Der Schritt weg vom patriarchalen Arzt, der das Wissen für sich allein gepachtet hat, hin zum Partner und Berater in Sachen Gesundheit (oder besser: Krankheit) ist vielleicht der wichtigste überhaupt in der jüngsten Medizingeschichte. «Hilfe zur Selbsthilfe» heisst die Losung und meint: Arzt und Patient suchen gemeinsam nach Potenzialen und Quellen zur Selbstheilung und schöpfen diese aus.

Bedeutet das letztlich: Alle Macht den Patienten? Hier finden Sie einige Antworten. In der Komplementärmedizin ist die partnerschaftliche Therapie von jeher Standard. Nun wird dieses «Gefühl der eigenverantwortlichen Handlung» auch kritisch hinterfragt.

Ein Musterbeispiel für die Stärkung der Patientenseite ist die Münchner Selbsthilfeinitiative. In der Schweiz führt die Stiftung Radix die InfoDoc-Stelle mit einer riesigen Auswahl an Lehr- und Lernmaterial zu Prävention und Gesundheitsförderung. Bereits Sokrates riet uns Ärzten (und Patienten): «Wenn jemand Gesundheit sucht, frage ihn erst, ob er auch bereit ist, zukünftig alle Ursachen seiner Krankheiten zu meiden erst dann darfst du ihm helfen.» Und Nietzsche doppelte nach: «Die Menschen geben viel mehr aus, um krank zu werden, als sie ausgeben, um gesund zu bleiben.»

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Über Thomas Walser:

Dr. Walser ist Arzt der Allgemeinmedizin in Zürich. Er selbst sieht sich als «sanften Schulmediziner»und Geburtshelfer oder Ankitzler von Selbstheilungsenergien (v.a. mittels klassischer Homöopathie, Psychotherapie und Rolfing). Mehr über ihn erfahren Sie auf seiner vielbesuchten Website www.dr-walser.ch.

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