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Veröffentlicht am 26.08.2020

1. Überblick

Scheidenpilz tritt bei drei von vier Frauen mindestens einmal im Leben auf. Damit ist es eine der häufigsten Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane.

Weitere Bezeichnungen für Scheidenpilz sind Vaginalpilz, Vaginalmykose,Vulvovaginalkandidose, Soorvaginitis oder Soorkolpitis, was auf den häufigsten Auslöser einer Scheidenpilz-Infektion hinweist: Soor (auch Candidose genannt) ist eine durch Pilze der Gattung Candida (meist Candida albicans ) verursachte Pilzinfektion. Die Begriffe Vaginitis und Kolpitis bedeuten Scheidenentzündung (lat. Vagina u. griech. Kolpium = Scheide; -itis = Entzündung).

Meist entwickelt sich ein Scheidenpilz nicht als Folge einer Ansteckung, sondern ist eine Erkrankung durch körpereigene Hefepilze. In der Regel rufen diese bei normal funktionierender Immunabwehr keine Scheidenentzündung hervor.

Ein Scheidenpilz entsteht häufig durch hormonelle Veränderungen (wie in der Schwangerschaft oder durch Einnahme der Antibabypille) und bei Diabetes. Ausserdem können weitere Faktoren, zum Beispiel eine längere Einnahme von Antibiotika oder übertriebene Körperhygiene mit Intimsprays und Scheidenspülungen, einen Scheidenpilz begünstigen.

Typische Scheidenpilz-Symptome sind vor allem ein weissgelblicher bis weissgräulicher Ausfluss aus der Scheide und ein starker Juckreiz in der Scheide. Ausserdem können von Scheidenpilz betroffene Frauen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Brennen beim Wasserlassen haben.

Um die Diagnose der Scheidenpilz-Infektion zu sichern, macht die Ärztin Abstriche, die sie mikroskopisch untersucht und in Laboratorien schickt, in denen eine Anzucht der Erreger erfolgt. Zur Scheidenpilz-Behandlung kommen in der Regel speziell gegen Pilze wirksame Medikamente zum Einsatz, sogenannte Antimykotika. Ein richtig behandelter Vaginalpilz verläuft in der Regel schnell und unkompliziert und tritt meistens nach seiner Heilung nicht wieder auf.

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2. Definition von Scheidenpilz

Der Begriff Scheidenpilz (Vaginalpilz) bezeichnet eine Pilzinfektion der Scheide, durch die sich die Scheidenschleimhaut entzündet. Die für eine Scheidenpilzinfektion verwendeten Bezeichnungen Soorvaginitis beziehungsweise Soorkolpitis weisen auf den häufigsten Erreger dieser Scheidenentzündung hin: Soor ist eine Pilzinfektion, die durch Pilze der Gattung Candida entsteht – daher auch Candidose genannt. Meist sind Candidosen auf den Pilz Candida albicans zurückzuführen. Die Begriffe Vaginitis und Kolpitis leiten sich vom lateinischen beziehungsweise griechischen Wort für Scheide ab (lat.: Vagina, griech.: Kolpium); die Endung -itis bezeichnet eine Entzündung.

Eine vaginale Pilzinfektion ist eine alltägliche Erkrankung. Scheidenpilze gehört zu den häufigsten Infektionen der Geschlechtsorgane bei Frauen: Etwa drei von vier Frauen sind mindestens einmal im Leben von Scheidenpilz betroffen.

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3. Ursachen von Scheidenpilz

Einem Scheidenpilz (Vaginalpilz) liegen als Ursachen in erster Linie Pilze zugrunde, die bei den meisten Frauen zur normalen Besiedlung der Scheide (Scheidenflora) gehören. Gewöhnlich – bei einer normal funktionierenden Immunabwehr und ungestörtem Schutzmechanismus der Scheide – rufen diese Pilze keine Scheidenentzündung hervor. Durch die natürliche bakterielle Besiedlung der Scheide – vor allem durch die zugehörigen Milchsäurebakterien (Laktobazillen) – herrscht in der Scheide ein sehr saures, erregerfeindliches Milieu. Dies verhindert, dass sich andere Mikroorganismen ansiedeln oder übermässig vermehren. Ein Schutz vor Scheidenpilz geht damit jedoch nicht einher. Der Hefepilz Candida albicans liebt eine saure Umgebung und kann gut im sauren Scheidenmilieu leben.

