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Veröffentlicht am 15.01.2020

1. Überblick

Ist die Periode sehr stark, schwach oder unregelmässig, spricht man von einer Zyklusstörung. Was sind die Ursachen, und wann sollten Betroffene zum Arzt?

Irgendeine Form von Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) kennt fast jede Frau: Entweder es tritt eine zu starke oder zu schwache Regelblutung auf, die Periode kommt zu früh oder bleibt aus, oder es kommt zu Schmierblutungen oder Zwischenblutungen. Abweichungen von den Normalwerten sind nicht zwingend ein Grund zur Sorge. Zum Arzt gehen sollte eine Frau, wenn

 

  • sie älter als 16 ist und noch keine Periode hatte
  • ihre Periode ausbleibt, obwohl sie nicht stillt oder schwanger ist
  • die Abstände zwischen ihren Blutungen dauerhaft kürzer oder länger werden
  • ihre Blutung so stark ist oder so lange andauert, dass sie darunter leidet oder der Blutverlust ihren Körper schwächt
  • sie Blutungen hat, obwohl die Wechseljahre bereits hinter ihr liegen

 

Alle Abweichungen vom normalen Monatszyklus der Frau kann man in zwei grosse Gruppen unterteilen: Zyklusstörungen in Form von Abweichungen bei den Blutungsintervallen bezeichnet man als Tempostörungen (oder auch Rhythmusstörungen); Menstruationsstörungen mit Abweichungen in der Blutungsstärke nennt man Typusstörungen.

Zu den Tempostörungen gehören:

 

  • Amenorrhö (= Ausbleiben der Periode): Es findet gar keine Regelblutung statt oder die Periode bleibt mehrere Monate lang aus.
  • Oligomenorrhö (= verlängerter Menstruationszyklus): Die Periode zeigt eine normale Dauer und Stärke, aber ihr Intervall beträgt mehr als 31 Tage.
  • Polymenorrhö (= verkürzter Menstruationszyklus): Die Zykluslänge ist kürzer als 25 Tage, die Periode setzt also jedes Mal zu früh ein. Der Zyklus kann dabei immer gleichermassen oder auch unregelmässig verkürzt sein.


Zu den Typusstörungen gehören:

 

  • Hypermenorrhö (= sehr starke Regelblutung): Hierbei finden sich im Regelblut oft grössere Blutklümpchen. Die Betroffenen verbrauchen mehr als fünf Monatsbinden oder Tampons pro Tag.
  • Hypomenorrhö (= schwache Periode): Diese Zyklusstörung ist bei Beginn der Wechseljahre häufig, manchmal auch bei Übergewicht oder Untergewicht. Die Betroffenen verbrauchen weniger als zwei Monatsbinden oder Tampons pro Tag. Die Dauer der Regelblutung ist oft verkürzt. Häufig tritt auch nur eine Schmierblutung statt der Periode auf.
  • Menorrhagie (= übermässig lange Regelblutung): Die Periode hat eine Dauer von mehr als sechs Tagen und ist sehr stark.
  • Brachymenorrhö (= übermässig kurze Regelblutung): Die Periode hat eine Dauer von weniger als drei Tagen.
  • Metrorrhagie (= unregelmässige Regelblutung): Neben der normalen Regelblutung kommt es zu unregelmässigen Zwischenblutungen; eine Zwischenblutung kann mehrere Tage (meist sechs bis zehn) andauern.
  • Dysmenorrhö (= schmerzhafte Regelblutung, Regelschmerzen): Die Monatsblutung ist neben den Schmerzen mit allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden.


Die Ursachen von Zyklusstörungen sind vielfältig: Sie reichen von funktionellen oder hormonellen Störungen über organische Veränderungen bis hin zu erblichen Defekten oder Erkrankungen der Geschlechtsorgane, der Schilddrüse, Leber, Niere oder allgemeinen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Ausserdem können Zyklusstörungen durch Stress, psychische Belastungen, falsche Ernährung oder auch Leistungssport bedingt sein.

Die Therapie von Menstruationsstörungen richtet sich danach, in welcher Form die Menstruation gestört ist und ob bei den Betroffenen ein Kinderwunsch besteht.

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2. Definition von Zyklusstörungen

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) bezeichnen per Definition Abweichungen vom normalen, regelmässigen Monatszyklus der Frau.

