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Veröffentlicht am 9. September 2021 - 15:23 Uhr

1. Überblick

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, der umgehend behandelt werden sollte. Wichtigster Risikofaktor für einen Hirninfarkt ist langjähriger Bluthochdruck.

Der Schlaganfall – auch Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult genannt – ist ein medizinischer Notfall und betrifft vor allem ältere Menschen. Auslöser für einen Schlaganfall ist entweder ein plötzlicher Verschluss eines Blutgefässes im Gehirn (meist durch ein Blutgerinnsel) oder eine Hirnblutung. In beiden Fällen erhält das betroffene Hirngewebe zu wenig Sauerstoff und stirbt ab.

Wichtigster Risikofaktor für einen Hirninfarkt ist Bluthochdruck. In der Schweiz zählt der Hirnschlag neben Herz- und Krebserkrankungen zu den häufigsten Todesursachen.

Die Symptome bei einem Schlaganfall richten sich nach der betroffenen Region im Gehirn. Häufig kommt es zur halbseitigen Lähmung und zu Sprachstörungen. Treten solche sogenannten neurologischen Ausfälle nur vorübergehend und ohne bleibenden Schaden zu hinterlassen auf, kann es sich um eine Vorstufe eines Schlaganfalls handeln. Die Apoplex-Behandlung zielt in den ersten Stunden der Erkrankung darauf ab, die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der betroffenen Hirnregion wiederherzustellen, damit möglichst wenig Hirngewebe Schaden nimmt.

Langfristig kann nach einem Schlaganfall eine konsequent durchgeführte Rehabilitation zur Besserung oder gar Rückbildung der Symptome beitragen.

Eine ältere Frau liegt am Boden und hält sich den Kopf

Kopfschmerzen und Schwindel treten bei einem Schlaganfall oft als Symptome auf.

Quelle: Getty Images
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2. Definition von Schlaganfall

Ein Schlaganfall (Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult, veraltet auch Apoplex) ist eine plötzliche Unterbrechung der Sauerstoffversorgung in einem umschriebenen Teil des Gehirns. Ist der Grund für den Sauerstoffmangel eine unterbrochene Gehirndurchblutung (Ischämie), so spricht man von einem ischämischen Schlaganfall. Auch eine Blutung (Hämorrhagie) im Gehirn kann die Ursache für einen Schlaganfall sein (sog. hämorrhagischer Schlaganfall). In beiden Fällen werden die Nervenzellen im betroffenen Gebiet geschädigt und sterben ab.

Häufigkeit

Vor allem ältere Menschen erleiden einen Schlaganfall: Etwa 80 Prozent aller Betroffenen sind über 60 Jahre alt. Der Schlaganfall und seine Folgen sind eine der Hauptursachen für Behinderung und Pflegebedürftigkeit im Alter. Generell zählt der Schlaganfall zu den häufigsten Erkrankungen und ist in der Schweiz – zusammen mit Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen – verantwortlich für die meisten Todesfälle.

3. Ursachen von Schlaganfall

Man unterscheidet zwei Arten von Schlaganfall:

  • den ischämischen Schlaganfall und
  • den hämorrhagischen Schlaganfall.

Beide Arten haben unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen. Gewisse Folgen haben sie jedoch gemeinsam: nämlich eine blockierte oder verringerte Blutzufuhr, wodurch kein oder kaum noch Sauerstoff zum Gehirn gelangt und Hirnzellen absterben.

Ischämischer Schlaganfall

Der ischämische Schlaganfall ist die häufigste Form des Hirnschlags. Er liegt in etwa 8 von 10 Fällen vor. Meist entsteht er durch ein Blutgerinnsel, das eine hirnversorgende Arterie ganz oder teilweise verstopft und somit die Blut- und Sauerstoffversorgung für bestimmte Hirnbereiche unterbricht. In der Regel passiert das als Folge einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung).

Meist bilden sich solche Blutgerinnsel an Stellen, an denen sich im Laufe der Zeit an den Innenwänden der Blutgefässe Ablagerungen aus Fett und Zellen gebildet haben: sogenannte Plaques. Bei Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus und/oder hohen Cholesterinwerten bilden sich diese Plaques besonders häufig.

Je dicker die Plaques sind, desto mehr verengt sich der Durchmesser des Blutgefässes und erschwert einen normalen Blutfluss. Verengen die Plaques eine Arterie stark, gelangt weniger sauerstoffreiches Blut in das Gewebe, das von diesem Blutgefäss versorgt wird.

