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Bauchkrämpfe

(Krampfartige Bauchschmerzen)
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1. Definition

Definition

Bauchkrämpfe entstehen, wenn sich die Muskeln in den Verdauungsorganen krampfhaft zusammenziehen. In vielen Fällen ist bei Bauchkrämpfen auch die Bauchdecke gespannt. Bauchkrämpfe sind meist harmlos, können aber auch im Rahmen von verschiedenen Erkrankungen, Stress oder infolge von Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten auftreten. Frauen leiden häufig während ihrer Periode unter Bauchkrämpfen.

Um die Nahrung durch den Verdauungstrakt zu transportieren und zu verdauen, bewegt sich der Darm normalerweise rund um die Uhr. Der medizinische Fachausdruck dafür lautet Darmperistaltik. Bei gestörter Verdauung kann diese normale Peristaltik beeinträchtigt sein – mögliche Folge: krampfhafte Bauchschmerzen (Bauchkrämpfe).

Dies kann verschiedenste Ursachen haben, die von harmloser Aufregung, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten über Durchfallerkrankungen bis hin zu schweren Darmkrankheiten reichen.

Von Koliken spricht man, wenn die Bauchkrämpfe wehenartig stärker werden und dann wieder nachlassen. Ursache für Bauchkoliken sind häufig Steine, zum Beispiel in den Gallenwegen.

Je nach Ursache gehen Bauchkrämpfe mit weiteren Beschwerden einher:

Vor allem bei länger andauernden, kolikartigen oder sehr starken Bauchkrämpfen ist es wichtig, die Ursache der Beschwerden rasch von einem Arzt abklären zu lassen. Er stellt dazu einige Fragen und untersucht den Patienten eingehend.

Die Gründe für Bauchkrämpfe reichen von vorübergehenden Magenverstimmungen oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit bis hin zu Bandwurm-Infektionen (wie Rinderbandwurm) oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn). Viele Frauen und Mädchen leiden während ihrer Regelblutung unter Unterleibskrämpfen (Regelschmerzen).

Da sich die Behandlung von Bauchkrämpfen nach der zugrunde liegenden Erkrankung richtet, ist es besonders wichtig, die jeweiligen Ursachen für die Bauchkrämpfe ausfindig zu machen. Neben der ursächlichen Therapie der Bauchkrämpfe sind oft auch sogenannte «symptomatische» Therapie-Massnahmen notwendig, die zwar nicht die Ursachen beseitigen, aber die Beschwerden lindern. Bei besonders starken Bauchkrämpfen helfen sogenannte Spasmolytika, also krampflösende Schmerzmittel etwa mit dem Wirkstoff Butylscopolamin sowie die Darmmuskulatur entspannende Medikamente wie Mebeverin.

 