Die Menstruation – auch Periode, Regelblutung oder Monatsblutung genannt – setzt meist zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr ein. Setzt Sie früher ein, sprechen Mediziner von einer Frühmenarche, bei späterem Eintreten von einer Spätmenarche. Die Regelblutung ist das äussere Zeichen des im weiblichen Körper ablaufenden Menstruationszyklus. Als Zykluslänge versteht man dabei den Zeitraum zwischen zwei Regelblutungen; der Zyklus beginnt am ersten Blutungstag und beträgt im Durchschnitt 28 Tage (+/- 3 Tage). Die Regelblutung dauert meist 4 bis 5 Tage. Während dieser Zeit verliert der weibliche Körper insgesamt etwa 50 bis 100 Milliliter Blut. Am zweiten Tag der Menstruation ist die Blutung im Allgemeinen am stärksten.Eine reguläre, ohne Beschwerden verlaufende Regelblutung bezeichnet man als Eumenorrhö. Zeigt der Zyklus Veränderungen, die von diesen Regelmässigkeiten stark abweichen, liegt eine sogenannte Zyklusstörung oder Menstruationsstörung vor (auch als Blutungsanomalien bezeichnet). Zyklusstörungen lassen sich wie folgt unterteilen:

 

  • Tempostörungen beziehungsweise Rhythmusstörungen sind Zyklusstörungen in Form von Abweichungen bei den Blutungsintervallen.
  • Typusstörungen sind Menstruationsstörungen mit Abweichungen bei der Blutungsstärke.

Rhythmusstörungen (Tempostörungen)

Wenn bei Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) das Blutungsintervall verändert ist, spricht man von Tempo- beziehungsweise Rhythmusstörungen:

 

  • Ausbleiben der Periode (Amenorrhö): Es findet gar keine Regelblutung statt oder die Periode bleibt mehrere Monate lang aus. Bei dieser Rhythmusstörung unterscheiden Mediziner die primäre und die sekundäre Amenorrhö:
    • Eine primäre Amenorrhö liegt vor, wenn bis zum Ende des 16. Lebensjahrs noch keine Periode aufgetreten ist.
    • Eine sekundäre Amenorrhö liegt vor, wenn bereits Monatsblutungen erfolgt sind und dann blutungsfreie Intervalle von drei Monaten oder mehr eintreten.
       
  • Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö): Die Periode zeigt eine normale Dauer und Stärke, aber ihr Intervall beträgt mehr als 31 Tage.
  • Verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö): Die Zykluslänge ist kürzer als 25 Tage, die Periode setzt also jedes Mal zu früh ein. Der Zyklus kann dabei sowohl regelmässig als auch unregelmässig verkürzt sein.

Typusstörungen

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen), bei denen die Blutungsstärke verändert ist, bezeichnet man als Typusstörungen.

 

  • Sehr starke Regelblutung (Hypermenorrhö): Durch die starke Menstruationsblutung benötigen die Betroffenen mehr als fünf Monatsbinden oder Tampons pro Tag. Oft finden sich im Regelblut grössere Blutklümpchen (sog. Blutkoagula).
  • Schwache Regelblutung (Hypomenorrhö): Eine zu schwache Periode tritt häufig bei Frauen auf, bei denen Wechseljahre begonnen haben, sowie manchmal bei übergewichtigen oder untergewichtigen Frauen. Oft dauert die Regelblutung dann auch weniger lang. Häufig tritt nur eine Schmierblutung statt der Periode auf.
  • Übermässig lange Regelblutung (Menorrhagie): Die Periode hat eine Dauer von mehr als sechs Tagen und ist sehr stark.
  • Übermässig kurze Regelblutung (Brachymenorrhö): Die Periode hat eine Dauer von weniger als drei Tagen.
  • Unregelmässige Regelblutung (Metrorrhagie): Neben der normalen Regelblutung kommt es zu unregelmässigen Zwischenblutungen, die mehrere Tage (meist sechs bis zehn) andauern können. Meist handelt es sich um leichte Blutungen (Schmierblutungen). Eine Sonderform ist die Ovulationsblutung, die kurz nach dem Eisprung einsetzt, also in der Mitte des Zyklus.
  • Schmerzhafte Regelblutung, Regelschmerzen (Dysmenorrhö): Die Regelblutung ist schmerzhaft und mit allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden. Tritt eine Dysmenorrhö von der ersten Monatsblutung (Menarche) an auf, spricht man von primärer Dysmenorrhö. Tritt sie im späteren Leben auf, liegt eine sogenannte sekundäre Dysmenorrhö vor.
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Schmierblutung

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) können sich auch in Form von Schmierblutungen äussern: Eine Schmierblutung kann vor und nach der Periode auftreten, man spricht dann vom sogenannten prä- beziehungsweise postmenstruellen Spotting. Aber auch während der Menstruation selbst sind Schmierblutungen möglich; manchmal kommt es auch nur zu einer Schmierblutung statt der Periode.

