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Bauchschmerzen

(Schmerzen im Bauch)
von Onmeda-Ärzteteam

1.  Definition

Definition

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden. Sie können plötzlich auftreten (akute Bauchschmerzen), etwa nach dem Essen, oder über einen längeren Zeitraum anhalten und immer wiederkehren (chronische Bauchschmerzen).

Bauchschmerzen treten je nach Ursache an unterschiedlichen Stellen des Bauchs auf. Die lateinische Bezeichnung für den Bauch lautet Abdomen – Ärzte verwenden für Bauchschmerzen daher auch Begriffe wie «Abdominalschmerzen» oder «abdominelle Beschwerden».

Manche Bauchschmerzen treten an genau einer Stelle im Bauchraum auf, andere sind diffus im ganzen Bauchraum spürbar.

Bauchschmerzen können dumpf, krampf- oder kolikartig sein und mit zusätzlichen Beschwerden einhergehen, zum Beispiel:

Ob nach einem fettigen Essen oder in stressigen Situationen – gelegentliche Bauchschmerzen kennt wohl jeder. Doch manchmal entwickeln sich daraus schmerzhafte Bauchkrämpfe. Welche Ursachen stecken dahinter und wie kann man sie bekämpfen?
Ob nach einem fettigen Essen oder in stressigen Situationen – gelegentliche Bauchschmerzen kennt wohl jeder. Doch...

Bauchschmerzen sind ein Symptom, das als Anzeichen für zahlreiche Magen-Darm-Erkrankungen infrage kommt. Häufig hängen Bauchschmerzen mit harmlosen Ursachen zusammen, wie etwa einer ungünstigen Ernährung oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Das trifft vor allem auf Bauchschmerzen zu, die nach dem Essen entstehen. Neben Magen und Darm befinden sich im Bauchraum jedoch auch viele andere Organe, die ebenfalls eine mögliche Ursache für die Bauchschmerzen sein können, etwa die Bauchspeicheldrüse oder die Galle.

Häufig sind Bauchschmerzen auch die Folge von Stress beziehungsweise psychischen Belastungen und können Anzeichen für funktionelle Beschwerden wie etwa ein Reizdarm-Syndrom sein. Treten bei Frauen die Bauchschmerzen immer im Zusammenhang mit der Menstruation auf, könnte es sich um Regelschmerzen oder auch eine gynäkologische Erkrankung wie Endometriose handeln.

Bauchschmerzen können jedoch auch auf eine Notfallsituation hinweisen: Beginnen die Bauchschmerzen aus heiterem Himmel, sind sehr heftig und verstärken sich innerhalb kurzer Zeit (Minuten bis Stunden), kann dies ein Hinweis auf eine ernsthafte, möglicherweise lebensbedrohliche Erkrankung sein. Oft verschlechtert sich gleichzeitig auch der allgemeine Zustand des Betroffenen sehr rasch und es kommt zum Beispiel zu Blässe, Übelkeit, Schweissausbrüche oder Kreislaufprobleme. In solchen Fällen ist es sehr wichtig, umgehend einen Notarzt zu informieren.

Bauchschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Meist steckt nur eine harmlose Ursache hinter den Bauchschmerzen, zum Beispiel eine Magenverstimmung. Weitere häufige Ursachen sind Reizdarm-Syndrom, Magen-Darm-Infekte oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Aber auch ernstere Erkrankungen (z.B. Darmkrebs) können mit Bauchschmerzen einhergehen.

In den meisten Fällen liegen die Ursachen der Bauchschmerzen tatsächlich im Bauchraum (z.B. im Darm). Gelegentlich strahlt der Schmerz von einem anderen Organ (z.B. Herz) in den Bauch aus.

Bauchschmerzen betreffen manchmal auch direkt den Bereich, in dem auch das erkrankte Organ liegt: Schmerzen im rechten Oberbauch deuten zum Beispiel auf Erkrankungen der Gallenblase hin – tut es im rechten Unterbauch weh, können die Bauchschmerzen von einer sogenannten Blinddarmentzündung (Appendizitis) herrühren. Bei Magen-Darm-Verstimmungen oder einem Reizdarm betreffen die Bauchschmerzen allerdings nicht nur einen bestimmten Bereich des Bauchs – Mediziner sprechen dann von «diffusen Bauchschmerzen».

Aus der Vielzahl der möglichen Ursachen von akuten und chronischen Bauchschmerzen hier eine Übersicht:

  • ungünstige Ernährung (z.B. zu fettreich, zu grosse Mengen)
  • Stress, psychische Belastungen
  • Darminfektionen (z.B. Amöbenruhr, bakterielle Ruhr, Campylobacter-Infektion, Salmonellen)
  • Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz, Zöliakie)
  • Lebensmittelvergiftung (z.B. Fischvergiftung, Pilzvergiftung)
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi) und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
  • Refluxkrankheit
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Bandwurm-Infektion (z.B. Rinderbandwurm, Schweinebandwurm)
  • Reizdarm-Syndrom
  • Reizmagen
  • Darmdivertikel
  • Darmpolypen
  • Reisedurchfall
  • Krebserkrankung (z.B. Darmkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Dünndarmtumoren
  • Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen (z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Gallensteine (Cholezystolithiasis) und Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Hernien (z.B. Leistenbruch, Zwerchfellbruch)
  • Invagination (Darmeinstülpung)
  • Blasenentzündung
  • Menstruationsstörungen (Regelschmerzen)
  • Eileiter- und Eierstockentzündung
  • Gebärmutterentzündung
  • Nierensteine oder Blasensteine
  • Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Darmperforation
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Aneurysma der Aorta (Gefässaussackung der Hauptschlagader)
  • Durchblutungsstörungen des Darms
  • Herzinfarkt (v.a. der sog. Hinterwandinfarkt)

