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Von Veröffentlicht am 25.01.2019

1. Überblick

Als Vulvaveränderungen bezeichnen Mediziner alle krankhaften Veränderungen der äusseren weiblichen Geschlechtsorgane.

Zu den Vulvaveränderungen gehören unter anderem Entzündungen (Vulvitis), Rück- beziehungsweise Fehlbildungen der Vulvahaut und -schleimhaut (Vulvadystrophie oder Craurosis vulvae), Geschwürbildungen (Ulcus vulvae acutum Lipschütz), Verletzungen, Zystenbildungen und gut- oder bösartige Tumoren. Bei vielen dieser Vulvaveränderungen sind die Ursachen bislang nicht bekannt.

Je nach Krankheitsform unterscheiden sich Ursachen, auftretende Beschwerden und Therapien. Häufig tritt bei Vulvaveränderungen Juckreiz auf. Je nach Ursache können weitere Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, Bauchschmerzen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hinzukommen.

Bei der Diagnose erfragt der Arzt zunächst die Beschwerden und wie lange diese bereits bestehen. Ausserdem erkundigt er sich nach Faktoren, die bestimmte Vulvaveränderungen begünstigen können. Dazu gehört zum Beispiel Diabetes mellitus. Anschliessend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Frauenarzt die Vulvaveränderungen zunächst begutachtet. Anschliessend folgt eine Tastuntersuchung. Je nachdem, welche Vulvaveränderungen vorliegen, können weitere Untersuchungen wie ein Abstrich oder die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) nötig sein.

Zur Therapie stehen – je nach Ursache – verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Häufig helfen Sitzbäder, schmerz- und juckreizstillende Salben sowie Vaginalzäpfchen. Bei manchen Vulvaveränderungen ist auch eine Behandlung mit Antibiotika oder Hormonen notwendig.

Die meisten Vulvaveränderungen nehmen einen guten Verlauf, wenn sie angemessen behandelt werden. Entzündungen der Vulva (Vulvitis), Vulvaverletzungen sowie der Ulcus vulvae acutum Lipschütz heilen nach einiger Zeit ab. Zysten und gutartige Vulvatumoren entfernt der Arzt dagegen in einem chirurgischen Eingriff. Die Vulvadystrophie beziehungsweise Crauroris vulvae kann dagegen nicht geheilt werden, sie verläuft chronisch.

Regelmässige Untersuchungen beim Frauenarzt sind die beste Vorsorgemöglichkeit gegen Vulvaveränderungen. Vor Vulvaveränderungen, die durch sexuell übertragbare Erkrankungen wie Syphilis entstehen, schützt die konsequente Anwendung von Kondomen.

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2. Definition

Vulvaveränderungen sind per Definition alle krankhaften Veränderungen der äusseren weiblichen Geschlechtsorgane. Die Vulva, auch weibliche Scham genannt, umfasst die äusseren Geschlechtsorgane der Frau. Sie besteht aus dem Schamberg, den grossen und kleinen Schamlippen, der Klitoris und dem Scheidenvorhof.

Im Bereich der Vulva können Entzündungen (Vulvitis), Rück- beziehungsweise Fehlbildungen der Vulvaschleimhaut (med.: Vulvadystrophie oder Craurosis vulvae), Geschwürbildungen (Ulcus vulvae acutum Lipschütz), Verletzungen, Zystenbildung und gut- oder bösartige Tumoren (Vulvakrebs) auftreten.

Krankheitsformen

Vulvaveränderungen zeigen sich in verschiedenen Krankheitsbildern, zum Beispiel:

 

  • Vulvaentzündung (Vulvitis)
  • Rück- bzw. Fehlbildungen der Vulvaschleimhaut (Vulvadystrophie oder Craurosis vulvae)
  • Geschwürbildung (Ulcus vulvae acutum Lipschütz)

Vulvitis

Vulvitis bezeichnet eine Entzündung im Bereich der Vulva. Häufig tritt gleichzeitig eine Scheidenentzündung auf – Mediziner sprechen dann von einer Vulvovaginitis. Die Vulvitis wird meist durch Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Parasiten verursacht.

Weitere Formen

Neben den gutartigen Vulvatumoren gibt es weitere Formen von Vulvaveränderungen, zum Beispiel bösartige Vulvatumoren. Der Vulvakrebs ist eine seltene Erkrankung, die insbesondere im höheren Lebensalter jenseits des 60. Lebensjahrs auftritt. Diese Krebserkrankung macht etwa 4 Prozent aller bösartigen Tumoren im Bereich der inneren und äusseren weiblichen Genitalien aus. Die meisten Vulvakarzinome sind sogenannte Plattenepithelkarzinome, die von der obersten Schicht der Haut ausgehen. Betroffen sind meist die grossen Schamlippen, weniger häufig die kleinen Schamlippen oder die Klitorisregion.