Ist das Immunsystem geschwächt (wie z.B. bei einer längeren Therapie mit Kortikosteroiden oder Breitbandantibiotika) oder liegen Allgemeinerkrankungen (wie ein Diabetes mellitus) vor, kann das eine Vermehrung der Hefepilze und damit eine Scheidenpilz-Infektion begünstigen. Auch eine übertriebene Körperhygiene mit Intimsprays und Scheidenspülungen kann den Schutzmechanismus der Scheide beeinträchtigen und so der Grund für die Entstehung von Vaginalpilz sein. Weitere eine Pilzinfektion der Scheide begünstigende Faktoren können eng anliegende Kleidung oder Kleidung aus synthetischen Stoffen sein, da diese zu einem Stau von Wärme und Feuchtigkeit führen und so Pilze begünstigen können.

Häufige Auslöser für das Auftreten von Vaginalpilz sind Veränderungen im Hormonhaushalt und damit einhergehende Veränderungen der Schleimhaut. Für ein vermehrtes Auftreten von Scheidenpilz durch hormonelle Veränderungen kommen als Ursachen eine Schwangerschaft, die Einnahme der Antibabypille (bes. bei hohem Östrogengehalt), die Menstruation und die Wechseljahre infrage.

Erreger

Ein Scheidenpilz (Vaginalpilz) hat seine Ursachen am häufigsten in dem Erreger Candida albicans, einem Hefepilz der Gattung Candida. Dieser kommt bei acht von zehn Menschen natürlicherweise im Körper vor – insbesondere im Verdauungstrakt. Bei vielen Frauen gehört er zur normalen Besiedelung der Scheide (der sogenannten Scheidenflora).

Meist entwickelt sich ein Scheidenpilz nicht als Folge einer Ansteckung, sondern ist eine Erkrankung durch diese körpereigenen Hefepilze. Bei einer normal funktionierenden Immunabwehr rufen diese in der Regel aber keine Scheidenentzündung hervor.

Durch die natürliche Besiedlung der Scheide mit Milchsäurebakterien (Laktobazillen) herrscht in der Scheide üblicherweise ein saures, erregerfeindliches Milieu. Dieses kann verhindern, dass sich bakterielle Erreger ansiedeln oder übermässig vermehren. Einen Schutz vor Scheidenpilz bietet das aber nicht: Der Hefepilz Candida albicans liebt eine saure Umgebung und kann gut im sauren Scheidenmilieu leben.

Bei vielen Frauen mit einer Scheidenpilz-Infektion sieht die Scheidenflora im Grunde nicht anders aus als bei gesunden Frauen. Hinweise aus Studien lassen vermuten, dass es jedoch möglicherweise eine Rolle spielt, aus welchen Arten von Laktobazillen sich die Scheidenflora im Detail zusammensetzt. Daneben gibt es weitere Faktoren, die Einfluss auf das Entstehen einer Scheidenpilz-Infektion haben.

Prinzipiell gilt: Erst wenn zusätzlich zur Besiedlung mit Candida albicans auch typische Beschwerden auftreten (wie Brennen oder Juckreiz in der Scheide oder veränderter Ausfluss), spricht man von Scheidenpilz.

Risikofaktoren

Scheidenpilz-Infektionen treten häufig in Verbindung mit der Regelblutung auf. Während der Regelblutung stößt die Gebärmutter Schleimhautzellen ab, wobei Glykogen freigesetzt wird. Die Laktobazillen verstoffwechseln das Glykogen und wandeln es über Glukose (Traubenzucker) in Milchsäure um. Der dabei freigesetzte Zucker kann das Wachstum der Hefepilze fördern.

