Der Schlaf ist von vielen Mythen umgeben. Gegen sie habe ich in meiner Praxis tagtäglich anzukämpfen. Es beginnt schon bei den Kindern: Für die schulischen Leistungen ist es ziemlich egal, wann ein Kind zu Bett geht.

Viel wichtiger ist, dass es durchschläft. Und dafür gibt es leider kein Patentrezept (Link 1).

Die mittägliche Siesta wiederum ist nur gesund, falls sie zehn bis höchstens 30 Minuten dauert (Link 2, www.medical-tribune.ch, Nr.13/01, Seite 32). Döst man eineinhalb Stunden, wird es gefährlich: Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, soll sich um 50 Prozent erhöhen (Link 3).

«Eulen» oder Abendtypen sind im Gegensatz zu «Lerchen» oder Morgentypen schwer weckbar, in den Morgenstunden schläfrig, erst am Nachmittag leistungsfähig, dann aber bis in die späten Abendstunden. Schwierigkeiten treten auf, wenn keine Anpassung an die normalen Schul- oder Arbeitszeiten möglich ist. Nachtaktivität ist in der Natur weit verbreitet und im Fall des nachtaktiven Menschen eine natürliche biologische Variation. Der einzig sinnvolle Rat an «Eulen» ist: Richten Sie sich Ihre Lebensumstände so ein, dass Sie Ihren persönlichen Schlafrhythmus ausleben können. Wer statt Schlaf viel Wissenschaftliches zum Schlafen sucht, wird im Internet fündig: Link 4.

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Über Thomas Walser:

Dr. Walser ist Arzt der Allgemeinmedizin in Zürich. Er selbst sieht sich als «sanften Schulmediziner»und Geburtshelfer oder Ankitzler von Selbstheilungsenergien (v.a. mittels klassischer Homöopathie, Psychotherapie und Rolfing). Mehr über ihn erfahren Sie auf seiner vielbesuchten Website www.dr-walser.ch.