Craurosis vulvae

Craurosis vulvae oder Vulvadystrophie ist eine seltene chronische Vulvaveränderung der Haut und Schleimhäute des weiblichen Genitalbereichs. Ihre Ursache ist nicht bekannt. Es gibt verschiedene Arten der Vulvadystrophie beziehungsweise Craurosis vulvae. Das häufigste Krankheitsbild ist das des Lichen sclerosus et atrophicus – auch Weissfleckenkrankheit genannt.

Von dieser Krankheit sind bevorzugt Frauen nach den Wechseljahren betroffen, gelegentlich zeigt sich die Erkrankung auch bei jungen Frauen oder im Kindesalter. Lichen sclerosus et atrophicus tritt vor allem im Nacken, am Rücken sowie in der Genitalregion auf. Sind die Genitalien betroffen, bezeichnen Mediziner die Erkrankung bei der Frau als Craurosis «vulvae» beim Mann nennt sich die Erkrankung «Craurosis penis».

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Geschwürbildung (Ulcus vulvae acutum Lipschütz)

Zu den Vulvaveränderungen zählt auch eine seltene Form der Geschwürbildung: Beim sogenannten «Ulcus vulvae acutum Lipschütz» bilden sich akut auftretende, schmerzhafte Geschwüre (Ulcera) im Bereich der Vulva. Die Ursachen der Geschwüre sind bislang nicht geklärt. In den meisten Fällen sind Frauen vor dem 25. Lebensjahr betroffen.

Vulvaverletzungen

Zu den Vulvaveränderungen gehören auch Vulvaverletzungen. Solche Verletzungen können infolge von Unfällen, beim Geschlechtsverkehr oder beim Einführen von Fremdkörpern in die Scheide entstehen. Auch bei der Geburt eines Kindes kann es zu Verletzungen der Vulva im Dammbereich (Dammriss) kommen.

Zysten

Angeborene Zysten der Vulva sind sehr seltene Vulvaveränderungen. Die häufigste vulväre Zyste ist die sogenannte Bartholin-Zyste, die – hervorgerufen durch einen Sekretstau – auf einem Verschluss der Drüsengänge im Scheidenvorhof (Bartholindrüsen) beruht. Solche Zysten sind prinzipiell harmlos, sollten jedoch chirurgisch entfernt werden, um die verstopften Drüsengänge wieder freizulegen.

Gutartige Vulvatumoren

Gutartige Vulvatumoren sind gutartige Tumoren der Haut, die im Bereich der Vulva auftreten. Bedeutsame, relativ häufige gutartige Vulvaveränderungen sind die sogenannten Papillome, die durch eine Infektion mit Papillomaviren (HPV) hervorgerufen werden.

3. Ursachen

Je nach Krankheitsbild gibt es für Vulvaveränderungen verschiedene Ursachen.

Vulvitis

Bei Vulvaveränderungen durch Entzündungen im Bereich der Vulva (Vulvitis) sind die Ursachen meist Infektionen mit Bakterien (z.B. Chlamydieninfektion, Syphilis, Gonorrhö), Pilzen (beispielsweise Candida albicans), Parasiten (wie Trichomonas vaginalis, Skabiesmilben) oder Viren (z.B. humane Papillomaviren, Herpes simplex-Viren). Frauen mit Diabetes mellitus, Schwangere und Frauen, die Antibiotika einnehmen, sind besonders gefährdet, an einer durch Pilze ausgelösten Vulvitis zu erkranken. Aber auch ein bakterielles Ungleichgewicht in der Scheide wie bei der bakteriellen Vaginose kann in seltenen Fällen bei entzündlichen Vulvaveränderungen zu den Ursachen gehören.

Craurosis vulvae

Bei Vulvaveränderungen durch Craurosis vulvae sind die Ursachen weitestgehend unbekannt. Mediziner vermuten, dass bei dieser Form der Vulvaveränderungen Autoimmunreaktionen die Ursachen darstellen. Auch genetische und hormonelle Einflüsse kommen bei Vulvaveränderungen infolge einer Vulvadystrophie als Ursachen infrage.

