Zu einem anderen Schluss kommt jetzt die renommierte Environmental Working Group (EWG), die sonst zu den schärfsten Nanokritikern zählt. Die US-Organisation testete über 1600 Sonnenschutzprodukte, analysierte 400 Studien und förderte überraschende Resultate ­zutage: Nano-Sonnencre­men schützen laut den EWG-Forschern nicht nur durchschnittlich um 20 Prozent besser vor UV-Strahlen als herkömmliche Produkte. Sie enthalten auch viermal weniger krebserregende Stoffe, 20 Prozent weni­ger Nervengifte und 70 Prozent weniger Stoffe, die das Immunsystem schädigen können. Auch sei belegt, dass die Partikel nicht durch die Haut in den Körper eindringen können. Harald Krug von der Eidgenös­si­schen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt bestätigt die Befunde. «Titan­dioxid gehört zu den am besten untersuchten Sub­stanzen und hat, ausser bei extremer Dosierung, nie zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit geführt.»

Die in Sonnencremen verwendeten Mikropartikel sind nicht zu verwechseln mit Nanomaterialien, die in Sprays, Farben, Tonern oder anderen Produkten enthalten und möglicherweise gefährlich sind.