Die achtjährige Johanna hat das ewige Kämmen satt. Seit Wochen kämpft ihre Familie mit Spezialshampoos und dem verhassten Kamm gegen Kopfläuse – ohne Erfolg.

Die ungefährlichen, aber lästigen Blutsauger sind auch hierzulande auf dem Vormarsch. Oft aus den Ferien nach Hause gebracht, verbreiten sie sich vor allem in Kindergärten und Schulen.

«In den letzten zwei, drei Jahren haben die Fälle von Kopflausbefall zugenommen», sagt Ursula Ackermann, Leiterin des Gesundheitsdienstes der Stadt Bern. Letztes Jahr wurden an den Stadtberner Schulen 3464 Haarschöpfe untersucht: Jeder zehnte wies unerwünschte Bewohner auf. In Zürich und Basel sieht es ähnlich aus.

Seit den siebziger Jahren sei in den Industrieländern eine stetige Zunahme des Lausbefalls zu verzeichnen, sagt die Basler Lausspezialistin Sandra Leonhardt. Sie hat Infos und Tipps zum Thema im Internet unter www.kopflaus.ch zusammengefasst.

Ein Grund für den Siegeszug der Parasiten sind Resistenzen gegen Wirkstoffe in den Lausshampoos. Ackermann hält das jedoch nicht für entscheidend: «Die bei uns erhältlichen Präparate wirken in der Regel gut – aber nur bei richtiger Anwendung.» Dazu gehöre ein geeigneter Nissenkamm, der zuverlässig sämtliche Lauseier entferne.

Ein weiteres Problem seien jene Familien, die sich einer Behandlung verweigerten: Ein einziges unbehandeltes Kind mache die Entlausung der anderen Schülerinnen und Schüler wirkungslos, sagt Ackermann. «Hier fehlt es an Rücksicht.»

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