Von Veröffentlicht am 01.01.1970

1. Überblick

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die besonders bei älteren Menschen häufig auftritt: Rund zehn Prozent der über 80-Jährigen sind davon betroffen. Ein Vorhofflimmern ist selbst nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber zu schweren Folgeschäden führen.

Beim Vorhofflimmern zieht sich die Vorhofmuskulatur des Herzens aufgrund von kreisenden elektrischen Erregungen ungeordnet und schnell zusammen. Wegen dieser hohen Flimmerfrequenz erbringen die Vorhöfe keine Pumpleistung und tragen so nicht mehr zur Füllung der Herzkammern bei, weshalb das Schlagvolumen der Kammern um etwa 20 Prozent sinkt. Vorhofflimmern ist mit einer erhöhten Entstehungsrate von Blutgerinnseln in den Vorhöfen (Vorhofthromben) verbunden.

Als Ursache für ein Vorhofflimmern kommen verschiedene Erkrankungen infrage, beispielsweise die koronare Herzkrankheit, eine Vorhofvergrösserung, eine Herzklappenerkrankung oder Bluthochdruck (Hypertonie). Auch Alkoholmissbrauch kann einem Vorhofflimmern zugrunde liegen. In etwa jedem zehnten Fall lässt sich keine organische Ursache für die Herzrhythmusstörung feststellen (sogenanntes idiopathisches Vorhofflimmern).

Bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern ist zur Diagnose ein Elektrokardiogramm (EKG) geeignet: Hier sind die beim Vorhofflimmern typischen kreisenden Erregungen der Vorhöfe erkennbar. Die Behandlung hat zum Ziel, den beim Vorhofflimmern gestörten Herzrhythmus wieder in seinen normalen Sinusrhythmus zu überführen (sogenannte Kardioversion): Dies ist elektrisch (mit einem Defibrillator) oder medikamentös (mit Antiarrhythmika) möglich. Bei einem neu aufgetretenen Vorhofflimmern sind die Therapieerfolge grösser als bei einem chronischen Verlauf. Wenn ein chronisches Vorhofflimmern besteht und zusätzliche Risikofaktoren vorliegen, ist es vorbeugend ratsam, dauerhaft blutverdünnende Medikamente (sogenannte Antikoagulanzien) einzunehmen.

Mögliche Folgeschäden beim Vorhofflimmern sind Embolien durch über die Blutbahn verschleppte Blutgerinnsel und kardiovaskuläre Begleiterkrankungen mit entsprechenden Komplikationen wie zum Beispiel einem Herzinfarkt. Um einem Vorhofflimmern vorzubeugen, ist es wichtig, begünstigende Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Bluthochdruck rechtzeitig zu behandeln. Zudem sind erste Anzeichen wie Luftnot oder Kurzatmigkeit ernst zu nehmen. Allgemein sind zum Vorbeugen von Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern eine ausgewogene Ernährung, regelmässiger Sport, Verzicht aufs Rauchen, eingeschränkter Alkoholkonsum und Vermeidung von Übergewicht empfehlenswert.

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2. Definition

Das Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Ausbreitung der elektrischen Reize im Herzen gestört ist. Beim Flimmern der Herzvorhöfe liegt eine sogenannte supraventrikuläre Tachykardie vor, denn:

  • Beim Vorhofflimmern sind beide Vorhöfe des Herzens von der Reizleitungsstörung betroffen (supraventrikulär = oberhalb der Herzkammern).
  • Der Herzrhythmus ist beschleunigt (Tachykardie = Herzrasen).

Herzrhythmus

Um zu verstehen, was beim Vorhofflimmern geschieht, sind Kenntnisse in der Entstehung des Herzrhythmus hilfreich: Der normale Herzrhythmus entsteht durch regelmässige elektrische Impulse aus dem Sinusknoten, dem natürlichen Schrittmacher des Herzens. Daher trägt der normale Herzrhythmus auch die Bezeichnung Sinusrhythmus. Der Sinusknoten liegt einige Zentimeter von der rechten Herzkammer (Ventrikel) entfernt auf dem rechten Vorhof (Atrium). Über den sogenannten AV-Knoten, der am Übergang der Vorhöfe zu den Kammern liegt, erfolgt die Weiterleitung der Erregung bis in die Innenschicht der Muskulatur der Herzkammern. Die erregten Muskeln kontrahieren in der Reihenfolge, in der ihre Erregung erfolgt, und es kommt zum Herzschlag – das gesunde Herz pumpt das Blut mit etwa 60 bis 80 Schlägen (in Ruhe) pro Minute durch den Körper. Ein Vorhofflimmern kann sich negativ auf die Pumpleistung auswirken.

