1. Home
  2. Gesundheit
  3. Symptom
  4. Appetitlosigkeit

Von

1. Definition

Definition

Appetitlosigkeit bezeichnet einen Mangel an Hungergefühl und kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben.

Guter Appetit gilt oft als Zeichen guter Gesundheit. Abgesehen von Heisshunger bei einigen Erkrankungen stimmt dies in der Regel. Auch gelegentlicher und kurzzeitiger Appetitmangel ist normal – wenn das Essen beispielsweise mal nicht schmeckt, verdorben ist oder Ekel hervorruft. Besonders in Stresssituationen oder bei Liebeskummer bleibt der Hunger oft auf der Strecke. Sollten Sie aber unter längerfristiger oder sogar andauernder Appetitlosigkeit leiden, kann das Zeichen einer Erkrankung sein und Sie sollten einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dann die genaue Diagnose stellen, denn meist bestehen weitere Beschwerden, die dem Arzt Hinweise auf die Ursache des verminderten Appetits geben.

Häufig hat ein Appetitmangel psychische Ursachen und ist durch beruflichen Stress, familiäre und partnerschaftliche Probleme, in einigen Fällen auch durch schwere Depressionen bedingt. Die Bandbreite reicht von einer einfachen Unlust zu Essen bis hin zur völligen Nahrungsverweigerung bei der Magersucht (Anorexia nervosa). Vor allem alte Menschen verlieren häufig die Lust am Essen und am Trinken.

Die Therapie sollte bei Appetitlosigkeit hinsichtlich der eigentlichen Ursache erfolgen. Das heisst, liegt beispielsweise eine Magen-Darm-Erkrankung zugrunde, leitet der Arzt eine darauf abgestimmte Behandlung ein. Bei einer Magenschleimhautentzündung geschieht diese oft durch Medikamente – sogenannte Säureblocker (Protonenpumpenhemmer). Neben der Therapie mit Medikamenten sollten die Betroffenen zudem auf eine magenschonende Ernährung (nicht zu scharf, fettig oder zu viel) achten und auf Alkohol und Nikotin verzichten.

Es stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die den Appetit anregen und so einer Appetitlosigkeit entgegenwirken können. Die Mittel enthalten häufig den Wirkstoff Ketotifen oder auch Gestagene (Megestrolacetat, Medroxyprogesteronacetat).

Darüber hinaus wird verschiedenen pflanzlichen Mitteln (z.B. Rinde des Condurango-Baums) eine appetitsteigernde Wirkung zugeschrieben. Einige andere gelten als fördernd für den Speichelfluss und die Magensaftsekretion. Diese sind zum Teil als Tees, Säfte oder Kapseln erhältlich.

Falls eine Krebserkrankung die Appetitlosigkeit verursacht hat, ist je nach Tumor und Stadium eine gezielte Therapie (z.B. Operation, Chemo- oder Strahlentherapie) erforderlich.

Anzeige

2. Ursachen

Appetitlosigkeit kann zahlreiche körperliche und psychische Ursachen haben, wobei der Mangel an Appetit oft als Symptom vieler Krankheiten sowie als Zeichen einer beginnenden Erkrankung auftritt. Häufige Gründe für Appetitlosigkeit sind psychische Ursachen und Magen-Darm-Erkrankungen.

Psychische Ursachen

Häufig hat ein Appetitmangel psychische Ursachen und ist durch beruflichen Stress, familiäre und partnerschaftliche Probleme, in einigen Fällen auch durch schwere Depressionen bedingt. Die Bandbreite reicht von einer einfachen Unlust zu Essen bis hin zur völligen Nahrungsverweigerung bei der Magersucht (Anorexia nervosa). Vor allem alte Menschen verlieren häufig die Lust am Essen und am Trinken. Bei der Magersucht, aber auch bei anderen Essstörungen wie der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ist das Verhältnis zu Essen und zum normalen Hungergefühl grundlegend gestört.

Magen-Darm-Erkrankungen

Appetitlosigkeit tritt häufig im Rahmen von Magen-Darm-Erkrankungen auf. Auch hier ist die Bandbreite möglicher Ursachen gross:

  • Magenverstimmung
  • Magen-Darm-Infekt
  • Lebensmittelvergiftung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (wie Laktoseintoleranz, Zöliakie)
  • Reizmagen
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Magenschleimhautentzündung
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
  • bösartige Erkrankungen des Magens bzw. des Darms (wie Magenkrebs, Darmkrebs)

Auch bei Lebererkrankungen, beispielsweise einer Leberentzündung (Hepatitis), sowie bei Gallen- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (wie Bauchspeicheldrüsenentzündung), ist der Appetit vermindert.

Andere Erkrankungen und Faktoren

Appetitlosigkeit kann darüber hinaus bei beginnenden oder akuten Infekten auftreten. Auch bei Herzerkrankungen (wie Herzinsuffizienz), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Morbus Addison (Unterfunktion der Nebennierenrinde), Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen, Nierenschwäche und neurologischen Erkrankungen (wie Demenz) kommen bei Appetitlosigkeit als Ursachen infrage. Weiterhin kommt es bei Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie im Rahmen von bestimmten medizinischen Behandlungen (wie Chemotherapie oder Strahlenbehandlung) des Öfteren zu Appetitmangel. Einige Medikamente wie Digitalis (Mittel gegen Herzinsuffizienz) oder die sogenannten Appetitzügler mindern ebenfalls den Appetit.

