Regelmässig ins Solarium gehen und seiner Gesundheit etwas Gutes tun - derlei Werbeversprechen von Sonnenstudios sind verlockend bei erkältungsträchtigem Wetter und zäher Nebeldecke. Doch die Versprechen sind mit Vorsicht zu geniessen, warnt Beat Gerber, Strahlenschutzexperte vom Bundesamt für Gesundheit. Licht und Wärme im Solarium können in der kalten Jahreszeit vielleicht das Wohlbefinden steigern - aber gesundheitsfördernd sind die Strahlen keineswegs.

Ganz im Gegenteil: Wer sich unter die Röhren legt, setzt sich einer hohen Dosis an UV-A-Strahlung aus. Diese lässt die Haut früher und stärker altern. Mehr noch: Die Strahlen können zu Hautkrebs und Augenschäden führen, warnt Barbara Iseli von der Krebsliga. Und dass, wie oft in der Werbung versprochen, im Solarium die Vitamin-D-Produktion angekurbelt wird, ist laut Gerber nicht erwiesen. Fest steht indessen: Damit der Körper Vitamin D herstellen kann, braucht er die UV-B-Strahlen des Sonnenlichts. Und dafür reicht es, sich jeden Tag mindestens eine Viertelstunde an frischer Luft zu bewegen, empfiehlt Robert Hunger, Dermatologe am Berner Inselspital. Man muss dazu noch nicht einmal in die Berge fahren: UV-Licht dringt auch durch die zähe Nebeldecke. Stubenhockern hingegen droht Vitamin-D-Mangel, und der kann auf längere Sicht zu brüchigen Knochen führen.
Barbara Iseli von der Krebsliga rät: «Wem in der kalten Jahreszeit nach Wärme ist, der geht besser in die Sauna, ins Sole- oder Thermalbad.» Dort könne man entspannen und etwas für seine Gesundheit tun. Ein Saunabesuch verbessert die Durchblutung der Haut und ist gut für die Schleimhäute der Atemwege. Solebäder regen den Hautstoffwechsel an, die Wärme von Thermalquellen wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend, entspannt die Muskeln und hat einen günstigen Einfluss aufs Immunsystem.

Unbedenklich sind auch Infrarotstrahlen. Sie wärmen und regen die Durchblutung an. Wärmekabinen mit Infrarotstrahlern stehen in vielen Fitnesscentern. Infrarotlampen gibt es zudem auch für den Heimgebrauch.

Solarien: Nichts für Kinder

  • Kinder und Jugendliche sollten Solarien grundsätzlich meiden. Sie sind für die negativen Folgen der UV-Strahlung noch anfälliger als Erwachsene, warnt Barbara Iseli von der Krebsliga. Ein Sonnenbrand im Kindes- und Jugendalter erhöht das Hautkrebsrisiko markant. Ein generelles Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren hatte der Bundesrat im Sommer 2006 abgelehnt. Das Bundesamt für Gesundheit fordert jetzt von den kantonalen Gesundheitsbehörden deutlichere Warnhinweise.
  • Wer unter Winterdepression leidet, ist im Solarium am falschen Platz. Es gibt dafür Therapiegeräte, die keine schädlichen UV-A-Strahlen abgeben, sondern nur sichtbares Licht.
  • Gegen Schuppenflechte wird UV-A-Strahlung mit Erfolg angewendet. Aber die Behandlung empfiehlt sich nur mit Spezialgeräten beim Arzt.
  • Wer trotz gesundheitlichen Risiken gelegentlich ins Solarium gehen will, sollte Selbstbedienungsstudios meiden, die Bestrahlungszeit korrekt einstellen und sie nie überschreiten und eine Schutzbrille tragen.
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