Beim Vorhofflimmern ist der normale Herzrhythmus gestört: Arrhythmisch kreisende elektrische Erregungen im Vorhof verhindern die normale Reizausbreitung. Der AV-Knoten leitet auch diese arrhythmischen Erregungen an die Herzkammern weiter. Es kommt zu uneinheitlich vielen einzelnen Kontraktionen der Herzmuskeln. Die Vorhöfe kontrahieren unkoordiniert mit einer Frequenz von mehr als 350-mal pro Minute. Aufgrund dieser hohen Flimmerfrequenz erbringen die Vorhöfe keine Pumpleistung – es besteht gewissermassen ein Vorhofstillstand. Die kreisenden Erregungen der Vorhöfe sind im EKG als Vorhofflimmern erkennbar. Da die Vorhöfe nicht mehr zur Füllung der Herzkammern beitragen, sinkt das Schlagvolumen der Kammern um etwa 20 Prozent ab.

Formen

Beim Vorhofflimmern erfolgt per Definition nach international anerkanntem Standard eine Einteilung in folgende Formen:

  • akutes (neu aufgetretenes) Vorhofflimmern
  • anfallsartiges (paroxysmales) Vorhofflimmern mit einer Dauer von unter 48 Stunden
  • persistierendes Vorhofflimmern mit einer Dauer von mehr als 48 Stunden
  • dauerhaftes (permanentes) Vorhofflimmern ohne Rückspringen in den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus)


Im Gegensatz zum Vorhofflimmern sind beim Vorhofflattern die Vorhöfe gleichförmig erregt (mit einer Flatterfrequenz von 250 bis 350 Kontraktionen pro Minute), wobei die Pumpleistung der Vorhöfe aber ebenfalls herabgesetzt ist.

Häufigkeit

Vorhofflimmern tritt hauptsächlich bei Personen über 60 Jahre auf. Vier Prozent aller Menschen über 60 Jahre sind von dieser Herzrhythmusstörung betroffen, bei den über 85-Jährigen sind es sogar zehn Prozent. In der Schweiz leiden rund 100'000 Personen an Vorhofflimmern. Weil die Menschen durchschnittlich immer älter werden, nimmt auch die Häufigkeit des Vorhofflimmerns zu.

3. Ursachen

Einem Vorhofflimmern liegen als Ursachen häufig krankhaft (pathologisch) veränderte Herzmuskelzellen in den Vorhöfen zugrunde, durch die die normale Erregungsleitung im Vorhofgewebe gestört ist: Beispiele hierfür sind ein krankhaft vermehrtes Bindegewebe (Fibrose) oder entzündete Herzmuskelzellen des Vorhofs. Weitere mögliche Auslöser für die bei einem Vorhofflimmern typischen kreisenden Erregungswellen sind vergrösserte Vorhöfe.

Für ein Vorhofflimmern kommen folgende Erkrankungen als Ursachen infrage:


In etwa zehn Prozent der Fälle ist keine organische Ursache für das Vorhofflimmern feststellbar (sogenanntes idiopathisches Vorhofflimmern).

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4. Symptome

Ein Vorhofflimmern äussert sich nicht in jedem Fall durch deutliche Symptome: Häufig bleibt die Herzrhythmusstörung von den Betroffenen unbemerkt. Bei einem neu aufgetretenen Vorhofflimmern sind die Betroffenen jedoch körperlich oft schlecht belastbar und verspüren Atemnot. Manchmal treten Anzeichen wie Herzstolpern oder Herzklopfen, Brustschmerzen sowie Beklemmungs- oder Angstgefühle auf.

