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1. Überblick

Tripper (Gonorrhoe bzw. Gonorrhö) ist weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Verantwortlich ist das Bakterium Neisseria gonorrhoeae: Dieser Erreger befällt nur den Menschen – überwiegend betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren.

Die Ansteckung mit Tripper geschieht durch direkte Kontakte zur Schleimhaut, in der sich die – auch als Gonokokken bezeichneten – Erreger befinden. Weil Gonokokken sexuell übertragbar sind, zählt die Gonorrhoe zu den sogenannten Geschlechtskrankheiten (engl. sexually transmitted diseases, STD).

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Hat eine Frau während der Schwangerschaft einen Tripper, kann sie zudem die Gonokokken während der Geburt auf das Kind übertragen. Das Baby entwickelt dann allerdings keine Gonorrhoe, sondern eine als Gonoblennorrhoe bezeichnete Infektion der Augen, bei der die Bindehaut eitrig entzündet ist.

Auch sonst verursacht eine Infektion mit Gonokokken nicht immer deutliche Anzeichen einer Gonorrhoe – Symptome fehlen vor allem bei der Frau häufig. Kommt es zu Beschwerden, betreffen sie hauptsächlich die Geschlechtsorgane: Für Tripper typische Symptome sind in solchen Fällen Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen.

Daneben können Gonokokken auch den Anal- und Mund-Rachen-Bereich infizieren: Von Letzterem sind beide Geschlechter gleichermassen betroffen, während der Tripper im Analbereich beim Mann häufiger ist als bei der Frau. Da die Infektion an diesen Stellen oft unauffällig verläuft, bleibt die Gonorrhoe häufig lange unentdeckt. Das Risiko, dass sich die Geschlechtskrankheit weiterverbreitet, ist dann besonders hoch.

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2. Definition

Tripper – auch Gonorrhoe (bzw. Gonorrhö) genannt – ist eine durch das Bakterium namens Neisseria gonorrhoeae (sog. Gonokokken) ausgelöste Infektionskrankheit, die zu den Geschlechtskrankheiten (engl. sexually transmitted diseases, STD) gehört und bereits seit Jahrhunderten bekannt ist.

Der Name Gonorrhoe stammt aus dem Griechischen und bedeutet Samenfluss. Die Bezeichnung Tripper leitet sich von dem niederdeutschen Wort drippen (= tropfen) ab. Beide Bezeichnungen deuten auf den Ausfluss hin, der ein charakteristisches Anzeichen für die Erkrankung ist.

Häufigkeit

Der Tripper gehört zu den besonders häufigen Infektionskrankheiten: Weltweit infizieren sich schätzungsweise über 100 Millionen Menschen pro Jahr. Die Häufigkeit der Gonorrhoe ist bei beiden Geschlechter gleich – betroffen sind vor allem jüngere Erwachsenen. Wer häufig die Geschlechtspartner wechselt, hat ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten, die eine lebenslange Immunität hinterlassen, sind beim Tripper wiederholte Infektionen möglich.

In der Schweiz kommt es nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) pro Jahr zu rund 950 Infektionen mit Gonorrhoe, Tendenz steigend. Der Anteil der Männer ist mit rund 80 Prozent sehr hoch, die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen ist am stärksten betroffen. Bei homosexuellen und bisexuellen Männern, bei Personen mit mehreren Geschlechtspartnern und im Bereich der Prostitution ist die Krankheit weiter verbreitet als in der übrigen Bevölkerung. Gonorrhoe gehört zu den meldepflichtigen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten, die eine lebenslange Immunität hinterlassen, sind bei der Gonorrhoe wiederholte Infektionen möglich.

3. Ursachen

Der Tripper (Gonorrhoe) hat seine Ursachen in einer Infektion mit bestimmten Bakterien namens Neisseria gonorrhoeae (auch Gonokokken genannt). Die Bezeichnung des Erregers geht auf den deutschen Dermatologen Albert Neisser zurück, der das Bakterium 1879 entdeckte. Gonokokken besiedeln Schleimhäute, bevorzugt in den Harn- und Geschlechtsorganen (sogenannter Urogenitaltrakt) sowie bei Neugeborenen von infizierten Müttern in der Bindehaut des Auges.

