Eine von Ebola betroffene Person wird für die Behandlung nach Genf gebracht. Dabei handle es sich um einen kubanischen Arzt, der in Sierra Leone tätig war, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in seiner aktuellen Medienmitteilung. Tests haben ergeben, dass der Arzt mit dem Virus infiziert ist. Das Universitätsspital Genf (HUG), wohin er überführt wird, hat sich seit längerem auf einen solchen Fall vorbereitet und könne die Sicherheit des Personals und aller Patientinnen und Patienten gewährleisten.

Behandlung und Impfung von Ebola

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat das Gesuch für eine Studie mit einem Ebola-Impfstoff an der Universitätsklinik in Lausanne (CHUV) bewilligt: Der Impfstoff wird an 120 Freiwilligen getestet. Von ihnen erhalten 100 einen niedrige oder hohe Dosis des Impfstoffes und 20 ein Placebo. Die Studie wird von der WHO massgeblich unterstützt und führt die Serie der in den USA, England und Mali begonnenen klinischen Versuche weiter.

Den Probanden wird nicht das Ebola-Virus gespritzt. Der Impfstoff beruht auf einem gentechnisch veränderten Schimpansen-Adenovirus (Zaire Ebola Chimpanzee Adenovirus, cAd3-EBO-Z). Er wird im Rahmen dieser Studie primär gesunden Freiwilligen verabreicht, die als medizinisches Personal bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika zum Einsatz kommen. Geprüft werden die Sicherheit des Impfstoffs sowie seine Fähigkeit, eine Immunantwort zu produzieren.

Anzeige

Da nur sehr wenig Impfstoff zu Verfügung steht (etwa 1000 Einzeldosen), sollen vor allem Personen geimpft werden, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Grössere Mengen könnten erst innerhalb der nächsten Monate hergestellt werden. Wie gut der Impfstoff wirkt und welche kurz- oder langfristigen Nebenwirkungen er möglicherweise hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Ein bislang nur im Tierversuch eingesetztes Medikament («ZMapp») könnte theoretisch gegen Ebola zum Einsatz kommen: Das Medikament enthält Antikörper gegen das Ebola-Virus. Bis jetzt wurden nur sehr wenige Patienten – zum Teil erfolgreich – damit behandelt. Ob die Besserung tatsächlich dem Medikament zuzuschreiben ist, ist nicht sicher. Von diesem experimentellen Medikament gab es jedoch nur sehr geringe Mengen und die Vorräte gelten als erschöpft.

Anzeige

Ebola-Epidemie ist «internationaler Gesundheitsnotfall»

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 8. August 2014 die derzeitige Ebola-Epidemie als «internationalen Gesundheitsnotfall» eingestuft. Ein koordiniertes internationales Vorgehen wird als unerlässlich erachtet, um der Ausbreitung des Ebola-Virus ein Ende zu setzen.

Bis Mitte November hat die Krankheit bereits mehr als 5000 Todesopfer gefordert, mehr als 14'000 Menschen sind gemäss WHO mit der Krankheit infiziert. Fast alle Opfer starben in den am schlimmsten betroffenen westafrikanischen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Keine Reisebeschränkung in betroffene Länder

Die EU-Mitgliedstaaten unterstützen eine Verbesserung der Ausreisekontrollen in den betroffenen westafrikanischen Ländern. Jedoch wird auf flächendeckende Einreisekontrollen an den internationalen Flughäfen in Europa verzichtet. Solche Kontrollen finden derzeit nur in einzelnen Ländern statt. Die EU will aber die Reisenden an den Flughäfen künftig noch besser informieren. Die Schweiz, die keine direkten Flugverbindungen mit Guinea, Liberia und Sierra Leone hat, verzichtet ebenfalls auf Einreisekontrollen, will jedoch die Kommunikation mit den Flugpassagieren verstärken, so der Bundesrat.

Alle wichtigen Informationen zur Übertragung, Epidemiologie, Prävention und Behandlung von Ebola sind auf den Internetseiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) aufgeschaltet und werden regelmässig aktualisiert (www.bag.admin.ch). Das BAG stehe in ständigem Kontakt zu seinen nationalen und internationalen Partnern, damit unverzüglich gehandelt werden kann, falls sich die Situation in Westafrika ändern sollte.

Anzeige
Quelle: Infografik: Andrea Klaiber und Anne Seeger

Was auf Reisen zu beachten ist

Ein Tag in einem Behandlungszentrum

Seit März 2014 ist Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Einsatz, um die Epidemie einzudämmen und Erkrankte zu behandeln. Die Organisation betreibt Ebola-Behandlungszentren in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Fast 3'000 MSF-Mitarbeiter arbeiten zurzeit in den drei Ländern.

Dieses Video zeigt den Arbeitstag im MSF Ebola-Behandlungszentrum von Conakry, der Hauptstadt Guineas, vor.

Anzeige

Weitere Informationen über Ebola

Ebola zählt zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern. Das sind mitunter sehr schwere Infektionskrankheiten, die zu hohem Fieber führen und innere Blutungen auslösen können. Ebola wird durch das gleichnamige Ebola-Virus verursacht.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch findet über Körperflüssigkeiten statt, insbesondere über Blut, aber auch über Speichel oder Sperma. Die Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch – beträgt 2 bis 21 Tage.

mehr darüber lesen

Ebola: Antworten auf häufige Fragen (Bundesamt für Gesundheit, PDF, 39 kb)

Anzeige