Ein Vorhofflimmern kann auch mit Spätkomplikationen verbunden sein. Mögliche spätere Symptome sind zum Beispiel ein Schlaganfall oder Embolien in den Beinarterien.

Besteht ein Vorhofflimmern schon länger (chronisches Vorhofflimmern), haben sich die Betroffenen zumeist an die Rhythmusstörung angepasst, sodass sie die bestehenden Symptome kaum noch wahrnehmen. Wenn die Herzfrequenz stärker schwankt, kann dies jedoch schnell zu Beschwerden führen.

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5. Diagnose

Bei einem Vorhofflimmern ist wie bei allen Herzrhythmusstörungen eine schnelle und sichere Diagnose durch ein Elektrokardiogramm (EKG) möglich. Der Verdacht auf ein Vorhofflimmern besteht meist bereits bei einem unregelmässigen Puls. Daneben bietet das EKG die Möglichkeit, Informationen über die dem Vorhofflimmern zugrunde liegende Herzerkrankung zu erfassen, zum Beispiel bei einer koronaren Herzkrankheit.

Mit dem Ruhe-EKG ist ein kurz anhaltendes Vorhofflimmern oft nicht erkennbar, da man den Herzrhythmus hierbei in der Regel nur über eine relativ kurze Zeit erfasst. Daher kommt zur Diagnose ein Langzeit-EKG zum Einsatz, durch das ein Vorhofflimmern gut nachweisbar ist: Beim Langzeit-EKG zeichnet ein tragbarer elektrischer Speicher die Herzstromkurve über 24 Stunden auf. Meist erhalten die Betroffenen dafür ein kleines EKG-Gerät, sodass ihr normaler Lebensrhythmus kaum eingeschränkt ist.

Bei einem neu entdeckten Vorhofflimmern ist es wichtig, immer nach zusätzlichen Begleiterkrankungen wie beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion zu suchen. Ausserdem sind organische Herzerkrankungen wie eine koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen, entzündliche Herzerkrankungen, wie zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien) bei der Diagnose auszuschliessen. Durch eine Untersuchung des Herzens mithilfe von Ultraschall lassen sich wichtige diagnostische Aussagen treffen.

Auch eine Röntgenuntersuchung von Herz und Lunge erfolgt häufig bei der Diagnose von Vorhofflimmern. Um eine koronare Herzkrankheit auszuschliessen, ist zudem ist ein sogenanntes Belastungs-EKG empfehlenswert. Bei pathologischen Befunden schliesst sich meist eine Herzkatheteruntersuchung an.

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6. Therapie

Bei Vorhofflimmern erfolgt eine individuell festgelegte Therapie. Die Behandlung zielt in der Regel darauf ab, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Dies kann sowohl durch Medikamente als auch mithilfe von elektrischen Impulsen geschehen.

Elektrische Kardioversion

Bei länger anhaltendem, erstmaligem Vorhofflimmern ist zur Therapie eine elektrische Kardioversion geeignet. Diese Massnahme zielt darauf ab, bei Vorhofflimmern den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) elektrisch wiederherzustellen: Hierzu setzt man zwei Elektroden auf den Brustkorb, über die der Patient durch einen Defibrillator in Kurznarkose einen elektrischen Stromschlag bekommt. Dies soll die kreisende elektrische Erregung in den Vorhöfen des Herzens beenden und eine geordnete elektrische Reizausbreitung in Form eines Sinusrhythmus erzwingen. In etwa 90 Prozent der Fälle ist die elektrische Kardioversion erfolgreich. Sie ist allerdings nur bei einem Drittel aller Fälle von neu auftretendem Vorhofflimmern erforderlich: In zwei Drittel aller Fälle stellt sich der normale Herzrhythmus innerhalb von 48 Stunden spontan wieder ein.

Die elektrische Kardioversion ist bei bis zu sechs Monate vorbestehendem Vorhofflimmern zur Therapie empfehlenswert. Wenn zweifelsfrei eine veränderte Herzstruktur (zum Beispiel Herzklappenfehler) oder eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion dem Vorhofflimmern zugrunde liegt, ist die elektrische Kardioversion nicht zur Behandlung geeignet.

