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1. Überblick

Quetschwunden entstehen durch äussere Gewalteinwirkung. Häufig kommt es dabei begleitend zu einem Bluterguss (Hämatom) und Weichteilschäden.

Quetschwunden entstehen oft durch Unfälle im Strassenverkehr, aber zum Beispiel auch im Rahmen von Arbeitsunfällen oder im Haushalt und beim Sport. Sie können mit anderen Verletzungen, wie Schnittwunden oder Knochenbrücken verbunden sein.

Bei einer Quetschwunde ist die betroffene Körperpartie meist geschwollen und schmerzhaft. Die Beweglichkeit kann eingeschränkt sein. Zusätzlich sind Blutungen und Gefühlsstörungen möglich.

Die Grösse des Hämatoms kann durch rasches Kühlen verringert werden. Bei offenen Quetschwunden besteht ein besonders hohes Infektionsrisiko. Behandlung und Prognose hängen vom begleitenden Weichteilschaden ab.

Kleinere Quetschwunden und die begleitenden Blutergüsse heilen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ohne Narbenbildung ab. Wenn zusätzlich eine offene Hautverletzung vorliegt, ist das Risiko für eine Wundinfektion erhöht. Bei ausgeprägten Quetschwunden besonders im Bereich des Unterschenkels ist das sogenannte Kompartmentsyndrom eine mögliche Komplikation. Dabei steigt in den Muskelschichten des Unterschenkels der Druck. Um dauerhaften Schäden vorzubeugen, muss der Arzt dann Haut und Bindegewebe einschneiden und so den Druck entlasten. In manchen dieser Fälle kann eine schwere Quetschwunde eine Amputation der geschädigten Gliedmasse nach sich ziehen.

Quetschwunden kann man vorbeugen, indem man versucht, Unfälle zu vermeiden. Gerade beim Sport ist die einfachste Möglichkeit das Tragen einer geeigneten Schutzausrüstung. Ausserdem hilft umsichtiges Verhalten, das Verletzungsrisiko zu verringern. Bei Hautverletzungen durch Quetschungen ist es wichtig , den Tetanus-Impfschutz bei Bedarf aufzufrischen, um sich vor einer Infektion mit Tetanus zu schützen.

2. Definition

Eine Quetschwunde entsteht dadurch, dass Weichteilgewebe so fest zusammengedrückt, dass Blutgefässe platzen und zerreissen und Blut in das umgebende Gewebe austritt. Dardurch entwickeln sich schmerzhafte Blutergüsse (Hämatome).

Zusätzlich können bei Quetschwunden Muskulatur, Nerven, Bänder oder Sehnen schädigt sein. Vor allem bei sehr grosser Gewalteinwirkung reisst die Haut auf. Quetschwunden weisen unregelmässige und oftmals zerfetzte, blutunterlaufenen Wundränder auf, was die Behandlung erschwert und die spätere Heilungsphase verlängert. Bei offenen Quetschwunden ist die Infektionsgefahr hoch, da Erreger wie Bakterien in das Gewebe eindringen können. Sind zusätzlich noch grössere Gewebeanteile zerstört und von der Blutversorgung abgeschnitten, ist das Infektionsrisiko noch grösser.

3. Ursachen

Für Quetschwunden sind meist Unachtsamkeit oder Unfälle die Ursachen. Durch die Gewalteinwirkung von aussen wird das Weichteilgewebe so fest zusammengedrückt, dass Gewebe und Gefässe geschädigt werden. Beispielsweise wenn Finger in eine sich schliessende Tür geraten. Auch bei ungeeigneter Ausrüstung bei Freizeitaktivitäten können Quetschwunden und Blutergüsse (Hämatome) entstehen.

4. Symptome

Bei Quetschwunden treten an den betroffenen Körperpartien Symptome wie geschwollene und schmerzhafte Stellen auf, sowie deutliche Blutergüsse (Hämatome). Die Beweglichkeit kann eingeschränkt sein. Zusätzlich sind Blutungen und Gefühlsstörungen möglich. Die Wundränder können eingerissen und blutunterlaufen sein. Bei schweren Quetschungen können Teile des Gewebes absterben (sog. Nekrose).

5. Diagnose

Die Quetschwunden-Diagnose ergibt sich durch das Beschwerdebild und die Befragung des Betroffenen (Anamnese). Um Knochenverletzungen auszuschliessen, kann eine Röntgenuntersuchung notwendig sein. Mittels Ultraschall erkennt der Arzt, ob innere Organe von der Quetschung betroffen sind.

6. Therapie

Bei Quetschwunden richtet sich die Therapie hauptsächlich nach dem Ausmass des begleitenden Weichteilschadens. Kleinere Verletzungen können gekühlt und mit einem Salbenverband behandelt werden. Kühlen lindert den Schmerz und verringert die Schwellung durch den Bluterguss (Hämatom). Darüber hinaus ist es wichtig, die betroffene Körperpartie zu schonen und hoch zu lagern.

Bei grösseren Quetschwunden ohne offene Hautstellen ist die Therapie meist dieselbe wie die von kleinen Quetschungen – jedoch ist hier das Infektionsrisiko erhöht. Daher sollte ein Arzt die Wunden häufiger kontrollieren und bei Bedarf eine Infektion behandeln. Das Risiko für eine Wundinfektion ist bei offenen Quetschwunden besonders hoch. Sie müssen vor der Kühlung mit einer sterilen Wundauflage abgedeckt werden.

7. Verlauf

Kleinere Quetschwunden und die begleitenden Blutergüsse (Hämatome) heilen im weiteren Verlauf meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ohne Narbenbildung ab. Wenn zusätzlich eine offene Hautverletzung vorliegt, ist das Risiko für eine Wundinfektion erhöht. Falls kein ausreichender Impfschutz mehr besteht, verabreicht der Arzt eine Impfung gegen Tetanus. Der begleitende Bluterguss ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Ein entzündetes Hämatom muss der Arzt manchmal chirurgisch entfernen.

Bei ausgeprägten Quetschwunden besonders im Bereich des Unterschenkels ist im weiteren Verlauf das sogenannte Kompartmentsyndrom gefürchtet. Die verschiedenen Muskelgruppen des Unterschenkels mit ihren Blutgefässen und Nerven verlaufen in straffen Bindegewebsschläuchen (sog. Muskellogen oder Kompartments). Sickert aufgrund eines Weichteilschadens Blut in das Kompartment und schwillt verletztes Gewebe an (Ödem), steigt dort der Druck allmählich an. Blutgefässe werden abgedrückt, die Blutzufuhr eingeschränkt und Nerven geschädigt. Um das Kompartment zu entlasten, öffnet der Arzt das Bindegewebe operativ, um dauerhaften Schäden vorzubeugen.

8. Vorbeugen

Quetschwunden kann man vorbeugen, indem man versucht, Haushalts-, Sport- und andere Unfälle zu vermeiden. Die beste und einfachste Möglichkeit, um Quetschwunden beim Sport zu vermeiden, ist das Tragen einer geeigneten Schutzausrüstung. Ausserdem hilft umsichtiges Verhalten, das Verletzungsrisiko zu verringern. Um sich vor Tetanus als mögliche Folge einer Quetschwunde zu schützen, ist es wichtig, den Tetanus-Impfschutz bei Bedarf aufzufrischen.