Erreger

Tripper (Gonorrhoe) hat seine Ursachen in einem bestimmten Erreger: dem Bakterium namens Neisseria gonorrhoeae. Bakterien dieser Art (auch als Gonokokken bezeichnet) kommen nur beim Menschen vor. Gonokokken besiedeln Schleimhäute – bevorzugt die der Harn- und Geschlechtsorgane (sog. Urogenitaltrakt). Bei Neugeborenen von infizierten Müttern befallen sie die Schleimhaut der Bindehaut des Auges.

Der Name Neisseria gonorrhoeae geht auf den deutschen Dermatologen Albert Neisser zurück, der den Erreger 1879 entdeckte.

Übertragung

Tripper entsteht immer durch Übertragung der Gonokokken über direkten Schleimhautkontakt, was meistens durch sexuelle Kontakte passiert – zum Beispiel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und bestimmte Sexualpraktiken wie Analverkehr oder Oralverkehr. Entsprechend gehört die Gonorrhoe zu den Geschlechtskrankheiten.

Hat eine Frau in der Schwangerschaft eine Gonorrhoe, ist ausserdem eine Übertragung der Gonokokken während der Geburt auf das Kind möglich. Ausserhalb des menschlichen Körpers können die Gonokokken nicht überleben, da sie gegenüber Kälte und Sauerstoff empfindlich sind. Andere Infektionsquellen (z.B. öffentliche Toiletten) gelten beim Tripper deshalb als ausgeschlossen.

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Inkubationszeit

Beim Tripper beträgt die Inkubationszeit (d.h. der Zeitraum zwischen der Infektion mit den Gonokokken und dem Ausbruch der Erkrankung) meistens zwei bis fünf Tage. Vereinzelt dauert es auch nur einen Tag oder bis zu zwei Wochen, bis sich die Gonorrhoe bemerkbar macht.

4. Symptome

Ein Tripper (Gonorrhoe) löst unterschiedliche Symptome bei Mann und Frau aus. Ausserdem kann die Infektion mit den ursächlichen Gonokokken akut oder chronisch verlaufen.

Die chronische Gonorrhoe tritt überwiegend bei Frauen auf. Bei beiden Geschlechtern gleichermassen häufig ist der Mund-Rachen-Bereich vom Tripper betroffen, während Symptome der Infektion im Analbereich dagegen häufiger bei Männern vorkommen. An diesen Infektionsorten fällt die Geschlechtskrankheit oft kaum auf, so dass man sie erst spät erkennt. Meist besteht nur eine leichte Entzündung und Rötung. Das Risiko, dass sich die Erkrankung weiterverbreitet, ist daher in diesen Fällen relativ hoch.

Wenn eine schwangere Frau eine Gonorrhoe hat und die Gonokokken während der Geburt auf das Kind überträgt, entwickelt dieses keine typischen Anzeichen für Tripper. Als Symptome der Infektion entwickelt das Baby stattdessen eine Bindehautentzündung: Diese sogenannte Gonoblennorrhoe bei Säuglingen stellt ein eigenständiges Krankheitsbild dar.

Tripper-Symptome beim Mann

Wenn ein Tripper erste Symptome beim Mann hervorruft, liegt die Ansteckung in der Regel höchstens ein bis drei Tage zurück. Als erstes Anzeichen für eine Gonorrhoe entwickelt sich typischerweise eine Rötung und Schwellung der Harnröhrenmündung mit  Brennen beim Wasserlassen sowie ein anfangs wässriger und später schleimig-eitrigen Ausfluss.

Unbehandelt kann sich die Infektion weiter ausbreiten: Nach zwei bis drei Wochen verursacht der Tripper dumpf-schmerzhafte Symptome am Damm sowie in der Blasengegend – dies ist beim Mann ein Anzeichen dafür, dass die Prostata beteiligt ist. Greift die Gonorrhoe auf den Nebenhoden über, kommt es zu Rötung, Schwellung sowie Druckschmerzhaftigkeit des Nebenhodens beziehungsweise Hodens – kombiniert mit allgemeinem Krankheitsgefühl und Fieber.

