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Von Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Überblick

Die Rosacea (auch: Rosazea, Kupferfinnen, Kupferrose, Couperose, Rotfinnen) ist eine schubweise verlaufende chronische Hauterkrankung, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Sie beginnt meist im mittleren Lebensalter und befällt in erster Linie das Gesicht. Charakteristische Zeichen der Rosacea sind Rötung, Knötchen, Pusteln und oberflächlich erweiterte Äderchen (Teleangiektasien).

Eine Komplikation der Rosacea ist die manchmal auftretende Augenbeteiligung mit Entzündung von Lidrand, Bindehaut, Hornhaut oder in schweren Fällen auch der Regenbogenhaut. Als fast ausschliesslich bei Männern vorkommendes zusätzliches Symptom kann ausserdem eine Talgdrüsenwucherung, bevorzugt an der Nase, auftreten. In der Folge entsteht eine Knollennase (Rhinophym), welche chirurgisch abgetragen werden kann.

Verstärkende Faktoren der Rosacea sind Sonnenlicht oder Temperaturextreme – diese sollten Betroffene vermeiden. Je nach Ausprägung der Rosacea, erfolgt eine lokale oder orale Therapie mit Antibiotika. Dauerhafte Rötungen und rote Äderchen können mit dem Laser entfernt werden. Rosacea ist eine chronische Erkrankung, die sich jedoch in der Regel durch eine geeignete Medikamenteneinstellung und regelmässige Arztbesuche gut behandeln lässt.

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2. Definition

Die Rosacea (Rosazea, lat. rosaceus = rosenfarben) ist eine meist schubweise auftretende entzündliche Hauterkrankung, die sich vorwiegend im vierten bis fünften Lebensjahrzehnt manifestiert. Rosacea verläuft in der Regel chronisch und kann nicht geheilt, sondern nur kontrolliert werden. Daher stellt sie für die Betroffenen häufig ein erhebliches kosmetisches Problem dar.

Um Diagnose und Therapie zu erleichtern, wird die Rosacea in Stadien eingeteilt:

  • Stadium I, Rosacea erythematosa: Im ersten Stadium ist die Gesichtshaut entzündet und gerötet (Erythem).
  • Stadium II, Rosacea papulopustolosa: Die Rötungen werden nach einiger Zeit chronisch. Die Rosacea wird dann als papulopustulös bezeichnet, wenn einzelne oder gruppierte, entzündliche und gerötete Papeln und Pusteln zu der Rötung hinzutreten, welche über Tage bis Wochen bestehen bleiben.
  • Stadium III, Rosacea conglobata: Das dritte Stadium der Rosacea ist durch eine verdickte, grossporige Haut mit entzündlichen, zusammengewachsenen oder blutenden Knoten gekennzeichnet.

Vorkommen

Die Rosacea tritt gehäuft im mittleren Lebensalter – oft im fünften Lebensjahrzehnt – auf. Kinder sind nur selten betroffen. Besonders gefährdet sind sehr hellhäutige Personen mit roten Haaren und Sommersprossen. Vom Stadium III, der Rosacea conglobata, sind hauptsächlich Männer betroffen.

3. Ursachen

Die Ursachen der Rosacea (Rosazea) sind noch nicht hinreichend geklärt. Möglicherweise gehört eine Labilität des Gefässnervensystems zu einer gestörten Regulation der Blutversorgung im Gesichtsbereich zu den Ursachen.

Wahrscheinlich ist, dass einige Personen eine genetische Disposition aufweisen, also von Natur aus besonders anfällig für eine Rosacea sind. Zudem wird eine Reaktion auf die Haarbalgmilbe Demodex folliculorum als möglicher Faktor bei der Krankheitsentstehung diskutiert. Einige Befunde sprechen dafür, dass die Zusammensetzung des Talgs im Gesicht eine Rolle bei Rosacea und ihren Ursachen spielt. Vermutet wird zudem ein Zusammenhang mit Störungen im Magen-Darm-Bereich.

