Die gute Nachricht des am 13. März in London vorgestellten Reports der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Wir werden gesamthaft immer älter und leben im weltweiten Vergleich auch immer gesünder. So soll, gemäss WHO, die Lebenserwartung seit 1980 um fünf Jahre gestiegen sein: Für Frauen lag sie 2010 im Schnitt bei 80, für Männer hingegen nur bei 72,5 Jahren. Die weniger gute Nachricht: Die  Zahlen zwischen den einzelnen Ländern klaffen in puncto Lebenserwartung stark auseinander: Skandinavier werden zum Beispiel deutlich älter als Menschen im Osten der WHO-Region.

Die häufigsten Todesfälle in Europa, 80 Prozent, werden durch nicht übertragbare Krankheiten verursacht. Zu diesen zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfälle. Für etwa 20 Prozent aller Todesfälle ist laut WHO-Report Krebs verantwortlich. In 28 von 53 Ländern ist er sogar die häufigste Todesursache bei unter 65-Jährigen. Übertragbare Krankheiten kommen im Europäischen Raum seltener vor als in der übrigen Welt. Doch insbesondere Tuberkulose, HIV und sexuell übertragene Krankheiten geben weiter Anlass zur Sorge. So breitet sich beispielsweise Aids in Osteuropa so schnell wie sonst nirgends auf der Welt aus.

Die grössten Gesundheitsrisiken für Europäer sind heutzutage der Tabak- und übermässiger Alkoholkonsum.

  • Kindersterblichkeit: Europa weist nach einem Rückgang von 1990 bis 2010 um 54 Prozent die weltweit geringste Kindersterblichkeit auf (7,9 pro 1000 Lebendgeburten.

  • Müttersterblichkeit: Die Müttersterblichkeit ging seit 1990 um 50 Prozent zurück und lag 2010 noch bei 13,3 Todesfällen pro 100’000 Lebendgeburten.

  • Verkehrstote: Die Zahl der Verkehrstoten ging seit 1990 um 50 Prozent zurück, was gemäss WHO damit zusammenhängt, dass die Zahl der Strassenverkehrsunfälle abnimmt.

  • Suizid: Die Suizidrate ging in allen Teilen Europas in den vergangenen Jahren zurück (je nach Land um 24 bis 40 Prozent), nachdem sie Mitte der 1990er Jahre angestiegen war. Seit 2008 hat sich der Rückgang jedoch verlangsamt, was auf die wirtschaftliche Situation vieler Länder zurückzuführen ist.

  • Stadtbevölkerung: Der Bevölkerungsanteil der Stadtbewohner erreichte 2010 fast 70 Prozent und wird bis 2045 voraussichtlich auf über 80 Prozent ansteigen. Das Stadtleben bringe eine Belastung durch unterschiedliche Gesundheitsrisiken wie etwa Smog mit sich, so die WHO.

  • Migration: Die Zahl der in der Europäischen Region lebenden Migranten wird von der WHO mit 73 Millionen veranschlagt (52 Prozent davon Frauen), was zirka 8 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Migranten sind in der Regel jünger, ärmer und anfälliger für Krankheiten als die übrige Bevölkerung. Dies kommt daher, dass es in vielen Ländern keine Krankenkassenpflicht gibt und die Kosten für einen Arztbesuch zu hoch sind. Migranten ist es auf Grund dessen nicht immer möglich sich bei Bedarf behandeln zu lassen.Formularende
Anzeige

Der Gesundheitsreport der WHO erscheint alle drei Jahre und deckt 53 Länder und etwa 900 Millionen Menschen ab. Dabei werden nicht nur die Mitgliedsstaaten der EU erfasst, sondern viele mehr wie auch Island, Kasachstan oder Russland.