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Veröffentlicht am 25.01.2019

1. Überblick

Eine Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) kann problemlos ausheilen – doch wenn auch das Rückenmark verletzt ist, können nicht rückgängig zu machende Lähmungen entstehen. Daher ist es bei Unfällen wichtig, immer an die Möglichkeit einer verletzten Wirbelsäule zu denken und entsprechende Massnahmen zu ergreifen, damit sich bestehende Schäden nicht noch verschlimmern.

Bei den meisten Wirbelsäulenverletzungen handelt es sich um Verdrehungen (Distorsionen) der Wirbelsäule ohne Schäden an Knochen oder Rückenmark. Nur in 15 bis 20 Prozent der Fälle liegt eine Rückenmarksverletzung vor. Hierfür können Wirbelbrüche verantwortlich sein, wenn sich zum Beispiel Bruchstücke verschieben und das Rückenmark verletzen oder durchtrennen. Aber auch eine Wirbelsäulenverletzung ohne Knochenbeteiligung kann das Rückenmark schädigen – und zwar infolge einer Erschütterung, Prellung oder Quetschung des Rückenmarks. Alle Rückenmarksverletzungen können die Funktion des Rückenmarks einschränken und nachfolgend Lähmungen verursachen.

Ein Spinaltrauma entsteht meist durch Unfälle mit starker Gewalteinwirkung, zum Beispiel im Strassenverkehr oder bei risikoreichen Sportarten. Deutliche Hinweise auf ein Wirbelsäulentrauma sind plötzliche Rückenschmerzen, die je nach beteiligten Strukturen zusammen mit anderen Beschwerden auftreten: Bei einer Wirbelsäulenverletzung mit verletztem Rückenmark treten neurologische Symptome auf: Gefühlsstörungen (Sensibilitätsstörungen) wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmung im Bereich der Arme und Beine.

Bei Verdacht auf ein Spinaltrauma ist es unbedingt erforderlich, direkt am Unfallort lebensbedrohliche Zustände unter Kontrolle zu bringen und die Wirbelsäule für den Transport zu stabilisieren. Je nach Art der Wirbelsäulenverletzung kommt später eine nicht-operative Behandlung oder eine Operation zum Einsatz. Anschliessend ist eine Nachbehandlung der Rückenverletzung notwendig – sowohl in Form eine Physiotherapie als auch häufig in psychischer Hinsicht. Die Prognose einer Wirbelsäulenverletzung ist von deren Art und ihrem Ausmass abhängig; im schwerwiegendsten Fall – bei einer Rückenmarksdurchtrennung – bleiben die Betroffenen ihr Leben lang querschnittsgelähmt.

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2. Definition

Eine Wirbelsäulenverletzung – auch Spinaltrauma beziehungsweise spinales Trauma oder allgemein Rückenverletzung genannt – ist eine mechanische Schädigung der Wirbelsäule, die sowohl die knöchernen Wirbel als auch Bänder, Bandscheiben und Muskeln betreffen kann.

Wirbelsäulenverletzungen können mit oder ohne Beteiligung der Nerven (Rückenmarksverletzung oder Verletzung der Nervenwurzeln) einhergehen. Entsprechend kann eine Wirbelsäulenverletzung unterschiedlich schwerwiegend sein. Ihr Ausmass reicht

 

  • von einer leichten Verletzung der Muskulatur, die eher harmlos ist,
  • über Schäden der Wirbel oder Bänder, die die Wirbelsäule instabil machen, sodass es nachfolgend zu einer Rückenmarkschädigung kommen kann,
  • bis hin zu Wirbelkörperfrakturen (Wirbelkörperbrüche), bei denen Bruchstücke sich verschieben und das Rückenmark oder Nervenwurzeln direkt verletzen oder durchtrennen können.


Die bei einer Wirbelsäulenverletzung möglichen Wirbelbrüche können in verschiedenen Formen auftreten:

 

  • Ein durch Stauchung der Wirbelsäule entstandenes Spinaltrauma kann mit einer Kompressionsfraktur einhergehen. Das heisst: Die Wirbel sind geborsten oder völlig plattgedrückt.
  • Eine gewaltsam gedrehte, gebeugte oder überdehnte Wirbelsäule kann zu einer Wirbelsäulenverletzung in Form einer Luxationsfraktur führen. Dabei ist der Wirbel teilweise oder vollständige verrenkt und gleichzeitig gebrochen.


