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1. Überblick

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entsteht meist durch Bakterien, die sich bei nachlässiger Mundhygiene auf der Zahnoberfläche sammeln und zu entzündlichen Prozessen am Zahnfleisch führen können.

Eine bakteriell hervorgerufene Zahnfleischentzündung äussert sich zu Beginn durch geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch. Später kann es bereits bei leichten Berührungen zu Zahnfleischbluten kommen. Spätestens jetzt sollten die Beschwerden ernst genommen und behandelt werden.

Unbehandelt kann sich eine Gingivitis zu einer Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) entwickeln, die den Zahnbestand gefährden kann. Bei rascher Behandlung heilt eine Zahnfleischentzündung im Allgemeinen innerhalb von wenigen Wochen aus.

Um eine Zahnfleischentzündung zu behandeln, wird zuerst eventuell vorhandener Zahnbelag oder Zahnstein entfernt. Ausserdem sind Mundspülungen mit bakterieneindämmenden Wirkstoffen wie Chlorhexidin sinnvoll. Bei der Behandlung und Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen spielt eine regelmässige Zahnpflege eine zentrale Rolle.

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2. Definition

Bei einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) handelt es sich um eine Entzündung des Zahnfleischs, in deren Rahmen sich das Zahnfleisch rötet, anschwillt und lockert. Die Gingivitis zählt – wie die Parodontitis – zu den Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontopathie).

Eine Zahnfleischentzündung entsteht in der Regel durch Bakterien, die sich bei ungenügender Zahnpflege auf der Zahnoberfläche sammeln und entzündliche Prozesse am Zahnfleischsaum auslösen.

Häufigkeit

Die Zahnfleischentzündung gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Zahnhalteapparats. Die Zahnfleischentzündung wird mit ihren Beschwerden allerdings häufig nicht ernst genommen. Dabei kann sie unbehandelt auf lange Sicht sogar den Zahnbestand gefährden.

3. Ursachen

Bei einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist die Ursache in der Regel in Bakterien zu sehen, die sich auf der Zahnoberfläche sammeln. Werden diese nicht durch eine regelmässige Zahnpflege entfernt, können sie sich vermehren und zu Zahnbelag (Plaque) am Zahnfleischrand und auf der Zahnoberfläche führen. Solch ein Bakterienfilm kann sich innerhalb weniger Tage ausbilden. Mineralisiert die Plaque, bildet sich sogenannter Zahnstein. Die Bakterien, die in der Plaqueschicht leben, sondern Stoffe ab, die am Zahnfleischrand zu entzündlichen Prozessen führen können. Im Rahmen dieser Zahnfleischentzündung rötet sich das Zahnfleisch, es schwillt an und beginnt rasch zu bluten.

Ursache einer Gingivitis können jedoch auch mechanische Reizungen des Zahnfleischs sein, bei denen keine bakteriellen Infektionen beteiligt sind.

Risikofaktoren

Neben einer mangelnden Zahnhygiene gibt es weitere Umstände, die die Entstehung einer Zahnfleischentzündung begünstigen können, so zum Beispiel:

  • Hormone (zum Beispiel bei Diabetes mellitus, während einer Schwangerschaft oder in der Pubertät)
  • Leukämie (Blutkrebs)
  • bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck (Kalziumantagonisten vom Nifedipin-Typ)
  • medikamentöse Langzeittherapie bei Epilepsie
  • Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems bei Transplantationspatienten
  • Vitamin-C-Mangel
  • Unterernährung
  • Anabolika
  • zu wenig Speichel
  • eng stehende Zähne
  • vorhandene Karies
  • Rauchen

     

4. Symptome

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) äussert sich zuerst durch gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch. Dabei sitzt das Zahnfleisch nicht mehr fest zwischen den Zahnzwischenräumen, sondern lockert sich. Meist kommt es später auch zu Zahnfleischbluten und zwar bereits bei leichten Berührungen. Schmerzen treten dabei eher selten auf.

Zahnfleischbluten wird von den meisten Betroffenen nur selten als Symptom einer Gingivitis registriert und in seiner Bedeutung unterschätzt. Dabei ist es wichtig, eine Zahnfleischentzündung frühzeitig aufzuhalten, um Folgeschäden für den Zahnhalteapparat wie eine Parodontitis zu vermeiden.

5. Diagnose

Um eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zu diagnostizieren, untersucht der Zahnarzt, ob das Zahnfleisch eine gesunde blass-rosa Farbe hat und die Zahnzwischenräume ausfüllt oder ob es gerötet und an den Zahnrändern geschwollen ist. Ausserdem wird überprüft, ob Zahnbeläge (Plaque) vorhanden sind und ob das Zahnfleisch leicht zu bluten beginnt. Hierzu testet der Zahnarzt die Festigkeit des Zahnfleischs mit einer Sonde.

6. Therapie

Zur Therapie einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) werden zuerst vorhandene Zahnbeläge beziehungsweise Zahnstein entfernt. Ausserdem werden bei einer Zahnfleischentzündung in der Regel Mundspülungen mit Wirkstoffen (wie Chlorhexidin), die die Zahl der Bakterien im Mundraum verringern, für einen kurzen Zeitraum zur Behandlung eingesetzt. Voraussetzung ist jedoch, dass der von der Gingivitis Betroffene eine regelmässige und gründliche Zahnpflege vornimmt.

Heilt die Zahnfleischentzündung trotz dieser Massnahmen nicht ab, muss untersucht werden, ob andere Umstände den Heilungsprozess eventuell behindern (unter Umständen bestimmte Medikamente oder Hormone).

7. Verlauf

Wird eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) nicht behandelt, kann sie sich bereits nach wenigen Tagen zu einer chronischen Zahnfleischentzündung entwickeln, die den Zahnhalteapparat durch eine potenziell folgende Parodontitis beeinträchtigen. Im weiteren Verlauf kann die Gingivitis durch die dabei entstehenden Zahnlockerungen sogar den Zahnbestand gefährden.

Bei rechtzeitiger Behandlung und guter Zahnpflege heilt eine Zahnfleischentzündung innerhalb weniger Wochen ab. Das Zahnfleischbluten hört bereits nach wenigen Tagen auf.

Ist die Ursache einer Gingivitis nicht die bakterielle Besiedelung der Zähne, sondern eine mechanische Reizung, so heilt diese meist nach kurzer Zeit wieder ab.

8. Vorbeugen

Um einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) vorzubeugen, ist eine regelmässige Mundhygiene Voraussetzung. Zweimal täglich die Zähne zu putzen und einmal am Tag die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten zu reinigen, reicht hierfür im Allgemeinen vollkommen aus. So wird verhindert, dass Bakterien auf der Zahnfläche länger haften bleiben und eine Plaqueschicht ausbilden. Die tägliche Zahnpflege kann zusätzlich durch Mundspülungen ergänzt werden, die plaquebildende Bakterien am Wachstum hindern. Mundspülungen mit Chlorhexidin sollten jedoch nicht länger als zwei bis drei Wochen angewendet werden, da diese zu Zahnverfärbungen und Geschmackirritationen führen können.

Sinnvoll ist es ebenfalls, die Zähne ein- bis zweimal jährlich durch eine Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt von allen Belägen befreien zu lassen.