3. Ursachen von Zyklusstörungen

Für Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) kommen viele Ursachen in Betracht: So können hormonelle Faktoren zu Zyklusstörungen führen, aber auch erbliche Defekte oder Erkrankungen der Geschlechtsorgane, der Schilddrüse, der Leber oder Nieren sowie ein Diabetes mellitus. Ausserdem können sich Ernährungsgewohnheiten, Leistungssport oder psychische Belastungen auf den Monatszyklus der Frau auswirken.

Ausbleiben der Periode (Amenorrhö)

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) haben oft erbliche Ursachen, wenn bei Erreichen des 16. Lebensjahrs noch keine Regelblutung aufgetreten ist. Dieses Ausbleiben der Periode (sogenannte primäre Amenorrhö) kann seine Ursachen aber auch in Fehlbildungen im Bereich der Geschlechtsorgane haben. Auch Leistungssport im Kindes- und Jugendalter kann dazu führen, dass die Periode nicht einsetzt. Bei einer primären Amenorrhö ist es dringend zu empfehlen, den Grund für die Zyklusstörung abklären zu lassen.

Kam es bereits zu Menstruationsblutungen und treten dann Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) ein, die durch ein mehr als dreimonatiges Ausbleiben der Periode gekennzeichnet sind (sekundäre Amenorrhö), ist die häufigste Ursache hierfür eine Schwangerschaft. Allerdings können auch Funktionsstörungen des Gehirns – genauer gesagt Funktionsstörungen des Hypothalamus, eines Abschnitts des Zwischenhirns – und Störungen der Eierstöcke dafür verantwortlich sein. Grund ist ein dadurch ausgelöster Mangel an den Hormonen, die für die Reifung des Follikels (Hülle der Eizelle) zuständig sind.

Die möglichen Ursachen dieser hormonellen Fehlsteuerungen sind vielfältig: In Frage kommen körperliche Ursachen wie eine Fehlbildung der Eierstöcke, das polyzystische Ovarialsyndrom, Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute (Meningitis), Tumoren und Eierstockkrebs, sowie psychische Ursachen wie Stress, aussergewöhnliche Belastung, Leistungssport, Magersucht und andere psychische Erkrankungen.

Daneben kann eine Fehlbildung der Gebärmutter oder der Vagina zu einem Ausbleiben der Monatsblutung führen. Auch andere Erkrankungen können eine Amenorrhö verursachen, zum Beispiel Morbus Addison, eine Erkrankung der Nebennierenrinde, Nebennierenrindenkrebs, das androgenitale Syndrom, eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion sowie Diabetes mellitus.

In seltenen Fällen sind Medikamente (wie Psychopharmaka, blutdrucksenkende Mittel, Hormonpräparate) die Ursachen für das Ausbleiben der Regelblutung. Das Absetzen der Anti-Baby-Pille führt mitunter ebenfalls dazu, dass die Periode ausbleibt (sogenannte Post-Pill-Amenorrhö).

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Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö) und verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö)

Für Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen), bei denen die Zyklusintervalle länger oder kürzer sind, kommen als Ursachen vor allem natürliche hormonelle Veränderungen infrage. Daher tritt ein verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö) oder ein verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö) im Allgemeinen nach der ersten Regelblutung (Menarche) oder vor Beginn der Wechseljahre (Klimakterium) auf. In dieser Zeit befindet sich der hormonelle Funktionskreis in einer Umgestaltungsphase, die Follikelreifungsphasen sind verkürzt oder verzögert. Zyklusstörungen in Form veränderter Zyklusintervalle können jedoch auch durch Stress und psychische Belastungen entstehen. Ausserdem kann ein verkürzter Menstruationszyklus auf eine beginnende Funktionsstörung der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz) hindeuten.