Die bei einer Wirbelsäulenverletzung besonders schwerwiegenden Verletzungen des Rückenmarks entstehen nicht nur durch gebrochene oder verrenkte Wirbel – auch bei einem Spinaltrauma ohne knöcherne Verletzungen kann es zu einer Rückenmarksverletzung in Form einer Erschütterung, Prellung oder Quetschung des Rückenmarks mit oder ohne Einblutungen in den Rückenmarkskanal kommen. Alle Verletzungsformen können die Funktion des Rückenmarks einschränken und nachfolgend Lähmungen verursachen.

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3. Ursachen

Einer Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) liegen als Ursachen Kraft- beziehungsweise Gewalteinwirkungen auf die Wirbelsäule zugrunde. Hierzu zählen eine plötzliche, starke Überdehnung oder Anspannung, Stauchungen und punktweise einwirkende Gewalt.

Wenn nicht gleichzeitig eine Erkrankung vorliegt, die die Knochen brüchiger macht und somit Verletzungen der Wirbelsäule begünstigt (wie zum Beispiel Osteoporose), sind grosse Krafteinwirkungen notwendig, um eine Wirbelsäulenverletzung zu verursachen. Unfälle im Strassenverkehr stehen dabei als Ursachen im Vordergrund, doch auch einige Sportarten wie Klettern oder Paragliding bringen erhöhte Risiken für ein Spinaltrauma mit sich.

Halswirbelsäule: Mehr als jede zweite Verletzung der Halswirbelsäule entsteht durch einen Verkehrsunfall bei hoher Geschwindigkeit, wobei überwiegend Autoinsassen betroffen sind. Aber auch Stürze aus grosser Höhe und banale Unfälle (zum Beispiel Stürze durch Stolpern) sind häufige Ursachen für eine Wirbelsäulenverletzung im Bereich der Halswirbel. Als Klassiker bei Unfällen mit Beteiligung der Halswirbelsäule gilt beispielsweise der Kopfsprung in zu seichtes Wasser, der vor allem Brüche und Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule nach sich zieht, die häufig zu einer Querschnittslähmung führen. Banale Unfälle verursachen häufig dann besonders schnell eine verletzte Halswirbelsäule, wenn die Betroffenen gleichzeitig beispielsweise eine Osteoporose, Morbus Bechterew, eine degenerative Veränderung der Halswirbelsäule oder ein hohes Lebensalter aufweisen.

Lendenwirbelsäule: Häufigste Ursache für Verletzungen der Lendenwirbelsäule ist ein Sturz aus grösserer Höhe, während nur etwa jede fünfte Wirbelsäulenverletzung im Lendenwirbelbereich durch einen Verkehrsunfall entsteht. Banale Unfälle sind die Ursachen für etwa 14 Prozent aller Lendenwirbelsäulenverletzungen.

Brustwirbelsäule: Die Brustwirbelsäule ist seltener von einer Wirbelsäulenverletzung betroffen. Häufige Ursachen für Brustwirbelsäulenverletzungen sind Motorradunfälle oder umstürzende Bäume.

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4. Symptome

Eine Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) kann sich durch unterschiedliche Symptome äussern – abhängig vom Ausmass der Verletzung: Dieses reicht von einer eher harmlosen Verletzung der Muskulatur bis hin zu Wirbelkörperfrakturen (Wirbelkörperbrüche), bei denen sich Bruchstücke verschieben und das Rückenmark oder Nervenwurzeln beteiligt sein können. Ein klassisches Symptom von Wirbelsäulenverletzungen sind plötzlich einsetzende Rückenschmerzen, die typischerweise nach einem Trauma beziehungsweise einem Unfall auftreten.

Die häufigste Form von Spinaltrauma – eine Verdrehung (Distorsion) der Wirbelsäule ohne Beteiligung von Knochen oder Rückenmark – ist mit Weichteilverletzungen verbunden, deren einziges Anzeichen Schmerzen im betroffenen Gebiet sind. Eine Wirbelsäulenverletzung ohne Verschiebung der Wirbelbruchstücke kann völlig ohne Symptome verlaufen.

Ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule ist häufig durch ein sogenanntes beschwerdefreies Intervall gekennzeichnet, was bedeutet: Diese Wirbelsäulenverletzung ruft erst nach mehreren Stunden oder Tagen Symptome hervor. Es fällt lediglich ein Druckschmerz, Klopfschmerz oder Stauchungsschmerz auf.

Eine besonders schwere Wirbelsäulenverletzung kann man schon von aussen an einer Fehlstellung der Wirbelkörper erkennen; manchmal lässt sich eine Lücke zwischen den einzelnen Dornfortsätzen ertasten. Die Rückenmuskulatur weist unter Umständen örtlich begrenzte Verhärtungen auf, die durch eine reflexbedingte Verspannung der Muskeln entstanden ist (Muskelhartspann). Die Beweglichkeit des Rückens ist aufgrund der Schmerzen eingeschränkt.

Eine Wirbelsäulenverletzung, bei der auch das Rückenmark verletzt ist, löst neurologische Symptome aus: Gefühlsstörungen (Sensibilitätsstörungen) wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmung im Bereich der Arme und Beine (Extremitäten). Ist bei der Rückenverletzung das Rückenmark in bestimmten Segmenten durchtrennt, können Symptome wie Kontrollverlust über Blase und Stuhlgang oder auch Kreislaufversagen auftreten.

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5. Diagnose

Bei einer Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) ist die Diagnose nicht immer einfach. Einer der Gründe hierfür ist, dass die ursächlichen Krafteinwirkungen (meist Unfälle) in mehr als jedem zweiten Fall weitere Verletzungen hervorrufen, welche die Verletzung der Wirbelsäule überlagern.

Die zur Diagnose eingesetzten Untersuchungen haben zum Ziel, die Wirbelsäulenverletzung nachzuweisen und sie im Hinblick darauf zu beurteilen, ob möglicherweise eine Instabilität oder Fehlstellung der Wirbelsäule vorliegt und ob Rückenmark und Nerven beteiligt sind.

Eine erste grobe Diagnose der Wirbelsäulenverletzung ohne weitere technische Hilfsmittel ist vor allem am Unfallort wichtig, da sie über das Vorgehen bis zum Eintreffen im Spital und über den Transportweg entscheidet. Der Verdacht auf ein Spinaltrauma besteht, wenn die Betroffenen nach dem Unfall:

Eine Wirbelsäulenverletzung kann man diagnostisch in zwei Hauptgruppen unterteilen: Wirbelsäulenverletzungen mit und ohne Rückenmarksbeteiligung. Bei jedem Spinaltrauma ist zunächst in Betracht zu ziehen, dass das Rückenmark ebenfalls verletzt ist. Gefühlsstörungen oder Lähmungen in den Armen oder Beinen können auf eine Rückenmarksverletzung hinweisen. Über eine neurologische Untersuchung lässt sich die Rückenmarksbeteiligung eingrenzen.

Die endgültige und genaue Diagnose der Wirbelsäulenverletzung erfolgt sobald wie möglich durch Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule in zwei Ebenen sowie durch eine Computertomographie (CT) der mutmasslich betroffenen Stelle. Später können zusätzliche Abklärungen mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) sowie ausführliche neurologische Untersuchungen folgen.

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6. Therapie

Bei einer Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) hängt die Therapie von der vorliegenden Verletzungsart ab. Bei leichteren Weichteilverletzungen oder bei der Stauchung eines Wirbelkörpers ist keine Operation nötig. Hier beschränkt sich die Behandlung darauf, den Rücken durch Ruhigstellung und physikalische Massnahmen mit Wärme- oder Kälteanwendungen zu schonen. Auch stabile Brüche kann man konservativ (also nicht-operativ) behandeln.

Sofortmassnahmen

Bei einer Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) stehen vor der eigentlichen Therapie die direkt am Unfallort zu ergreifenden Sofortmassnahmen. Hierbei ist wichtig: Wenn nach einem Unfall ein Wirbelsäulentrauma nicht sicher auszuschliessen ist, ist bei allen Sofortmassnahmen so vorzugehen, als wäre die Wirbelsäule verletzt.