Wissenswertes

  • Ob nach einem fettigen Essen oder in stressigen Situationen – gelegentliche Bauchschmerzen kennt wohl jeder. Doch manchmal entwickeln sich daraus schmerzhafte Bauchkrämpfe. Welche Ursachen stecken dahinter und wie kann man sie bekämpfen?
  • Um die Nahrung durch den Verdauungstrakt zu transportieren, bewegt sich der Darm rund um die Uhr. Wenn die Verdauung gestört ist, ziehen sich die Muskeln im Magen-Darm-Trakt krampfhaft zusammen. Die Folge: Bauchkrämpfe!
  • Krampfhafte Bauchschmerzen sind äusserst unangenehm und störend. Die gute Nachricht: Bauchkrämpfe stellen sich meist als harmlos heraus und verschwinden oft nach kurzer Zeit.
  • Bauchkrämpfe können viele unterschiedliche Ursachen haben. Ein häufiger Grund für krampfartige Bauchschmerzen ist eine falsche Ernährungsweise, wie zum Beispiel fettige Speisen, zu viel Kaffee oder zu hastiges Essen.
  • Auch verschiedene Verdauungsprobleme können zu Bauchkrämpfen führen. Dazu zählen Durchfall, längere Verstopfung (Obstipation) oder eine funktionelle Störung des Verdauungstrakts. Funktionell bedeutet, dass die Funktion eines Organs beeinträchtigt ist, ohne dass erkennbare körperliche Ursachen vorliegen. Ärzte sprechen in solchen Fällen von einem sogenannten Reizdarmsyndrom.
  • Darüber hinaus können verschiedene Erkrankungen Bauchkrämpfe hervorrufen, wie zum Beispiel Nahrungsmittelallergien und NahrungsunverträglichkeitenLebensmittelvergiftungen (wie Fischvergiftung), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), Magen-Darm-Infekte (wie eine Campylobacter-Infektion oder eine Salmonellen-Infektion) und Durchblutungsstörungen des Darms.
  • Auch eine Blinddarmentzündung geht in manchen Fällen mit Bauchkrämpfen einher. Die Schmerzen treten zunächst in der Umgebung des Bauchnabels und in der Magengegend auf – innerhalb von acht bis zwölf Stunden verlagern sie sich in den rechten Unterbauch.
  • Nicht immer ist der Darm Ursprung der Bauchkrämpfe. Wenn die Bauchkrämpfe wehenartig stärker werden und dann wieder nachlassen, stecken möglicherweise Gallensteine dahinter.
  • Viele Frauen und Mädchen haben regelmässig während ihrer Regelblutung mit Unterleibskrämpfen zu kämpfen – fast jede Frau leidet zeitweise oder regelmässig unter sogenannten Regelschmerzen.
  • Auch Magenbeschwerden (wie Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre) und Nierenerkrankungen (wie Nierensteine) können krampfhafte Bauchschmerzen verursachen.
  • In äusserst seltenen Fällen kann auch Darmkrebs die Ursache für Bauchkrämpfe sein. 
  • Wie Sie Bauchkrämpfe richtig behandeln, hängt davon ab, welche Ursachen dahinterstecken. Die meisten Bauchkrämpfe sind harmlos und verschwinden mit Ruhe und Entspannung, einer Wärmflasche sowie einem warmen Tee oft von selbst.
  • Suchen Sie einen Arzt auf, wenn die Bauchkrämpfe besonders schmerzhaft sind, sich verschlimmern oder bereits mehrere Tage anhalten. Auch wenn weitere Beschwerden auftreten wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen.
  • Da es viele verschiedene Gründe für Bauchkrämpfe gibt, muss der Arzt mehrere unterschiedliche Untersuchungen durchführen, bevor er eine geeignete Behandlung einleiten kann. Zunächst ist es wichtig, die ausführliche Krankengeschichte festzuhalten: Dazu stellt der Arzt einige Fragen – zum Beispiel wann und wo die Schmerzen auftreten, wie der Stuhlgang aussieht und ob weitere Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung vorliegen. Anschliessend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt den Bauch abtastet, abklopft und mit dem Stethoskop abhorcht.
  • Ist die Ursache der Bauchkrämpfe noch nicht auffindbar, können gegebenenfalls weitere Tests Aufschluss bringen. Dazu zählen unter anderem eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchs, Röntgenuntersuchungen, Blutuntersuchungen, ein Test auf Nahrungsmittelallergien und eine Magen- oder Darmspiegelung.
  • Sobald der Arzt die Ursache der Bauchkrämpfe herausgefunden hat, kann er die geeignete Therapie einleiten. Gegen die Schmerzen verabreichen Ärzte häufig bestimmte Medikamente, die die Krämpfe lösen und die Darmmuskulatur entspannen.
  • Die weitere Behandlung richtet sich nach der Ursache. Reichen bei einer «einfachen» Verstopfung oftmals abführende Massnahmen aus, so können bei bestimmten Darminfekten Antibiotika notwendig sein.
  • Stecken Gallensteine hinter den Bauchkrämpfen, ist eine Operation zumeist die geeignete Therapie. Dabei führt der Arzt vorsichtig ein spezielles Gerät über den Mund ein. Dieses Gerät ist so klein, dass dabei keine Schmerzen entstehen. 
  • Harmlosen Bauchkrämpfen können Sie vorbeugen, indem Sie auf eine gesunde, nicht belastende Ernährung (wenig Fett, Verzicht auf Alkohol und blähende Speisen) achten.
  • Bei Regelschmerzen beschränkt sich die Therapie darauf, die Beschwerden zu lindern. Dabei helfen Schmerzmittel, Bewegungsübungen zur Muskelentspannung und zur Entkrampfung der Beckenregion sowie Übungen zur Stressbewältigung.
  • Stecken Verdauungsprobleme hinter den Bauchkrämpfen, empfiehlt es sich, ausreichend zu trinken, viele Ballaststoffe zu sich zu nehmen und sich regelmässig zu bewegen. Diese Massnahmen fördern die natürliche Darmbewegung und somit die Verdauung.
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In den meisten Fällen sind Bauchkrämpfe harmlos und verschwinden mit Ruhe und Entspannung, einer Wärmflasche sowie einem warmen Tee oft von selbst.

2. Ursachen

Bauchkrämpfe können viele unterschiedliche Ursachen haben. Viele Menschen leiden immer mal wieder darunter – in den meisten Fällen sind Bauchkrämpfe allerdings harmlos. Stress und Aufregung, falsche Ernährung (wie fettige Speisen, zu viel Kaffee, zu hastiges Essen) oder eine vorübergehende Magenverstimmung können zu unangenehmen Bauchkrämpfen führen.

Ein häufiger Grund für krampfartige Bauchschmerzen ist das Reizdarm-Syndrom. Für Bauchkrämpfe können auch Durchfall oder längere Verstopfung (Obstipation) die Ursachen sein. Viele Frauen und Mädchen leiden während ihrer Regelblutung unter Unterleibskrämpfen (Regelschmerzen).