Anzeige

3. Diagnose

Bei einer länger andauernden Appetitlosigkeit ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, damit er eine genaue Diagnose stellen kann. Meist bestehen weitere Beschwerden, die dem Arzt Hinweise auf die Ursache des verminderten Appetits geben.

Besonders wichtig ist die Information, wie lange die Appetitlosigkeit bereits besteht, ob es dafür einen bestimmten Anlass gab, ob man etwas in der Ernährung geändert hat, ob man Gewicht verloren hat, ob noch weitere Beschwerden vorliegen (wie Abgeschlagenheit, Durchfall, Schmerzen). Bei Appetitlosigkeit können für die richtige Diagnose auch Vorerkrankungen (wie Magengeschwür, Diabetes mellitus), eingenommene Medikamente oder belastende Situationen in Familie und Beruf entscheidend sein.

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, um der Appetitlosigkeit auf den Grund zu gehen und eine genaue Diagnose der Ursachen stellen zu können. Bei der Untersuchung misst der Arzt den Puls und Blutdruck und macht gegebenenfalls ein EKG und/oder führt eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) durch. Eine Blutuntersuchung gibt weiteren Aufschluss über eine mögliche Grunderkrankung. Auch eine Urin- und eine Stuhlprobe können sinnvoll sein.

Wenn Sie unter Appetitlosigkeit leiden, kontrollieren Sie regelmässig mit einer geeigneten Waage Ihr Gewicht. Mithilfe der Berechnung des Body Mass Index (BMI) können Sie herausfinden, ob Sie sich noch im Normalbereich befinden oder ob die Appetitlosigkeit bei Ihnen eventuell zu einem Gewichtsverlust geführt hat.

Besteht der Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung als Ursache für die Appetitlosigkeit (wie Magengeschwür, Diabetes mellitus), sind im Rahmen der Diagnose weitere Untersuchungen nötig. Ist der Appetitmangel psychisch bedingt (z.B. bei Magersucht, Depression), empfiehlt sich auch der Besuch bei einem Psychologen beziehungsweise Psychotherapeuten.

Anzeige

4. Therapie

Behandlung der Ursache

Bei Appetitlosigkeit richtet sich die Therapie nach der Ursache. Liegt der Appetitlosigkeit eine Magen-Darm-Erkrankung (Grippe, Nahrungsmittelunverträglichkeit) zugrunde, leitet der Arzt eine darauf abgestimmte Therapie ein. Bei einer Magenschleimhautentzündung geschieht diese oft durch Medikamente – sogenannte Säureblocker (Protonenpumpenhemmer). Neben der Therapie mit Medikamenten sollten die Betroffenen zudem auf eine magenschonende Ernährung (nicht zu scharf, fettig oder zu viel) achten und auf Alkohol und Nikotin verzichten.

Falls eine Krebserkrankung die Appetitlosigkeit verursacht hat, ist je nach Tumor und Stadium eine gezielte Therapie (z.B. Operation, Chemo-, Strahlentherapie) erforderlich.

Sollten Sie aufgrund von Medikamenten unter Appetitlosigkeit leiden, normalisiert sich Ihr Hungergefühl und damit Ihr Körpergewicht in der Regel wieder, sobald Sie die Mittel absetzen. Diese Massnahme sollten Sie allerdings unbedingt mit Ihrem Arzt absprechen. Besonders bei dauerhaft notwendigen Medikamenten ist ein Abbruch der Einnahme nicht möglich – in solchen Fällen kann der Arzt Ihnen aber gegebenenfalls ein Ausweichpräparat verschreiben, mit dem Sie besser zurechtkommen.

Ernährungs- und Essverhalten

Es ist grundsätzlich wichtig, die Ernährung, das Bewegungs- und das Essverhalten bei einer Appetitlosigkeit wieder zu normalisieren. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen, kochen Sie etwas Leckeres oder lassen es zubereiten. Besonders das gemeinsame Essen in geselliger Runde kann das Appetitgefühl wieder aufleben lassen. Auch der behandelnde Arzt, Ernährungsexperten sowie weitere Therapeuten können Ihnen dabei eine Hilfe sein. Vor allem bei Essstörungen (wie Magersucht) und psychischen Erkrankungen ist eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung wichtig.

Appetitanregende Mittel

Es stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die den Appetit anregen und so einer Appetitlosigkeit entgegenwirken können. Die Mittel enthalten häufig den Wirkstoff Ketotifen oder auch Gestagene (Megestrolacetat, Medroxyprogesteronacetat).

Darüber hinaus wird verschiedenen pflanzlichen Mitteln (z.B. Rinde des Condurango-Baums) eine appetitsteigernde Wirkung zugeschrieben. Einige andere gelten als fördernd für den Speichelfluss und die Magensaftsekretion. Diese sind zum Teil als Tees, Säfte oder Kapseln erhältlich.