In Gefahrensituationen (etwa bei Bränden oder wenn ein Ertrinken droht) ist es allerdings unabhängig vom Ausmass der Rückenverletzung nötig, die Betroffenen erst einmal aus der Gefahrenzone zu bergen und lebensbedrohliche Zustände zu behandeln. Die lebensnotwendigen Funktionen (Vitalfunktionen) zu sichern, ist bei den Sofortmassnahmen zunächst vorrangig: Wenn beispielsweise ein Motorradfahrer eine verletzte Wirbelsäule hat und bewusstlos ist, muss man ihm den Helm abnehmen, um ihn (falls nötig) beatmen zu können und seine Atemwege zu sichern. Dadurch kann es bei einer Wirbelsäulenverletzung mit Halswirbelsäulenfraktur zwar zu Verschiebungen der Bruchstücke und somit zu neurologischen Ausfallerscheinungen kommen, dennoch ist der Helm immer vorsichtig zu entfernen.

Nach diesen ersten lebensrettenden Sofortmassnahmen sorgen bei einer möglichen Wirbelsäulenverletzung am besten nur fachkundige Helfer für alle grösseren Massnahmen zur Lagerung der Betroffenen. Dabei ist es wichtig, die Halswirbelsäule sofort durch eine starre Halskrawatte zu stabilisieren und auch anschliessend keinesfalls Zug auf die Halswirbelsäule auszuüben. Der Abtransport in die Klinik erfolgt bei Wirbelsäulenverletzungen mit einem geeigneten Rettungsmittel – vorwiegend mit einem Rettungshubschrauber.

Allerhöchste Vorsicht ist bei jeglichen Sofortmassnahmen geboten, wenn Menschen mit einer Wirbelsäulenverletzung über Gefühlsstörungen oder Bewegungsunfähigkeit klagen. In solchen Fällen ist wahrscheinlich das Rückenmark bereits geschädigt. Nur eine vorsichtige Versorgung kann dann eine vollständige Durchtrennung des Rückenmarks verhindern. Auf keinen Fall dürfen die Betroffenen sitzen oder aufstehen. Daher ist ihre ständige Beaufsichtigung und Betreuung unbedingt erforderlich.

Operation

Ist eine Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) mit dem Bruch eines oder mehrerer Wirbel mit verschobenen Bruchkanten verbunden, erfolgt zur Therapie eine stabilisierende Operation. Ansonsten könnten sich die Bruchstücke in den Rückenmarkskanal verschieben und dabei im ungünstigsten Fall das Rückenmark vollständig durchtrennen. Daher zielt die Operation darauf ab, die Wirbel so schnell wie möglich zu fixieren, um eine Verschiebung der Bruchstücke zu verhindern. Zur Stabilisierung kommen Schrauben, Nägel, Drähte oder Metallplatten zum Einsatz.

Eine Operation ist bei einer Wirbelsäulenverletzung auch dann zur Therapie nötig, wenn neurologische Störungen auftreten. Wurde das Rückenmark bei der Verletzung der Wirbelsäule nicht durchtrennt, bildet sich durch die verschobenen Wirbelknochen sehr häufig eine deutliche Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Rückenmarkskanal. Dieser Kanal kann – aufgrund der knöchernen Anteile der Wirbelkörper – dem immer stärker werdenden Druck nicht nachgeben, den das Ödem verursacht. Folglich führt das Spinaltrauma zu einer Quetschung der Nervenbahnen, die dann nicht mehr ausreichend durchblutet sind. Daher leiten die gequetschten Nerven nach kurzer Zeit keine Reize mehr weiter, was zu Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsverlust führt. Um die Durchblutungsstörung zu beseitigen, entfernt der Operateur einen möglicherweise vorhandenen Bluterguss (Hämatom) und erweitert den Wirbelkanal. Nach der Operation kommen abschwellende und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz, um die Schwellung zu behandeln.

Wenn bei einer Wirbelsäulenverletzung das Rückenmark beteiligt ist, ist eine Behandlung immer schwierig; die vollständige Durchtrennung des Rückenmarks kann man durch eine Operation nicht beheben. Bei der so entstandenen Querschnittslähmung konzentriert sich die Therapie neben der Versorgung der begleitenden Verletzungen auf unterstützende Massnahmen.

Rehabilitation

Bei einer Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) erfolgt im Anschluss an die konservative (nicht-operative) Therapie und die Operation immer eine Rehabilitation, deren Ausmass von Fall zu Fall verschieden ist. In der Regel bestehen die Rehabilitationsmassnahmen vor allem aus einer Physiotherapie: Wenn das Rückenmark nicht verletzt ist, sind nach einer gewissen Phase der Ruhigstellung rückenschonende Bewegungsabläufe hilfreich.

