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Beinschmerzen

(Schmerzen im Bein)
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Veröffentlicht am 25.01.2019

1. Definition von Beinschmerzen

Definition

Schmerzen im Bein können viele verschiedene Ursachen haben. Manchmal steckt nur ein Muskelkater oder eine Überlastung dahinter – Beinschmerzen können aber auch durch Verletzungen, Durchblutungsstörungen, Gelenkerkrankungen oder neurologische Probleme entstehen.

Im Bein verlaufen zahlreiche Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefässe, die vor allem bei Verletzungen schmerzen können. Häufige Auslöser von Beinschmerzen sind zum Beispiel:

  • Gelenkbeschwerden, wie Hüft- und Knieschmerzen,
  • Knochenbrüche, z.B. durch Sportverletzungen und Unfälle oder
  • Durchblutungsstörungen im Bein (z.B. pAVK).

Schmerzen im Bein können sich bei Belastung (z.B. beim Auftreten oder Treppensteigen) oder auch in Ruhestellung bemerkbar machen. Abhängig von der Ursache äussern sich Beinschmerzen beispielsweise durch plötzliche stechende Schmerzen (z.B. bei einem Achillessehnenriss), ziehende Schmerzen (z.B. bei einer Beinvenenthrombose) oder durch eine Schwellung (z.B. bei einem Muskelfaserriss). In manchen Fällen – wie bei einer Kniegelenksentzündung – fühlt sich der schmerzhaft geschwollene Bereich ausserdem besonders warm an. Oft schränken Schwellungen und Schmerzen im Bein die Beweglichkeit ein. Sind Nerven und Muskeln geschädigt, können zusätzlich zu Empfindungsstörungen wie Taubheit und Kribbeln oder Lähmungen auftreten.

In vielen Fällen dauern Beinschmerzen nicht besonders lange an und verschwinden von selbst, wenn Muskelkater oder andere kurzzeitige Überlastungen die Ursache sind. Wenn Beinschmerzen allerdings länger anhalten, sehr stark sind oder nach einem Unfall eine Verletzung vorliegt, ist es ratsam, dass Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen.

Der Arzt kann die Ursache der Beinschmerzen erkennen und so eine geeignete Therapie wählen. Unter Umständen sind Bandagen oder Salbenverbände sinnvoll, beispielsweise bei Kniegelenkbeschwerden. Linderung verschaffen aber in manchen Fällen auch entzündungshemmende Schmerzmittel (wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac). Bei starken Gelenkbeschwerden können Gelenkspritzen und Gelenkspülungen helfen, die Kortison oder örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) enthalten. Sind Durchblutungsstörungen die Ursache der Schmerzen im Bein, setzt der Arzt durchblutungsfördernde beziehungsweise blutverdünnende Medikamente ein.

Ob vorübergehende Schonung oder Bewegung, Wärme oder Kühlung besser sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab – daher sollten Sie die individuelle Therapie der Schmerzen im Bein persönlich mit Ihrem Arzt besprechen.

2. Ursachen von Beinschmerzen

Bei Beinschmerzen können die Ursachen Erkrankungen und Verletzungen der Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven oder Blutgefässe sein.

Beinschmerzen können eine Vielzahl von Ursachen haben, hier eine Übersicht:

  • Verletzungen:
  • Durchblutungsstörungen (wie Arteriosklerose, PAVK)
  • Krampfadern (Varikosis)
  • Blutgerinnsel (Thrombosen und Embolien)
  • Muskelkrämpfe (z.B. Wadenkrämpfe)
  • Entzündungen:
    • Gelenkentzündung (Arthritis)
    • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
    • Schleimbeutelentzündung (Bursitis)
    • Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)
  • Gelenkverschleiss (Arthrose)
  • Gelenkrheuma (Rheumatoide Arthritis)
  • Gichtanfall
  • Bandscheibenvorfall (mit Ausstrahlung der Schmerzen ins Bein)
  • Beindeformitäten (sog. X-Beine, O-Beine)
  • Engpass-Syndrome wie das Kompartmentsyndrom
  • Neurologische Erkrankungen mit Nervenschäden (wie Polyneuropathie)
  • Hautkrankheiten im Beinbereich
  • Tumoren (wie Knochenkrebs)
  • Knochenschwund (Osteoporose)
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Nicht immer ist die Ursache von Beinschmerzen tatsächlich im Bein zu finden. So können die Schmerzen bei einer Erkrankung des Hüftgelenks in die Knie ausstrahlen. Auch ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule macht sich oft nicht nur im Rücken bemerkbar, sondern kann auch das Bein betreffen.