Ulcus vulvae acutum Lipschütz

Bei Vulvaveränderungen können auch Geschwüre die Ursachen sein. Ein mögliches Krankheitsbild ist hier der Ulcus vulvae acutum Lipschütz. Bei dieser Form der Vulvaveränderungen sind die Ursachen nicht bekannt. Meist tritt der Ulcus vulvae acutum Lipschütz als Begleiterscheinung bei schweren Allgemeinerkrankungen und Virusinfekten in Erscheinung.

Vulvaverletzungen

Bei Vulvaveränderungen durch Verletzungen sind die Ursachen meist stumpfe oder scharfe Gewalteinwirkungen, etwa ein Sturz auf die Lenkstange eines Fahrrads oder ein Autounfall. Auch Geschlechtsverkehr oder das Einführen von Fremdkörpern in die Scheide kommen bei Vulvaveränderungen als Ursachen infrage. Ausserdem kann es bei der Geburt eines Kindes zu Vulvaverletzungen im Dammbereich (Dammriss) kommen.

Zysten

Vulvazysten können bei Vulvaveränderungen ebenfalls die Ursachen sein. Sie können entstehen, wenn etwa infolge einer Infektion die Scheidenvorhofdrüsen (sog. Bartholindrüsen) verkleben und das darin gebildete Sekret nicht abfliessen kann. Es sammelt sich an und bildet eine Zyste. Bei dieser Form der Vulvaveränderungen kommen verschiedene Bakterien als Ursachen infrage, zum Beispiel Staphylokokken, Streptokokken sowie Escherichia coli infrage.

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Gutartige Vulvatumoren

Humane Papillomaviren (HPV) können gutartige Vulvatumoren hervorrufen und gehören bei Vulvaveränderungen daher ebenfalls zu den möglichen Ursachen. Sie werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Erkrankung macht sich erst etwa nach vier Wochen bis zu mehrere Monate nach dem Kontakt mit den Viren bemerkbar.

4. Symptome

Bei Vulvaveränderungen unterscheiden sich die auftretenden Symptome je nach vorliegendem Krankheitsbild.

Vulvitis

Entzündliche Vulvaveränderungen, die sogenannte Vulvitis, kann verschiedene Symptome hervorrufen – unter anderem abhängig, von der Ursache der Entzündung. Zu den häufigsten Beschwerden gehört ein meist quälender Juckreiz. Abhängig von der Ursache können bei Vulvaveränderungen durch eine Vulvitis weitere Symptome wie Rötung und Schwellung der Schleimhäute, Schleimhautbeläge und Ausfluss aus der Scheide auftreten.

Craurosis vulvae

Eine weitere Vulvaveränderung ist die Craurosis vulvae, die typische Symptome wie weisse, zum Teil gerötete, mitunter stark verhornte Papeln an Haut und Schleimhäuten hervorruft. Diese etwa erbsengrossen Knötchen verbinden sich später zu grösseren weisslichen, porzellanartigen Herden. Nach längerer Krankheit wandelt sich die Haut an den geschädigten Stellen um, sie erscheint dann glänzend und pergamentpapierartig. Schmerzhafte Hauteinrisse (Rhagaden) und kleinere Einblutungen (Hämorrhagien) treten auf. Im Bereich der Vulva leiden betroffene Frauen häufig unter erheblichem Juckreiz und starkem Brennen beim Wasserlassen. Die Umwandlungsprozesse an Haut und Schleimhäuten können zu einer Verkleinerung der kleinen Schamlippen und zur Einengung des Scheideneingangs führen, so dass bei diesen Vulvaveränderungen als weitere Symptome Beschwerden beim Geschlechtsverkehr auftreten.

Ulcus vulvae acutum Lipschütz

Bei den Ulcus vulvae acutum Lipschütz genannten Vulvaveränderungen zeigen sich die Symptome in akut auftretenden, schmerzhaften Geschwüren (Ulcera) im Bereich der Vulva. Neben den Schmerzen in den äusseren Genitalien treten meist auch Fieber und eine Schwellung der Lymphknoten im Leistenbereich auf.

Vulvaverletzungen

Bei Vulvaveränderungen durch Verletzungen treten Symptome oft in Form von Blutergüssen (Hämatome) oder Blutungen aus der Vagina auf. Gelegentlich kommt es zu Einrissen und Verletzungen der Vagina, einschliesslich des Damms. Bei schweren Verletzung können infolge der Vulvaveränderungen auch akute Bauchschmerzen als Symptome auftreten. Mitunter sind bei offenen Verletzungen die Nachbarorgane (Harnröhre, Enddarm, Afterschliessmuskel) in Mitleidenschaft gezogen.

Zysten

Vulvaveränderungen in Form von Zysten entstehen meist als sogenannte Bartholin-Zysten im unteren Drittel der kleinen und grossen Schamlippe. Typische Symptome sind prall-kugelige Gewebeschwellungen.

