Bei allen Hodenschmerzen soll unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und auch der Arzt muss sich rasch zu einer Entscheidung durchringen: im Zweifel für die Operation. Der Grund ist die Gefahr einer Hodentorsion, einer Verdrehung von Samenstrang und Hoden, die zur Unterbrechung der Blutversorgung des Hodens führt. Wird nicht innert sechs Stunden eingegriffen, stirbt der Hoden ab.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass möglichst früh die richtige Verdachtsdiagnose gestellt und die unverzügliche Abklärung und Behandlung eingeleitet wird. Ihr Hausarzt hat Ihren Sohn korrekterweise sofort telefonisch ins nächste Spital eingewiesen. Dort konnte der Hoden noch rechtzeitig operiert werden.

Die genaue Diagnose ist trotz aller Erfahrung und Hilfsmittel nicht einfach. Typischerweise bestehen plötzliche, starke Schmerzen der Hoden oder Leisten. Oft berichten die Patienten auch über frühere kurze Schmerzattacken, etwa beim Sport. Aber auch langsame Verläufe mit stetiger Zunahme der Beschwerden kommen vor. Gelegentlich kann es zu Übelkeit kommen. Bei Kleinkindern und Säuglingen kann die Hodentorsion ein schockähnliches Bild verursachen, so dass eine Blinddarmentzündung vermutet wird.

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