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1. Überblick

Zahngranulome sind kleine Knötchen im Bereich der Zähne. Zahngranulome bestehen aus Entzündungszellen und entstehen meist dann, wenn das Gewebe chronisch gereizt oder entzündet ist.

Ein entzündeter Zahn kann zum Beispiel die Ursache dafür sein, dass sich ein Zahngranulom bildet. Häufig sind diese Granulome im Bereich der Zahnwurzelspitze (Apex) zu finden. Deshalb verwenden Mediziner auch die Begriffe «Granuloma apicale» oder «Wurzelspitzengranulome». Diese zirka linsengrossen Herde sind in der Regel nicht mit dem blossen Auge zu erkennen. Mittels Röntgenaufnahmen kann der Arzt aber feststellen, ob sich an der Wurzelspitze ein Granulom befindet.

Neben den Wurzelspitzengranulomen können ähnliche Knoten auch im sichtbaren Zahnfleischbereich entstehen. Ursache für diese als «Epulis» bezeichneten Granulome sind ebenfalls dauerhafte Entzündungen. Sie können ausserdem auch in der Schwangerschaft auftreten oder wenn Druck die Schleimhaut chronisch mechanisch reizt.

Typische Beschwerden, über die Patienten mit einem Zahngranulom klagen, sind Schmerzen. Epulis können ausserdem leicht bluten. Wenn Zahngranulome länger bestehen bleiben und weiter an Grösse zunehmen, können sie unter Umständen umliegendes Gewebe schädigen. Das führt zu zusätzlichen Schmerzen.

Die Therapie besteht in der operativen Entfernung der Zahngranulome und der Beseitigung der auslösenden Entzündung – zum Beispiel führt der Zahnarzt eine medikamentöse Wurzelbehandlung durch oder entfernt die entzündete Zahnwurzel (Wurzelspitzenresektion). Je nach Befund kann es auch sinnvoll sein, dass der Arzt den gesamten Zahn zieht. In manchen Fällen entfernt der Zahnarzt auch Teile des Zahnfleischs und des Kieferknochens, damit kein Granulomgewebe zurückbleibt. Meist ist das Problem damit behoben. Selten treten Zahngranulome an gleicher Stelle erneut auf, dann muss die Behandlung wiederholt werden. Zu den Komplikationen beim Wurzelspitzengranulom zählen Kieferzysten.

2. Definition

Granulome sind Knötchen aus sogenanntem Granulationsgewebe, welches sich aus vielen Zellen (meist Lymphozyten), Blutgefässen und Bindegewebe zusammensetzt. Es handelt sich dabei meist um eine Reaktion des Gewebes auf schädigende Einflüsse wie Entzündungen, Infektionen oder Allergien.

Zahngranulome befinden sich typischerweise im Bereich der Zahnwurzelspitze (Apex). Mediziner verwenden daher auch den Begriff Granuloma apicale. Zahngranulome können auch als sogenannte Epulis im Bereich des Zahnfleischs entstehen.

3. Ursachen

Im Bereich der Zähne entstehen meist folgende Granulome mit jeweils unterschiedlichen Ursachen:

  • Epulis
  • Wurzelspitzengranulom
  • Fremdkörpergranulom

Die Epulis ist ein halbkugeliges oder pilzförmiges Gebilde, das meist im Bereich des Kieferknochens liegt, in dem die Zähne verankert sind und der von Zahnfleisch überzogen ist (Alveolarfortsatz). Die Epulis entsteht als Reaktion des Gewebes auf eine chronische Entzündung, die zum Beispiel in einer Zahnfleischtasche entstanden ist. Auch durch einen länger andauernden mechanischen Reiz (durch Ränder einer Füllung, Krone oder Prothese) kann eine Epulis entstehen. Eine Sonderform der Epulis entsteht während der Schwangerschaft (Epulis gravidarum).

Beim Wurzelspitzengranulom, einer besonderen Form von Zahngranulomen, greift eine Entzündung aus dem Zahninneren auf den Wurzelbereich und den angrenzenden Knochen über. Dadurch entsteht sogenanntes Granulationsgewebe, das sich kugelig an der Wurzelspitze anlagert und eine Kapsel aus Bindegewebe bildet.

Das Fremdkörpergranulom im Bereich der Zähne entsteht – wie auch an anderen Körperstellen – dadurch, dass ein Fremdkörper ins Gewebe eindringt und dort eine länger andauernde Entzündung hervorruft. Typische Fremdkörper können zum Beispiel ein Metallpartikel, Holzspan oder Faden sein.

4. Diagnose

Bei Zahngranulomen können Schmerzen oder – besonders bei der sogenannten Epulis – Blutungen auftreten. Blutende Zahnfleischknötchen wie die Epulis kann der Zahnarzt leicht mit blossem Auge erkennen und im Rahmen der Untersuchung ertasten. Wurzelspitzen- und Fremdkörpergranulome sind meist nur im Röntgenbild zu entdecken.

5. Symptome

Zahngranulome rufen Symptome hervor, die für Entzündungen im Zahnbereich typisch sind. Das sind vor allem Schmerzen, die je nach Befund mehr oder weniger stark ausfallen können. Bei der speziellen Granulom-Form Epulis entstehen am Zahnfleisch kleine Knötchen, die leicht bluten.

6. Therapie

Machen Zahngranulome Beschwerden, besteht die Therapie meist aus einem chirurgischen Eingriff, bei dem der Arzt das Knötchen entfernt. Die kleine Operation nimmt er in der Regel in örtlicher Betäubung vor. Begleitend behandelt der Arzt auch das Zahnfleisch oder die Wurzel des betroffenen Zahns, damit die Entzündung oder Reizung, die das Granulom verursacht hat, verschwindet. Sind Teile des Knochens betroffen, so werden diese ebenfalls entfernt.

Beim sogenannten Wurzelspitzengranulom (Granuloma apicale) ist es wichtig, dass der Arzt neben dem Zahngranulom auch das umgebende infizierte Gewebe und einen Teil der Wurzelspitze abträgt (Wurzelspitzenresektion).

7. Verlauf

Prognose

Nach erfolgreicher Therapie haben Zahngranulome eine gute Prognose: Der Arzt entfernt das Zahngranulom und unter Umständen die entzündete Wurzelspitze des betroffenen Zahns und befreit damit den Patienten in den meisten Fällen dauerhaft von den Schmerzen.

Sind Reste des Granuloms verblieben, kann sich ein neues Zahngranulom ausbilden (Rezidiv). In solchen Fällen ist es oft ratsam, die Behandlung zu wiederholen.

Komplikationen

Zahngranulome rufen dann Komplikationen hervor, wenn sie durch ihr Wachstum benachbartes Gewebe verdrängen und dadurch möglicherweise schädigen. Bleibt die Entzündung lange bestehen, bilden sich manchmal Zysten, die Schäden am Kieferknochen verursachen können.

8. Vorbeugen

Es gibt keine Möglichkeit Zahngranulome zu verhindern und ihrer Entstehung vorzubeugen. Durch eine gute Zahnpflege und Mundhygiene kann man jedoch Karies und Zahnfleischerkrankungen vermeiden. Da Zahngranulome vermehrt an und entzündeten Zähnen entstehen, ist Kariesprophylaxe auch Granulomprophylaxe.