1. Home
  2. Gesundheit
  3. Krankheit
  4. Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie)

Von

1. Überblick

Wer bei entspanntem Auge alles nur unscharf sehen kann, hat eine Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie). In der Regel macht sich diese Sehschwäche nur bei stärkerer Ausprägung oder im höheren Alter bemerkbar.

Eine Weitsichtigkeit kann zwei Ursachen haben; entsprechend unterscheidet man zwei Formen von Hyperopie:

 

  • Die wesentlich häufigere Achsenhyperopie entsteht dadurch, dass das Auge von der Hornhaut bis zur Netzhaut im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz ist.
  • Die seltenere Brechungshyperopie ist dadurch bedingt, dass die Brechkraft bei normaler Augenlänge zu gering ist.


In beiden Fällen liegt der Brennpunkt parallel einfallender Lichtstrahlen hinter der Netzhaut, weshalb das entspannte Auge unscharf sieht. Wenn diese Weitsichtigkeit nicht allzu stark ist, wirkt sie sich bei Kindern und jungen Menschen kaum auf die Sehschärfe aus, denn: Kinder und Jugendliche, die weitsichtig sind, können die Fehlsichtigkeit sehr lange Zeit ausgleichen, indem sie eine verstärkte Naheinstellung vornehmen und so die Brechkraft ihrer Augen anpassen (sogenannte Akkommodation).

Doch auch wenn es gelingt, trotz Hyperopie scharf zu sehen, drohen infolge der ständigen Akkommodation Beschwerden. Durch die hiermit verbundene Überanstrengung löst eine Weitsichtigkeit oft Symptome wie Augenschmerzen, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen und rasche Ermüdbarkeit aus. Ob hinter solchen Beschwerden eine Hyperopie steckt, kann eine Brechkraftbestimmung (Refraktionsbestimmung) des Auges durch einen Augenarzt oder Optiker zeigen.

Die Behandlung einer Weitsichtigkeit besteht in einer Korrektur des für die Sehschwäche verantwortlichen Brechungsfehlers: Hierzu eignen sich wie bei anderen Fehlsichtigkeiten (zum Beispiel Kurzsichtigkeit) eine Brille oder Kontaktlinsen. Wer hyperop ist, entscheidet sich aus kosmetischen Gründen manchmal für eine Korrektur der Weitsichtigkeit durch refraktive Chirurgie (zum Beispiel durch Lasern). Als Folge einer Augenlaser-Behandlung können jedoch Komplikationen auftreten.

2. Definition

Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) ist durch unscharfes Sehen bei entspanntem Auge gekennzeichnet. Diese Fehlsichtigkeit ist darauf zurückzuführen, dass der Brennpunkt parallel einfallender Lichtstrahlen hinter der Netzhaut des Auges liegt. Doch nur dann, wenn sich die Strahlen genau auf der Netzhaut vereinigen, ergeben sie ein scharfes Bild.

Je nachdem, wodurch dieser Brechkraftfehler entsteht – ob das weitsichtige Auge von der Hornhaut bis zur Netzhaut im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz oder ob die Brechkraft zu gering ist – unterscheidet man zwei Formen von Weitsichtigkeit:

 

  • Achsenhyperopie: normale Brechkraft, zu geringe Augenlänge
  • Brechungshyperopie: normale Augenlänge, zu geringe Brechkraft

Um den für die Weitsichtigkeit verantwortlichen Brechkraftfehler auszugleichen, passt ein nicht korrigiertes weitsichtiges Auge ständig seine Brechkraft an (= es akkommodiert). Diese Akkommodation geschieht nicht nur, um Gegenstände in der Nähe scharf auf der Netzhaut abzubilden, sondern auch beim Betrachten von Gegenständen in der Ferne. Die Fähigkeit der Linse zur Akkommodation lässt allerdings mit dem Alter (im Rahmen der sogenannten Alterssichtigkeit) nach. Daher kann eine Hypermetropie zunächst während der Jugend noch unbemerkt bleiben (sogenannte versteckte Weitsichtigkeit oder latente Hyperopie), sich aber mit zunehmendem Alter zeigen.

3. Ursachen

Für eine Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) kommen zwei Ursachen infrage:

 

  • Entweder ist das Auge von der Hornhaut bis zur Netzhaut im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz (sogenannte Achsenhyperopie)
  • oder die Brechkraft ist bei normaler Augenlänge zu gering (sogenannte Brechungshyperopie).


Bei beiden Formen von Weitsichtigkeit liegt der Brennpunkt parallel einfallender Lichtstrahlen hinter der Netzhaut, was die Ursache dafür ist, dass das entspannte Auge unscharf sieht.

Am häufigsten hat eine Weitsichtigkeit ihre Ursachen in einer zu geringen Augenlänge. Diese Achsenhyperopie ist fast immer angeboren. Dabei bewirkt eine Achsenverkürzung von einem Millimeter eine Weitsichtigkeit von etwa +3 Dioptrien.

