Die Zeit drängt. Bereits zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes müssen junge Eltern sich entscheiden: impfen - ja oder nein? Das Problem dabei ist, dass diese Frage derart kontrovers diskutiert wird wie kaum ein anderes Thema der Medizin. Wer sich beispielsweise im Internet informieren will, muss feststellen, dass sowohl Befürworter als auch Gegner über eine Vielzahl von Argumenten verfügen und mit der Impffrage ganze Weltanschauungen verknüpft sind.


Den Blick auf die Fakten gelenkt: Bevor man sich für oder gegen das Impfen entscheidet, ist es sicher hilfreich zu wissen, wie Impfungen überhaupt funktionieren und was sie im Körper bewirken. Das Prinzip ist denkbar einfach: Man spritzt jemandem den Krankheitserreger in abgeschwächter Form und lässt das körpereigene Abwehrsystem seine Arbeit tun. Es produziert Antikörper gegen den Erreger und hat so bei einem nächsten Angriff die Abwehr schon parat. Weil der Erreger abgeschwächt ist, kann die Erkrankung höchstens in sehr milder Form ausgelöst werden.

Eine Krankheit tatsächlich durchzumachen ist bis zu 1'000-mal risikoreicher als eine Impfung. Vom Impfen abzuraten ist nur, wenn bekannt ist, dass eine Allergie auf Inhaltsstoffe besteht. Bei fiebrigen Erkrankungen sollte der Impftermin vorsichtshalber verschoben werden. Schäden durch Impfungen sind eher selten.

Kein Werk des Teufels

Doch warum sind Impfungen dann so umstritten? Sie werden Opfer ihres eigenen Erfolgs: Krankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten oder Kinderlähmung waren früher gefürchtet und haben viele Menschenleben gekostet. Heutzutage sind sie durch die Impfungen sehr selten geworden, die meisten Leute wissen nicht, wie schwer der Krankheitsverlauf sein kann. Vielen ist zum Beispiel nicht bekannt, dass die Masern schwerste Lungenentzündungen und lebensgefährliche Hirnentzündungen auslösen können. Auch in der Schweiz kommt es wegen unterlassener Impfungen immer wieder zu kleinen Epidemien, in deren Folge regelmässig Kinder wegen Komplikationen ins Spital müssen. Zwei Spritzen im Kleinkindalter könnten das verhindern.

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Impfungen sind also sicher kein Werk des Teufels, vielmehr sind sie eine äusserst erfolgreiche Errungenschaft der Medizin, die seit ihren Anfängen Ende des 18. Jahrhunderts Millionen von Kindern und Erwachsenen vor schweren Krankheiten bewahrt hat.

Mehr zum Thema Impfen finden Sie hier: www.infovac.ch