Bei Kindern treten Bauchschmerzen häufig infolge von Infektionskrankheiten auf. Dazu zählen unter anderem:

Um aus der Vielzahl an möglichen Ursachen von Bauchschmerzen die richtige Diagnose zu ermitteln, ist zunächst die Anamnese, also die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte, wichtig. Der Arzt stellt dem Patienten dazu eine Reihe von Fragen wie zum Beispiel:

  • Wann sind die Schmerzen erstmals aufgetreten?
  • Sind die Bauchschmerzen plötzlich gekommen oder bestehen sie schon länger?
  • Wo genau tut es weh?
  • Sind die Schmerzen dauerhaft oder kommen und gehen sie?
  • Gab es ein bestimmtes Ereignis, das dem Schmerz vorausgegangen ist (wie eine Verletzung)?
  • Sind Sie appetitlos
  • Werden die Bauchschmerzen nach dem Essen oder einer bestimmten Speise stärker?
  • Wann haben Sie zuletzt etwas gegessen und was war das?
  • Wie ist der Stuhlgang (Durchfall, Verstopfung, Farbe) und wann hatten Sie zum letzten Mal Stuhlgang?
  • Haben Sie weitere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Blut im Stuhl, Fieber, Schmerzen im Brustbereich?
  • Treten die Beschwerden auch nachts auf?
  • Wie fühlen Sie sich insgesamt?
  • Haben Sie in der letzten Zeit Gewicht verloren?
  • Trinken Sie Alkohol?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt (wie Magengeschwür, Gallensteine, Herzinfarkt)?
  • Bei Frauen: Wann war Ihre letzte Regelblutung?

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der der Arzt auch Temperatur, Puls und Blutdruck misst. Der Arzt schaut sich den Patienten eingehend an: Wie ist sein allgemeiner Gesundheitszustand, krümmt er sich vor Schmerzen, wie ist seine Gesichtsfarbe? Den Bauch des Patienten betrachtet der Arzt besonders genau: Ist der Bauch aufgetrieben, sind Vorwölbungen am Bauch (z.B. in der Leiste bei einem Leistenbruch) zu sehen, finden sich Narben von alten Operationen?

Bei der sogenannten Auskultation horcht der Arzt den Bauch des Patienten mit dem Stethoskop ab. So kann er prüfen, ob die Darmgeräusche normal, vermindert oder verstärkt sind. Bei der sogenannten Palpation tastet der Arzt den Bauch mit den Händen ab. Dabei fallen ihm eventuelle Verhärtungen auf. Ausserdem kann der Arzt feststellen, ob die Bauchschmerzen sich durch Druck auf die Bauchdecke verstärken. Auch das plötzliche Wegziehen der Hände kann Schmerzen verursachen (Loslass-Schmerz) und damit Hinweise auf bestimmte Ursachen der Bauchschmerzen geben. Bei der anschliessenden rektalen Untersuchung tastet der Arzt den Enddarm mit dem Finger ab.

Je nach Ergebnis der vorangegangenen Untersuchungen und je nachdem, ob es sich um akute oder chronische Bauchschmerzen handelt, ist eine weitere Diagnostik notwendig. Dazu zählen unter anderem:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchs
  • Röntgenuntersuchung, z.B. des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) und des Bauchs (Abdomenübersicht)
  • Blutuntersuchung, z.B. Blutbild, Entzündungswerte, Leberwerte
  • Urinuntersuchung
  • Stuhluntersuchung, z.B. auf Würmer und Parasiten
  • EKG
  • Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Tests auf Laktoseintoleranz)
  • Magenspiegelung (Gastroskopie) und Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT)
  • ERCP (endoskopisches Untersuchungsverfahren, das Bildaufnahmen von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen ermöglicht)

Bauchschmerzen können viele Ursachen haben – die Therapie richtet sich daher jeweils nach der zugrundeliegenden Erkrankung oder Störung. Die therapeutische Bandbreite ist dementsprechend groß: Bei einer «einfachen» Verstopfung (etwa durch Stress, mangelnde Bewegung oder falsche Ernährung) reichen zum Beispiel oftmals abführende Massnahmen aus. Manche Darminfekte erfordern dagegen die Behandlung mit Antibiotika. Bei Beschwerden durch eine Übersäuerung des Magens können Protonenpumpenhemmer (z.B. Pantoprazol oder Omeprazol) helfen.

Ist ein Darmtumor die Ursache der Bauchschmerzen, kann eine Operation notwendig sein. Wichtig ist deshalb, vor Beginn der Therapie die genaue Ursache der Beschwerden abzuklären.

Bei Bauchschmerzen, die mit der Menstruation zusammenhängen (Regelschmerzen), ist eine symptomatische Therapie sinnvoll – also eine Behandlung, die Beschwerden mildert, aber die Ursachen nicht beeinflusst. Hier helfen häufig Ruhe und Entspannung, krampflösende Mittel (z.B. Butylscopolamin), eine Wärmflasche und bei sehr starken Bauchschmerzen unter Umständen ein Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen). Dennoch empfiehlt es sich auch hier, die Ursache der Bauchschmerzen beim Gynäkologen abklären zu lassen, da beispielsweise auch eine Endometriose hinter den Bauchschmerzen stecken könnte.