Eine Oligomenorrhö entsteht aufgrund einer verzögerten oder nicht ausreichenden Reifung des Follikels (Hülle der Eizelle). Dadurch verzögert sich der Eisprung, wodurch auch die Regelblutung später einsetzt. Die Oligomenorrhö geht häufig in eine Amenorrhö über. Die Abstände zwischen den Regelblutungen werden dabei zunehmend grösser, bis die Blutungen ganz ausbleiben. Umgekehrt kann die Oligomenorrhö auch ein Zeichen dafür sein, dass der Zyklus nach längerer Pause wieder einsetzt.

Eine Polymenorrhö entsteht im Gegensatz dazu durch eine verkürzte Reifungsphase des Follikels. Dies kommt insbesondere in Lebensphasen vor, in denen sich die hormonellen Funktionskreise im Körper verändern und neu einspielen müssen, zum Beispiel nach der ersten Regelblutung oder vor dem Beginn der Wechseljahre (Klimakterium). Auch eine sogenannte Gelbkörperschwäche kann aber Ursache einer Polymenorrhö sein. Der Gelbkörper entsteht nach dem Eisprung aus der Hülle der Eizelle und bildet dann das Hormon Progesteron. Produziert der Gelbkörper nicht genug davon, tritt die Blutung früher auf. Frauen mit Gelbkörperschwäche haben zudem meist Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

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Sehr starke Regelblutung (Hypermenorrhö) und lange Regelblutung (Menorrhagie)

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) in Form einer verstärkten oder verlängerten Menstruationsblutung haben als Ursachen meist organische Krankheiten der Geschlechtsorgane wie etwa Myome (Gebärmuttergeschwulste), Tumore, Polypen, Entzündungen der Gebärmutter (Endometritis) oder der Eierstöcke (Adnexitis), eine Endometriose, oder hormonelle Störungen wie zum Beispiel eine Gelbkörperschwäche. Eine sehr starke Regelblutung (Hypermenorrhö) und lange Regelblutung (Menorrhagie) kann ihre Ursachen aber auch in allgemeinen Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-, Nieren- und Blutkrankheiten sowie Stoffwechselkrankheiten haben. In seltenen Fällen haben derartige Zyklusstörungen funktionell-hormonelle Auslöser, zum Beispiel bei einer unterentwickelten Gebärmutter.

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Schwache Regelblutung (Hypomenorrhö)

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) in Form einer zu schwachen Regelblutung (Hypomenorrhö) können nach der wiederholten Ausschabung der Gebärmutter oder der hormonellen Verhütung mit Gestagenen auftreten. Auch eine Entzündung der Gebärmutter (Endometritis), eine Funktionsstörung der Eierstöcke, Östrogenmangel und zu hohes oder tiefes Gewicht können zu einer Hypomenorrhö fühen.

Kurze Regelblutung (Brachymenorrhö)

Hormonelle Veränderungen können dazu führen, dass die Blutung kürzer andauert als sonst. Bei Frauen, deren Regelblutung immer nur einige Stunden oder höchstens anderthalb Tage andauert, kann auch eine angeborene Veränderung der Gebärmutterschleimhaut (sogenannte Endometriumanomalie) die Ursache der Brachymenorrhö sein.

Unregelmässige Regelblutung (Metrorrhagie)

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) mit zusätzlich zur normalen Monatsblutung auftretenden Zwischenblutungen haben oft hormonelle Ursachen: Die unregelmässige Regelblutung (Metrorrhagie) ist vor allem während der Pubertät und der Wechseljahre häufiger. Ein Grund für Zwischenblutungen kann ein Mangel an Östrogen sein, welches normalerweise dafür sorgt, dass sich zu Beginn des Zyklus die Gebärmutterschleimhaut regeneriert. Auch bei der sogenannten Ovulationsblutung zur Mitte des Zyklus gehen Mediziner davon aus, dass der absinkende Östrogenspiegel nach dem Eisprung verantwortlich ist.

Daneben kommen als Ursache einer Metrorrhagie auch Tumoren in der Gebärmutter, eine Gebärmutterentzündung, eine Endometriose, eine Ausschabung, von der sich die Gebärmutterschleimhaut noch nicht erholt hat sowie eine Fehlbildung der Gebärmutter in Frage.

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Schmerzhafte Regelblutung, Regelschmerzen (Dysmenorrhö)

Treten Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) im späteren Leben als schmerzhafte Regelblutung auf, die neben den Regelschmerzen (sekundäre Dysmenorrhö) mit allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden ist, können anatomische Ursachen dahinterstecken. Mögliche Gründe hierfür sind zum Beispiel:

 

  • Myome (Gebärmuttergeschwulste),
  • Schleimhautpolypen,
  • entzündliche Genitalerkrankungen,
  • Endometriose (Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der inneren Höhle der Gebärmutter) oder
  • eine Einengung des Gebärmutterhalskanals.


