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1. Überblick

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Phase im Leben, die jede Frau ab einem gewissen Alter durchlebt.

Während der Wechseljahre tritt die Frau von der Phase der Geschlechtsreife ins sogenannte Senium (Alter) über. Bei den meisten Frauen erstreckt sich das Klimakterium auf die Zeit zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr. Im Laufe der Wechseljahre stellen sich die Hormone der Frau um: Der Körper bildet während der Wechseljahre stetig immer weniger Östrogene (weibliche Geschlechtshormone). Dadurch treten Monatsblutungen immer seltener auf, bis es schliesslich zur letzten Regelblutung kommt – der sogenannten Menopause.

Auch wenn die Wechseljahre kein krankhafter Zustand, sondern ein natürliches Ereignis sind, führt der Östrogenmangel bei manchen Frauen zu Beschwerden. Etwa ein Drittel aller Frauen bleibt in den Wechseljahre frei von Beschwerden, während bei einem weiteren Drittel der über 50-Jährigen Frauen leichte Probleme auftreten. Das letzte Drittel ist im Laufe des Klimakteriums von sehr starken Beschwerden betroffen. Typische Anzeichen für die Wechseljahre der Frau sind beispielsweise Hitzewallungen, Schweissausbrüche und Schwindel. Sind die auftretenden Beschwerden sehr stark oder ist der individuelle Leidensdruck gross, kann eine Behandlung in den Wechseljahren erforderlich sein.

Um die Wechseljahresbeschwerden zu lindern, nutzt man in erster Linie Hormonpräparate mit Östrogenen und/oder Gestagenen. Diese sogenannte Hormontherapie ist bisher das wirksamste Mittel gegen die im Klimakterium auftretenden Beschwerden. In manchen Fällen kommt eine solche Therapie während der Wechseljahre jedoch nicht infrage: zum Beispiel bei Brustkrebs, Gebärmutterkrebs oder zu hohem Blutdruck. Durch die Hormonbehandlung kann es zu Nebenwirkungen kommen – deswegen sollten Frauen während einer Hormontherapie regelmässige Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt wahrnehmen.

Auf Dauer führt der für die Wechseljahre typische Östrogenmangel bei der Frau zu Veränderungen im Körper. Vor allem die Gebärmutter, die Scheide, die Vulva und die Brustdrüsen bilden sich im Klimakterium zurück beziehungsweise beginnen zu schrumpfen. Ausserdem verändern sich Haut und Schleimhäute: Die Haut wird zunehmend dünner und weniger elastisch. Dies kann Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) verursachen. Bei etwa jeder vierten Frau entwickelt sich ohne Behandlung im weiteren Verlauf der Wechseljahre eine Osteoporose (Knochenschwund). Mithilfe der Hormontherapie kann man diesen Folgen der Wechseljahre jedoch zumindest teilweise entgegenwirken.

2. Definition

Die Wechseljahre (Klimakterium) stellen per Definition die gesamte Übergangsphase vom Ende der vollen Geschlechtsreife bis zum sogenannten Senium (Alter) der Frau dar. Diese Übergangsphase beginnt ein paar Jahre vor der letzten Regelblutung – der sogenannten Menopause. Durchschnittlich erstreckt sich das Klimakterium etwa über den Zeitraum vom 45. bis zum 70. Lebensjahr.

Menopause

Mediziner teilen die Wechseljahre in verschiedene, einander überlappende Phasen ein. Dabei ergeben sich die Fachbegriffe aus dem zeitlichen Verhältnis zur letzten Regelblutung, der Menopause – «prä» heisst vor der letzten Regelblutung, «post» danach und «peri» bezeichnet den Zeitraum um die Menopause herum:

  • Prämenopause: Die Prämenopause bezeichnet den Zeitraum zwei bis sieben Jahre vor der Menopause. Die Regelblutungen werden unregelmässig, es treten unter Umständen leichte Wechseljahrbeschwerden auf.
  • Menopause: Die Menopause ist die letzte spontan von den Eierstöcken gesteuerte Menstruationsblutung, nach der keine weitere Blutung mehr erfolgt. Sie findet durchschnittlich im Alter von 51 Jahren statt.
  • Postmenopause: Die Postmenopause ist der Zeitraum nach der Menopause. Die Postmenopause dauert etwa 10 bis 15 Jahre und endet mit dem Eintritt ins sogenannte Senium (Alter) etwa im 70. Lebensjahr.
  • Perimenopause: Die Perimenopause umschreibt den Zeitraum etwa zwei Jahre vor und nach der Menopause, also im Allgemeinen etwa zwischen dem 49. und 53. Lebensjahr.


