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1. Definition

Definition

Unter dem Begriff Augenschmerzen werden alle Schmerzen zusammengefasst, die das Auge oder sein direktes Umfeld betreffen. Häufig treten gleichzeitig zu den Augenschmerzen auch Kopfschmerzen auf, in seltenen Fällen sind sie mit Sehstörungen kombiniert.

Es gibt viele Beschwerden, die gleichzeitig zu den Augenschmerzen auftreten können. Beispiele dafür sind gerötete Augen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, tränende Augen, Übelkeit, Schwindel, Druckempfindlichkeit oder Kieferschmerzen.

Wenn Augenschmerzen plötzlich stark auftreten, nicht nach einiger Zeit von alleine wieder verschwinden oder häufig vorkommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen abzuklären und gegebenenfalls eine geeignete Therapie einzuleiten.

Mögliche Ursachen von Augenschmerzen sind zum Beispiel eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Verletzungen der Hornhaut oder trockene Augen. Aber auch im Rahmen eines akuten Migräne- oder Glaukomanfalls treten mitunter Augenschmerzen auf.

Für die Diagnose befragt der Augenarzt den Betroffenen zunächst zu seinen Augenschmerzen, zum Beispiel wann sie zum ersten Mal aufgetreten sind sowie ob Augenerkrankungen oder Allergien bekannt sind. Anschliessend untersucht er das Auge gründlich. Je nach vermuteter Ursache sind weitere Untersuchungsverfahren wie eine Augendruckmessung oder Allergietests nötig.

Die Therapie der Augenschmerzen richtet sich nach der Ursache. Etwa bei einer bakteriellen Bindehautentzündung verschreibt der Augenarzt antibiotische Augentropfen. Zusätzlich zur ursächlichen Therapie lindern meist einfache Massnahmen wie das Vermeiden von Augenbewegungen und das Kühlen der Augen die Augenschmerzen.

2. Ursachen

Bei Augenschmerzen sind die Ursachen sehr vielfältig und meist mit sehr unterschiedlichen Begleitsymptomen verbunden. Augenschmerzen treten mitunter infolge einer Verletzung der Hornhaut auf, zum Beispiel durch einen Fremdkörper oder Verätzungen. Ausserdem sind Entzündungen oder Infektionen bei Augenschmerzen mögliche Ursachen. Häufig entstehen sie aufgrund einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis), bei einer Allergie (zum Beispiel bei Heuschnupfen), durch eine bakterielle Infektion oder bei einer Hornhautentzündung (Keratitis). Im Rahmen eines akuten Migräneanfalls oder bei Cluster-Kopfschmerzen kommen ebenfalls oft Augenschmerzen vor.

Bei Augenschmerzen kommen ausserdem als Ursachen infrage:

  • multiple Sklerose
  • trockenes Auge
  • Entzündungen der Stirn- und Nasennebenhöhlen
  • Gesichtsneuralgie (Nervenschmerzen im Gesicht)
  • Entzündung des Sehnervs
  • Erkrankungen der Iris (Regenbogenhaut)
  • akuter Glaukomanfall

Häufig sind auch Augenschmerzen, die bei sogenannter Wetterfühligkeit, zum Beispiel bei Fön oder Klimaschwankungen, auftreten. Des Weiteren können sie nach einer sogenannten Verblitzung auftreten. Dabei handelt es sich um eine Art Sonnenbrand der Hornhaut, der nach Aufenthalten im Schnee ohne einen Sonnenschutz (Schneeblindheit) oder nach Schweissen ohne Schweissbrille (Schweissbrand), entsteht.

3. Diagnose

Bei Augenschmerzen ist der erste Schritt der Diagnose eine ausführliche Befragung des Betroffenen. Der Arzt fragt dabei unter anderem, wie häufig und zu welchem Zeitpunkt – zum Beispiel immer oder an eine Saison gebunden – diese auftreten.

  • Wie lange dauern die Schmerzen an?
  • Sind sie immer gleich stark oder variiert die Stärke im Verlauf?
  • Bestehen bekannte Allergien?
  • Welche Medikamente werden eingenommen?
  • Haben auch Bekannte Augenschmerzen oder gibt es in der Familie Personen mit grünem Star (Glaukom)?

Diese und ähnliche Fragen können dem Arzt einen ersten Hinweis auf die Ursache der Augenschmerzen geben und die Diagnose erleichtern.

Nach der Befragung untersucht der Arzt den Betroffenen gründlich und achtet dabei vor allem auf Auffälligkeiten im Bereich der Augen. Häufig untersucht er dabei auch das Innere der Augenlider, indem er diese nach oben beziehungsweise unten klappt.

Je nach vermuteter Ursache sind bei Augenschmerzen weitere Untersuchungen zur Diagnose nötig. Dazu gehören beispielsweise eine Augendruckmessung, Allergietests oder neurologische Untersuchungen.

4. Therapie

Aufgrund der vielfältigen Ursachen von Augenschmerzen ist auch deren Therapie sehr unterschiedlich. Wenn ein Fremdkörper Auslöser der Schmerzen ist, entfernt der Augenarzt diesen mit speziellen Instrumenten und unter örtlicher Betäubung durch Augentropfen.

Leichte Verletzungen der Hornhaut wachsen meist nach wenigenTagen von alleine zu. Bis dahin helfen Augensalben und kühlende Kompressen. Verheilt die Oberfläche der Hornhaut nicht von alleine, kann es nötig sein, diese mechanisch abzuhobeln oder mit einem Laser abzutragen, damit die oberste Schicht heilen kann.

Bei Augenschmerzen infolge von Verblitzungen besteht die Therapie aus antibiotischen Augensalben. Die Salbe sollte etwa alle zwei bis drei Stunden in beide Augen gegeben werden. Damit die Augenschmerzen nachlassen, sollten Betroffenen Augenbewegungen und Licht vermeiden.

Bei Augenschmerzen durch eine bakterielle Bindehautentzündung verschreibt der Arzt zur Therapie ebenfalls antibiotische Augentropfen. Gegen virale Entzündungen gibt es keine ursächliche Therapie, in manchen Fällen können aber kortisonhaltige, abschwellend wirkende Tropfen helfen.

Sind die Augenschmerzen Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, ist in jedem Fall die gezielte Therapie dieser Krankheit erforderlich.