In der Tat gibt es die Theorie, dass Energien oder Informationen, die man nicht nachweisen kann (was bei Radiowellen aber möglich ist), für Phänomene wie Vorahnungen und Telepathie verantwortlich seien. Für die psychologische Praxis ist es allerdings nicht wichtig, ob Ihnen im Traum wirklich die real existierenden unsterblichen Seelen der Eltern begegnet sind oder ob die Träume ein Produkt Ihrer eigenen Psyche, Ihres Unbewussten oder Ihrer Fantasie waren.

Von Begegnungen mit Verstorbenen im Traum wird in meiner Psychotherapiepraxis nicht selten berichtet, und es ist immer fruchtbar, diese ernst zu nehmen und damit zu arbeiten. Ob der erwähnte Zusammenhang zwischen Hellsehen und den vorausgesagten Ereignissen nur zufällig ist oder mehr, ist eigentlich ebenfalls unerheblich, wenn man nicht wegen solcher Voraussagen in Ängste oder sogar Panik verfällt. Trotzdem ist die Frage spannend, ob es übernormale Kräfte gibt.

Offenbar erleben viele Leute Dinge dieser Art. Bei Befragungen geben mehr als die Hälfte der Menschen an, schon Erlebnisse mit Hellsehen, Gedankenübertragung (Telepathie) und Vorahnungen (Präkognitionen) gehabt zu haben. Eine ähnlich hohe Zahl glaubt an Geistheilung, Spukhäuser und Besessenheit und immer noch ein Viertel an die Kontaktaufnahme mit Verstorbenen.

Schon in urgeschichtlichen Kulturen wurde mit magisch-religiösen Ritualen geheilt und versucht, das Schicksal zu beeinflussen oder etwas über die Zukunft zu erfahren. Bei den alten Griechen gab es das berühmte Orakel von Delphi. Aber schon damals wurde darüber gestritten, ob es ernst zu nehmen sei oder mit Tricks arbeite. Seit etwa 80 Jahren beschäftigt sich auch die Wissenschaft mit diesen über- oder paranormalen Phänomenen (griechisch «para» bedeutet jenseits, weitergehend). In Experimenten konnte tatsächlich immer wieder nachgewiesen werden, dass einzelne Versuchspersonen deutlich überzufällig zum Beispiel verdeckte Karten erraten konnten. Es ist aber nicht voraussehbar, wann es klappt und wann es misslingt.

Wir tun also gut daran, eigene parapsychologische Erlebnisse zwar als seelische Realitäten ernst zu nehmen, aber sie nicht überzubewerten oder uns gar von ihnen abhängig zu machen.

Quelle: Archiv