Gutartige Vulvatumoren

Durch gutartige Vulvatumoren hervorgerufene Vulvaveränderungen verursachen meist keine Symptome. Treten sie infolge einer Infektion mit humanen Papillomaviren auf, machen sie sich frühestens nach vier Wochen, oft aber erst mehrere Monate nach dem Kontakt mit den Viren als warzenähnliche Wucherungen von weisser oder blass-rosa Farbe bemerkbar.

5. Diagnose

Bei Vulvaveränderungen nutzt der Frauenarzt verschiedene Untersuchungsmethoden zur Diagnose. Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Anamnese. Im Rahmen dieses Arzt-Patientinnen-Gesprächs fragt der Frauenarzt unter anderem nach der Dauer der Erkrankung, nach den Beschwerden (z.B. Juckreiz) und nach möglichen Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Schuppenflechte, etc.).

Inspektion

Bei vielen Vulvaveränderungen kann der Arzt die Diagnose anhand des typische Erscheinungsbilds stellen (z.B. Vulvitits, Zysten, Geschwüre). Deshalb erfolgt im Anschluss an die Anamnese eine körperliche Untersuchung, bei der der Frauenarzt die Veränderungen zunächst ansieht. Bei anderen Vulvaveränderungen ist die Diagnose schwieriger, da die Symptome schwerer interpretierbar sind und optische Variationen zeigen (z.B. chronische Entzündungen, Tumoren) können. Wichtige Hinweise können die Färbung der Haut, fleckige Veränderungen, sichtbare Knötchen oder Geschwüre, Verdickungen, Risse oder Krusten geben.

Mit einer Tastuntersuchung (Palpation) kann der Frauenarzt bei Vulvaveränderungen wie Knötchen oder Verdickungen die Diagnose stellen.

Kolposkopie

Bei Vulvaveränderungen bietet die Kolposkopie eine weitere Diagnose-Möglichkeit. Mithilfe der Lupenvergrösserung kann der Frauenarzt Farbe, Ausdehnung und Ausmass von Vulvaveränderungen besser beurteilen als mit blossem Auge. Viele Veränderungen treten nach dem örtlichen Auftragen von stark verdünnter Essigsäure noch deutlicher hervor, so dass der Arzt bei solchen Vulvaveränderungen auf diese Weise die Diagnose stellen kann.

Infektionsdiagnostik

Bei durch Viren verursachten Vulvaveränderungen ist eine sogenannte Infektionsdiagnostik (Abstrichuntersuchung) sinnvoll, um die Diagnose zu stellen. Liegt zum Beispiel eine Entzündung der Vulva durch humane Papillomaviren vor, kann der Arzt die Erreger in den meisten Fällen mit einer Abstrichuntersuchung feststellen. Bei Vulvaveränderungen entnimmt er die Abstriche zur Diagnose sowohl vom Scheideneingang, als auch aus der Vagina, der Harnröhre und dem Bereich von Muttermund und Gebärmutterhals.

Biopsie

Bei unklaren Vulvaveränderungen – insbesondere bei Verdacht auf Vulvakrebs – entnimmt der Frauenarzt zur Diagnose mithilfe einer Stanznadel eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem entsprechenden Bereich und lässt diese anschliessend mikroskopisch nach veränderten Zellen untersuchen.

6. Therapie

Bei Vulvaveränderungen hängt die Therapie vom ursächlichen Krankheitsbild ab.

Vulvitis

Bei entzündlichen Vulvaveränderungen (Vulvitis) richtet sich die Therapie nach dem Erreger der Erkrankung. Vor allem örtlich wirksame Massnahmen wie Sitzbäder, Salben und Vaginalzäpfchen, die sich speziell gegen den jeweiligen Erreger richten und gleichzeitig die Entzündung abklingen lassen, sind bei bakteriell hervorgerufenen Vulvaveränderungen zur Therapie geeignet. Gegen ausgeprägten Juckreiz helfen juckreiz- und schmerzlindernde Salben. Seifen und Deodorantien sollte man – auch vorbeugend – bei der Intimhygiene vermeiden, um eine Vulvitis nicht zu verstärken.

Crauroris vulvae

Bei der Crauroris vulvae (Vulvadystrophie) als Ursache der Vulvaveränderungen besteht die Therapie in der lokalen Anwendung von kortisonhaltigen und testosteron-, östrogen- oder progesteronhaltigen Cremes oder Salben.