Doch nicht immer löst eine Infektion mit Gonokokken Symptome aus: Ungefähr 25 Prozent der infizierten Männer entwickeln keine für Tripper typischen Symptome. Da es beim Mann ohne gezielte Therapie zu Komplikationen (z.B. Zeugungsunfähigkeit) kommen kann, macht allerdings auch eine solch unauffällige Gonorrhoe eine Behandlung notwendig.

Tripper-Symptome der Frau

Bei Frauen verursacht Tripper (Gonorrhoe) häufig mildere Symptome als bei Männern. Ist eine Frau mit Gonokokken infiziert, können die Anzeichen hierfür auch ganz ausbleiben oder zumindest so schwach ausgeprägt sein, dass weder Betroffene noch Ärzte die Infektion bemerken.

In schätzungsweise 50 Prozent der Fälle entwickelt eine Frau mit Tripper keine deutlichen Symptome, so dass die Frau unbehandelt bleibt. Dann kann es passieren, dass die Gonorrhoe chronisch verläuft.

Wenn sich eine Frau mit Gonokokken ansteckt, sind am häufigsten der Muttermund und der Verbindungskanal zwischen Scheide und Gebärmutterhöhle im Gebärmutterhals infiziert. Wichtigstes Anzeichen hierfür ist ein wässriger Ausfluss aus der Scheide. Begleitend treten bei einer Gonorrhoe der Frau meist Symptome einer Harnröhrenentzündung auf: Das bedeutet Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang. Ist die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) mitbeteiligt, kann der Tripper zusätzliche Symptome in Form von übermäßig langen Regelblutungen (Menorrhagie) und Zwischenblutungen verursachen.

Ein aufsteigender Tripper kann weitere Symptome bei der Frau auslösen: Die Gonokokken können über die Gebärmutterschleimhaut, Eileiter und Eierstöcke zum Bauchfell des Beckens gelangen und auf ihrem Weg überall Entzündungen hervorrufen – es entsteht eine Unterleibsentzündung (engl.: pelvic inflammatory disease, PID). Vor allem eine durch die Gonorrhoe bedingte Eileiterentzündung kann langfristige Folgen für die Frau haben – hierzu gehören beispielsweise:

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5. Diagnose

Der Verdacht auf Tripper (Gonorrhoe) lässt sich relativ einfach bestätigen: Für die Diagnose muss man nur die ursächlichen Bakterien – die sogenannten Gonokokken – nachweisen. Für den Erregernachweis nimmt der Arzt Abstriche aus den betroffenen Regionen, beispielsweise aus der Harnröhre oder dem Gebärmutterhals, und untersucht sie mikroskopisch. Die Treffsicherheit dieser Abstriche liegt allerdings nur bei etwa 50 Prozent. Die sicherste Diagnostik besteht darin, die Erreger mit speziellen Transport- und Selektivmedien anzuzüchten sowie bestimmte bakterielle Enzyme nachzuweisen.

Gonokokken sind zunehmend widerstandsfähig (resistent) gegen verschiedene Antibiotika. Um die Gonorrhoe nach der Diagnose wirksam behandeln zu können, ist es also wichtig, den Erreger auf eine mögliche Resistenz zu untersuchen. Welches Antibiotikum gegen den Tripper hilft, kann ein entsprechender Test (sog. Sensibilitätstest) aufdecken.

6. Therapie

Gegen Tripper (Gonorrhoe) ist eine Therapie mit Antibiotika geeignet: Nur mithilfe dieser Medikamente lassen sich die ursächlichen Bakterien – die sogenannten Gonokokken – gezielt bekämpfen. Einige Antibiotika, die früher gut gegen die Infektion halfen, haben jedoch inzwischen ihre Wirksamkeit verloren. Der Grund: Gegen viele Mittel haben die Erreger inzwischen eine Widerstandsfähigkeit (sog. Resistenz) entwickelt. Dies betrifft zum Beispiel Penicillin und zunehmend auch Ciprofloxacin, Cefixim und Ceftriaxon.

Es sind sogar Einzelfälle bekannt, in denen keines der derzeit erhältlichen Antibiotika gegen Tripper geholfen hat. Da Gonokokken einmal entwickelte Resistenzen auch weitergeben können, ist damit zu rechnen, dass solche schwierig zu behandelnden Fälle von Gonorrhoe immer wieder vorkommen werden.

