Margrith B. erscheint in der Apotheke, weil die Körpertemperatur ihres 14 Monate alten Kindes innerhalb einer Stunde auf 39,5 Grad gestiegen ist. Sie wirkt sehr verunsichert.

Die Verunsicherung von Margrith B. ist verständlich. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass Säuglinge und Kleinkinder innert kürzester Zeit über 39 Grad Fieber haben. Die möglichen Ursachen können von harmlosen Erkältungsviren bis hin zu einer Hirnhautentzündung reichen.

Auch wenn die Ursache des Fiebers nicht erkennbar ist, gelten einige wichtige Verhaltensregel

  • Steigt bei Säuglingen unter sechs Monaten das Fieber über 38,5 Grad, besteht ein erhöhtes Risiko, dass der kleine Körper plötzliche Verschlechterungen nicht ausgleichen kann. Solche Kinder gehören in ärztliche Untersuchung (auch nachts und am Wochenende).

Entscheiden sich die Eltern bei einem älteren Kleinkind, vorerst keinen ärztlichen Rat einzuholen, muss Folgendes beachtet werden:

  • Das Fieber muss sich innert einer Stunde mit einfachen Massnahmen senken lassen. Zum Beispiel mit kalten Wickeln, Fieber senkenden Medikamenten (Dosierung genau beachten!), einem «absteigenden» Bad (körperwarm mit allmählicher Abkühlung durch Beigabe von kaltem Wasser bis auf ungefähr 30 Grad). 

  • Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ein Kind mit Fieber muss mindestens vier- bis fünfmal pro Tag Wasser lösen können (Windeln kontrollieren!). Andernfalls fehlt es dem Körper an Flüssigkeit.

In folgenden Fällen sollten die Eltern eines Kleinkindes sofort ärztlichen Rat einholen:

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  • Das Fieber wird von mindestens einem der folgenden Symptome begleitet: lokalisierte Schmerzen, Nackenstarre, Atembeschwerden, Durchfall oder Erbrechen, keine Lust zu trinken, Apathie.
  • Wenn es dem Kind auch nach Fieber senkenden Massnahmen nicht besser geht.


Die verbreitete Ansicht, Fieber sei eine «gesunde Reaktion» des Körpers und stärke die Abwehrkräfte, darf nie dazu verleiten, dem Kind eine wichtige und sinnvolle Behandlung vorzuenthalten. Dasselbe gilt für die kritische Haltung, die viele Eltern gegenüber Medikamenten haben. Ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin kann hier Klarheit schaffen.

Margrith B. wurde geraten, ihrem Kind ein Fieber senkendes Zäpfchen zu verabreichen.