Ulcus vulvae acutum Lipschütz

Gehen die Vulvaveränderungen auf einen Ulcus vulvae acutum Lipschütz zurück, umfasst die Therapie neben Bettruhe vor allem die Einnahme von Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten. Um die Beschwerden zu lindern, können bei dieser Form der Vulvaveränderungen zur Ergänzung der Therapie auch Sitzbäder und schmerzlindernde Salben sinnvoll sein.

Vulvaverletzungen

Bei Vulvaveränderungen durch Verletzungen besteht die Therapie vor allem aus örtlichen Massnahmen. Je nach Grösse und Ausdehnung des Blutergusses (Hämatom) eignen sich zum Beispiel ein Druckverband oder Kälteanwendungen – unter Umständen ist aber auch ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig. Kommt es nach einer offenen Verletzung zur Bildung von Narben, können diese Beschwerden beim Sitzen oder beim Geschlechtsverkehr hervorrufen. Eine operative Behandlung dieser Narben kann die Symptome der Vulvaveränderungen lindern und kommt damit ebenfalls als Therapie infrage.

Zysten

Obwohl Vulvaveränderungen durch vulväre Zysten zwar meist harmlos sind, empfehlen Frauenärzte eine chirurgische Therapie, um die verstopften Drüsengänge wieder freizulegen. Dadurch ist es möglich, die Ursache der Vulvaveränderungen mit der Therapie zu beheben.

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Gutartige Vulvatumoren

Gutartige Vulvatumoren als Vulvaveränderungen bedürfen einer operativen Therapie, da sie sich zu bösartigen Tumoren (Vulvakrebs) entwickeln können.

7. Verlauf

Bei Vulvaveränderungen hängen Verlauf und Prognose wesentlich von der Ursache und der Behandlung ab. Etwa Vulvaveränderungen durch Verletzungen heilen in der Regel von selbst ab und nehmen daher meist einen guten Verlauf. Auch ein Ulcus vulvae acutum Liebschütz heilt bei entsprechender Behandlung nach bis zu vier Wochen aus. Vulvaveränderungen aufgrund gutartiger Vulvatumoren sollten dagegen operativ behoben werden, da sie sich im Verlauf zu bösartigem Vulvakrebs (Vulvakarzinom) entwickeln können.

Vulvitis

Wird eine Vulvitis, also entzündliche Vulvaveränderungen, rasch und erfolgreich behandelt, ist der Verlauf gut. Speziell eine durch Bakterien verursachte Infektion lässt sich mit einer gezielten Antibiotika-Therapie einfach und komplikationslos behandeln. Liegt eine bakterielle Vaginose vor, kann eine Behandlung mit Lactobazillus-haltigen Präparaten rasch helfen. Bleiben Infektionen und die damit verbundenen Vulvaveränderungen unbehandelt, können sie jedoch einen chronischen Verlauf nehmen und zu komplexeren Erkrankungen führen.

Vulvaveränderungen durch Pilzinfektionen sind dagegen oft sehr hartnäckig und haben einen langwierigen Verlauf. Wird die Behandlung zu früh beendet, kann sich der Pilz stärker als zuvor ausbreiten. Nicht selten stecken sich Geschlechtspartner immer wieder gegenseitig an. Daher ist es ratsam, bei durch Pilze ausgelösten Vulvaveränderungen, den Partner gegebenenfalls mitzubehandeln.

Crauroris vulvae

Die bisher bekannten therapeutischen Massnahmen bei Vulvaveränderungen durch Craurosis vulvae (Vulvadystrophie) können den Verlauf in der Regel nur lindern: Bei diesen Vulvaveränderungen ist der Verlauf chronisch. Um eine Verschlechterung der Vulvaerkrankung frühzeitig zu erkennen, kontrolliert der Arzt die Hautveränderungen regelmässig.

8. Vorbeugen

Mit regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt lassen sich Vulvaveränderungen rechtzeitig erkennen und schweren Verläufen vorbeugen. Dabei sollten Frauen keine Hemmungen haben, auch scheinbar harmlose Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen anzusprechen.

Eine sorgfältige, aber keinesfalls übertriebene Intimhygiene kann Infektionen im äusseren Genitalbereich vorbeugen. Zu häufiges Baden in Schaumbädern, der Gebrauch von Seifen und Deodorantien schadet hingegen dem Scheidenmilieu. Beim Toilettengang ist es für Frauen wichtig, sich stets von vorne nach hinten abzuwischen und niemals umgekehrt.

Durch Bakterien, Pilze oder Viren hervorgerufenen Vulvaveränderungen kann frau in vielen Fällen durch eine konsequente Anwendung von Kondomen vorbeugen.

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