Ausgeprägte und lange Sonneneinstrahlung, Medikamente, Hitze, Kälte, sehr heisse oder scharf gewürzte Speisen sowie Kaffee-, Tee- und Alkoholgenuss können die Entstehung und die Ausprägung der Rosacea begünstigen. Als Auslöser von akuten Schüben der Rosacea scheinen auch psychische Faktoren von Bedeutung zu sein. Stress- und Konfliktsituationen können den Ausbruch der Erkrankung fördern beziehungsweise die Schwere des Verlaufs mitbestimmen.

Die Auslöser der Rosacea sind sehr unterschiedlich und sollten individuell identifiziert und vermieden werden.

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4. Symptome

Bei einer Rosacea (Rosacea) tritt als eines der ersten Symptome ein Erröten der Gesichtshaut auf. Die Haut kann ausserdem brennen oder stechend schmerzen. Anschliessend breiten sich fleckige Rötungen im Gesicht besonders von der Nase aus seitlich auf die Wangen sowie nach oben und unten auf Stirn und Kinn aus.

Die Rosacea verläuft zumeist chronisch und in Phasen. Begleitet wird die Hautrötung oft von einer feinen Schuppung der dauerhaft erweiterten oberflächlichen Blutgefässe (Teleangiektasien). Später folgen Schübe mit Pusteln, Papeln (Knötchen) und polsterartige Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme). Ausserdem wird die Haut dicker und gröber. In schweren Fällen kann sich die Rosacea auch auf die Ohren, den Hals und die Brustregion ausbreiten.

Im Gegensatz zur Akne fehlen bei der Rosacea die Mitesser (Komedonen). Treten dennoch Mitesser auf, kann es sich auch um eine Mischform beider Erkrankungen handeln.

In einigen Fällen betrifft die Rosacea auch die Augen. Die Betroffenen leiden beispielsweise unter Fremdkörpergefühlen, Brennen, erweiterten Blutgefässen und Entzündungen des Oberlids und der Bindehaut (Blepharokonjunktivitis bzw. Konjunktivitis). Durch eine Vermehrung von Talgdrüsen an der äusseren Nasenhaut kann es besonders bei Männern im mittleren Alter zudem zu einer sogenannten Knollennase (Rhinophym) kommen.

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5. Diagnose

Bei der Rosacea (Rosazea) wird die Diagnose anhand des klinischen Bilds mit den typischen Symptomen wie Hautrötung, sichtbare Gefässerweiterungen, Augenproblemen oder Pusteln und Papeln gestellt. Durch die Erfassung der Lebensgewohnheiten (Anamnese) kann man ermitteln, welche Faktoren das Krankheitsbild verschlechtern.

Bei ausgeprägten oder unklaren Fällen kann es ratsam sein, eine Hautprobe (Biopsie) zu entnehmen und die Diagnose durch eine feingewebliche Bestimmung zu sichern. Differentialdiagnostisch muss die Rosacea besonders von der Akne und von der Mundrose (periorale Dermatitis) abgegrenzt werden.

Schwierig ist die Diagnosefindung der Rosacea auch bei Mischerkrankungen. Das gleichzeitige Vorhandensein einer Akne mit den für die Rosacea untypischen Mitessern führt oft dazu, dass die Rosacea verkannt wird.

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6. Therapie

Bei einer Rosacea (Rosazea) zielt die Therapie darauf ab, die Erkrankung zu kontrollieren. Dabei ist die Behandlung von dem jeweiligen Stadium der Rosacea abhängig.

Zu den allgemeinen Massnahmen der Behandlung gehört eine regelmässige, aber hautschonende Reinigung. Auf aggressive oder alkoholhaltige Salben und Waschzusätze sollte man verzichten. Zudem sollten Betroffene auslösende und verstärkende Faktoren wie zum Beispiel starkes Sonnenlicht vermeiden. Bei der Verwendung von Sonnenschutzmitteln sollte man auf einen hohen Lichtschutzfaktor achten. Mithilfe von getönten Cremes kann man die betroffenen Hautbereiche abdecken. Bei Rosacea sollte das Gesicht möglichst kühl gehalten werden, deshalb sollten heisse und scharfe Nahrungsmittel, heisse Räume, Bäder, Duschen und Saunen vermieden werden. Zusätzlich muss jeder Betroffene versuchen, die für ihn spezifischen Auslöser zu identifizieren und zu umgehen.

