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Seborrhoisches Ekzem

(seborrhoische Dermatitis)
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1. Überblick

Der Begriff seborrhoisches Ekzem oder seborrhoische Dermatitis bezeichnet eine fettig-schuppige Hautentzündung, die vor allem am behaarten Kopf, im Gesicht sowie am Rumpf auftritt. Die vom seborrhoischen Ekzem betroffenen Hautstellen sind gerötet und mit gelblichen, fettigen Schuppen belegt. Juckreiz besteht nur in seltenen Fällen.

Das seborrhoische Ekzem befällt insbesondere Hautbereiche, in denen viele Talgdrüsen vorkommen. Eine übermässige Talgdrüsenabsonderung führt zur Entwicklung des typischen starken Fettfilms auf der Haut.

In manchen Fällen sind die Symptome des seborrhoischen Ekzems nicht ganz eindeutig, da andere Ekzemformen (z.B. allergisches oder atopisches Ekzem) oder die Schuppenflechte (Psoriasis) ein ähnliches Hautbild hervorrufen können. Ein Allergietest und eine mikroskopische Untersuchung der Hautschuppen können die Diagnose allerdings sichern.

Die seborrhoische Dermatitis befällt häufig Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sowie junge Männer. Ein seborrhoisches Ekzem entsteht vermutlich durch verschiedene Ursachen. Möglicherweise spielen folgende Faktoren eine Rolle: Geschwächtes Abwehrsystem, klimatische Bedingungen, Hormonschwankungen und eine genetische Veranlagung. Daneben vermuten Experten, dass eine Pilzinfektion zu den auslösenden Ursachen zählt. Daher wird das seborrhoische Ekzem mit Antipilzmitteln (Antimykotika) in Shampoo- oder Cremeform behandelt. Bei schweren Verläufen des seborrhoischen Ekzems kann ein vorübergehender Einsatz von kortisonähnlichen Präparaten sinnvoll sein.

Während ein seborrhoisches Ekzem beim Säugling in der Regel nach ein paar Wochen spontan abheilt, zeigt es beim Erwachsenen eine ausgeprägte Rückfallneigung.

Einem seborrhoischen Ekzem kann man nicht generell vorbeugen. Wenn Sie aber zu fettiger Haut und starkem Schwitzen neigen, sollten Sie Ihre Haut regelmässig reinigen und pflegen. Meist reichen hautneutrale Waschsubstanzen oder nur Wasser. Auch Aufenthalte in der Sonne und an der frischen Luft, insbesondere am Meer und im Gebirge, wirken sich günstig auf ein seborrhoisches Ekzem aus. Dabei sollten Sie jedoch keinesfalls die Gefahren der UV-Strahlung ausser Acht lassen, sondern immer für ausreichenden Sonnenschutz sorgen.

2. Definition

Ein seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis) ist per Definition eine fettig-schuppige Hautentzündung, die insbesondere Hautbereiche befällt, in denen viele Talgdrüsen vorkommen. Sie ist gekennzeichnet durch eine übermässige Talgdrüsenabsonderung, die zur Entwicklung eines starken Fettfilms auf der Haut führt.

Häufigkeit

Das seborrhoische Ekzem ist eine häufige Erkrankung; etwa drei bis fünf Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Besonders häufig tritt die seborrhoische Dermatitis bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten auf – die sogenannte Dermatitis seborrhoides infantum. Meistens befällt das seborrhoische Ekzem bei Säuglingen den Kopf, man spricht dann auch von Milchschorf. Die Symptome klingen häufig von alleine ab. In einigen Fällen entwickeln die erkrankten Kinder in den Folgejahren jedoch eine Neurodermitis.

Ein weiterer Erkrankungsgipfel des seborrhoischen Ekzems liegt zwischen dem dritten und vierten Lebensjahrzehnt, wobei Männer häufiger betroffen sind. Frauen erkranken vor allem nach den Wechseljahren. Besonders oft wird die Erkrankung bei abwehrgeschwächten Patienten beobachtet – 80 Prozent der AIDS-Patienten leiden an einer seborrhoischen Dermatitis.

