Mit Stammzellen verknüpfen Forscher grosse Erwartungen im Kampf gegen Krebs, Alzheimer oder Parkinson. Denn aus den noch nicht auf bestimmte Funktionen festgelegten Zellen lässt sich, so die Hoffnung, gesundes Gewebe züchten. Im Visier sind vor allem die embryonalen Stammzellen, weil sie gar nicht spezialisiert sind. Doch für deren Gewinnung werden unweigerlich Embryonen getötet; man spricht auch von «verbrauchender Embryonenforschung».

Zugriff auf menschliche Embryonen haben die Mediziner, seit sie mit der In-vitro-Fertilisation Kinder ausserhalb des Mutterleibs zeugen können. Während in England eigens Embryonen für die Stammzellgewinnung hergestellt werden, fordern hierzulande Wissenschaftler die Freigabe der Embryonen, die in den letzten Jahren bei der künstlichen Befruchtung übrig geblieben sind. Erlaubt, weil gesetzlich nicht geregelt, sind in der Schweiz die Gewinnung von fötalen Stammzellen das sind Stammzellen von abgetriebenen Föten sowie die Gewinnung von erwachsenen Stammzellen.

Die beiden Genfer Altersforscher Karl-Heinz Krause und Marisa Jaconi wollen aus embryonalen Stammzellen Herzmuskelzellen züchten, um herzkranke Patienten naturgemäss vor allem ältere Leute zu heilen. Das Fernziel ist laut Krause, den Patienten Herzmuskelzellen zu injizieren. Dass die Injektion auch lebensverlängernd wirkt, stehe für ihn nicht im Vordergrund, sagt Krause. Ihm gehe es um eine Verbesserung der Lebensqualität.

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