Durchschnittlich dauert das Klimakterium etwa 10 bis 15 Jahre. In den verschiedenen Übergangsphasen verändert sich der Hormonspiegel der weiblichen Geschlechtshormone stetig. Dies kann zu Beschwerden führen, die man unter dem Begriff klimakterisches Syndrom zusammenfasst.

Häufigkeit

Unter den verschiedenen Anzeichen der Wechseljahre treten am häufigsten Beschwerden auf, die durch eine Verengung oder Erweiterung der Blutgefässe entstehen:


Bei mehr als der Hälfte der Frauen stellt sich im Lauf der ersten zwei Jahre nach der Menopause ein erhöhter Blutdruck ein.

Vor allem nach der Menopause stellen viele Frauen bei sich Anzeichen für die Wechseljahre fest. Etwa ein Drittel der Frauen bleibt im Klimakterium jedoch völlig beschwerdefrei. Bei einem weiteren Drittel treten in den Wechseljahren zwar Beschwerden auf, die betroffenen Frauen empfinden diese jedoch nicht als behandlungsbedürftig. Beim letzten Drittel der Frauen sind die typischen Wechseljahresbeschwerden so stark, dass medizinische Hilfe erforderlich ist.

3. Ursachen

Die Wechseljahre (Klimakterium) der Frau haben hormonelle Ursachen. Altersbedingt kommt es zu Veränderungen im Hormonspiegel der Frau: Etwa zum Ende des fünften Lebensjahrzehnts beginnt die Funktion der Eierstöcke nachzulassen und es werden nach und nach weniger Östrogene (weibliche Sexualhormone) produziert.

Beide Eierstöcke enthalten bei der Geburt mehrere Millionen Eibläschen (Follikel). Diese Zahl verringert sich während der Pubertät auf etwa 100'000 bis 250'000 und nimmt danach ständig mit jedem Eisprung ab. Obwohl bei jedem monatlichen Eisprung nur eine einzige Eizelle die Eierstöcke verlässt, reifen jeden Monat mehrere Follikel mit und gehen nach dem erfolgten Eisprung verloren. Mit durchschnittlich 50 Jahren sind in den Eierstöcken der Frau schliesslich keine Eibläschen mehr vorhanden, die zum eisprungfähigen Follikel heranwachsen können. Die Follikel bilden Östrogene, die zu den weiblichen Geschlechtshormonen gehören. Je weniger Follikel nach und nach vorhanden sind, desto weniger Östrogene werden hergestellt. Als Folge kommt es schliesslich im Rahmen der Wechseljahre zur letzten von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung (Menopause).

Mit der Menopause verändert sich auch die Hormonproduktion im Gehirn: Da die Eierstöcke in den Wechseljahren immer weniger Östrogene bilden, schüttet das Gehirn vermehrt Hormone aus der Gruppe der Gonadotropine aus, also Geschlechtshormone, welche die Eierstöcke zur Hormonproduktion anregen sollen. Vor allem das sogenannte follikelstimulierende Hormon (FSH) wird ausgeschüttet: Während beispielsweise die Konzentration eines speziellen Östrogens namens Estradiol im Klimakterium auf etwa ein Sechstel zurückgeht, steigt die Konzentration von FSH durchschnittlich um mehr als das Sechsfache an. Durch dieses verschobene Hormongleichgewicht kann es im Klimakterium zu verschiedenen Beschwerden wie Müdigkeit, Hitzewallungen oder Herzrasen kommen.