Plaques können außerdem leicht einreissen. An solch einem Riss bildet sich ein Blutgerinnsel (sog. Thrombus), welches das Gefäß sogar komplett verstopfen kann – die Sauerstoffversorgung des Gewebes ist dann gänzlich unterbrochen. Geschieht das in einer Arterie, die das Hirn versorgt, kommt es zu einem Schlaganfall.

Zu einem Schlaganfall kann es jedoch auch kommen, wenn sich irgendwo im Körper ein Blutgerinnsel löst, mit dem Blutstrom davongetragen wird und so in einem anderen Teil des Körpers als Pfropf (sog. Embolus) wirkt und ein Gefäss verstopft (sog. Thromboembolie). Setzt es sich in der Gehirnarterie fest und blockiert die Blutzufuhr, kann das betroffene Hirnareal nicht mehr ausreichend versorgt werden und wird geschädigt.

 

 

Hämorrhagischer Schlaganfall

Ein hämorrhagischer Schlaganfall kommt seltener vor, nämlich in etwa 2 von 10 Fällen. Er entsteht, wenn ein Blutgefäss im Gehirn einreisst und zu einer Hirnblutung führt.

Dadurch werden zum einen Hirnbereiche, die hinter dem «Leck» liegen, nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt und beginnen abzusterben. Zum anderen lässt das ins Gewebe austretende Blut das Hirn anschwellen, wodurch der Druck im Schädel steigt. Als Folge wird das Hirn «einquetscht» und Hirnzellen nehmen Schaden.

Eine der häufigsten Ursachen dafür, dass ein Blutgefäss im Hirn reisst, ist Bluthochdruck. Denn er schädigt auf Dauer die Blutgefässe und schwächt dadurch die Gefässwände. Ein plötzlicher Blutdruckanstieg kann so dazu führen, dass das Blutgefäss einreißt.

Auch ein Diabetes mellitus kann die Gefässwände langfristig schädigen. Eine Hirnblutung kann zudem auftreten, wenn ein Hirngefäss krankhaft ausgeweitet ist (Aneurysma) und einreisst.

Schlaganfall-Risikofaktoren

Für die Entstehung eines Schlaganfalls (Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult) sind mehrere Risikofaktoren bekannt. Darunter gibt es Risikofaktoren, die sich nicht verändern lassen: Höheres Alter, erbliche Faktoren (gehäuftes Auftreten von Schlaganfällen bei Blutsverwandten) oder ein bereits erlittener Schlaganfall.

Es existieren aber auch veränderbare Schlaganfall-Risikofaktoren, wie zum Beispiel ungünstige Lebensgewohnheiten oder bestimmte Erkrankungen. Wer seine Lebensgewohnheiten umstellt und bestehende Erkrankungen behandelt, verringert sein Risiko für einen Schlaganfall. Solche Risikofaktoren sind:

 

4. Symptome von Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall (Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult) entstehen Symptome, weil ein Teil des Gehirns nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt wird und die betroffenen Nervenzellen in der Folge absterben.

Die miteinander vernetzten Nervenzellen des Gehirns steuern wichtige Funktionen des Körpers – so etwa das Bewusstsein, das Sprechen, Bewegungen und das Sehen. Betrifft ein Schlaganfall einen Bereich des Gehirns, der eine dieser Funktionen regelt, so kann dies schwerwiegende Folgen haben. Die Symptome, die bei einem Schlaganfall auftreten können, fassen Mediziner als sogenannte «neurologische Ausfälle» zusammen.

Für einen Schlaganfall gibt es folgende Anzeichen:

 

  • plötzliche Schwäche oder Verlust der Muskelkraft bis hin zur kompletten Lähmung einer Gesichts- oder Körperhälfte (sog. Hemiplegie)
  • Taubheitsgefühl (gestörtes Berührungsempfinden), z.B. eines Armes
  • Sprachstörungen (undeutliche Sprache, Verständigungsschwierigkeiten)
  • Schluckstörungen
  • Sehstörungen (plötzliche Sehverschlechterung, Sehen von Doppelbildern)
  • Schwindel
  • plötzliche Verwirrtheit oder depressive Grundstimmung
  • Bewusstlosigkeit oder Benommensein
  • plötzlich auftretende, heftige Kopfschmerzen ohne bekannte Ursache (besonders bei Hirnblutung)