3. Ursachen

Ein seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis) hat verschiedene Ursachen. Die aus mehreren Zellschichten bestehende Haut gesunder Menschen unterliegt einem ständigen Erneuerungsprozess: Im Inneren der Haut bilden sich neue Hautzellen, an der Aussenseite der Haut lösen sich alte, abgestorbene Hautzellen ab. Mit dem blossen Auge sind diese winzigen Hautschüppchen nicht zu erkennen. Beim seborrhoischen Ekzem wird die Haut hingegen in grossen, fettigen Schuppen abgestossen – der natürliche Prozess der Hauterneuerung ist gestört.

Die genauen Auslöser der seborrhoischen Dermatitis sind noch nicht vollständig geklärt. Experten vermuten, dass eine Entzündung der Haarbälge ein seborrhoisches Ekzem auslöst. Ursachen der Entzündung sind Infektionen mit Hefepilzen (Malassetia furfur, Pytirosporum ovale und Pytirosporum orbiculare). Diese an sich harmlosen Bewohner der menschlichen Haut können sich unter bestimmten Bedingungen übermässig vermehren und so Krankheiten auslösen.

Zu den begünstigenden Faktoren für das seborrhoische Ekzem zählen nach heutiger Ansicht neben hormonellen (z.B. Testosteron) auch klimatische Einflüsse (Hitze und Feuchtigkeit). Möglicherweise spielen auch psychische und körperliche Belastung sowie eine unausgewogene Ernährung bei der Krankheitsentwicklung eine Rolle. Experten diskutieren ausserdem, ob Zink- oder Vitaminmangelzustände sowie mechanische und chemische Reize eine seborrhoische Dermatitis fördern können.

Zusätzlich verfügt etwa die Hälfte aller Menschen über eine genetische Veranlagung für das seborrhoische Ekzem – was aber nicht bedeutet, dass sie auch tatsächlich daran erkranken.

4. Symptome

Ein seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis) äussert sich durch Symptome wie:

  • Scharf begrenzte,
  • symmetrische,
  • gelblich-rote Herde
  • mit fettiger Schuppung.

Befallen sind in erster Linie Hautareale, die besonders viele Talgdrüsen aufweisen. Dazu zählen zum Beispiel der behaarte Kopf und das Gesicht – insbesondere die Augenbrauen und Augenlider, der Haaransatz an der Stirn, die Falten zwischen Nase und Lippen, das Areal hinter den Ohren sowie der Nacken. Auch die Brust und der Rücken (vordere und hintere Schweissrinne) sowie der Genitalbereich können betroffen sein. Obwohl ein seborrhoisches Ekzem selten körperliche Symptome wie Juckreiz verursacht, leiden viele Betroffene trotzdem sehr unter ihrer Erkrankung, da die Schuppen oft sehr deutlich sichtbar sind und sich nur schwer kaschieren lassen.

5. Diagnose

Bei der Hauterkrankung seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis) stellt der Arzt die Diagnose meist schon anhand des typischen Erscheinungsbilds (Blickdiagnose). In manchen Fällen sind die Symptome jedoch nicht ganz eindeutig, da andere Ekzemformen (z.B. allergisches oder atopisches Ekzem) oder die Schuppenflechte (Psoriasis) ein ähnliches Hautbild hervorrufen können. Der Arzt kann die seborrhoische Dermatitis von diesen Erkrankungen abgrenzen, indem er den Patienten auf Allergien testet und eine mikroskopische Untersuchung der Hautschuppen durchführt.

6. Therapie

Ein seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis) bedarf meist einer Therapie in zwei Phasen: Die Behandlung gliedert sich in die Therapie des akuten Stadiums und die Erhaltungstherapie für die Phase zwischen zwei akuten Schüben.

Therapie des akuten Stadiums

Bei dem akuten Stadium des seborrhoischen Ekzems gehören zur Therapie Medikamente, die pilzabtötend wirken (sog. Antimykotika). Diese gibt es zum Auftragen auf die Haut in Form von Salben, Lotionen oder Shampoos – bei ausgeprägten und hartnäckigen Symptomen verordnet der Arzt Antimykotika auch in Tablettenform.