Weibliche Geschlechtshormone

Die für die Wechseljahre (Klimakterium) verantwortlichen Hormonumstellungen führen dazu, dass die Konzentration mancher weiblicher Geschlechtshormone abnimmt, während der Körper andere weibliche Geschlechtshormone vermehrt bildet. Mit die wichtigste Gruppe unter den weiblichen Geschlechtshormonen sind die Östrogene (fachsprachlich: Estrogene). Zu den Geschlechtshormonen zählen ausserdem die Gonadotropine und die Gestagene.

Für die Bildung der Östrogene sind vor allem die Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken verantwortlich, weshalb man Östrogene manchmal auch Follikelhormone nennt. Diese während der Wechseljahre zunehmend weniger gebildeten Geschlechtshormone haben zahlreiche Funktionen im Körper und spielen unter anderem eine Rolle beim Menstruationszyklus und Eisprung. Die Hormongruppe der Östrogene ist also vor allem für die Fortpflanzung wichtig. Zu den wichtigsten natürlichen Östrogenen gehören die Hormone Estradiol, Estron und Estriol (manchmal auch mit Ö geschrieben, also Östradiol, Östron und Östriol). Diese drei Östrogene unterscheiden sich vor allem in ihrer Aktivität. Estradiol ist das aktivste Östrogen, während Estron nur etwa ein Drittel und Estriol sogar nur ein Zehntel dieser Aktivität besitzt.

Östrogene beeinflussen zum Beispiel:

  • den weiblichen Klang der Stimme
  • das Wachstum der weiblichen Brust
  • das Unterhautfettgewebe
  • die Gebärmutter (Uterus) :
    • regelmässiger Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Rahmen des Menstruationszyklus
    • Wachstum der Gebärmuttermuskulatur
  • den Gebärmutterhals (Zervix):
    • Öffnung des Muttermunds vorm Eisprung
    • Menge und Konsistenz des Zervixschleims
  • die knochenbildenden Zellen und dadurch die Knochenstabilität

Die mit Einsetzen der Wechseljahre vermehrt gebildeten Gonadotropine sind eine Gruppe von Geschlechtshormonen, deren Bildung im Gehirn erfolgt und die von dort ins Blut gelangen. Zu den Gonadotropinen zählen das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). LH und FSH fördern zusammen die Östrogenproduktion der Eierstöcke.

Luteinisierendes Hormon (LH): Luteinisieren bedeutet übersetzt so viel wie gelb färben. Das Gehirn schüttet das luteinisierende Hormon aus, um den Eisprung anzuregen. LH fördert auch die Bildung des sog. Gelbkörpers, der aus den verbleibenden Resten der Eihülle des gesprungenen Eis entsteht.

Follikelstimulierendes Hormon (FSH): Das follikelstimulierende Hormon regt die Eibläschen (Follikel) im Eierstock zum Wachstum an und bewirkt die Reifung der Eibläschen, welche die Eizellen enthalten.

Im Rahmen des Menstruationszyklus führt das Zusammenspiel von Östrogenen, LH und FSH schliesslich einmal im Monat zum Eisprung. Hierbei geben die Eierstöcke eine einzelne Eizelle in den Eileiter ab.

Gestagene bezeichnet man auch als Gelbkörperhormone, da der Gelbkörper (also Reste der Eihülle) sie herstellt. Während der Wechseljahre hören die Eierstöcke nach und nach mit der Gestagenherstellung auf. Bei der geschlechtsreifen Frau beeinflussen Gestagene die Gebärmutterschleimhaut und bereiten diese darauf vor, möglicherweise eine befruchtete Eizelle aufzunehmen. Kann sich tatsächlich eine befruchtete Eizelle einnisten, liegt eine Schwangerschaft vor. Gestagene sorgen dann dafür, dass für den Zeitraum der Schwangerschaft keine weiteren Eibläschen reifen. Das wichtigste Gestagen ist das Progesteron. Weitere Gestagene sind Pregnandiol und Pregnenolon.