Diese neurologischen Ausfälle treten aber nicht bei jedem Schlaganfall-Patienten nach demselben Muster auf. Wo die unterschiedlichen Symptome auftreten, hängt eng damit zusammen, welcher Teil des Gehirns betroffen ist. So kann ein Schlaganfall der rechten Gehirnhälfte zum Beispiel zu einer Lähmung der linken Körperhälfte führen. Wie ausgeprägt die Symptome bei einem Schlaganfall sind, richtet sich ausserdem danach, wie viel Hirngewebe durch den Sauerstoffmangel in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Kurzfristige neurologische Ausfälle, die sich von selbst und ohne Folgen zurückbilden, gelten als Warnzeichen für einen Schlaganfall. Diese Vorboten der Erkrankung sollten deshalb immer ärztlich abgeklärt werden. Bei einer sogenannten TIA (transitorische ischämische Attacke) können die Symptome schon nach wenigen Minuten bis Stunden wieder verschwinden – bilden sich die Symptome erst nach 24 Stunden zurück, liegt ein Schlaganfall vor.

Etwa jeder fünfte Schlaganfall kündigt sich durch eine TIA an. Und etwa jede fünfte Person, die eine transitorische ischämische Attacke erlitten hat, bekommt innerhalb eines Jahres einen Schlaganfall; etwa jede achte Person innerhalb eines Monats. Nehmen Sie diese Vorboten in jedem Fall ernst.

5. Diagnose von Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall (auch: Hirnschlag, Hirninfarkt, Insult) ist eine schnelle Diagnose und Therapie besonders wichtig. Deshalb sollten Sie so rasch wie möglich die Ambulanz (144) rufen, wenn Sie Anzeichen oder Vorzeichen für einen Schlaganfall bei sich oder anderen bemerken.

Um festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Schlaganfall handelt, untersuchen die Rettungshelfer den Betroffenen gründlich. Mit speziellen Methoden lassen sich die bei einem Schlaganfall typischen neurologischen Symptome wie Sprachstörungen meist schnell erkennen. Oft wird dazu der sogenannte FAST-Test genutzt:

  • F wie face (engl. für Gesicht): Der Betroffene wird gebeten, zu lächeln. Verzieht sich dabei das Gesicht einseitig?
  • A wie Arme: Der Betroffene soll beide Arme für zehn Sekunden gerade nach vorn strecken und die Handflächen dabei nach oben drehen. Im Falle einer Lähmung gelingt das nicht mit beiden Armen, stattdessen wird ein Arm absinken.
  • S wie Sprache: Der Betroffene soll einen Satz nachsprechen (z. B. «Morgenstund hat Gold im Mund»). Bei einem Schlaganfall gelingt das wahrscheinlich nicht, klingt verwaschen oder gestammelt oder es werden falsche Wörter benutzt.
  • T wie time (engl. für Zeit): Kann der Betroffene mindestens einer der drei Aufforderungen nicht nachkommen, darf keine Zeit verloren werden – er benötigt sofort ärztliche Hilfe.

Bestätigt sich der Verdacht auf Schlaganfall, bringt man den Betroffenen schnellstmöglich ins Spital. Dabei versuchen die Rettungshelfer in der Regel, ein Spital zu wählen, das auf Schlaganfälle spezialisiert ist und eine sogenannte Stroke-Unit besitzt. Dort folgen dann tiefergehende Untersuchungen.

Der direkte Nachweis eines Schlaganfalls erfolgt über eine Computertomographie (CT) oder besser eine Kernspintomographie (MRT) des Kopfes. Mit diesen Untersuchungsverfahren kann man nicht nur den Schlaganfall erkennen, sie zeigen auch, welche Hirnregion genau betroffen ist. Eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Doppler-Sonographie) der Blutgefässe zeigt ausserdem, ob die Gefässe im Halsbereich oder im Gehirn verengt sind.

Weitere Untersuchungen im Rahmen einer Schlaganfall-Diagnose sind:

  • EKG
  • Herzultraschall (Echokardiographie)
  • Blutuntersuchungen
  • Pulsmessung

6. Therapie von Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall (Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult) ist es wichtig, dass die Therapie so schnell wie möglich einsetzt (das englische Motto lautet «Time is brain», frei übersetzt «Zeit ist Gehirn» – denn je schneller die Therapie beginnt, desto mehr Hirngewebe lässt sich retten). Daher wird jeder Schlaganfall-Patient als medizinischer Notfall betrachtet, auch wenn die Symptome nur mild ausgeprägt sind.

Es gilt: Bei jedem Schlaganfall ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich. Die Schlaganfall-Behandlung erfolgt in spezialisierten Schlaganfall-Einheiten mancher Spitäler, den sogenannten Stroke-Units (stroke; engl. für Schlaganfall; unit; engl. für Einheit). Ziel der Therapie ist es, die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der betroffenen Hirnregion rasch wiederherzustellen, damit möglichst wenig Hirngewebe Schaden nimmt.