Bei einem Spinaltrauma mit anderen Verletzungsmustern wiederum kann die Lagerung in einem sogenannten Stufenbett Teil der Rehabilitation sein. Die hierbei eingenommene Rückenlage mit im 90-Grad-Winkel hochgelagerten Beinen entspannt und entlastet die Rückenmuskulatur und die Wirbelsäule. Der Raum zwischen den einzelnen Wirbelkörpern vergrössert sich. Gezielte krankengymnastische Übungen haben sich vor allem bei Muskelverspannungen und Fehlhaltungen, die durch eine schmerzbedingte Schonhaltung entstehen, als sinnvoll erwiesen. Lockernde Massagen in Verbindung mit Wärmebehandlungen können die Therapie der Wirbelsäulenverletzung ergänzen.

Bei einer schweren Wirbelsäulenverletzung mit Querschnittslähmung lernen die Betroffenen während der Rehabilitation durch eine Schulung, mit ihren neuen Lebensumständen zurechtzukommen. Im Vordergrund steht hierbei die Hilfe zur Selbsthilfe mit Rollstuhltraining, Bewegungsübungen und dem Erlernen von Abläufen des täglichen Lebens mit einer Behinderung.

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7. Verlauf

Bei einer Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) hängen Verlauf und Prognose entscheidend davon ab, welche Art der Schädigung vorliegt. Meistens verläuft die Verletzung der Wirbelsäule ohne Beteiligung von Knochen oder Rückenmark, sodass die Betroffenen nach einigen Tagen völlig beschwerdefrei sein können. 15 bis 20 Prozent aller Wirbelsäulenverletzungen sind jedoch mit Rückenmarksverletzungen verbunden, angefangen von einer Stauchung (Kompression) bis zur vollständigen Durchtrennung. Eine Schädigung des Rückenmarks kann dessen Funktion einschränken und nachfolgend Lähmungen verursachen; rückgängig machen lässt sie sich nicht mehr.

Auch die Rehabilitationsdauer hängt bei einer Wirbelsäulenverletzung von der Art und dem Ausmass der Verletzung ab: Die Zeit variiert von einigen Tagen bei Stauchungen bis hin zu Wochen und Monaten, wenn das Rückenmark beteiligt ist.

Komplikationen

Eine Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) kann im weiteren Verlauf mit Komplikationen verbunden sein, die auch durch unsachgemässe Sofortmassnahmen nach dem ursächlichen Unfall entstehen können. Eine mögliche Komplikation ist die Verschiebung (Dislokation) gebrochener Anteile der Wirbelkörper. Im ungünstigsten Fall kann dies das Rückenmark schädigen, manchmal sogar vollständig durchtrennen. Da die Folge der Wirbelsäulenverletzung in diesem Fall eine Querschnittlähmung unterhalb der geschädigten Stelle ist, ist das Ausmass von Rückenverletzungen nach einem Unfall schnellstmöglich abzuklären und zu behandeln. Ist das Rückenmark durchtrennt, bleibt es dauerhaft bei einer Querschnittslähmung: Eine Heilung ist nicht möglich.

8. Vorbeugen

Einer Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma) kann man nur bedingt vorbeugen, da ein solcher Wirbelsäulenschaden bei gesunden Menschen nur durch starke Gewalteinwirkung zustande kommt: Wenn Sie beispielsweise Motorrad fahren, verwenden Sie am besten speziell für Motorradfahrer im Fachhandel erhältliche Wirbelsäulenprotektoren. Allgemein kann ein angemessenes, risikoarmes Verhalten im Strassenverkehr, beim Sport und bei der Arbeit dazu beitragen, Verletzungen der Wirbelsäule zu verhindern. Beim Autofahren sind Airbags, gut eingestellte Kopfstützen und die Nutzung der Sicherheitsgurte empfehlenswerte Massnahmen zum Vorbeugen von Rückenverletzungen. Wenn eine Knochenerkrankung vorliegt, die die Entstehung von Wirbelsäulenverletzungen begünstigt (wie Osteoporose), ist es ausserdem ratsam, diese ausreichend behandeln zu lassen.

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