Tritt die schmerzhafte Regelblutung von der ersten Monatsblutung an auf (primäre Dysmenorrhö), hat dies oft andere Gründe. Mögliche Ursachen für diese frühen Zyklusstörungen mit Regelschmerzen sind:

 

  • eine Lageanomalie der Gebärmutter
  • eine Missbildungen der Gebärmutter
  • eine gestörte Hormonbalance zwischen Östrogenen und Gestagenen
  • übermässige Bildung des Hormons Prostaglandin durch die Gebärmutterschleimhaut
  • psychische Faktoren
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4. Symptome von Zyklusstörungen

Je nach Art der Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) können sich die Symptome auf die Veränderungen der Zykluslänge oder der Monatsblutung beschränken oder aber weitere Beschwerden hervorrufen.

 

  • Ausbleiben der Periode (Amenorrhö): Ausser dass keine Regelblutung auftritt, bestehen meist keine weiteren Symptome. In manchen Fällen kommt es zu Gewichtsschwankungen.
  • Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö): Diese Zyklusstörung äussert sich in einer Periode mit normaler Dauer und Stärke, aber mit verlängerten blutungsfreien Intervallen. Sie verursacht meist keine weiteren Beschwerden.
  • Verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö): Kennzeichnende Symptome dieser Zyklusstörung sind verkürzte blutungsfreie Intervalle bei normaler Regelblutung – die Periode setzt also jedes Mal zu früh ein. Meist liegen keine weiteren Beschwerden vor. Betroffene Frauen fühlen sich zum Teil müde und ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt – bis hin zur Bettlägerigkeit. Diese Beschwerden kommen vor allem dann vor, wenn die Anzahl roter Blutkörperchen vermindert ist (Blutarmut beziehungsweise Anämie).
  • Verstärkte Regelblutung (Hypermenorrhö): Anzeichen sind eine zu starke, jedoch nicht verlängerte Regelblutung. Oft fühlen sich die Betroffenen sehr müde bis hin zur Bettlägerigkeit, vor allem wenn die starke Menstruationsblutung mit einer Blutarmut einhergeht.
  • Schwache Periode (Hypomenorrhö): Bei dieser Zyklusstörung liegt eine zu schwache Regelblutung vor; oft kommt es nur zu einer Schmierblutung statt zur Periode. Meist zeigen sich keine weiteren Symptome.
  • Übermässig lange Regelblutung (Menorrhagie): Symptome dieser Zyklusstörung sind verlängerte und oft zu starke Regelblutungen sowie starke Müdigkeit bis hin zur Bettlägerigkeit, vor allem bei gleichzeitiger Blutarmut.
  • Unregelmässige Regelblutung (Metrorrhagie): Eine Zwischenblutung, die im Rahmen einer Metrorrhagie zusätzlich zur normalen Menstruationsblutung auftritt, dauert einige Tage und verursacht meist keine weiteren Beschwerden.
  • Schmerzhafte Regelblutung, Regelschmerzen (Dysmenorrhö): Neben krampfartig ziehenden, kolikartigen Unterleibsschmerzen haben viele Frauen mit solchen Zyklusstörungen allgemeine Symptome wie
    • Müdigkeit,
    • herabgesetzte Leistungsfähigkeit,
    • Rückenschmerzen,
    • Übelkeit,
    • Erbrechen,
    • Brechreiz,
    • Kopfschmerzen,
    • Migräne,
    • Appetitlosigkeit,
    • Durchfall,
    • Verstopfung und
    • Herzklopfen.


Die mit Zyklusstörungen einhergehenden Beschwerden beginnen meist einige Tage vor der Menstruation und sind gewöhnlich am ersten und zweiten Blutungstag am stärksten. Neben den körperlichen Schmerzen können bei Menstruationsstörungen auch Symptome wie seelische Verstimmungen, nervöse Reizzustände und Depressionen auftreten. Die Brüste sind oft schmerzhaft gespannt und sehr druckempfindlich. Das Körpergewicht steigt durch Wassereinlagerungen leicht an; dies ist besonders im Gesicht sowie an Händen und Beinen in unterschiedlicher Ausprägung zu bemerken.