Der Hefepilz Candida albicans besitzt außerdem Rezeptoren für das Geschlechtshormon Östrogen. Häufig bereiten deshalb Veränderungen im Hormonhaushalt und auch damit einhergehende Veränderungen der Schleimhaut den Weg für einen Scheidenpilz.

Folgende Ursachen kommen für ein vermehrtes Auftreten von Scheidenpilz durch hormonelle Veränderungen beziehungsweise einem erhöhten Östrogenspiegel infrage:

  • Schwangerschaft: Im Verlauf einer Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel.
  • Die Antibabypille kann das Risiko steigern, wenn das Präparat einen hohen Östrogengehalt hat.
  • Regelblutung: Kurz vor Beginn der Menstruation steigt der Östrogenspiegel.
  • Wechseljahre: Mit Beginn der Wechseljahre nimmt das Risiko für Scheidenpilz eher ab – der sinkende Östrogenspiegel lässt das Scheidenmilieu für Pilze ungünstiger werden. Bei Einnahme östrogenhaltiger Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden steigt das Risiko jedoch wieder.

Dass eine eigentlich harmlose Hefepilz-Besiedelung der Scheide sich zu einer Scheidenpilz-Infektion entwickelt, liegt wahrscheinlich auch an der Fitness des eigenen Immunsystems. Normalerweise kann der Körper die Besiedelung in Schach halten. Ist die Abwehr im Vaginalbereich jedoch geschwächt, kann das eine Vermehrung der Hefepilze begünstigen – und dadurch den Übergang hin zu einer Scheidenpilz-Infektion.

Mögliche Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem sind zum Beispiel:

  • länger andauernde Phasen von Stress oder
  • die längeren Einnahme von Medikamenten wie Kortikosteroiden oder Antibiotika.

Andere Umstände, welche die Entstehung von Scheidenpilzinfektionen begünstigen können, sind zum Beispiel:

Das Risiko für Scheidenpilz kann außerdem durch Sexualpraktiken wie Oral- oder Analverkehr steigen. Wahrscheinlich, weil dabei Hefepilze aus der Mundregion oder dem Analbereich in den Schambereich verschleppt werden können. Das gilt vor allem, wenn bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr zwischen Anal- und Vaginalsex gewechselt wird.

Auch bei falscher Toilettenhygiene können Hefepilze vom Analbereich in die Scheide gelangen.

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Eine Frau fasst sich in den juckenden Intimbereich.

Jucken und Brennen im Intimbereich gehören zu den häufigsten Symptomen von Scheidenpilz.

Quelle: Getty Images

4. Symptome von Scheidenpilz

Die für Scheidenpilz (Vaginalpilz) typischen Symptome sind starker Juckreiz sowie Brennen in der Scheide und an den äusseren primären Geschlechtsorganen (Vulva). Sowohl Scheide als auch Vulva sind meist rot und geschwollen. Es kommt zu schmerzhaften Hauteinrissen und einem Wundheitsgefühl. Aus der Scheide tritt ein vermehrter, weissgelblicher bis weissgräulicher Ausfluss aus (sog. Fluor vaginalis), der im Verlauf krümelig wird. Weitere mögliche Symptome für Scheidenpilz sind Schmerzen beim Wasserlassen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Um sicherzustellen, welche Ursachen die Beschwerden haben, ist ein Besuch bei der Frauenärztin ratsam.

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5. Diagnose von Scheidenpilz

Um bei einem Scheidenpilz (Vaginalpilz) die Diagnose stellen zu können, befragt die Ärztin die Betroffene zunächst ausführlich über Beschwerden und Begleitumstände. Im Anschluss folgt eine Untersuchung des Genitalbereichs. Um bei der Diagnose sicherzugehen, nimmt die Ärztin ausserdem Abstriche von der Scheidenschleimhaut und untersucht diese unter dem Mikroskop auf Hefepilze.

