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Afterjucken

(Juckreiz am After)
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1. Definition

Definition

Unter Afterjucken (Juckreiz am After, Pruritus ani) versteht man ein Jucken oder Missempfinden der Haut im Bereich um die Analöffnung (sog. Perianalregion) herum. Dieses unangenehme Gefühl zwingt oft zum Kratzen oder Reiben.

Betroffene empfinden den Juckreiz oft als sehr quälend – unter Umständen stört er sogar den Schlaf und kann so zusätzlich belasten. In den meisten Fällen ist so ein Juckreiz zwar sehr lästig und unangenehm, aber harmlos. Juckreiz ist eine Empfindung der Haut und kann durch verschiedene Dinge ausgelöst werden, etwa durch trockene Haut, aber auch durch mechanische Reize (z.B. zu hartes Toilettenpapier) oder chemische Reize (z.B. Waschmittelunverträglichkeit). Es entsteht ein sogenanntes Analekzem (entzündliche Reaktion der Haut).

Für einen Juckreiz am After gibt es eine Reihe weiterer möglicher Ursachen, wie Hämorrhoiden, Tumoren des Mastdarms (Rektalkarzinom), Feigwarzen oder auch Pilzinfektionen (v.a. Candida).

In manchen Fällen ist das Afterjucken eine besondere Form einer allgemeinen Hautkrankheit, wie einer Neurodermitis, aber auch eine mangelnde oder eine übermässige Hygiene kann für den Juckreiz verantwortlich sein.

Im Körper selbst können zahlreiche Botenstoffe, wie beispielsweise Histamine, Zytokine und Opioide einen Juckreiz bewirken. Er wird über spezielle Nervenfasern weitergeleitet.

Es wird unterschieden zwischen einem kurzfristigen, akuten Afterjucken und einem lang anhaltenden, chronischen Juckreiz, welcher ärztlich abgeklärt werden sollte.

Um bei Afterjucken (Juckreiz am After, Pruritus ani) eine genaue Diagnose stellen zu können, stellt der Arzt zunächst einige Fragen. Nach der Befragung folgt eine körperliche Untersuchung und eine Stuhluntersuchung auf Erreger. Ebenso ist ein Allergietest sinnvoll.

Weitere Untersuchungen wie eine Darmspiegelung oder eine Ultraschalluntersuchung können eventuell weiteren Aufschluss über die Ursachen bringen.

2. Ursachen

Quälendes Afterjucken (Juckreiz am After, Pruritus ani) kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Besonders häufig tritt es aufgrund eines Analekzems (entzündliche Reaktion der Haut) auf, das durch eine Kontaktallergie zum Beispiel gegen Waschmittel, Toilettenpapier, Duschgel oder Ähnliches entstanden ist.

Für einen Juckreiz am After gibt es eine Reihe weiterer möglicher Ursachen:

  • Hämorrhoiden
  • Afterrisse (Analfissur)
  • Entzündung des Afters (Proktitis)
  • Anorektales Syndrom (ein Vitaminmangel-Syndrom, das durch eine gestörte Darmflora entsteht; meist nach Antibiotika-Therapie)
  • Stuhlinkontinenz
  • Tumoren des Mastdarms (Rektalkarzinom)
  • Feigwarzen
  • Pilzinfektionen (v.a. Candida)
  • Nahrungsmittelallergien
  • Madenwürmer-Infektion (sog. Enterobiasis bzw. Oxyuriasis)
  • die Geschlechtskrankheit Syphilis (Lues)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

In manchen Fällen ist das Afterjucken eine besondere Form einer allgemeinen Hautkrankheit, wie einer Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis). Meist begleiten dann aber auch andere Symptome dieser Krankheit den Juckreiz.

Neben diesen Grunderkrankungen kann ein Afterjucken auch durch eine mangelnde oder eine übermässige Hygiene des Analbereichs entstehen. Ebenso führt eine häufig auftretende Verstopfung manchmal zu einem Juckreiz am After.

3. Diagnose

Um bei Afterjucken (Juckreiz am After, Pruritus ani) eine genaue Diagnose stellen zu können, stellt der Arzt zunächst einige Fragen.

  • Wie stark ist der Juckreiz?
  • Wann tritt der Juckreiz auf?
  • Kam es in der letzten Zeit häufig zu Stuhlunregelmässigkeiten?
  • Ist Blut im Stuhl vorhanden?
  • Sind Grunderkrankungen oder Allergien bekannt?
  • Bestand in der letzten Zeit ein Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten?

Diese und weitere Fragen geben dem Arzt erste Hinweise auf mögliche Ursachen für das Afterjucken.

Nach der Befragung folgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt die Haut im Analbereich auf Auffälligkeiten kontrolliert und gegebenenfalls den Enddarm abtastet. Zur Basisdiagnostik bei einem Juckreiz am After gehört auch eine Stuhluntersuchung auf Erreger wie Bakterien und Pilze oder auch Parasiten. Ebenso ist ein Allergietest sinnvoll.

Je nach vermuteter Ursache des Afterjuckens führt der Arzt weitere Untersuchungen wie eine Darmspiegelung, eine Blutzuckermessung, Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie (CT) durch.

4. Therapie

Bei Afterjucken (Juckreiz am After, Pruritus ani) hängt die Therapie von der jeweiligen Ursache ab. Schon bevor Sie einen Arzt aufsuchen, können Sie einige Massnahmen treffen, um die Beschwerden zu lindern.

  • Sorgen Sie für einen regelmässigen, weichen Stuhlgang, indem Sie sich ballaststoffreich ernähren (mit viel Obst, Gemüse und Getreide) und viel trinken (1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag).
  • Verwenden Sie kein hartes oder feuchtes Toilettenpapier. Die Inhaltsstoffe des feuchten Toilettenpapiers können die empfindliche Schleimhaut des Analbereichs reizen.
  • Waschen Sie den After, wenn möglich, nach dem Stuhlgang mit klarem Wasser ab und tupfen Sie die Haut danach sanft trocken. Noch empfehlenswerter ist es, den Analbereich mit Kaltluft trocken zu föhnen – das schont die Haut.
  • Waschen Sie sich regelmässig, aber verwenden Sie zur Körperreinigung pH-neutrale Waschlotionen.
  • Geben Sie dem Juckreiz nicht nach und kratzen Sie sich möglichst nicht.

Medikamente

Bei Afterjucken können auch Medikamente helfen wie Salben gegen Hämorrhoidalleiden (z.B. mit dem Wirkstoff Lidocain) oder Kortisonsalbe. Diese Präparate erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Stellt der Arzt eine bakterielle Infektion als Ursache für das Afterjucken fest, ist eine Antibiotikatherapie angebracht, bei einer Pilzinfektion eine Behandlung mit Antipilzmitteln (Antimykotika). Haben Sie nachweislich eine Pilzinfektion, können Sie die Therapie unterstützen, indem Sie weniger Zucker zu sich nehmen. Denn Zucker dient den Pilzen als Nahrungsgrundlage. Achten Sie ausserdem darauf, verstärkt Ballaststoffe in Ihren Nahrungsplan einzubauen. Die faserreiche Kost hilft dabei, den Pilz aus dem Darm zu entfernen.