Bei milden Formen der Rosacea kann eine fünf- bis zehnminütige kreisförmige Massage der betroffenen Hautflächen hilfreich sein. Die Massage sollte zweimal täglich erfolgen.

In leichteren Fällen der Rosacea hilft eine lokale Behandlung mit Antibiotika oder anderen entzündungshemmenden Cremes. Bewährt haben sich antibiotikahaltige Salben mit Metronidazol oder Erythromycin.

Bei einer ausgeprägten Rosacea sowie bei Komplikationen, wie zum Beispiel bei Augenproblemen, wird eine orale Antibiotikatherapie mit Wirkstoffen wie Tetrazyklin, Erythromycin oder Minoclyclin durchgeführt. In besonders schwierigen Fällen kann unter Umständen die Gabe von Isoretinoin erwogen werden.

Permanente Rötungen und rote Äderchen (Teleangiektasien) können mithilfe einer Laserbehandlung entfernt werden. Je nach Grösse der zu behandelnden Fläche sind eventuell mehrere Sitzungen nötig. Nach der Therapie verbleiben zumeist Schwellungen und Reizungen, die aber in der Regel zügig abheilen. Auch die Knollennase (Rhinophym) kann chirurgisch oder mit einem Laser behandelt werden. Bei Augenproblemen müssen diese je nach Symptomatik entsprechend zusätzlich behandelt werden.

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7. Verlauf

Die Rosacea (Rosazea) verläuft in der Regel chronisch und in Schüben. Bei umfassender Therapie ist es möglich, einen recht günstigen Verlauf mit nur geringer Symptomatik und seltenen Schüben zu erreichen.

Die Ausprägung der Rosacea kann sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von leichten Rötungen im Wangenbereich bis zu ausgeprägter Pustelbildung ähnlich einer Akne. Gelegentlich treten auch Pusteln am übrigen Körper auf, besonders an Brust und Rücken. Die Rosacea kann zügig fortschreiten, aber auch in jedem Stadium zum Stillstand kommen.

Komplikationen

Eine Komplikation der Rosacea im dritten Stadium (Rosacea conglobata), die besonders beim Mann beobachtet wird, ist die Wucherung der Talgdrüsen, besonders an der Nase (Knollennase bzw. Rhinophym). Gelegentlich wuchern auch die Talgdrüsen an Stirn, Kinn oder Ohrläppchen.

Diese Talgdrüsenwucherungen treten zuweilen auch isoliert auf, ohne dass andere Symptome der Rosacea zu beobachten sind. In sehr seltenen Fällen kann sich auf einem Rhinophym ein Basaliom, eine spezielle Form des Hautkrebses, entwickeln.

Eine weitere Komplikation bei Rosacea ist der Befall des Auges. Die Betroffenen leiden unter trockenen Augen, Bindehaut- und Lidrandentzündungen bis hin zur Hornhaut- und Regenbogenhautentzündung (Iritis). In seltenen Fällen kann dies zur Erblindung führen.

Prognose

In den ersten beiden Stadien der Rosacea ist der Verlauf günstig. Im dritten Stadium bildet sich die Rosacea nicht mehr vollständig zurück.

8. Vorbeugen

Der Rosacea (Rosazea) kann man nicht aktiv vorbeugen. Allerdings sollten Betroffene alle Faktoren, die eine bestehende Erkrankung verstärken beziehungsweise Ausbrüche provozieren, nach Möglichkeit vermeiden. Hierzu zählen insbesondere intensive Sonneneinstrahlung und diverse andere Faktoren mit gefässerweiternder Wirkung wie Hitze, Alkohol sowie heisse oder scharfe Nahrungsmittel und Getränke.

Generell sollte die Haut immer gründlich gereinigt werden. Irritationen aufgrund von Cremes und Make-up sind zu vermeiden. Um mögliche Komplikationen, die durch die häufige Augenbeteiligung entstehen, zu verhindern, ist eine regelmässige Überwachung durch den Augenarzt nötig.

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