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Analbeschwerden

(Afterbeschwerden)
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1. Definition

Definition

Analbeschwerden – oder auch Afterbeschwerden – ist der Überbegriff für sämtliche Erkrankungen im Bereich des Afters und Enddarms.

Viele Menschen leiden unter Analbeschwerden wie Schmerzen, Juckreiz und Nässen im Analbereich. Der Analkanal liegt zwischen dem Ausgang des Darms, dem Anus (After) und dem Mastdarm (Rektum), einem Teil des Enddarms.

Der medizinische Fachbegriff für Analschmerzen oder Afterschmerzen ist Proktalgie. Proktalgien können zahlreiche Ursachen haben.

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Zu den möglichen Ursachen von Analbeschwerden gehören zum Beispiel Hämorrhoiden, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Analekzeme oder Analfissuren. Bösartige Erkrankungen wie Analkrebs oder Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) sind bei Analbeschwerden seltener die Ursachen.

Für die Diagnose von Analbeschwerden befragt der Arzt den Betroffenen ausführlich zu seinen Beschwerden. Darauf folgt eine körperliche Untersuchung, bei der er den Anus untersucht. Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen wie eine Darmspiegelung nötig.

Wie die Analbeschwerden behandelt werden, hängt von ihren Ursachen ab. Oft helfen bereits Salben oder Zäpfchen, die juckreiz-, schmerz- oder entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten.

2. Ursachen

Analbeschwerden haben vielfältige Ursachen. Oft sind Probleme beim Stuhlgang (Verstopfung oder Durchfall), falsche Ernährung, falsche Intimhygiene (sowohl mangelnde als auch übertriebene), unverträgliche Intimpflegeprodukte und hautreizende Unterwäsche für Analbeschwerden verantwortlich.

Weitere mögliche Ursachen für Afterbeschwerden sind ausserdem typische Erkrankungen im Analbereich, vor allem durch Hämorrhoiden. Bilden sich Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefässen des Anus, kann es zu einer sehr schmerzhaften Analvenenthrombose kommen. Ein Analekzem ist eine unangenehme, rote, stark juckende Entzündung am After. Wenn der Mastdarm entzündet ist, spricht man von einer Proktitis.

Bei einer Analfissur handelt es sich um einen Längsriss der Schleimhaut im Bereich des äusseren Enddarms, die sich durch Schmerzen beim Stuhlgang und Blutauflagerungen im Stuhl bemerkbar machen kann. Analfisteln, also röhrenartige Verbindungen zwischen Anusschleimhaut und anderen Organen wie der Blase, kommen häufig im Rahmen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie dem Morbus Crohn vor. Bösartige Erkrankungen wie Analkrebs (Analkarzinom) und Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) sind bei Analbeschwerden dagegen selten die Ursachen.

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Afterbeschwerden können darüber hinaus Geschlechtskrankheiten (wie Syphilis), Feigwarzen (Condylomata acuminata) und Wurmerkrankungen (z.B. Rinderbandwurm-Infektion) als Ursachen haben.

3. Diagnose

Bei Analbeschwerden ist eine genaue Diagnose wichtig – daher ist es ratsam, bei den typischen Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Der Arzt, der den Anus untersucht und Erkrankungen des Enddarms behandelt, ist ein Proktologe. Dies kann beispielsweise ein speziell für Proktologie ausgebildeter Facharzt für Chirurgie sein. Aber auch ein Facharzt für Innere Medizin, der sich auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisiert hat, ein Gastroenterologe, befasst sich mit Enddarmbeschwerden.

Der Arzt wird zunächst einige Fragen zu den Analbeschwerden stellen, zum Beispiel ob der After schmerzt, nässt, juckt, ob Blut bemerkt wurde, wann die Afterbeschwerden aufgetreten sind, wie der Stuhlgang ist, ob Hämorrhoiden oder andere Erkrankungen bekannt sind. Für die körperliche Untersuchung legt man sich mit angezogenen Beinen auf einer Untersuchungsliege auf die Seite, und der Arzt schaut sich den Anus genau an. Er prüft zunächst, ob bereits mit blossem Auge erkennbare Hämorrhoiden, Schleimhautrisse oder eine Entzündung vorliegen. Durch eine rektale Untersuchung kann der Arzt mit dem Finger Veränderungen im Anus, zum Beispiel Hämorrhoiden oder einen Tumor, ertasten. Mit einem Spiegelinstrument, dem Proktoskop, schaut er dann tiefer in den Analkanal hinein.

Je nach Verdacht sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ursache der Analbeschwerden zu Ermitteln und die Diagnose zu sichern. Dazu zählen zum Beispiel eine Rektoskopie (Endoskopie des Mastdarms) oder eine Darmspiegelung (Koloskopie). Mit der Darmspiegelung sind tiefere Darmabschnitte erkennbar als mit der Proktoskopie. Auch Abstriche von der Anusschleimhaut sowie Biopsien (Gewebeproben) aus der Schleimhaut helfen bei Analbeschwerden, die richtige Diagnose zu stellen.

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4. Therapie

Bei Analbeschwerden richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei vielen Afterbeschwerden helfen Salben, Zäpfchen oder Klysmen (Einläufe), die schmerz-, juckreiz- und entzündungshemmende Wirkstoffe (wie Kortison, Lidocain, Antibiotika) enthalten. Auch Sitzbäder mit Kamille oder Teebaumöl erweisen sich bei Afterbeschwerden je nach Ursache als wohltuende Therapie – man sollte allerdings schauen, ob sie hautverträglich sind und kein allergisches Kontaktekzem hervorrufen.

Wenn Hämorrhoiden Ursache der Analbeschwerden sind und Salben und Zäpfchen nicht ausreichen, ist eine Sklerosierung (Verödung) oder die operative Entfernung der Knoten notwendig. Bösartige Tumoren im Anal- und unteren Darmbereich (wie Analkrebs und Enddarmkrebs) erfordern eine spezielle, umfangreiche Therapie (Operation, ggf. Chemo- und Strahlentherapie).

5. Vorbeugen

Analbeschwerden können Sie vorbeugen, in dem Sie einige grundsätzliche Verhaltensregel einhalten. Mit einer ballaststoffreichen Ernährung und ausreichend Trinken können Sie für einen regelmässigen, weichen Stuhlgang sorgen. Benutzen Sie ausserdem kein hartes Toilettenpapier. Auch mit der richtigen Intimhygiene können Sie Analbeschwerden vorbeugen: Regelmässig mit Wasser waschen reicht gewöhnlich aus. Zusätzlich sollte man höchstens parfüm- und seifenfreie Waschlotion anwenden. Besondere Intimwaschlotionen sind dagegen nicht nötig.