Die Weitsichtigkeit infolge einer zu geringen Brechkraft ist wesentlich seltener. Eine Sonderform dieser Brechungshyperopie stellt die Linsenlosigkeit dar: Wenn die Linse fehlt, bestimmt ausschliesslich die vordere Hornhautfläche die Gesamtbrechkraft des Auges. Diese geringe Brechkraft verursacht eine starke Weitsichtigkeit.

4. Symptome

Ob bei einer Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) deutliche Symptome einer verminderten Sehleistung auftreten, hängt nicht nur von der Stärke der Sehschwäche ab, sondern auch vom Alter der Betroffenen: In der Regel wirkt sich eine Weitsichtigkeit im Alter stärker aus als bei Kindern und jungen Menschen.

Eine geringe bis mittlere Weitsichtigkeit macht sich bei Kindern und jungen Menschen kaum durch Symptome einer Fehlsichtigkeit bemerkbar, da hier das Auge den Sehfehler meist durch ein verstärktes Anpassen der Brechkraft (Akkommodation) ausgleicht. Dies bezeichnet man als versteckte Weitsichtigkeit. Eine starke Hyperopie äussert sich – besonders bei älteren Menschen – dadurch, dass die Sehschärfe in der Nähe stärker eingeschränkt ist als in der Ferne.

Neben der verminderten Sehleistung kann eine Hyperopie mit weiteren verschiedenen Beschwerden verbunden sein. Der Grund: Weitsichtige müssen bereits in der Ferne akkommodieren. Diese ständige Akkommodation führt zu einer Überanstrengung, weshalb bei Weitsichtigkeit oft folgende typische Symptome auftreten:

 

5. Diagnose

Bei einer Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) gelingt die Diagnose mithilfe einer Brechkraftbestimmung (Refraktionsbestimmung) des Auges. Die Brechkraft des Auges kann sowohl ein Augenarzt als auch ein Optiker messen. Dabei kann man auch die Stärke der Weitsichtigkeit bestimmen.

6. Therapie

Bei einer Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) besteht die Therapie in einer Korrektur des für die Sehschwäche verantwortlichen Brechungsfehlers: Die Behandlung zielt darauf ab, den Brechungsfehler so zu korrigieren, dass der Brennpunkt parallel einfallender Lichtstrahlen nicht mehr hinter, sondern auf der Netzhaut liegt und ein scharfes Bild entsteht. Dies erreicht man durch eine Brille mit Sammellinsen. Alternativ kommen auch Kontaktlinsen infrage.

Bei einer Weitsichtigkeit kann ausserdem die sogenannte refraktive Chirurgie zur Anwendung kommen: Hierbei verändert man die Brechkraft der Augen durch Operieren (zum Beispiel durch Lasern). Jedoch ist es bei einer Kurzsichtigkeit leichter als bei einer Weitsichtigkeit, den Erfolg einer operativen Korrektur vorherzusagen – obwohl das Risiko dasselbe ist. Allgemein kann jede Operation zu Komplikationen führen: So können Sie auch durch eine Augenoperation mit dem Laser im schlimmsten Fall ein Auge oder zumindest einen Teil Ihrer Sehschärfe verlieren. Die häufigsten Komplikationen sind Hornhautnarben sowie eine Über- oder Unterkorrektur der Hyperopie.

7. Verlauf

Die Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) zeigt selten einen fortschreitenden Verlauf, auch nicht altersbedingt. Durch eine Brille oder Kontaktlinsen ist sie leicht zu beheben. Allerdings macht sich eine Weitsichtigkeit im Alter in der Regel stärker bemerkbar, während Kinder und junge Menschen die Sehschwäche durch ständiges verstärktes Anpassen der Brechkraft (Akkommodation) meist ausgleichen können (versteckte Weitsichtigkeit beziehungsweise latente Hyperopie). Ausserdem tritt bei Weitsichtigkeit die im Zuge des normalen Alterungsprozesses entstehende Alterssichtigkeit (Presbyopie) früher in Erscheinung als bei normalsichtigen oder kurzsichtigen Menschen.

Auch wenn Kinder ihre Weitsichtigkeit meist ausgleichen und so eine gute Sehschärfe erreichen können, gilt: Besonders bei kleinen Kindern ist es wichtig, eine Hyperopie rechtzeitig zu korrigieren, da es durch die erforderliche Anpassung der Brechkraft (Akkommodation) im weiteren Verlauf zum Einwärtsschielen kommen kann.

8. Vorbeugen

Es gibt keine wirksamen Massnahmen, mit denen einer Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) vorgebeugt werden kann. Da vor allem bei kleinen Kindern infolge einer Weitsichtigkeit ein Einwärtsschielen entstehen kann, ist es allerdings ratsam, dass Sie die Augen Ihrer Kinder frühzeitig untersuchen lassen. Denn wenn es gelingt, eine Sehschwäche wie die Weitsichtigkeit bei Kleinkindern rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu korrigieren, kann dies weitere Augenfehler verhindern.