Liegt eine zusätzliche Infektion mit Bakterienzum seborrhoischen Ekzems vor (Superinfektion), verordnet der Arzt Antibiotika. Bei stark entzündlichen Formen kann der Arzt vorübergehend Glukokortikoide in Form von Salben verordnen, welche die Entzündungsreaktion eindämmen. Für eine Dauertherapie (insbesondere im Gesicht) sind Glukokortikoide jedoch nicht geeignet.

Ist die Schuppenbildung besonders ausgeprägt, finden sogenannte Keratolytika Verwendung. Dazu zählen Salizylsäure und Harnstoff – diese Substanzen weichen die Hautschuppen auf und lösen sie ab.

Ein seborrhoisches Ekzem mit besonders hartnäckigen Symptomen bedarf oft einer Therapie mit UVB-Strahlen(Phototherapie).

Erhaltungstherapie

Ein seborrhoisches Ekzem, das keine akuten Symptome mehr zeigt, benötigt eine andere Therapie: Die sogenannte Erhaltungstherapie. Hierbei steht die Pflege der Haut im Vordergrund – Ziel ist es, den nächsten Schub möglichst lange hinauszuzögern. Die empfohlenen Reinigungs- und Pflegeprodukte enthalten häufig Keratolytika und haben einen hautneutralen pH-Wert. Da sich Stress und Anspannung negativ auf die Dermatitis auswirken, können Entspannungsmethoden (Autogenes Training) hilfreich sein.

7. Verlauf

Komplikationen

Ein seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis) nimmt meist einen chronischen Verlauf. Komplikationen können bei einem ausgedehntem Befall im Säuglingsalter zusätzliche Infektionen der betroffenen Hautareale mit Bakterien oder Pilzen sein. Auch bei Erwachsenen können Bakterien die betroffenen Hautareale besiedeln (Superinfektion).

Daneben kann ein seborrhoisches Ekzem beim Säugling einen sehr schweren Verlauf nehmen. Mediziner bezeichnen dies dann als eine Erythrodermia desquamativa Leiner, die vorwiegend im zweiten Lebensmonat auftritt. Hierbei ist die Haut am ganzen Körper befallen, die Säuglinge sind schwer krank, haben Fieber, Erbrechen und Durchfall.

Prognose

Bei Säuglingen hat ein seborrhoisches Ekzem in der Regel eine gute Prognose und heilt nach ein paar Wochen meist von allein aus. Bei Erwachsenen ist die Erkrankung hingegen oft chronisch und verläuft in Schüben – ähnlich der Neurodermitis oder der Schuppenflechte. Eine vollständige Ausheilung ist unwahrscheinlich. Durch geeignete und sorgfältige Pflegemassnahmen kann man die Symptome jedoch gut kontrollieren und in vielen Fällen Rückfälle (Rezidive) vermeiden. Insbesondere während der sonnenreichen Jahreszeit treten nur selten Beschwerden auf.

8. Vorbeugen

Der Hautkrankheit seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis) kann man nicht generell vorbeugen. Wenn Sie zu fettiger Haut und starkem Schwitzen neigen, sollten Sie Ihre Haut regelmässig reinigen und pflegen. Nutzen Sie dazu hautneutrale Waschsubstanzen – oft reicht es auch, sich nur mit Wasser zu waschen.

Wenn Sie ein seborrhoisches Ekzem hatten, können Sie einem Rückfall vorbeugen, in dem Sie Ihre Haut in Absprache mit Ihrem Arzt mit speziellen Produkten (z.B. mit Keratolytika oder Antipilzmitteln) pflegen und auf Ihre seelische Gesundheit achten. Auch Aufenthalte in der Sonne und an der frischen Luft, insbesondere am Meer und im Gebirge, wirken sich günstig auf den Krankheitsverlauf aus. Dabei sollten Sie jedoch keinesfalls die Gefahren der UV-Strahlung ausser Acht lassen, sondern immer für ausreichenden Sonnenschutz sorgen.