Eine weitere, moderne Methode zur Therapie von Vorhofflimmern ist ein implantierter Defibrillator, der die Herzrhythmusstörungen erkennt und bei Bedarf einen Elektroschock verabreicht, um den normalen Herzrhythmus über eine elektrische Kardioversion wiederherzustellen.

Medikamentöse Kardioversion

Eine weitere Möglichkeit, ein neu aufgetretenes Vorhofflimmern zu behandeln, stellt die Therapie durch medikamentöse Kardioversion dar: Hierbei kommen als Antiarrhythmika bezeichnete Medikamente zum Einsatz, um den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen.

Bei der Entscheidung, welches Antiarrhythmikum für den Patienten am besten geeignet ist, sind die Grunderkrankung des Herzens und die Nebenwirkungen der Mittel (zum Beispiel Übergang in Vorhofflattern oder ventrikuläre Rhythmusstörungen) zu berücksichtigen. Eine medikamentöse Kardioversion erfolgt am besten stationär mit Monitorüberwachung.

Wenn die Therapie durch medikamentöse Kardioversion unbefriedigend verläuft, ist das Vorhofflimmern nachfolgend durch eine Katheterablation behandelbar: Bei diesem Verfahren verödet der Arzt die für die Reizleitung zuständigen gestörten Zellen mit einer Elektrosonde (Ablation = Abtragung; hier: Entfernen durch Veröden), um das Vorhofflimmern zu beheben.

Prophylaktische Therapie

Um ein erneutes Vorhofflimmern nach der Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus zu verhindern, ist eine vorbeugende oder prophylaktische Therapie empfehlenswert: Ohne vorbeugende Medikamente haben ein Jahr nach einer elektrischen oder medikamentösen Kardioversion nur noch etwa 25 Prozent der Betroffenen einen normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus). Medikamente, die den Herzrhythmus stabilisieren, können einem Rückfall in das Vorhofflimmern vorbeugen. Die Langzeittherapie mit Antiarrhythmika stellt derzeit noch ein Problem dar, da diese Medikamente wiederum andere Formen von Herzrhythmusstörungen auslösen können. Eine prophylaktische Therapie ist daher erst dann ratsam, wenn nach erfolgreicher Korrektur des Herzrhythmus erneut ein Vorhofflimmern auftritt. Als Medikamente zur Kontrolle der Herzfrequenz stehen beispielsweise Betablocker, Kalziumantagonisten und Herzglykoside zur Verfügung.

Auch ein zur Behandlung eines andauernd verlangsamten Herzschlags (Bradykardie) implantierter Herzschrittmacher kann als prophylaktische Therapie zum Einsatz kommen, um zusätzliches Vorhofflimmern durch präventive Stimulation zu verhindern.

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Antikoagulanzien

Bei einem Vorhofflimmern sind für eine umfassende Therapie Medikamente zur Blutverdünnung – sogenannte Antikoagulanzien – wichtig: Vorhofflimmern ist mit einem erhöhten Risiko für Blutgerinnsel in den Vorhöfen (Vorhofthromben) verbunden. Mit einer Behandlung durch Antikoagulanzien (sogenannte Antikoagulation) lässt sich bei Vorhofflimmern vermeiden, dass Blutgerinnsel entstehen und Komplikationen auftreten. Durch Vorhofflimmern mit gleichzeitigem Klappenschaden ist das Risiko, einen Schlaganfall aufgrund einer Herzembolie zu bekommen, etwa 15-mal höher als bei Menschen mit gesundem Herzen. Ebenso erhöhen eine bestehende koronare Herzkrankheit, ein Diabetes mellitus, ein Bluthochdruck oder ein hohes Lebensalter das Risiko.

Unter 60-Jährige mit einem Vorhofflimmern ohne einen der genannten Risikofaktoren und ohne strukturelle Herzerkrankungen können statt Antikoagulanzien täglich Acetylsalicylsäure einnehmen. Anders als bei der Antikoagulation sind regelmässige Gerinnungskontrollen bei dieser Therapie nicht nötig. Für über 60-jährige Menschen mit einem Vorhofflimmern oder altersunabhängig Menschen mit Risikofaktoren (wie Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit beziehungsweise Herzinsuffizienz oder Erweiterung der Vorhöfe) ist es ratsam, immer Antikoagulanzien durch den Mund (oral) einzunehmen.