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5. Diagnose von Zyklusstörungen

Um bei Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) eine Diagnose stellen zu können, ist es zunächst nötig, Informationen zur Krankengeschichte der Betroffenen zu erfassen (Anamnese). Daher interessiert sich der Arzt zum Beispiel für:

 

  • die Zeit der Pubertät
  • das spätere Zyklusverhalten
  • eventuelle Erbkrankheiten
  • eingenommene Medikamente
  • mögliche psychische Erkrankungen
  • eventuelle Stoffwechselerkrankungen
  • familiäre Neigung zu Untergewicht oder Übergewicht


Eine gynäkologische Untersuchung bringt weiteren Aufschluss für die Diagnose von Zyklusstörungen. Dabei tastet der Arzt Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke ab, manchmal ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Beim Ausbleiben der Regelblutungen wird der Arzt zuerst einmal eine Schwangerschaft ausschliessen, bevor er weitere Untersuchungen vornimmt.

Eine Ganzkörperuntersuchung kann weitere Anhaltspunkte liefern, da sich hormonelle Störungen häufig durch sichtbare Veränderungen – etwa verstärkten Haarwuchs (Hirsutismus), Akne und Wassereinlagerungen – äussern.

Mithilfe von Blut- und Urinuntersuchungen lässt sich die Konzentration von Hormonen wie Östrogen, Gestagen, Androgen oder Prolaktin ermitteln. So kann der Arzt mögliche hormonelle Störungen oder andere Erkrankungen, die für Menstruationsstörungen verantwortlich sein können, feststellen.

Die Verschiedenheit der Zyklusstörungen zeigt, wie wichtig es ist, die jeweiligen Menstruationsprobleme genau zu beschreiben. Häufig ist es zur Diagnose von Menstruationsstörungen sogar erforderlich, dass die Betroffenen einige Monate lang Angaben zu Blutungshäufigkeit, Blutungsstärke, Regelschmerzen, Zwischenblutungen und Eisprung in speziellen gynäkologischen Kalendern genau notieren.

In manchen Fällen ist es bei Menstruationsstörungen zu Diagnose sinnvoll, über einen oder mehrere Monatszyklen die morgendliche Körpertemperatur kurz vor dem Aufstehen (Basaltemperatur) zu messen. Sie zeigt an, ob und wann ein Eisprung stattfindet, und lässt daher Rückschlüsse auf die Funktion der Eierstöcke zu.

Bei unklaren Zyklusstörungen können zur weiteren diagnostischen Abklärung eine Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage) und eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) folgen. Durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT, CT oder eine Gebärmutterspiegelung kann der Arzt zudem ermitteln, ob gutartige oder bösartige Tumoren der Geschlechtsorgane für die Zyklusstörungen verantwortlich sein könnten.

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6. Therapie von Zyklusstörungen

Bei Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) hängt die Therapie entscheidend davon ab, worin das Ziel der Behandlung besteht: Soll eine Unfruchtbarkeit behoben oder nur die Regelabstände normalisiert werden? Zudem kommt es auf die Form der Störung an. In den meisten Fällen sind Zyklusstörungen durch entsprechende Hormonpräparate leicht zu behandeln.

Sind die Menstruationsstörungen durch Funktionsstörungen von Organen bedingt, ist es unter Umständen möglich, sie operativ zu beheben. Bei Zyklusstörungen, die durch Stress oder psychische Belastungen entstanden sind, kann eine Therapie mit Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training oder – in schwerwiegenden Fällen – eine Psychotherapie helfen.

 

  • Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö): Wenn Sie gar keine Regelblutung haben oder die Periode mehrere Monate lang ausbleibt, bekommen Sie je nach Auslöser – zum Beispiel beim polyzystischen Ovarialsyndrom – Hormone zur Therapie der Zyklusstörung. Liegen bei Ihnen äussere und innere (vor allem psychische) Belastungen vor, zielt die Behandlung in erster Linie darauf ab. In schweren Fällen kann der Arzt eine Psychotherapie verordnen. Bei ausbleibenden Monatsblutungen als Symptom körperlicher Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus) ist eine Therapie der Grunderkrankung von Nöten.
  • Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö) und verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö): Bei einer Periode mit normaler Dauer und Stärke, aber mit verlängerten oder verkürzten Zyklusintervallen ist häufig keine Therapie nötig, vor allem wenn kein Kinderwunsch besteht. Ansonsten können zyklusbeeinflussende Hormonpräparate zum Einsatz kommen.
  • Verstärkte Regelblutung (Hypermenorrhö) und verlängerte Regelblutung (Menorrhagie): Wenn Sie eine zu starke und lange Regelblutung haben, zielt die Behandlung zunächst auf die Ursache der Zyklusstörung ab. Ursächliche organische Veränderungen wie Myome (Gebärmuttergeschwulste) oder Polypen können Sie abhängig von Lage und Grösse operativ entfernen lassen oder medikamentös behandeln. Bestimmte Medikamente erhöhen die Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter und haben dadurch eine blutstillende Wirkung. Liegt hingegen eine Blutgerinnungsstörung vor, kann er gerinnungsfördernde Antifibrinolytika verschreiben. Findet sich kein Organbefund als Ursache für Ihre Menstruationsstörungen, dann lässt sich die Blutungsstärke womöglich durch Hormonpräparate regulieren. Bei einer Gelbkörperschwäche zum Beispiel kann der Arzt gestagenhaltige Medikamente verordnen. Auch eine Ausschabung der Gebärmutter kann Ihre Beschwerden verringern. Sind diese Zyklusstörungen bei Ihnen besonders schwer ausgeprägt, kann die Therapie auch darin bestehen, die Gebärmutterschleimhaut mit Laser oder Hitzebehandlung abzutragen oder auch die Gebärmutter vollständig zu entfernen (Hysterektomie).
  • Schwache Periode (Hypomenorrhö): Eine zu schwache Regelblutung erfordert im Allgemeinen keine Behandlung. Diese Zyklusstörung kann gelegentlich ein Symptom einer Funktionsschwäche der Eierstöcke sein. Wenn Sie einen Kinderwunsch haben, aber unfruchtbar sind, ist eine hormonelle Stimulationstherapie für Sie empfehlenswert.
  • Unregelmässige Regelblutung (Metrorrhagie): Die Therapie von zusätzlich auftretenden Zwischenblutungen zielt auf deren Ursachen ab. Haben Sie Myome (Gebärmuttergeschwulste), ist es ratsam, diese entsprechend therapieren zu lassen. Bei hormonellen Störungen kommen Hormonpräparate oder – wenn Ihre Kinderplanung abgeschlossen ist – eine Verödung der Gebärmutterschleimhaut infrage.
  • Schmerzhafte Regelblutung, Regelschmerzen (Dysmenorrhö): Die Therapie der schmerzhaften und mit allgemeinem Krankheitsgefühl verbundenen Regelblutung richtet sich zunächst nach deren Ursache. Ansonsten wirken bei derartigen Zyklusstörungen krampflösende Medikamente und Schmerzmittel sowie unterstützend eine krankengymnastische und physikalische Therapie. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Sie in körperlich schwächerer Verfassung sind. Haben Sie zusätzlich zu den Menstruationsstörungen seelische Verstimmungen, nervöse Reizzustände oder Depressionen, können Ihnen einfache Formen der Psychotherapie sowie Entspannungsübungen helfen.
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7. Verlauf von Zyklusstörungen

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) können sich im weiteren Verlauf oftmals von selbst wieder normalisieren, vor allem wenn psychische Belastungen und auslösende Umweltfaktoren die Ursache für die Zyklusstörungen sind und dann wegfallen. Treten Zyklusstörungen als Symptom von Erkrankungen auf, hängt der Verlauf davon ab, wie sich die Erkrankung entwickelt und wie erfolgreich die Behandlung ist.

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8. Vorbeugen gegen Zyklusstörungen

Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen), für die erblich bedingte oder organische Erkrankungen verantwortlich sind, können Sie nicht vorbeugen. Spielen jedoch hormonelle Faktoren eine ursächliche Rolle für Ihre Zyklusstörungen, können Sie mit einer Reihe von allgemeinen Massnahmen Ihren Menstruationszyklus positiv beeinflussen. Zur Normalisierung und Stabilisierung Ihres Menstruationszyklus kann zum Beispiel Folgendes beitragen:

 

  • Vermeiden Sie Stress, etwa durch Entspannungstechniken wie autogenes Training.
  • Sorgen Sie für eine gesunde Lebensweise: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, verzichten Sie auf Nikotin, schlafen Sie ausreichend und bewegen Sie sich regelmässig.
  • Vermeiden Sie Unter- und Übergewicht.
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