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6. Therapie von Scheidenpilz

Bei einem Scheidenpilz (Vaginalpilz) sind zur Therapie spezielle Medikamente gegen Pilze geeignet – sogenannte Antimykotika (z.B. Nystatin, Amphotericin B, Clotrimazol, Ciclopirox). Die Behandlung der Pilzinfektion erfolgt in erster Linie direkt an den betroffenen Stellen mit speziellen Scheidenzäpfchen und Salben. Je nach Wirkstoff kann die Dauer der Behandlung ein bis sechs Tage dauern. Tritt der Scheidenpilz zum ersten Mal auf, reicht in der Regel eine kurze Behandlung aus.

Tritt Scheidenpilz jedoch immer wieder auf oder sind die Beschwerden sehr stark, kann es unter Umständen notwendig sein, ein Antipilzmittel über längere Zeit einzunehmen – dann in Form von Tabletten über den Mund.

Viele Frauen gehen mit Beschwerden, die auf einen Scheidenpilz hindeuten können, nicht sofort zur Ärztin, sondern behandeln sich lieber erst einmal selbst – etwa mit freiverkäuflichen Pilzmitteln aus der Apotheke oder mit Hausmitteln. Studien zeigen jedoch, dass nur etwa eine von drei Frauen mit solch einer Selbstbehandlung tatsächlich Scheidenpilz hat. Bei den restlichen Frauen liegen andere Ursachen für die Beschwerden vor. Ein Arztbesuch ist bei Beschwerden im Intimbereich deshalb unbedingt zu empfehlen. So erhält man schneller eine wirksame und passende Behandlung und vermeidet das Risiko, dass die Beschwerden sich unnötig verschlimmern.

Mitbehandlung des Partners

Den Partner oder die Partnerin bei Scheidenpilz mitzubehandeln ist in der Regel nicht notwendig und bringt keinen Nutzen. Eine Mitbehandlung erfolgt nur dann, wenn der Partner oder die Partnerin ebenfalls an einer Hefepilzinfektion im Genitalbereich leidet.

Hausmittel gegen Scheidenpilz

Selbst wenn es immer wieder als Hausmittel gegen Scheidenpilz genannt wird: Einen mit Naturjoghurt, Teebaumöl oder Honig getränkten Tampon oder gar Knoblauch in die Scheide einzuführen ist nicht ratsam. Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise, die eine Wirkung solcher Massnahmen belegen. Ärzte raten von dieser Behandlung ab, da sie die Schleimhäute reizen oder auch allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Ebenfalls abzuraten ist von Scheidenspülungen oder Intimreinigungsmitteln. Diese fördern einen Scheidenpilz eher.

Manche Frauen versuchen, sich zuckerarm zu ernähren, um den Scheidenpilz auszuhungern. Für die Wirksamkeit einer solchen Diät gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Tatsächlich kann der Hefepilz Candida albicans auch ohne Zucker überleben, indem er seinen Stoffwechsel umstellt.

Scheidenpilz-Therapie in der Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind und einen Scheidenpilz (Vaginalpilz) haben, sollte eine Therapie noch in der Schwangerschaft erfolgen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Manche Ärztinnen raten auch zu einer Pilzprophylaxe. Schwangere sind aufgrund der hormonellen Veränderungen besonders anfällig für Vaginalpilz. Dieser erhöht das Risiko für Früh- und Fehlgeburten. Er kann sich auch bei der Geburt auf das Kind übertragen und so in Mund und Verdauungstrakt gelangen. Als Folge kann es beim Neugeborenen zu Mundsoor oder Windeldermatitis kommen.

Zur Scheidenpilz-Therapie in der Schwangerschaft sind die speziellen Mittel gegen Pilze (sog. Antimykotika) in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nur in besonders schweren Fällen erlaubt. Führen Sie die Vaginaltabletten besser nicht mit einem Applikator in die Scheide ein, da dies im Extremfall eine Fehlgeburt auslösen kann. Mittel zur oralen Einnahme dürfen während der Schwangerschaft gar nicht eingenommen werden.