4. Symptome

Die Wechseljahre (Klimakterium) äussern sich durch Symptome, die vor allem auf einen Mangel an Östrogenen (weibliche Geschlechtshormone) zurückzuführen sind. Frauen reagieren individuell sehr unterschiedlich auf diese Veränderung: Bei etwa einem Drittel der Frauen verlaufen die Wechseljahre ohne Beschwerden. Bei einem weiteren Drittel treten im Klimakterium leichte Symptome auf, welche die Frauen jedoch nicht als behandlungsbedürftig empfinden. Beim letzten Drittel sind die typischen Wechseljahresbeschwerden stark ausgeprägt.

Etwa zwei bis sieben Jahre vor der letzten Regelblutung (Menopause) kündigt sich die erste Phase der Wechseljahre – die sogenannte Prämenopause – gewöhnlich durch Zyklusstörungen an: Meist sind die Zyklen verkürzt und die Blutungen stärker. Typisch für den bevorstehenden Eintritt ins Klimakterium ist hierbei eine Dauerblutung, die mehrere Wochen andauern kann. Mediziner sprechen hier von einer klimakterischen Dauerblutung. Mit dem Übergang in die Prämenopause sind die Regelblutungen dann zunehmend seltener und kürzer; der Eisprung bleibt häufig ganz aus.

Zu Beginn der Wechseljahre stehen bei den betroffenen Frauen meist Beschwerden, die das vegetative Nervensystem betreffen, und psychische Symptome im Vordergrund. Im weiteren Verlauf des Klimakteriums können zum Beispiel auch Veränderungen an den Geschlechtsorganen hinzukommen. Die für die Wechseljahre typischen Beschwerden fasst man auch unter dem Begriff klimakterisches Syndrom zusammen. Zum klimakterischen Syndrom gehören Symptome wie:


Die vegetativen Symptome der Wechseljahre (wie Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Herzrasen) entstehen durch Veränderungen im Bereich des vegetativen Nervensystems. Dieses regelt lebenserhaltende Funktionen wie Atmung, Verdauung, Stoffwechsel und Wasserhaushalt. Für die Veränderungen im Klimakterium ist vor allem der Ausfall der Östrogenbildung verantwortlich: Die fehlenden Hormone machen das vegetative Nervensystem leichter erregbar.

Im Verlauf der Wechseljahre treten häufig auch folgende Symptome auf:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Gewichtszunahme
  • Arthrose
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • chronische Schmerzen


Der für die Wechseljahre typische Östrogenmangel führt auf Dauer auch zu körperlichen Veränderungen. Besonders die Gebärmutter (Uterus), die Scheide (Vagina), die Vulva und die Brustdrüsen bilden sich in den Wechseljahren zurück beziehungsweise beginnen zu schrumpfen. Ausserdem verändern sich im Klimakterium Haut und Schleimhäute bei der Frau: Die betroffene Haut wird dünner und weniger elastisch. Als Folge kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) kommen.

5. Diagnose

Ob bei einer Frau die Wechseljahre (Klimakterium) begonnen haben, lässt sich leicht feststellen. Für die Diagnose berücksichtigt der Arzt die auftretenden Beschwerden sowie das Alter der Frau und untersucht sie zudem gynäkologisch. Die Diagnose der letzten spontan von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung (Menopause) erfolgt rückblickend, wenn die letzte Blutung ein Jahr zurückliegt.

Treten mehrere der folgenden Punkte gleichzeitig bei einer Frau auf, kann dies auf die Wechseljahre hinweisen:


Zur Diagnose der Wechseljahre kann auch eine Blutuntersuchung hilfreich sein, bei der man die Konzentration verschiedener weiblicher Geschlechtshormone bestimmt – wie FSH (follikelstimulierendes Hormon) und das zu den Östrogenen gehörende Estradiol. Estradiol ist unter anderem für das regelmässige Eintreten der Menstruationsblutung verantwortlich. Die Hormonspiegel zeigen im Klimakterium einen typischen Verlauf: Estradiol nimmt ab, FSH nimmt zu. Folgende Werte liegen nach der Menopause vor:

HormonKonzentration im Blut
Follikelstimulierendes Hormon (FSH)>50 mIE/ml
Luteinisierendes Hormon (LH)20 bis 100 mIE/ml
Estradiol5 bis 20 pg/ml
Estron <40 pg/ml
Progesteron <1 ng/ml
Testosteron <0,8 ng/ml