Ein akuter Schlaganfall liegt vor, wenn eine bestimmte Hirnregion plötzlich nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt und dadurch dauerhaft geschädigt wird. Daher hat bei einem akuten Schlaganfall die Therapie zum Ziel, diesen Schaden möglichst klein zu halten und schwere Folgen zu verhindern. Je nach Ursache des Schlaganfalls (Gefässverschluss oder Blutung) unterscheidet sich die Therapie. Daher sollten Ärzte durch Untersuchungen rasch die genaue Ursache herausfinden, um dann die geeignete Behandlung einleiten zu können.

Die Therapie bei einem Gefässverschluss (ischämischer Schlaganfall) umfasst:

 

  • Thrombolyse: Medikamente lösen das Blutgerinnsel im Gehirn auf und stellen die Durchblutung wieder her. Eine Thrombolyse sollte möglichst innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Beginn der Symptome begonnen werden, da sie dann die beste Wirksamkeit zeigt. In Einzelfällen kann ein Beginn auch innerhalb der ersten 6 Stunden infrage kommen.
  • Antikoagulation: Medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung; dies soll verhindern, dass das betroffene Gefäss noch mehr oder wieder verstopft.
  • Mechanische Thrombektomie: Unter bestimmten Bedingungen löst man das Blutgerinnsel nicht mit Medikamenten auf, sondern über einen Kathetereingriff. Bei dieser Methode wird ein dünner Katheter (Mikrokatheter) über die Leisten- oder Armarterie bis zum Blutgerinnsel vorgeschoben und durch dieses durchbewegt. Hinter dem Blutgerinnsel entfaltet sich aus der Katheterspitze eine Art elastisches Gittergeflecht (sog. Stent-Retriever) im Blutgefäss. Beim Zurückziehen des Mikrokatheters wird auch das Blutgerinnsel mit raustransportiert, sodass das Blut im Gefäss wieder frei fliessen kann.

Die Therapie bei einem Schlaganfall aufgrund einer Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) umfasst in manchen Fällen einen neurochirurgischen Eingriff. Eine solche Operation hat zum Ziel, die Blutung zu stoppen, den Bluterguss zu entfernen und so das Hirngewebe zu entlasten.

Bei allen Arten des Schlaganfalls müssen die lebenswichtigen Funktionen wie Blutdruck, Atmung, Herzfrequenz sowie die Urinausscheidung überwacht werden. Unter Umständen ist es erforderlich, den Hirndruck mit Medikamenten zu senken.

Rehabilitation

Langfristig soll die Schlaganfall-Therapie die neurologischen Symptome wie Lähmungen und Sprachstörungen bessern (Rehabilitation). Wie bei allen vom Gehirn ausgehenden Bewegungsstörungen geht man auch beim Schlaganfall nach dem sogenannten Bobath-Konzept vor. Das Bobath-Konzept beruht auf der Annahme, dass gesunde Hirnregionen lernen können, die Aufgaben der geschädigten Areale zu übernehmen.

Nach einem Schlaganfall sollte die Rehabilitation (Reha) beginnen, sobald es der körperliche Zustand des Betroffenen zulässt. Was nach der Erstversorgung im Spital folgt, hat grosse Bedeutung für das weitere Leben des Betroffenen. Wichtig ist ein nahtloser Übergang von der Klinik, in der der Schlaganfall versorgt wurde, zur neurologischen Rehabilitationsklinik. In vielen Fällen bessert eine im direkten Anschluss eingeleitete Therapie die Symptome deutlich – oft gelingt es, dass sie sich ganz zurückbilden. Besonders bei jüngeren Apoplex-Patienten erzielt die Reha sehr gute Therapieerfolge.

Rund ein Viertel der Betroffenen leidet nach einem Schlaganfall unter körperlichen Folgen und ist in ihren Fähigkeiten eingeschränkt. Sie profitieren von einer früh einsetzenden Rehabilitation besonders und können dadurch häufig zumindest einen Teil ihrer körperlichen Fertigkeiten zurückgewinnen. Die Reha dient ausserdem dazu, Komplikationen wie einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen.

Es gibt im Rahmen der Reha verschiedene Therapie-Möglichkeiten. Welche davon im individuellen Fall geeignet sind, hängt von der Art und dem Ausmass der Symptome ab. Bei Lähmungen stehen Krankengymnastik und Muskeltraining im Vordergrund. Betroffene mit Sprachstörungen können mit Unterstützung von Logopädie-Fachkräften das Sprechen wieder erlernen.