Zur Therapiesteuerung ist es nötig, den Gerinnungswert (INR-Wert) regelmässig zu kontrollieren. Vor allem bei älteren Menschen mit Vorhofflimmern ist jedoch bei einer Therapie mit Antikoagulanzien das Blutungsrisiko stets erhöht.

7. Verlauf

Ein Vorhofflimmern ist selbst nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber im weiteren Verlauf zu schweren Folgeschäden führen. So steigt das Risiko für Embolien durch über die Blutbahn verschleppte Blutgerinnsel und somit für Schlaganfälle und kardiovaskuläre Begleiterkrankungen mit entsprechenden Komplikationen wie zum Beispiel einem Herzinfarkt.

Verlauf und Prognose nach einem Vorhofflimmern lassen sich durch die richtige Behandlung positiv beeinflussen: Dank der modernen Behandlungsmöglichkeiten ist die Lebenserwartung bei Vorhofflimmern in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Betroffene, die jünger als 65 Jahre alt sind und deren Herz ansonsten gesund ist, haben trotz Vorhofflimmern eine ähnliche Lebenserwartung wie Menschen ohne Herzrhythmusstörungen.

Dabei ist es jedoch wichtig, das Vorhofflimmern frühzeitig zu behandeln, da mit jedem Auftreten die Wahrscheinlichkeit für den nächsten Anfall zunimmt und damit das Risiko steigt, dass die Herzrhythmusstörung in einen chronischen Verlauf übergeht. Hält das Vorhofflimmern jahrelang an, besteht im Allgemeinen nur noch wenig Aussicht, den natürlichen normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) dauerhaft wiederzuherstellen.

Komplikationen

Ein Vorhofflimmern kann bei dauerhaftem Verlauf Komplikationen in Form von grösseren Schwankungen der Herzfrequenz auslösen:

Ist ein Vorhofflimmern in seinem Verlauf mit einem Frequenzabfall auf unter 60 Schläge pro Minute (sogenannte Bradyarrhythmia absoluta) verbunden, können als Komplikationen Schwindel, Schwäche und auch kurze Bewusstlosigkeit (sogenannte Synkope) auftreten. Auch Symptome einer Herzinsuffizienz sind manchmal zu beobachten.

Kommt es im Verlauf von Vorhofflimmern zu Herzfrequenzen von über 100 Schlägen pro Minute (sogenannte Tachyarrhythmia absoluta), zählen zu den Komplitationen unter anderem starkes Herzrasen, Herzklopfen und Luftnot. Bei einer vorbestehenden Herzinsuffizienz kann sich durch die zu geringe Pumpleistung innerhalb kurzer Zeit eine Lungenstauung bis hin zum Lungenödem entwickeln. Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit können während der Tachyarrhythmie einen Angina-pectoris-Anfall oder einen akuten Herzinfarkt bekommen.

8. Vorbeugen

Um einem Vorhofflimmern vorzubeugen, ist es unerlässlich, begünstigende Erkrankungen rechtzeitig behandeln zu lassen und Risikofaktoren zu meiden. Dazu gehören:


Zum Vorbeugen von Vorhofflimmern gehört es auch, Zeichen von Herzschwäche wie Luftnot, Angina pectoris oder Kurzatmigkeit immer ernst zu nehmen und abzuklären. Ausserdem ist es ratsam, den Blutdruck regelmässig zu kontrollieren und einen allfälligen Diabetes gut einstellen zu lassen.

Allgemein kann man nicht nur Vorhofflimmern, sondern allen Herzgefässerkrankungen durch eine gesunde Lebensführung vorbeugen:

  • sich ausgewogen ernähren
  • regelmässig Sport treiben
  • mögliches Übergewicht reduzieren beziehungsweise Gewicht regelmässig kontrollieren,
  • auf das Rauchen verzichten
  • Alkohol nur massvoll trinken
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