IE = Internationale Einheit (= IU, International Unit); mIE/ml = IE/l
ml = Milliliter
ng = Nanogramm (10-9 Gramm, 1 Milliardstel Gramm)
pg = Pikogramm (10-12 Gramm, 1 Billionstel Gramm)

6. Therapie

Während der Wechseljahre (Klimakterium) ist nur etwa ein Drittel der Frauen von starken Wechseljahresbeschwerden betroffen und benötigt eine Therapie. Diese Beschwerden entstehen durch einen Hormonmangel: In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Herstellung von Östrogenen und Gestagenen so gut wie ein. Daher behandelt man Wechseljahresbeschwerden in den meisten Fällen mit einer sogenannten Hormontherapie.

Für eine Hormontherapie im Rahmen des Klimakteriums stehen verschiedene Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate zur Verfügung. Das Ziel der Therapie besteht nicht darin, die vor Beginn der Wechseljahre bestehenden Verhältnisse wiederherzustellen (sogenannte Hormonersatztherapie), sondern vor allem darin, Beschwerden wie Hitzewallungen zu lindern, die Rückbildung der Scheide zu verhindern und das Risiko für Knochenbrüche infolge von Osteoporose zu senken. Welches Hormonpräparat sich am besten eignet, ist abhängig davon, in welcher Phase der Wechseljahre die Beschwerden auftreten und wie stark die Beschwerden sind.

Generell empfiehlt es sich für Frauen in den Wechseljahren, ausreichend Sport zu treiben und auf eine bewusste, kalziumhaltige und Vitamin-D-reiche Ernährung zu achten.

Vor allem gegen vegetative Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen und Schweissausbrüche wirkt die Hormontherapie gut. Auch dem Gewebeschwund im Bereich der Geschlechtsorgane, der sich durch eine trockene Scheide oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr äussert, lässt sich mit Hormonpräparaten entgegenwirken. Eine langfristige Hormontherapie beugt ausserdem einer Osteoporose vor: Sie mindert im Klimakterium den Verlust von Knochenmasse und somit das Risiko für Knochenbrüche.

Die Hormontherapie birgt jedoch auch bestimmte Risiken. Nutzen und Risiken der Therapie sind daher für jede Frau individuell abzuwägen und regelmässig zu überprüfen.

So erhöht eine Hormontherapie während der Wechseljahre beispielsweise das Risiko für Brustkrebs und Schlaganfälle leicht. Des Weiteren steigt bei einer spät einsetzenden Hormontherapie das Risiko für einen Herzinfarkt. Ein frühzeitiger Therapiebeginn (bei Frauen unter 60 Jahren) kann das Herzinfarktrisiko jedoch senken.

Wenn es während der Wechseljahre wiederholt zu Unregelmässigkeiten bei der Regelblutung kommt, kann zur Therapie eine Operation erforderlich sein, bei welcher der Arzt die Gebärmutter entfernt (Hysterektomie).

Neben der Hormontherapie kommen auch pflanzliche Wirkstoffe mit hormonähnlicher Wirkung (sogenannte Phytohormone, zum Beispiel aus der Traubensilberkerze oder aus der Rhabarberwurzel) für die Behandlung von Beschwerden der Wechseljahre zum Einsatz. Wissenschaftlich konnte die Wirkung pflanzlicher Präparate bei Wechseljahrsbeschwerden in unterschiedlichem Masse nachgewiesen werden: Für manche Mittel fanden sich Belege, für andere waren die Ergebnisse nicht eindeutig oder sprachen gegen den Einsatz. Ob pflanzliche Präparate im individuellen Fall wirken, lässt sich nicht vorhersagen.

Für die Traubensilberkerze liegen die bisher umfangreichsten Belege über eine Wirksamkeit vor; allerdings gibt es auch Studien, die gegen einen positiven Effekt sprechen. Was die Rhabarberwurzel betrifft, existieren Untersuchungen, die auf eine Wirksamkeit hinweisen. Um den Nutzen abschliessend beurteilen zu können, fordern Wissenschaftler, dass für pflanzliche Mittel weitere, unabhängige klinische Studien hinzukommen müssen, die die Wirksamkeit solcher Präparate prüfen. Die bisherigen Untersuchungen deuten darauf hin, dass einzelne Frauen von der Therapie mit pflanzlichen Wirkstoffen profitieren könnten.