Als ausreichend wirksam gegen Tripper gilt vor allem die Kombination aus Ceftriaxon und Azithromycin: Ceftriaxon bekommen Sie gespritzt, Azithromycin nehmen Sie über den Mund ein.

In der Regel reicht bei Tripper eine einmalige Gabe dieser beiden Antibiotika, um die Gonokokken abzutöten, sodass sie nicht mehr nachweisbar sind. Wenn Sie keine Spritze bekommen können oder möchten, können Sie sich statt mit Ceftriaxon mit Cefixim behandeln lassen (ebenfalls zusammen mit Azithromycin). Da Gonorrhoe oft mit einer weiteren Geschlechtskrankheit – einer Chlamydieninfektion – verbunden ist, kann zusätzlich eine Therapie mit Doxycyclin sinnvoll sein.

Wichtig ist es, dass sich Ihr(e) Sexualpartner(in) ebenfalls auf Tripper untersuchen und gegebenenfalls behandeln lässt, wenn der Sexualkontakt innerhalb von 60 Tagen vor dem Ausbruch (oder der Diagnose) der Erkrankung stattgefunden hat: Nur so können Sie eine erneute Ansteckung mit Gonokokken vermeiden. Ausserdem ist es bei Gonorrhoe ratsam, bis zum Ende der Therapie auf weitere Sexualkontakte zu verzichten.

7. Verlauf

Prognose

Einen Tripper (Gonorrhoe) kann man in seinem Verlauf durch die richtige Therapie günstig beeinflussen: Frühzeitig erkannt und behandelt ist die Prognose gut – die Geschlechtskrankheit heilt dann in der Regel ohne Folgen aus.

Komplikationen

Vor allem ein nicht ausreichend behandelter Tripper kann im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen hervorrufen. Die schwerwiegendste Komplikation der Gonorrhoe ist eine dauerhafte Unfruchtbarkeit, die bei beiden Geschlechtern entstehen kann.

In seltenen Fällen breiten sich die Erreger der Gonorrhoe – die als Gonokokken bezeichneten Bakterien – über das Blut in andere Organe aus. Dann kann der Tripper mit folgenden Komplikationen verbunden sein:

  • Gelenkentzündungen mit Befall der Sehnenscheiden
  • Entzündungen von Bindehaut und Regenbogenhaut des Auges
  • Entzündungen von Herzinnenhaut und Herzbeutel
  • Entzündungen der Haut mit Bildung schmerzhafter Pusteln

Hat eine Schwangere Tripper und überträgt sie die Gonokokken während der Geburt auf das Kind, sind ebenfalls Komplikationen möglich: Dann kann es bei dem Neugeborenen durch die sogenannte Gonoblennorrhoe zur Bildung von Geschwüren kommen, die auf die Hornhaut des Auges übergreifen und im Extremfall zur Erblindung führen können.

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8. Vorbeugen

Einem Tripper (Gonorrhoe) können Sie vorbeugen, indem Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden.

Tripper gilt als Geschlechtskrankheit, da die Infektion mit den ursächlichen Bakterien (sog. Gonokokken) meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und bestimmte Sexualpraktiken wie Analverkehr oder Oralverkehr geschieht. Da entsprechend Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern ein erhöhtes Risiko haben, sich mit Gonokokken anzustecken, bedeuten auch monogame Beziehungen einen Schutz vor Gonorrhoe.

Einer Infektion der Augen (sog. Gonoblennorrhoe) bei Neugeborenen infolge einer Übertragung der Tripper-Erreger während der Geburt kann man mithilfe der sogenannten Credé-Prophylaxe vorbeugen: Das bedeutet in der Regel, dass das Baby antibiotikahaltige Augentropfen (mit Erythromycin) bekommt. Aufgrund der gründlichen vorgeburtlichen Untersuchungen und weil nur wenige Schwangere Gonorrhoe haben, verzichtet man heutzutage allerdings meist auf diese vorbeugende Massnahme. In Verdachtsfällen kann sie aber weiterhin sinnvoll sein.

Anders als vielen anderen Infektionskrankheiten können Sie einem Tripper nicht durch eine Impfung vorbeugen: Es steht kein wirksamer Impfstoff gegen die Gonorrhoe zur Verfügung.