und Personen mit Übergewicht ratsam, sich vorher sportmedizinisch untersuchen zu lassen, bevor sie den Tennisschläger in die Hand nehmen. Dies gilt auch für Sportmotivierte, die schon seit einigen Jahren nicht mehr sportlich aktiv waren.

Aber auch die Bewegung bei Ausdauersportarten wie Nordic Walking oder Joggen wirkt einer Osteoporose entgegen. Sie regt zwar den Knochenstoffwechsel nicht so intensiv an, wie beispielsweise Kraftsportarten – trotzdem fordert sie die Knochen und kann ganz nebenbei Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen effektiv vorbeugen.

Velofahren und Schwimmen sind hingegen zur Vorbeugung einer Osteoporose eher ungeeignet, weil sie weniger Zug- und Druckbelastungen auf die Knochen ausüben. Ideal ist es, einen gesunden Mix aus all den genannten Trainingsformen zu finden – und diese vielleicht durch Bewegungsformen wie Gymnastik, Tai-Chi oder Yoga zu ergänzen. Dadurch trainieren Sie alle Teilbereiche der körperlichen Fitness: Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und Gleichgewicht – und stärken damit Ihren Körper nicht nur gegen Knochenschwund, sondern auch gegen viele andere Erkrankungen.