Bei Frauen, die unter starken Wechseljahrsbeschwerden leiden, scheinen pflanzliche Mittel nach jetzigem Kenntnisstand jedoch kein zufriedenstellendes Ergebnis zu erbringen.

Nicht immer ist eine Hormontherapie sinnvoll – unter bestimmten Bedingungen kommt eine Hormontherapie nicht infrage, zum Beispiel bei:

  • Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs
  • Lebererkrankungen
  • Gefässverschluss (Embolie) durch über die Blutbahn verschlepptes Blutgerinnsel
  • schwerem Bluthochdruck
  • Erkrankung der Hirngefässe
  • der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes
  • bestimmten Tumoren des Hirns oder Rückenmarks (Meningeomen)
  • Allergien gegen Wirkstoffe oder Hilfsstoffe der Hormonpräparate

In manchen Fällen ist – sowohl während als auch ausserhalb der Wechseljahre – eine Hormontherapie mit Östrogenen notwendig, zum Beispiel:

  • bei sehr starken Wechseljahresbeschwerden,
  • wenn die Wechseljahre verfrüht, also vor dem 40. Lebensjahr einsetzen (sogenanntes Klimakterium praecox),
  • wenn eine operative Entfernung der Eierstöcke erfolgt,
  • wenn die Eierstöcke nur noch ungenügend funktionieren (frühzeitige Ovarialinsuffizienz).

7. Verlauf

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind Teil des natürlichen Alterungsprozesses der Frau. Ihr Verlauf ist individuell unterschiedlich – dies betrifft sowohl die Dauer der Wechseljahre als auch das Ausmass der möglichen Wechseljahresbeschwerden. Durchschnittlich dauert das Klimakterium etwa 10 bis 15 Jahre an. Während dieser Zeit lässt die Herstellung bestimmter weiblicher Geschlechtshormone, der Östrogene, nach. Meist liegt dieser Zeitraum zwischen dem 45. und dem 70. Lebensjahr einer Frau.

Ohne Behandlung lassen die durch den Östrogenmangel verursachten Beschwerden der Wechseljahre meist nach ein bis zwei Jahren von selbst nach. Stärkere Beschwerden kann man in der Regel gut mit Hormonpräparaten lindern. Im Rahmen solch einer Hormontherapie können Nebenwirkungen auftreten, wie zum Beispiel:

  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gewichtszunahme
  • schmerzhafte Brustschwellung oder Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Wassereinlagerung ins Unterhautfettgewebe (Ödem)
  • Magenbeschwerden
  • Migräne
  • Wadenkrämpfe


Im weiteren Verlauf des Klimakteriums entwickelt sich unbehandelt bei etwa 25 Prozent der Frauen eine Osteoporose (Knochenschwund).

8. Vorbeugen

Da die Wechseljahre (Klimakterium) keine Krankheit sind, sondern Teil des natürlichen Alterungsprozesses einer Frau, ist ein Vorbeugen im eigentlichen Sinn nicht möglich. Mit einer gesunden Lebensweise können Sie möglichen Wechseljahresbeschwerden jedoch bis zu einem gewissen Grad entgegenwirken.

Mit regelmässiger Bewegung lässt sich zum Beispiel einer Osteoporose (Knochenschwund) vorbeugen. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen kalzium- und Vitamin-D-haltigen Lebensmitteln sowie gesunder Schlaf wirken sich ebenfalls positiv auf den Hormonhaushalt aus. Je nach individueller Situation können auch physikalische Therapien (Wärme- und Kälteanwendungen), Balneotherapien (also Moorbäder, Kneipp-Kuren et cetera) oder eine Psychotherapie beziehungsweise auf die Psyche wirkende Medikamente (Psychopharmaka, etwa Antidepressiva) helfen, die Beschwerden im Klimakterium zu mildern.