Die Rehabilitationsmassnahmen bei Schlaganfall beginnen bereits im Spital als sogenannte neurologische Frührehabilitation. In der Regel beantragen Ärzte oder Sozialarbeiter dann für den Patienten die Reha, die sich an den Klinikaufenthalt anschliesst. Es empfiehlt sich, einen solchen Antrag bereits während der erste Tage des Aufenthalts zu stellen.

7. Verlauf von Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall (Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult) hängen die Folgen und der weitere Verlauf der Erkrankung davon ab, welche Hirnregion geschädigt wurde und wie gross das Ausmass dieser Schädigung ist. Eine frühzeitig begonnene Therapie kann dieses Ausmass gering halten und Komplikationen vermeiden. Sie ist deshalb entscheidend für einen günstigen Krankheitsverlauf.

Der Grad der Beeinträchtigung nach einem Schlaganfall kann von kaum merklichen Symptomen bis hin zu andauernder Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit reichen. Unterschiedlich stark ausgeprägte Schlaganfall-Folgen wie Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen können die Patienten zeitlebens begleiten. Der Schlaganfall ist daher auch die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter.

Eine frühzeitige Reha kann jedoch Folgeerscheinungen wie dauerhaften Lähmungen oft vorbeugen. Daher ist es sinnvoll, bereits während des Krankenhausaufenthalts mit der Früh-Rehabilitation zu beginnen und diese später in einer Reha-Klinik fortzusetzen.

Generell gilt: Ein Schlaganfall ist eine lebensbedrohliche Erkrankung – gute medizinische Versorgung, Vorsorgemassnahmen und gesundheitsbewusste Lebensweise verbessern die Prognose aber deutlich.

8. Vorbeugen gegen Schlaganfall

Einem Schlaganfall (Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult) können Sie vorbeugen, indem Sie die veränderbaren Risikofaktoren für eine Arteriosklerose (sog. Arterienverkalkung) verringern:

 

  • Lassen Sie regelmässig Ihren Blutdruck kontrollieren. Einen Bluthochdruck sollten Sie versuchen zu senken, zum Beispiel mit nicht-medikamentösen Methoden. Gegebenenfalls können auch blutdrucksenkende Medikamente angebracht sein.
  • Achten Sie auf eine gesunde Lebensführung mit regelmässiger körperlicher Bewegung und bewusster Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse, aber wenig Fett und Zucker.
  • Finden Sie heraus, ob bei Ihnen zu hohe Blutfettwerte vorliegen (hohes Cholesterin), z.B. im Rahmen des Gesundheits-Check-ups.
  • Lassen Sie Ihren Blutzucker kontrollieren, um einen Diabetes mellitus auszuschliessen.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen. Denn Rauchen erhöht in jeglicher Form das Schlaganfallrisiko deutlich!
  • Vermeiden Sie Stress.
  • Lassen Sie Pulsunregelmässigkeiten mit Herzuntersuchungen wie EKG oder Echokardiographie abklären – vorliegende Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern muss der Arzt entsprechend behandeln. Dadurch verringt sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blutgerinnsel im Herzen entsteht, das sich lösen und ein Gefäss verstopfen kann.

Ist bereits ein Schlaganfall aufgetreten, kann eine frühzeitige Rehabilitation oft Folgeerscheinungen wie dauerhaften Lähmungen vorbeugen. Daher ist es sinnvoll, bereits während des Krankenhausaufenthalts mit der Früh-Rehabilitation zu beginnen und diese später in einer Reha-Klinik fortzusetzen.

Wer schon einmal einen Schlaganfall hat, hat ein erhöhtes Risiko, einen zweiten zu erleiden. Zur Vorbeugung werden in diesem Fall Thrombozytenaggregationshemmer wie beispielsweise Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel als Mittel zur Blutverdünnung eingesetzt.

Liegt aufgrund von Herzerkrankungen ein erhöhtes Risiko für Embolien vor, sollte die Blutverdünnung besser mit Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon oder den sogenannten neuen oralen Antikoagulanzien (NOAKs, wie Dabigatran, Rivaroxaban oder Apixaban) erfolgen.

Zusätzlich kann eine Reihe von Wirkstoffen das Risiko für einen Schlaganfall senken, wenn damit wirksam ein Risikofaktor ausgeschaltet wird. Dazu gehören beispielsweise blutdrucksenkende Wirkstoffe wie Ramipril oder Cholesterinsenker wie Simvastatin.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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