Darüber hinaus können weitere Erkrankungen Bauchkrämpfe hervorrufen. Zu den möglichen Ursachen zählen unter anderem:

  • Magen-Darm-Infekte (wie eine Campylobacter-Infektion oder ein Befall mit Salmonellen)
  • Lebensmittelvergiftungen (wie Fischvergiftung)
  • Bandwurm-Infektionen (wie Rinderbandwurm)
  • Nahrungsmittelallergien und Nahrungsunverträglichkeiten (wie Laktoseintoleranz)
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Durchblutungsstörungen des Darms 

Nicht immer ist der Darm Ursprung der Bauchkrämpfe. Auch Magenbeschwerden (wie Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre), Nierenerkrankungen (wie Nierensteine) und gynäkologische Ursachen (wie Endometriose) stecken manchmal hinter den Symptomen. Kolikartige Bauchschmerzen deuten auf ein Steinleiden hin und haben ihre Ursache häufig in den Gallenwegen (wie Gallenblasen- und Gallengangssteine). Bauchkrämpfe können auch Zeichen einer bösartigen Erkrankung (wie Darmkrebs) sein.

Sind die Bauchkrämpfe besonders schmerzhaft, verschlimmern sie sich, halten sie bereits mehrere Tage an oder/und treten weitere Beschwerden wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen auf, ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er kann herausfinden, was die Bauchkrämpfe auslöst und die jeweiligen Ursachen gegebenenfalls behandeln. 

3. Diagnose

Da es viele verschiedene Gründe für Bauchkrämpfe gibt, sind für eine genaue Diagnose unterschiedliche Verfahren notwendig. Zunächst ist die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) wichtig. Der Arzt stellt deshalb eine Reihe von Fragen – zum Beispiel:

  • Wo im Bauch sind die krampfartigen Schmerzen genau?
  • Wann sind die Krämpfe aufgetreten?
  • Sind die Beschwerden dauerhaft vorhanden oder eher kolikartig mit schmerzfreien Zwischenphasen?
  • Sind die Krämpfe nach dem Essen stärker oder werden sie durch eine bestimmten Speise (z.B. fettreiches Essen) ausgelöst?
  • Wie sieht der Stuhlgang aus? (Durchfall, Verstopfung, Farbe)
  • Gibt es weitere Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Blut im Stuhl?
  • Bestehen andere Vorerkrankungen?
  • Bei Frauen: Wann war der Zeitpunkt der letzten Menstruation?

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt den Bauch abtastet, abklopft und mit dem Stethoskop abhorcht. Besonders beim Verdacht auf Erkrankungen des Dickdarms als Ursache für die Darmkrämpfe, tastet der Arzt den Enddarm des Patienten mit dem Finger ab (rektale Untersuchung).

Je nach Ergebnis der vorangegangenen Untersuchungen und nach vermuteter Ursache der Bauchkrämpfe können zur richtigen Diagnose weitere Massnahmen notwendig sein. Dazu zählen unter anderem:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchs
  • Röntgenuntersuchungen
  • Blutuntersuchungen
  • Urin- und Stuhluntersuchungen

Ist die Ursache der Bauchkrämpfe immer noch nicht auffindbar, können gegebenenfalls Tests Aufschluss bringen:

  • Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten (wie Laktose-Toleranztest)
  • Magenspiegelung und/oder eine Darmspiegelung
  • Computer- oder Kernspintomographie
  • ERCP (Darstellung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge)
  • weitere fachärztliche Untersuchungen, zum Beispiel bei einem Gynäkologen oder Urologen

4. Therapie

Bauchkrämpfe bedürfen meistens keiner speziellen Therapie, da sie oft harmlos sind. Mit Ruhe und Entspannung, einer Wärmflasche sowie einem warmen Tee (z.B. Pfefferminz-, Kümmel-, Kamillen-, Fenchel- oder Anistee) verschwinden viele Bauchkrämpfe oft nach kurzer Zeit. Wichtig ist auch, auf eine gesunde, nicht belastende Ernährung (wenig Fett, Alkohol und blähende Speisen) zu achten.

Wenn Sie ausreichend trinken (etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag), viele Ballaststoffe zu sich zu nehmen und sich regelmässig zu bewegen, fördern Sie die natürliche Darmbewegung und somit die Verdauung.

Die ursächliche Behandlung von Bauchkrämpfen richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Vor allem bei länger andauernden, kolikartigen oder sehr starken Bauchkrämpfen ist es wichtig, die Ursache der Beschwerden herauszufinden. Reichen bei einer «einfachen» Verstopfung oftmals abführende Massnahmen aus, so können bei bestimmten Darminfekten Antibiotika notwendig sein. Bei Gallensteinen oder Darmtumoren als Ursache der Bauchkrämpfe ist eine Operation oft die geeignete Therapie.

Medikamentös können bei starken Bauchkrämpfen sogenannte Spasmolytika helfen, also krampflösende Schmerzmittel, sowie die Darmmuskulatur entspannende Medikamente und Phytotherapeutika (pflanzliche Mittel wie Pfefferminze, Kümmel, Kamille, Fenchel oder Anis).

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