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3. Diagnose von Beinschmerzen

Bei Schmerzen im Bein ist nicht immer eine genaue ärztliche Untersuchung notwendig, da es sich häufig um einen harmlosen Muskelkater nach Überlastung handelt. Dann verschwinden die Schmerzen nach kurzer Zeit von alleine. Wenn Sie allerdings Beinschmerzen verspüren,

  • die länger anhalten,
  • die sehr stark sind,
  • die damit einhergehen, dass ein oder mehrere Gelenke im Bein entzündlich geschwollen und überwärmt sind oder
  • die nach einem Unfall / einer Verletzung auftreten,

sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, damit dieser eine genaue Diagnose stellen kann.
 

Der Arzt muss zunächst wissen,

  • wo sich Ihre Beinschmerzen genau befinden,
  • wie sie sich anfühlen (z.B. ziehend, stechend, brennend),
  • wann sie auftreten (z.B. nur bei Belastung oder auch im Ruhezustand) und
  • ob Sie noch andere Beschwerden haben.

Wichtig ist auch, seit wann der Schmerz besteht, ob Sie Ihr Bein eventuell falsch belastet haben oder ob ein Unfall die Ursache für die Beinschmerzen sein könnte. Bekannte Vorerkrankungen sollten Sie im Diagnose-Gespräch mit dem untersuchenden Arzt auf jeden Fall erwähnen, so etwa:

Der Arzt untersucht Ihr Bein gründlich und führt verschiedene Bewegungstests durch, um bei Beinschmerzen die Diagnose zu stellen. Dabei achtet er auf Gelenkschwellungen, einen möglichen Gelenkerguss und ob die Bewegung des Beins eingeschränkt ist. Weiterhin untersucht der Arzt, ob Krampfadern sichtbar oder Muskeln verkürzt sind und ob der Puls am Bein und am Fuss zu fühlen ist.

Je nach vermuteter Ursache der Beinschmerzen sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Diagnose zu sichern:

  • Röntgenaufnahmen
  • Blutuntersuchungen (z.B. auf Entzündungswerte)
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Neurologische Untersuchung (auf Erkrankungen und Schäden von Nerven)
  • Elektrophysiologische Untersuchung (wie ENG, EMG, Nervenleitgeschwindigkeiten)
  • Angiographie bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung
  • Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
  • Gelenkpunktion bei Gelenkerguss
  • Kernspintomographie (MRT)
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4. Therapie von Beinschmerzen

Nicht jede Art von Beinschmerzen bedarf einer Therapie. Muskelkater und andere Formen von Beinschmerzen, die nach kurzzeitiger Überlastung aufgetreten sind, verschwinden oft von selbst. Bei länger anhaltenden oder starken Beschwerden sollte der Arzt die genaue Ursache ermitteln – denn nach der Ursache richtet sich auch die Form der Behandlung.

Unter Umständen sind Bandagen oder Salbenverbände sinnvoll, beispielsweise bei Kniegelenkbeschwerden. Bei Durchblutungsstörungen sind meist Allgemeinmassnahmen wie eine Ernährungsumstellung und regelmässige Bewegung die beste Therapie. Gegebenenfalls sind auch Medikamente mit durchblutungsfördernden beziehungsweise blutverdünnenden Wirkstoffen, in einigen Fällen auch operative Eingriffe notwendig.

Die Behandlung von Krampfadern reicht von allgemeinen Massnahmen über Venenmittel und Kompressionsstrümpfe bis hin zur Verödung oder operativen Entfernung. Knochenbrüche (z.B. Schienbeinbruch, Oberschenkelhalsbruch) kann der Arzt, je nach Fraktur, konservativ (z.B. nur mit einem Gips oder einer Schiene) oder operativ behandeln. Bei Gelenkschäden ist oftmals eine Behandlung während einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) möglich.

Linderung verschafft bei Beinschmerzen häufig eine Therapie mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen) – vorwiegend als Tabletten oder Salben. Bei starken Gelenkbeschwerden können Gelenkspülungen und -spritzen helfen, die Kortison oder örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) enthalten.


Unterstützend können bei Beinschmerzen weitere Therapie-Massnahmen sinnvoll sein:

  • Krankengymnastik (Physiotherapie)
  • Wärme- oder Kältebehandlung
  • Muskeltraining (Kräftigung und Dehnung)
  • Bewegung und «gelenkfreundliche» Sportarten (wie Schwimmen, Nordic Walking, Radfahren)
  • Wasser- und Bädertherapie
  • Elektrotherapie und Ultraschalltherapie
  • orthopädische Hilfsmittel (Bandagen, Gehhilfen)

Ob Sie das schmerzende Bein eher schonen oder bewegen, wärmen oder kühlen sollten, hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Daher ist es sinnvoll, dass Sie die jeweiligen Therapiemöglichkeiten persönlich mit Ihrem Arzt besprechen.

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