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7. Verlauf von Scheidenpilz

Ein Scheidenpilz (Vaginalpilz) nimmt richtig behandelt in der Regel einen schnellen und unkomplizierten Verlauf. In den meisten Fällen tritt eine Scheidenpilzinfektion nach ihrer Heilung nicht wieder auf. Liegen jedoch Erkrankungen oder Umstände vor, die eine Pilzinfektion begünstigen, kann der Verlauf hartnäckiger sein. Um zu verhindern, dass Scheidenpilz erneut auftritt, ist es daher wichtig, solche Erkrankungen zu behandeln und auch sonstige Risikofaktoren auszuschalten.

Nutzen Frauen die Hormonspirale zur Verhütung und leiden häufig unter Scheidenpilz, kann es gegebenenfalls ratsam sein, sie zu entfernen. Da sich der Hefepilz Candida albicans an die Spirale anheften kann, stellt diese ein mögliches Risiko für Rückfälle dar.

Tritt Scheidenpilz häufiger als viermal pro Jahr auf, sprechen Ärzte von chronisch wiederkehrenden Scheidenpilz (chronisch rezidivierender Vulvovaginalkandidose). Das ist etwa bei 6 bis 9 von 100 Betroffenen der Fall.

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8. Vorbeugen gegen Scheidenpilz

Sie können einem Scheidenpilz (Vaginalpilz) vorbeugen, indem Sie auf eine regelmässige, aber keinesfalls übertriebene Intimhygiene achten: Verzichten Sie auf Waschlappen im Intimbereich, waschen Sie sich stattdessen unter fliessendem Wasser mit der Hand. Verzichten Sie im Intimbereich auch auf parfümierte Produkte, alkalische Seifen oder Duschgel. Falls Sie im Intimbereich nicht vollständig auf reinigende Produkte verzichten möchten, achten Sie darauf, dass diese schonend sind. Intimlotionen oder Intimsprays sollten Sie besser nicht verwenden. Nach dem Waschen sollten Sie sich auch im Intimbereich gut abtrocknen.

Ausserdem ist es ratsam, zur Vorbeugung einer Scheidenpilzinfektion auf eng anliegende oder synthetische Kleidung zu verzichten und keine kunststoffbeschichteten Slip-Einlagen oder Binden zu verwenden. Achten Sie ausserdem bei der Toilettenhygiene stets darauf, von vorne nach hinten zu wischen – niemals umgekehrt. Beim Analverkehr sollte nicht ungeschützt zum Vaginalverkehr gewechselt werden. Besser ist es, bei einer der Praktiken Kondome zu verwenden oder die Kondome zwischendurch zu wechseln.

Milchsäurebakterien

Häufig liest man, dass es bei ständig wiederkehrendem Vaginalpilz helfen kann, vorbeugend Präparate mit Milchsäurebakterien (Laktobazillen) oder andere saure Präparate im Vaginalbereich anzuwenden. Hintergrund ist der Gedanke, dass eine gesunde Scheidenflora durch ihr saures Milieu Krankheitserreger bis zu einem gewissen Grad abwehren kann. Das gilt aber nicht für Hefepilze. Diese lieben eine saure Umgebung. Die Anwendung solcher Produkte kann ein Wiederaufflammen der Scheidenpilz-Infektion daher sogar begünstigen.

Frauen, die zu Scheidenpilz neigen, haben abgesehen davon häufig eine eigentlich normale Scheidenflora und einen normalen, ausreichend sauren pH-Wert, den man nicht noch zusätzlich ansäuern muss.

Die Scheidenflora mit Milchsäurebakterien neu aufzubauen kann nach einer Behandlung mit Antibiotika ratsam sein. Antipilzmittel, wie sie bei Scheidenpilz zum Einsatz kommen, beeinträchtigen die Milchsäurebakterien beziehungsweise die Scheidenflora hingegen nicht.